DiscoverFabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania
Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania
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Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania

Author: Romanistik Wien

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Fabulari ist ein monatlich erscheinender Wissenschaftspodcast von Teresa Hiergeist, Flori Haack, Julia Waygand und Judith Wimmer zu aktuellen Forschungsthemen aus dem Bereich der romanischen Literaturen, Medien und Kulturen. Er bietet Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus – jenseits von Tagungen und Kongressen, Buch- und Zeitschriftenpublikationen – einen alternativen Raum, um von der thematischen, perspektivischen und methodischen Vielfalt der Romanistik im 21. Jahrhundert Zeugnis abzulegen, die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Relevanz ihres Zugangs herauszustellen, die Begeisterung für ihre Arbeit zum Ausdruck zu bringen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Fabulari richtet sich an Romanist:innen und Studierende ebenso wie an eine interessierte Allgemeinheit von Kulturtreibenden, Aktivist:innen, Literaturliebhaber:innen oder Filmgeeks.
83 Episodes
Reverse
Frühkapitalismus und die Entstehung globaler Handelsstrukturen lösen in der Frühen Neuzeit feudalistisch geprägte Wirtschaftsstrukturen ab. Die doppelte Buchhaltung bildet das finanztechnologische Fundament für diese Entwicklung, vermittelt sie doch dank ihrer integrierten Fehlerkontrolle den Eindruck der Beherrschbarkeit der zunehmenden ökonomischen Komplexitäten. Dr. David Klein (LMU München) spricht über seine Habilitationsschrift, die untersucht, wann, wie und warum die Kultur der doppelten Buchhaltung Eingang in die Literatur findet und etliche Klassiker wie Boccaccios Decamerone, Sor Juana Ines de la Cruz‘ Theater oder Mateo Alemáns Guzmán de Alfarache entscheidend prägt. Interview: Teresa Hiergeist Schnitt: Judith Wimmer Die Habilitationsschrift von David Klein erscheint voraussichtlich 2026. Zum Weiterlesen David Kleins Artikel „Liebe und Buchhaltung in zwei Sonetten von Sor Juana Inés de la Cruz" Gionvanni Boccaccios Decamerone in der UB Wien Mateo Alemáns Guzmán de Alfarache in der FB Romanistik
In dieser Folge spricht Anna Hell über ihr Dissertationsprojekt zur Laterna magica als Gegenstand kollektiver und individueller Erinnerung in der Literatur des 20. Jahrhunderts, mit Fokus auf das Medium als Gedächtnismetapher und poetologisches Modell. Sie erläutert, wie aus einer breiten internationalen Korpussichtung, einschließlich globaler Rezeptionspfade nach Japan, eine Typologie der „Laternenliteratur" entsteht. Beispiele aus der (erweiterten) Romania umfassen etwa Marcel Proust, Giuseppe Raimondi, Léon-Paul Fargue oder Paul Laraque. Sichtbar werden dabei intermediale Wechselwirkungen, Re-mediation und Mediennostalgie sowie Kontraste zwischen autobiographischer Selbstbespiegelung und kolonialen Projektionen des Anderen. Interview: Julia Waygand Schnitt: Julia Waygand Die Laterna magica ist ein Medium für Lichtbildprojektionen, das Mitte des 17. Jahrhunderts mutmaßlich vom niederländischen Physiker Christiaan Huygens erfunden wurde und sich vor allem während des 19. Jahrhunderts zum Massenmedium entwickelte. Für einen visuellen Eindruck der hier beschriebenen Funktion einer Laterna magica, Glasbild-Varianten mit Bewegungsillusion sowie Literaturadaptionen für die Laterna magica empfiehlt Anna Hell das Video zu „Charles Dickens and the Magic Lantern" des British Film Institute: https://youtu.be/omuDMHj0TZY?si=bMqjOhlX43szD06L Für den kurz erwähnten japanischen Kontext bietet außerdem die Waseda University eine hilfreiche Datenbank: „‚Utsushi-e' lantern slides owned by the Theatre Museum": https://archive.waseda.jp/archive/subDB-top.html?arg={%22item_per_page%22:20,%22sortby%22:[%22%22,%22ASC%22],%22view%22:%22display-simple%22,%22subDB_id%22:%22124%22}⟨=en Für eine Live-Performance der Gruppe Minwaza Company of Tokyo an der University of Chicago siehe: „Japanese Magic Lantern Performance": https://youtu.be/wCUBhhdiU9w
Ob historische Schrecken, aktuelle soziopolitische Missstände oder dystopische Zukunftsvorstellungen – eine neue Generation lateinamerikanischer Schriftstellerinnen greift genau diese Themen auf und verknüpft sie mit klassischen Motiven der Horror- und Schauerliteratur. So entsteht eine neue Strömung, die allgemein als Nuevo Gótico Latinoamericano bezeichnet wird. Was genau es mit dem Begriff auf sich hat, wie er zu verstehen ist und warum die Produktion dieser Texte gerade in Lateinamerika so floriert, erläutert Oliver Zimmermann, Postdoc an der Universität Passau, in dieser Folge von Fabulari. Interview: Judith Wimmer Schnitt: Judith Wimmer Textauszug: Enríquez, Mariana (2019): Nuestra parte de noche. Barcelona: Anagrama, 132–134.
In dieser Folge erkundet Hannah Mühlparzer der Universität Salzburg systematisch fiktionale Texte über Erntearbeit in Europa zwischen 2000 und 2025, insbesondere mit Fokus auf Spanien. Ausgehend von den Ereignissen in El Ejido als symbolischem Hintergrund wirft das Gespräch die Frage auf, wie Literatur auf agrarindustrielle Realitäten, Migration und Gewalt reagiert. Methodisch verortet in der Ökokritik und angelehnt an die Georgica nach Vergil, verschränkt das Projekt auf intersektionale Weise, Darstellungen von Natur, Arbeit, Geschlecht, Herkunft und Macht. Sichtbar werden dabei Kontinua zu anderen prekären Tätigkeiten und die Frage, wie Texte die Spannungen zwischen Schutzräumen für Pflanzen und Vulnerabilität der Arbeiter:innen inszenieren, bis hin zur Reflexion, wer überhaupt über Landwirtschaft schreiben darf. Interview: Julia Waygand Schnitt: Julia Waygand Die erwähnten Quellen in der Reihenfolge der Erwähnung: Giménez-Bartlett, A. (2000). Un gran jardín. In L. G. Martín (Hrsg.), Nuevos episodios nacionales: 25 historias de la democracia (1975-2000) (S. 437–453). EDAF. (Korrektur: bei dem Paratext handelt es sich um eine Schlagzeile, nicht um einen Zeitungsbericht.) Wald, S. D. (2016). The nature of California: Race, citizenship, and farming since the Dust Bowl. University of Washington Press. Wald, S. D. (2020). Farmworker Activism. In J. M. Coghlan (Hrsg.), The Cambridge Companion to Literature and Food (S. 197–214). Cambridge University Press. https://doi.org/10.1017/9781316997796.015 Oulios, M. (2021). ERNTE? HILFE! RECOLTĂ? AJUTOR! [Manuskript]. Simmel, L. (2024). Ferymont. Verbrecher. Hachemi, M. (2018). Cosas vivas. Editorial Periférica. Ein Beispiel zur erwähnten aktuellen angelsächsischen Forschung zur Georgik: Edney, S., & Somervell, T. (Hrsg.). (2022). Georgic Literature and the Environment: Working land, reworking genre. Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003241300 Mbomío Rubio, L. A. (2024). Tierra de la Luz. Ediciones B. Moreno, L. (2022). La ciudad. Lumen. Link Theaterstück ‘Recolta Ajutor‘: https://interkultur.ruhr/archiv/projekte/detail/ernte-hilfe-recolta-ajutor-1
"Los Adioses" (2017) von Natalia Beristáin handelt vom Leben Rosario Castellanos', eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der mexikanischen Literaturgeschichte und wichtige Stimme des Feminismus der 1950er Jahre. Der Film portraitiert aber nicht nur das Leben der Autorin, sondern setzte sich auch mit dem Spannungsverhältnis zwischen weiblicher Emanzipation und rigiden patriarchalen Strukturen auseinander. Annabel Herzog erzählt uns in diesem Interview, mit welchen Mitteln dieses Spannungsverhältnis im Film inszeniert wird und inwiefern sich der Konflikt zwischen individuellem Selbstausdruck und gesellschaftlichen Rollenerwartungen auf die Identitätskonstruktion auswirken kann. Interview: Judith Wimmer Schnitt: Judith Wimmer Trailer zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=hlqDnucqyI4
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