Wofür stehen Demokraten und Republikaner im Jahr 2026? Ein Blick auf die Vorwahlen für die Midterms liefert erste Antworten: Die jüngsten Erfolge Trump-naher Republikaner und von den Democratic Socialists of America (DSA) unterstützter Kandidat*innen zeigen, dass die härtesten Kämpfe nicht nur zwischen, sondern zunehmend innerhalb der Parteien ausgetragen werden. Bei den Demokraten fordert ein erstarkender demokratisch-sozialistischer Flügel mit prominenten Figuren wie New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani den moderaten Parteiflügel heraus. Was bedeutet dies für den künftigen Kurs der demokratischen Partei? Bei den Republikanern ist Trump weiterhin tonangebend. Doch steht die republikanische Partei wirklich geeint hinter ihm? Gleichzeitig verändern sich auch die politischen und institutionellen Rahmenbedingungen der Midterms. Welche Auswirkungen haben Gerichtsurteile und politische Entscheidungen auf Wahlkreiszuschnitte, Wahlrecht und Wahlorganisation? Und was bedeutet dies für die amerikanische Demokratie? Darüber spricht Stormy Mildner in dieser Folge mit Julius van de Laar und Helena Wittlich.O-Töne im Episoden-Intro:Gavin Newsom – Juli 2026Zohran Mamdani – Juni 2026Donald Trump – Mai 2026Donald Trump – Juli 2026Alexandria Ocasio-Cortez – Juli 2026
250 Jahre USA – doch woran genau wird eigentlich erinnert? Zum Jubiläum der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika wird gefeiert, gewürdigt und zurückgeblickt. Gleichzeitig wird über kaum etwas so intensiv gestritten wie über die Geschichte des Landes selbst. Was gehört ins Zentrum der nationalen Erzählung? Welche Perspektiven wurden lange ausgeblendet? Und wer entscheidet darüber, wie sich Amerika an seine Vergangenheit erinnert?Geschichte ist nie nur Vergangenheit. Jede Generation blickt mit anderen Fragen auf dieselben Ereignisse und schreibt die nationale Erzählung ein Stück weit neu. Gerade im Jubiläumsjahr 2026 wird sichtbar, wie eng die Debatten über die amerikanische Vergangenheit mit den politischen Konflikten der Gegenwart verknüpft sind. Auch die Trump-Administration hat die Geschichtspolitik zu einem zentralen politischen Thema gemacht. Ob bei den Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum, in Debatten über Schulcurricula, Denkmäler oder nationale Gedenkorte – immer wieder geht es um die Frage, welche Geschichte die Vereinigten Staaten über sich selbst erzählen wollen.In dieser Folge von „America’s Choice“ sprechen wir mit Dr. Petra Dolata, Associate Professor für Geschichte an der University of Calgary (Kanada), und Dr. Petra Gödde, Professorin für transnationale Geschichte und die Geschichte der US-Außenbeziehungen an der Temple University (Philadelphia, USA) sowie Mitherausgeberin (Co-Editor) der Fachzeitschrift Diplomatic History, über die wechselnden Deutungen der US-amerikanischen Geschichte, die Bedeutung öffentlicher Erinnerungskultur und die politische Kraft historischer Narrative. Warum erzählt jede Generation die Geschichte Amerikas anders? Und was verraten die aktuellen Debatten über Vergangenheit, Politik, Identität und gesellschaftlichen Wandel in den USA von heute?
Sport ist in den USA weit mehr als Unterhaltung. Ob bei der Nationalhymne vor dem Spiel, den Olympischen Spielen oder den großen Profiligen – Sport dient immer auch als Projektionsfläche für nationale Identität und politische Botschaften. Unter Donald Trump wird diese Verbindung besonders sichtbar. Von den NBA Finals über Veranstaltungen der Ultimate Fighting Championship bis hin zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nutzt Trump populäre Sportereignisse, um Bilder von Stärke, nationalem Selbstbewusstsein und amerikanischer Größe zu vermitteln. Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die die USA gemeinsam mit Kanada und Mexiko ausrichten. Während das Turnier Trump eine globale Bühne bietet, ist es zugleich von politischen Kontroversen geprägt: die verschärfte US-Einreisepolitik, die belasteten Beziehungen zu den Co-Gastgebern Kanada und Mexiko und der enge Draht zwischen Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino. In dieser Folge von „America's Choice“ sprechen wir mit dem Sportjournalisten und Autor RonnyBlaschke sowie U.S.-Korrespondent Dirk Hautkapp darüber, welche Ziele Trump mit seiner Sportpolitik verfolgt, was sie von früheren Präsidenten unterscheidet und was das für Athlet*innen, Fans und die WM 2026 bedeutet.
Mit America First stellt die Trump-Administration die Stärkung des U.S.-Binnenmarkts ins Zentrum der Handels- und Wirtschaftspolitik. Neben klassischen angebotsorientierten Maßnahmen der Steuersenkung und Deregulierung setzt die U.S.-Regierung verstärkt auf die gezielte Förderung strategischer Industrien, um Produktionskapazitäten zurück in die Vereinigten Staaten zu holen. Zusätzlich verfolgt Trump mit dem Einsatz von Zöllen eine protektionistische und transaktionale Handelspolitik, die zunehmend als geopolitisches Machtinstrument verstanden wird. Jedoch birgt die sicherheitspolitische Aufladung wirtschaftlicher Entscheidungen erhebliche Risiken. Bereits im Februar 2026 hatte der Oberste Gerichtshof zentrale, auf Notstandsrecht gestützte Zollmaßnahmen für unzulässig erklärt. Jüngst im Mai erklärte ein U.S.-Handelsgericht auch die daraufhin auf alternativer Rechtsgrundlage neu eingeführten Zölle der Trump-Administration für rechtswidrig. Ein weiteres Risiko für Trumps wirtschaftspolitischen Ansatz bilden die hohen Energiepreise infolge des Kriegs gegen den Iran. Der steigende Ölpreis treibt die Inflation und dämpft Konsum sowie Investitionen. Zudem verschärfen die energiepolitischen Verwerfungen sowie Androhung neuer Automobilzölle die wirtschaftspolitischen Spannungen mit Europa. Kann unter diesen Umständen der Abschluss des neuen transatlantischen Handelsabkommens gelingen? Darüber sprechen wir in dieser Folge von „America's Choice“ mit Prof. Dr. Dr. Ulrike Malmendier, Cora Jane Flood Professor of Finance und Professor of Economics an der University of California, Berkeley, sowie Melanie Vogelbach, Leiterin des Bereichs Internationale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaftsrecht beim DIHK.
Venezuela, Iran – und als Nächstes Kuba? Drohungen gegen Grönland, Krieg im Nahen Osten: Folgt die US-Außenpolitik noch einer Strategie – oder nur noch der Logik von Macht und Gelegenheit? Und was bedeutet dies für Europa und Deutschland?Donald Trump war 2024 mit dem Versprechen angetreten, Amerika aus neuen Kriegen herauszuhalten. Rund ein Jahr nach Beginn seiner zweiten Amtszeit zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Die USA stehen erneut im Zentrum mehrerer Konflikte – von der Intervention in Venezuela bis zum Krieg mit Iran, flankiert von Drohungen gegenüber weiteren Staaten sowie Überlegungen, strategisch relevante Territorien wie Grönland stärker unter US-amerikanischen Einfluss zu bringen.Was als „America First“ begann – die Begrenzung internationaler Verpflichtungen und die Priorisierung innenpolitischer Interessen – ist zur sogenannten „Donroe-Doktrin“ geworden. In ihrem Zentrum steht die Sicherung geopolitischer Einflusszonen, der Zugang zu strategischen Ressourcen sowie die Abschreckung und Begrenzung rivalisierender Mächte. Militärische Interventionen, ökonomischer Druck und politische Einflussnahme scheinen dabei nicht mehr als Ausnahme, sondern als legitime Instrumente einer interessengeleiteten Außenpolitik verstanden zu werden.Für Europa und insbesondere Deutschland bedeutet dies eine grundlegende strategische Herausforderung. Einerseits bleiben die USA zentraler sicherheitspolitischer Partner, andererseits verliert die transatlantische Beziehung an Verlässlichkeit und Berechenbarkeit. Gleichzeitig wird Europa zunehmend als nachrangiger Akteur in der US-amerikanischen Prioritätensetzung wahrgenommen und muss sich stärker eigenständig positionieren.Darüber sprechen wir in der heutigen Folge von America’s Choice” mit unseren großartigen Gästen Gudrun Engel und Omid Nouripour.