Zu Gast bei Diana Kinnert ist Janina Mütze, Gründerin von Civey, einer Plattform, die Meinungsforschung ins digitale Zeitalter trägt. Es ist ein Gespräch über digitales Unternehmertum, Diskurskultur im Netz und Gelingensbedingungen für digitale Transformation. Wer ist laut im Netz? Wer wird überhört? Wie sicher sind digitale Räume? Braucht es mehr Regulierung bei den Plattformen, mehr digitale Bildung beim Einzelnen, beides oder nichts davon? Und welche Spielregeln braucht ein demokratischer digitaler Raum?
Erlaubt uns die Technik, Stimmen und Geschichten unsterblich werden zu lassen? Kann ich unsterblich werden? Diana Kinnert spricht über diese Fragen mit Karen Jungblut, Expertin für Oral History und Holocaust- und Genozidforschung. Über 25 Jahre arbeitete sie am Aufbau des Visual History Archives und des Programms „Dimensions and Testimony“ der USC Shoah Foundation von Steven Spielberg. Heute ist sie Geschäftsführerin der digitalen Erinnerungswerkstatt und entwickelt Projekte, die digitale und analoge Ansätze zur Förderung der Gedenk- und Bildungsarbeit verbindet. Sie arbeitet an VR-Projekten wie „Tell me, Inge“ und der Dokumentation der Ereignisse des siebten Oktobers in Israel, zum Beispiel „Survived to Tell“. Sieht die Expertin für innovative Gedenkkultur die Gefahr digitaler Klone eines Digital After Lifes? Wie fühlt man sich als jemand, der der jüdischen Gemeinde und dem israelischen Volk verbunden ist in Zeiten von Desinformation und Propaganda. Was kann man tun, wenn Narrative und Identität fremdbestimmt scheinen?
Diana Kinnert spricht mit Silke Müller über das Ökosystem Schule und das Leitbild der Bildung im digitalen Zeitalter. Silke Müller ist ehemalige Schulleiterin und heute eine der prägnantesten Stimmen für Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Transformation. Silke Müller wurde bekannt durch ihre vielfach ausgezeichnete Smart School und war die erste Digitalbotschafterin Niedersachsens. Was brauchen Kinder und Jugendliche heute wirklich? Die Abwesenheit des Smartphones oder die Beherrschung des Smartphones? Und wer im Ökosystem der Kultusminister, Schuldezernenten, Lehrkräfte und Eltern trägt dafür welche Verantwortung?
Zu Gast in AFK #15 ist der Bayerische Staatsminister für Digitales Fabian Mehring, Politikwissenschaftler, Mitglied bei den Freien Wählern, seit 2018 Abgeordneter im Bayerischen Landtag. Er ist nicht der erste Digitalstaatsminister Bayerns, aber doch einer der ersten in Deutschland überhaupt. Und in Bayern gibt er Gas, das kann man objektiv so sagen. Bayerns Verwaltungsdigitalisierung ist führend, Bayerns KI-Investitionen sind führend, Bayern als Digitalstandort ist führend - nicht nur in Deutschland, sondern als Hightech-Land auch innerhalb Europas. Doofe Frage: Ist das gut? Wie steht Fabian Mehring zu einem Grundrecht auf analoges Leben? Wie steht er zum Smartphone-Verbot für Kinder und Jugendliche? Wie können die Alten bei der Digitalisierung mitgenommen werden? Wohin führt die Überholspur, auf der er Bayern und Deutschland sehen will?
Zu Gast in AFK #14 ist der Sprachwissenschaftler, Kulturwissenschaftler und Medienphilosoph Roberto Simanowski, dessen neues Buch mit dem Titel „Sprachmaschinen. Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz“ kürzlich erschienen ist. Wir sprechen über Mediengeschichte, von der Hieroglyphe bis zum Emoji, von der Gutenberg-Kultur über das Massenmedium Fernseher bis hin zur Rache des Wortes im Internet. Werden wir vom Buchstaben oder von der Zahl beherrscht? Wie verändert sich Kommunikation, wie verändert sich Sprache und welcher Wertewandel geht mit dem Wandel der Sprache einher? Werden wir ökonomischer, werden wir handgerechter, geschliffener? Wieviel Misstrauen kann eine Gesellschaft, kann eine Demokratie ertragen, in der wir auf social bots und Avatar treffen und nicht sicher sein können, mit wem wir sprechen? Und wie sicher fühlen wir uns im Gespräch mit Menschen, deren Antworten möglicherweise nicht mehr auf eigener Denkleistung, auf eigener Geistes- und Denkbiografie aufbauen, sondern maschinenerzeugt sind? Was denkt Robert Simanowski über Medienbildung in deutschen Schulen, über das Paradoxon von Mainstreamkultur und Personalisierung und über die Hoffnung auf ein europäisches Sprachmodell?