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BetDenkzettel

Author: betdenkzettel

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BetDenkzettel sind kurze Bet- und Denkanstöße von Fra' Georg Lengerke - in der Regel zu einem Wort aus den Schriftlesungen der Liturgie vom Tag
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Gestern war eine Trauung. Schon länger hatte sich das Brautpaar das heutige Evangelium aus Johannes 15 gewünscht. Brautpaare spricht dieses Wort Jesu offenbar an: „Liebt einander, wie ich Euch geliebt habe.“ Mich haben solche Sätze ehrlich gestanden seit meiner Jugend erst überfordert und dann gelangweilt. Ich kann nicht lieben wie Jesus! Und soll es das gewesen sein, dass mein Christsein darin besteht, dass ich nachmache, was Christus vorgemacht hat? Dabei spricht Jesus doch auch davon, dass er seine Jünger liebt. Und zwar indem sie aufsucht und findet, ihre guten und bösen Tage zu seinen macht und ihnen, wie ein Freund dem Freund, Anteil an dem gibt, wovon er lebt: an seiner Beziehung zu Gott dem Vater. Aber wenn sein Wort über die Liebe stimmt, dann muss ich auch von meinem Nächsten annehmen: „Du bist geliebt. – Und zwar über meine Liebe hinaus, schon bevor ich Dich sah und noch nachdem mich der kühle Rasen deckt.“ Ich habe dem Bräutigam gestern gesagt, dass das der einzige Fall ist, in dem es völlig okay sei, wenn er feststellt, dass seine Frau die Geliebte eines Anderen ist. Und weil das auch für den Bräutigam und auch für mich gilt, dass ich Geliebter bin, kann ich dann doch etwas anfangen mit: „Liebt einander, wie ich Euch geliebt habe.“ Denn die Liebe der Jünger ist Liebe von Geliebten. Dass sie geliebt sind, befähigt sie, verbunden mit Jesus und zusammen mit der Liebe Gottes für Menschen da zu sein. Wir machen die Liebe Gottes nicht nach. Das können wir nicht. Wir vollziehen sie mit. Das ist „Sakramentalität“: dass Gott im Zeichen der menschlichen Liebe seine Liebe gegenwärtig und wirksam werden lässt. Weil wir – wie unsere Nächsten – zuerst Geliebte eines Anderen sind. Fra’ Georg Lengerke
Am Anfang hatten die Christen vor Paulus vor allem eines: Angst. Konnte der für seine Brutalität gefürchtete Christenverfolger wirklich ein Jünger Jesu geworden sein? Die Angst vor Konvertiten ist nicht neu. Es gibt sie als Angst vor Konvertiten, die keine sind, und als Angst vor Konvertiten, die wirklich welche sind. Die Angst vor Scheinkonvertiten trat zuletzt vor allem gegenüber Flüchtlingen muslimischen Glaubens auf, die sich hier taufen ließen und nunmehr in ihrer Heimat bedroht waren. Die christliche Gemeinde muss Sorge tragen, dass der Glaube nicht zum Schein angenommen wird. Aber sie kann sich dem Risiko, betrogen zu werden, genauso wenig entziehen wie der Herr. Wo eine Gemeinde lebendig und eines Sinnes ist, wird sich ein Scheinkonvertit leichter entlarven lassen. Wo sie sich in Auflösung befindet nur schwer. Wo „Konfession“ nicht mehr „Bekenntnis“, sondern nur noch ein Vermerk auf dem Taufschein ist, dort ist die Sorge der Schein-Christen um die Schein-Konvertiten bloße Scheinheiligkeit. Die Angst vor Konvertiten, deren Leben durch eine Begegnung mit Christus erschüttert und neu ausgerichtet wurde, ist etwas anderes. Sie ist verständlich, wo der Eifer der Neubekehrten eine Verzerrung, Verengung oder Einseitigkeit in die Gemeinde trägt, die bis zur Spaltung gehen kann. Zugleich ist sie eine heilsame Verunsicherung der Gleichgültigen und Gelangweilten, der Gewöhnten und Verhärteten. Jede echte Bekehrung zu Christus ist eine Chance für die Anderen. Sie stellt uns vor die Frage, wie es um unser Leben mit Ihm bestellt ist. Auch die Kirche heute muss sich das von Paulus wie von den Konvertiten unserer Tage fragen lassen. Es ist das beste Mittel gegen unsere Scheinheiligkeit. Fra’ Georg Lengerke
Bis Mittwoch war ich in Quarantäne für Reiserückkehrer. Das ist noch mühsamer als eh schon. Und mehr als eh schon fällt mir auf, wie sehr ich mich von dem her definiere, was ich tun oder nicht tun kann. Vielleicht beschäftigt mich ja deshalb auch die Frage an Jesus vom Dienstag so: „Was tust du, damit wir es sehen und Dir glauben?“ (Joh 6,30) Denn auf die Frage der Leute nach dem, was er tut, antwortet Jesus mit dem, was er ist: „das Brot des Lebens“ (Joh 6,35), „das vom Himmel gekommen ist“ (Joh 6,41). Für den Menschen, der seine Lebensmittel zur Lebensmitte macht, macht Gott, der die Lebensmitte ist, sich zum Lebensmittel. Wir dürfen schon hier von dem leben, durch den unser Leben lebendig wird. Vor dem Tun kommt das Sein. Am deutlichsten ist das am Anfang und am Ende des Lebens. Auch im Glauben geht es nicht zuerst darum, was wir tun, sondern darum, wer wir sind: Wer ist Jesus Christus für mich? Wer bin ich für Ihn? Wer sind wir mit Ihm füreinander? Was, wenn wir einander danach mehr fragten und einander davon mehr erzählten? Die Lesungen von diesem Sonntag sind voll davon, wer wir füreinander sind: Du bist mir - als entbehrlich verworfen - zum Fundament geworden. Du bist die Ansprechbarkeit Gottes. Du bist die Adresse der Rettung. Du bist der Hüter und Führer. Du bist der unverdient Gesandte und der unbezahlt Gegebene – bis an meine Stelle und in mein Los. Ich heiße Kind und bin Kind, von Dir her, und zu Dir hin. Unerkannt von den Anderen, ganz erkannt von Dir. Dir vertraut und anvertraut. Und mit Dir Gabe für die anderen Begabten. Ich bin aus Deiner Unähnlichkeit in Deine Ähnlichkeit geliebt. Du angesichts meiner – wie ich bin. Und ich angesichts Deiner – wie Du bist. Amen. Fra’ Georg Lengerke
Bis in die 80ger Jahre hinein stand in deutschen Reisepässen ein Angabenfeld „Besondere Kennzeichen“. „Blinddarmnarbe“ hätte da stehen können. Das Feld war bei mir aber leer. Weil die Jünger den Auferstandenen nicht erkennen, weist er sich aus. Sein Ausweis sind „besondere Kennzeichen“: die Wundmale an Händen und Füßen. Es sind Wunden, nicht Narben, die die Jünger sehen. Die Goldene Legende (Legenda Aurea, 13. Jh) berichtet, wie sich dem Hl. Martin von Tours eine herrliche Gestalt als der auferstandene Christus ausgibt. Martin entlarvt den Betrug des Versuchers: „Ich werde nicht glauben, Christus sei gekommen, außer ich sehe ihn in der Gestalt, in der gelitten hat, und mit den Wundmalen seiner Kreuzigung.“ Was sagt uns der Ausweis der Wunden? Die Wunden sagen: „Ich bin es!“ Ich bin derselbe, den ihr gehört, dem ihr geglaubt habt und dem ihr nachgefolgt seid, der gegeißelt und gekreuzigt wurde, um den ihr getrauert und den ihr aufgegeben habt. Die Wunden sagen: „So bin ich!“ Ich halte mein Wort, weil der Vater sein Wort hält. Ich lasse mich nicht herauswerfen aus der Welt oder aus Eurem Leben. Ich habe Eure Wunden zu meinen Wunden gemacht. Die Wunden sagen: „So seid ihr!“ Weil auch ihr Wunden tragt. Und weil auch ihr Wunden schlagt. Ich leide Eure Leiden – jene, die ihr selbst tragt, und jene, die ihr anderen zufügt. Und die Wunden sagen: „So wird es sein!“ Alles wird einmal vor Gott kommen und dort geheilt, versöhnt und vollendet werden. Nach Ostern habe ich im Libanon über diese Stelle gepredigt. Vor mir saß der zwölfjährige Toufic – den Kopf voller Wunden. Und ich dachte: Diese Heilung, Versöhnung und Vollendung beginnt schon da, wo wir die Wunden der Menschen berühren, die Jesus zu seinen gemacht hat. Fra’ Georg Lengerke
Liebe Denker und Beter, in den Bergen des Libanon ist das Internet nicht sehr belastbar. Daher eine Verzögerung. Der nächste BetDenkzettel erscheint spätestens am Sonntag, dem 18. April. Center Al Fadi, Chabrouh, Lebanon. Heute hat es geschneit. Der Hügel hinter dem Haus sieht aus wie die geheimnisvolle Ruine einer vergangenen Pracht. Doch manchmal trügt der Schein. Gestern war da ein stinkender Müllhaufen. Aber wo der Schein nicht trügt, dort scheint die unsichtbare Wahrheit durch und leuchtet ein. Thomas kennt beides. Als sie Jesus als siegreichen König feierten, trog der Schein. Als sie den Toten vom Kreuz nahmen, trog der Schein nicht. Viele der behinderten Menschen hier im Haus haben Narben und Wunden. Durch Unfälle, Selbstverletzungen oder Misshandlungen. Einige heben ängstlich den Arm, um sich vor dem befürchteten Schlag zu schützen, wenn ich ihnen über die Wange streiche. Sie wissen nicht, dass der Schein trügt. Auch das gehört zum Osterwunder: dass einer, den seine Allernächsten belogen, betrogen und im Stich lassen haben, einem anderen glaubt, dass er ihm gut ist. Beide, Thomas und Jesus, fanden sich betrogen, belogen und im Stich gelassen. Beide sind verwundet: Jesus durch das, was man ihm antat; Thomas durch das ungläubige Empfinden, verlassen worden zu sein. Doch der Schein trügt. Die Jünger sind nicht verlassen. Weil Jesus den Thomas die Wunden seines Sterbens berühren lässt, lässt Thomas Jesus die Wunde seines Unglaubens berühren. Gregor der Große schreibt: „Der zweifelnde Jünger [sollte] die Wunden unseres Unglaubens heilen […], indem er die Wunden am Leibe seines Meisters berührte. […] Denn indem er durch die Berührung zum Glauben zurückgeführt wird, wird unser Herz im Glauben gefestigt und wirft allen Zweifel hinter sich." Thomas glaubt, denn der Schein der Wunden trügt nicht. Der Tod hat nicht das letzte Wort, denn der Schein seiner Macht trügt. Fra’ Georg Lengerke
Diese Woche habe ich die Teilnehmer eines Einkehrtages gefragt: „Was ist Ihr Osterthema?“ Mehrere antworteten: „Dass die Grabesruhe bald vorüber ist.“ „Grabesruhe“ heißt für manche, an so vielen wichtigen Lebensvollzügen gehindert zu sein, dass sie das Gefühl haben, lebendig begraben zu sein. Aber Jesus wurde nicht lebendig sondern tot begraben. Es geht an Ostern um mehr als um eine Veränderung unserer Lebensumstände. Es geht um eine Veränderung unseres Umgangs mit unseren Lebensumständen. Je weniger Macht Krankheit und Tod in unserem Leben haben, um so freier sind wir auch in bestehender Einschränkung. Die meisten wollen aus dem Grab der Einschränkungen heraus. Aber die Frauen wollen in das Grab Jesu hinein. Sie wollen den Leichnam berühren, ihm einen letzten Liebesdienst tun und sich dem Tod stellen. „Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?“ (Mk 16,3b), fragen die Frauen. Sie fragen nach der Grenze zu dem Toten und rühren zugleich an die Grenze des Todes – und damit des menschlich Unüberwindlichen. Ostern beginnt, wo der Mensch nichts mehr tun kann. Neulich sah ich auf einem Plakat das Zitat eines Klimaaktivisten: „Die größte Gefahr für unseren Planeten ist der Glaube, dass jemand anderes ihn retten wird.“ Bestenfalls meint er: Wir selbst sollen tun, was wir können, um die Schöpfung zu erhalten. Das ist wahr und wichtig. Aber können wir einander und die Schöpfung vor dem Tod oder aus dem Tod retten? Schlimmstenfalls unterstellt er: Der Glaube an einen rettenden Gott dispensiert die Menschen vom Klimaschutz und ist daher die größte Gefahr für unseren Planeten. Und große Gefahren muss man minimieren oder beseitigen. Die größte Gefahr für die, die den Planeten in Händen zu halten meinen, ist der Glaube, dass jemand anderes ihn retten wird. Davon handelt Ostern. Ostern ist ein gefährliches Fest. Fra' Georg Lengerke
Vergangenen Samstag habe ich eine meiner Tanten beerdigt. Kurz nach ihrem Tod hat mir meine Schwester ein Bild von ihr gezeigt. Ich habe schon viele Verstorbene gesehen. Oft sahen sie ein wenig blass aber sonst noch ganz proper aus. Man hätte denken können: Ja, wenn nur der Herzfehler nicht gewesen wäre…, oder: wenn nur das Virus nicht gewesen wäre…, oder: wenn nur die Ampel nicht rot gewesen wäre…, dann könnte dieser Mensch eigentlich noch leben. Bei meiner Tante Annemarie war das anders. Ihr Bild hat mich verstört. Ich habe sie nicht gleich erkannt. Sie war buchstäblich nur noch Haut und Knochen. Sie sah aus, als wäre nichts mehr übrig, was noch hätte leben können. Ich sah die Tante und musste an das letzte Wort Jesu im Johannesevangelium denken: „Es ist vollbracht!“. Genaugenommen fiel mir der lateinische Satz ein: „Consummatum est!“ Das ist mehr als bloß „beenden“, „abschließen“ oder „fertig werden“. Es heißt soviel wie „zusammenbringen“, „verzehren“, „vollenden“. Im griechischen Urtext steht da „tetelestai“ und das hat mit dem „Telos“, dem Ziel zu tun: Es bedeutet: „erfüllt“, „bezahlt“, „angekommen sein“. Alles ist gegeben, alles angekommen, alles erfüllt. Das sagt Jesus am Ende seines Lebens. Und das sagte mir das Leben meiner Tante Annemarie: Alles ist gegeben. Nichts ist zurückgehalten. Und nun steigt eine Frage in mir auf. Erst leise, dann lauter und bald brennend. Wenn Jesus alles und auch sich selbst gegeben hat (und mit ihm Menschen wie meine Tante Annemarie), was ist dann bei mir angekommen und von mir angenommen? Und was will und kann, darf und soll ich geben, wenn ich am Ende mit Jesus möchte sagen können „Consummatum est!“ Das letzte Wort Jesu markiert nicht ein Ende. Es bezeichnet einen Anfang. Es schließt nicht ab, sondern auf. Fra' Georg Lengerke
Ein Wort des Täufers über Jesus wird wohl am häufigsten dargestellt und zitiert: „Ecce Agnus Dei“– „Seht das Lamm Gottes“. Zweimal weist Johannes mit diesem Wort auf den vorübergehenden Jesus hin (Joh 1,29 und 1,36). Für die frommen Juden war das ein Schlüsselwort. Johannes identifiziert Jesus von Nazareth mit jenem Lamm, das am Paschafest vor dem Auszug aus Ägypten geschlachtet wurde. Jesus erfüllt, wofür das Pascha-Lamm in Ägypten bereits ein Vorzeichen war: dass wir nicht nur aus politischer Sklaverei, sondern aus der Herrschaft der Gottesfremde (Sünde) und des Todes befreit werden. Er ist „wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt“, sagt Jesaja über den Gottesknecht (Jes 53,7). „Seht hin!“, sagt Johannes der Täufer, weist auf Jesus und zugleich über den Moment hinaus. Seine Jünger folgen Jesus und sehen, wer das Lamm Gottes ist, dem Johannes vorausging und in dem Gott sich als ein Mensch den Menschen zeigt. Wie ein Echo auf die Lebensbotschaft des Täufers Johannes und wie eine Auslegung seines Rufes kommt das lateinische „Ecce!“ drei Mal in der Karfreitagsliturgie vor. 1. „Ecce Homo!“ – „Seht, der Mensch!“ (Joh 19,5) ruft der römische Statthalter Pontius Pilatus angesichts des zerschlagenen und als Witzkönig verspotteten Jesus. Und er sagt damit mehr als er will: „Da, der Mensch! So ist der Mensch. So seid Ihr und so geht Ihr miteinander um!“ Jesus zeigt uns den Menschen, der an den anderen, an sich selbst, an der gefallenen Schöpfung leidet. Er zeigt uns den von Gott gewürdigten und von Menschen entwürdigten Menschen, von dessen Königswürde nur noch eine Spottverkleidung übrig geblieben ist. Und er zeigt uns den Menschen in der Sünde, den verfluchten und von Gott getrennten Menschen. Und die Antwort der Masse lässt nicht auf sich warten: Er muss weg! „Ans Kreuz mit ihm!“ 2. „Ecce servus meus“ – „Seht, mein Knecht“, beginnt die erste Lesung vom Karfreitag, das Vierte Lied vom Gottesknecht (Jes 52,13-53,12), in dem der Prophet Jesaja 400 v. Chr. das Schicksal des Gottesknechtes beschreibt. Die Christen haben darin eine Vorausschau des Schicksals Jesu gesehen, der von den Menschen gequält, entstellt und ermordet wird. Er verbindet sich in seinem Leiden mit der Krankheit, dem Schmerz und der Schuld der Welt und gibt sich dafür her, sie sich mit allen Folgen antun zu lassen, um sie zu Gott zu tragen. Ihn lässt Gott nicht im Tod, sondern rettet ihn – und damit auch alle, die ihrerseits zugelassen haben, dass er sich ihr Leiden, ihren Schmerz und ihre Schuld zu eigen macht. 3. „Ecce lignum crucis!“ – „Seht, das Holz des Kreuzes!“ Nach dem Ecce homo und dem Ecce servus meus enthüllt die Kirche in der Karfreitagsliturgie das Kreuz, um das Hinsehen neu zu lernen. Dreimal ruft sie: „Ecce lignum crucis – Seht das Holz des Kreuzes, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt. Kommt, lasset uns anbeten!“ Das Kreuz ist der Ort der Verlorenheit des Menschen, bis zu dem die Suche Gottes nach dem Verlorenen geht. Hier ist der Ort, an dem Christus, „das Heil der Welt“, das Verlorene findet und rettet, indem er selbst zum Verlorenen wird, sich mit den Leidenden und Verlorenen aller Zeiten und Orte verbindet und so die Verlorenheit des Menschen zu seinem Ort, zu seiner Stelle macht. Hier ist schließlich die Stelle, an der der Vater den Sohn und die mit ihm Verbundenen nicht in der Verlorenheit lässt. Er weckt sie auf in das Leben der Gefundenen, in das Leben der mit ihm Suchenden, in das Leben, über das der Tod keine Macht mehr hat. „Seht das Lamm Gottes!“, sagt Johannes der Täufer. Deshalb bitte ich an diesen heiligen Tagen um einen verstehenden und liebenden Blick von Herz und Verstand, von Seele und Leib, damit ich Jesus immer mehr sehen lerne – in Seiner Hingabe, in meinem Nächsten und an jedem Ort, an dem er unsere Verlorenheit zu seiner macht. Fra' Georg Lengerke
Vorausgehen kann gefährlich sein. Ich hatte einen Onkel, der vor dubios aussehenden Restaurants seiner Frau im Scherz zu sagen pflegte: „Darling, geh Du voran. Ich glaube, hier kriegen wir Dresche.“ Auch ums Vorausgehen wird gerade in der Kirche gestritten: Wer geht voraus – und wer läuft bloß rum? Wer sucht und findet die Wegrichtung Gottes – und wer will vor allem Dresche vermeiden? Wer führt – und wer verführt? Zweimal werden heute im Markusevangelium jeweils zwei Jünger „voraus geschickt“. Allerdings gehen die nicht der Gemeinde voraus, sondern Jesus. Von ihm haben sie Auftrag und Vollmacht. Die einen besorgen den Esel. Die anderen bereiten den Raum. Sie treten mit dem Anspruch von jemandem auf, der in sein Eigentum kommt: Bringt das Fohlen her! Und fragt Euch jemand, dann sagt: Der Herr braucht es! Sie klappern nicht die Häuser nach einer Unterkunft ab wie damals in Bethlehem, sondern richten einem Haus eine Frage aus: „Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann?“ Ihr könnt Euch ja mal fragen: Gehöre ich an diesem Palmsonntag eher zu denen, die Jesus vorangehen – dorthin, wohin er selbst mit den Seinen gehen will? Oder gehöre ich eher zu denen, von denen er Mittel und Wege und einen Raum erfragt, um uns mit sich zu verbinden und die Kirche aufzubauen? Beides kann sein. In Jesus Christus ist Gott noch immer im Kommen. Noch immer wirbt er um den Weg und den Raum, um uns zu sammeln und uns mit sich zu verbinden. Die erwähnte Tante hat übrigens soweit ich weiß nie Dresche bekommen. Aber es kann sein, dass wir Dresche bekommen. So wie Er. Doch was für ein unvergleichliches Glück wird es sein, wenn er einzieht und das Fest seines Daseins für die Welt in unserem Lebenshaus beginnt. Fra' Georg Lengerke
Johannes der Täufer stirbt in einer Auseinandersetzung. In der geht es um Liebe und Treue, um Leidenschaft und Glück, um Sex und um Macht, um deren Gebrauch und Missbrauch. Auch wenn König Herodes ein unsympathischer Zeitgenosse ist – um Johannes den Täufer zu verstehen, hilft es mir, mich in den Tyrannen hineinzuversetzen und nach dem zu fragen, worin ich ihm eben doch ähnlich bin. Die Auseinandersetzung mit Johannes dem Täufer geht um eine scheinbar sehr private Frage. „Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zur Frau zu haben.“ (Mk 6,18) Die Frau verzieh dem Täufer diese Intervention nicht. Eine Reaktion ihres Mannes ist nicht überliefert. Herodes mag erwidert haben: „Was geht das Dich an?“ Er hätte sich vermutlich auch dem Slogan angeschlossen: „Love is no sin!“ („Liebe ist keine Sünde!“), der jetzt oft zitiert wird, um gegen Diskriminierung zu protestieren. Letzteres ist ein gutes Anliegen. Aber stimmt der Spruch? Wer die menschlichen Abgründe der Liebe kennt, dem kommt dieser Satz nicht über die Lippen. Menschen tun aus Liebe schreckliche Dinge: Sie brechen aus Liebe in eine Ehe ein. Sie nehmen aus Liebe Kindern ein Elternteil. Sie lassen aus Liebe unheilbar kranke oder noch nicht geborene Familienmitglieder töten. Und wie viele von Euch sind schon aus Liebe verraten, verlassen und im Stich gelassen worden? Love is no sin, sagt der König Herodes. Sin is no love, antwortet der Täufer Johannes. Liebe kann etwas Heiliges und Großes oder etwas Verderbliches und Tödliches sein – für den Liebenden oder den Geliebten. Es kommt darauf an, worum es ihr geht. In Dantes Göttlicher Komödie (1321) heißt es, dass die Sünde fehlgeleitete Liebe sei. Herodes weiß das eigentlich. Die für Johannes tödliche Auseinandersetzung ist nicht bloß eine Auseinandersetzung zwischen Prophet und König. Es ist eine Auseinandersetzung in der Person des Herodes. Der Evangelist schreibt, dass Herodes den Johannes fürchtete und ihm zugleich gerne zuhörte (Mk 6,20). Furcht und Sympathie. Es muss in Herodes im Ringen zwischen Verstand und Unterleib, zwischen Liebe und Trieb einen Rest von Affinität zum Guten und von Sehnsucht nach Gottes Wort und Willen gegeben haben. Herodes weiß offenbar, dass es gute Gefühle gibt, die schlecht sind, und schlechte Gefühle, die gut sind. Rache kann ein befriedigendes Gefühl sein, das jedoch schlecht ist. Das fast leibliche Rumoren über eine Lüge wiederum ist äußerst unangenehm. Aber zugleich ist es ein Zeichen eines gut funktionierenden Gewissens. Dann tanzt die Tochter seiner Mätresse, und Herodes verspricht ihr alles – bis zur Hälfte seines Reiches. Das Mädchen will den Kopf des Täufers und etwas Fremdes in Herodes obsiegt: „Weil er vor allen Leuten einen Schwur getan hatte“, lässt Herodes Johannes enthaupten. Die Haute volée Jerusalems ist versammelt. Vor dem Establishment des Volkes Israels steht sein Ruf und sein Ansehen auf dem Spiel. Aber Herodes will sein Gesicht nicht verlieren – auch wenn es ein falsches Gesicht war. Das gibt es bis heute im Volk Gottes, und zwar in allen Lagern: dass wir unser Ansehen bei der Mehrheit nicht verlieren wollen und dass wir dafür alles zu tun bereit sind. Lieber es stirbt die Wahrheit als unser guter Ruf. Lieber stirbt die Stimme des Gewissens im Kellerverlies unserer Seele, als die Zustimmung im Volk. Die Partei hat immer recht. Herodes hätte lieber sein falsches Gesicht vor den Leuten verloren als die wahre Stimme in seinem Herzen. Besser seinen Ruf in der Jerusalemer Society als den Anruf aus dem Kerker seiner Seele, der ihn an die Wahrheit Gottes erinnert. Wir könnten sagen: Wie Herodes lebt, geht uns nichts an. Wir könnten sagen: An solchen Fragen hängt nicht die Zukunft des Volkes Gottes. Aber kann es wirklich sein, dass Johannes der Täufer nur für eine Privat- und Nebensache gestorben ist? Fra' Georg Lengerke
Was ich sehe und wie ich es sehe, das verändert mich. Zum Guten oder zum Schlechten. Wie sehe ich? Indifferent oder teilnehmend? Schamlos oder diskret? Gierig oder gönnend? Glotzend oder Ansehen gebend? Einige Griechen wollen Jesus sehen, sagt das Evangelium. Da sagt Jesus, was es zu sehen gibt: „dass der Menschensohn verherrlicht wird“. „Herrliches“ wäre genau nach dem Geschmack der Zuschauer gewesen. Aber diese Verherrlichung ist anders. Sie beginnt damit, dass Jesus verworfen, getötet und in die Erde gelegt wird. Hier ist der Scheidepunkt. Sehen reicht nicht. Wer hier nur zusieht, sieht nur Scheitern und Betrug. Wer Jesus aber ansieht und von ihm angesehen wird, den ruft er, den Weg dieser irritierenden Verherrlichung mitzugehen. „Wo ich bin, da wird auch mein Diener sein.“ Christsein heißt nicht nur, Christus zu bitten, dort zu sein, wo ich bin. Christsein heißt, dahin zu gehen, wo Christus ist. So, sagt Jesus, machen das Leben und die Liebe Sinn: dass wir nicht nur säen, sondern gesät werden, wenn wir nicht fruchtlos bleiben wollen. Wer nichts außerhalb seiner selbst hat, wofür sich zu leben und zu geben lohnt, der ist lebendig tot und fruchtlos einsam wie ein ungesätes Weizenkorn. Wen solches Mitgehen überfordert, der braucht Geduld – bis ihn jene paradoxe Anziehungskraft Gottes erreicht. „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“, sagt Jesus (Joh 12,32). Der von der Welt Abgestoßene und in ihren Augen Abstoßende wird zum Anziehungspunkt der Welt. Doch zieht uns der Gekreuzigte zuerst nicht ausdieser Welt hinaus, sondern in diese Welt hinein. Dorthin, wo die Traurigkeit am Größten ist. Dort wird er mit den Seinen erhöht. Erst am Kreuz. Dann im Sieg über den Tod. Dann in das Leben, das der Tod nicht töten kann. Fra' Georg Lengerke
Was, wenn alles Täuschung war? Das fragen sich zum Beispiel lange unbemerkt betrogene Eheleute. Oder Leute, die erfahren, dass der Mann ihrer Mutter nicht ihr Vater ist. Menschen, die sagen, ihnen sei der Boden unter den Füßen weggezogen worden und sie fänden sich im freien Fall, ohne zu wissen, wann, wo und wie sie aufschlagen werden. Mich hat diese Not mal in der frühen Phase der Klärung meiner Priester- und Ordensberufung eingeholt. Ich war bei Paulus auf die Frage gestoßen, was wäre, wenn die Auferstehung Jesu Betrug und Lüge gewesen wäre. „Dann ist“, schreibt Paulus den Korinthern „euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren.“ Wenn wir über den Tod hinaus nichts von Christus erhoffen können, fährt Paulus fort, dann „sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen“ (1 Kor 15,17-19). Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann werde ich also umsonst gelebt haben, wie ich gelebt habe, und mein Leben wäre auf einen Trug gebaut gewesen. Alles für Christus Verlassene wäre verloren und alles Vertrauen nichtig gewesen. Eine ähnliche Not spricht aus der Frage, mit der Johannes der Täufer aus dem Gefängnis einige seiner Jünger zu Jesus schickt: „Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ (Mt 11,2-6; Lk 7,19) Zumal Johannes gar keine Zeit mehr hat, zu warten. Sein Leben hängt am seidenen Faden der Launen eines unberechenbaren Cholerikers (s. nächste Woche). Habe ich dem Falschen den Weg bereitet, meine Stimme geliehen und mein Leben gegeben? War alles umsonst? Anfang dieser Woche hörte ich eine ähnliche Frage bei einer älteren Verwandten, die eine tief geistliche und vom Glauben geprägte Frau ist. Sie hatte eine Cousine und Freundin in den Tod begleitet, die selbst in großer Demut, Freundlichkeit und Geduld ihren letzten Weg gegangen war. Und nun sagt diese altgediente Freundin Jesu: „Ich war immer überzeugt, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht. Aber jetzt... Wenn ich mir vorstelle heute zu sterben, dann bin ich ganz ohnmächtig und stumm und mir ist irgendwie kalt zumute.“ Und sie zuckt mit den Schultern, während ihr die Stimme versagt… Vielleicht hat Johannes den Herrn nur um unseretwillen gefragt. Der hl. Hieronymus vermutet, dass Johannes der Täufer selbst sich seiner Sache ganz sicher gewesen sei. Er habe diese Frage den Jüngern nur um ihrer selbst willen mitgegeben, damit sie sich selbst von der Glaubwürdigkeit und Wahrheit des Wirkens Gottes in Jesus überzeugen. Die Frage ist also nicht einfach nur ein Zeichen von Kleingläubigkeit. Sie ist erlaubt und mitunter sogar geboten: „Bist Du es wirklich? Oder ist ein anderer der Christus?“ Sie muss gestellt werden, damit sich zeigen kann, wo wir auf falsche „Christusse“ vertraut haben und damit wir uns wieder und wieder vom Wirken Christi in der Offenbarung, im Leben der Kirche und der Zeugen Christi und in unserem eigenen Leben überzeugen – oder uns neu überzeugen lassen. Schon von heute an. Und nicht erst, wenn wir mit dem Rücken an der Wand stehen. Die Antwort Jesu ist kurz. Und zugleich ist sie lang. Sie ist ein Leben lang. Jesus sagt nicht einfach: „Ja, ich bin es!“ Er erinnert die Jünger des Täufers, zu hören und zu sehen, was dort geschieht, wo Jesus ist, und wovon sie Johannes und allen Menschen erzählen sollen: „Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet.“ Fromme Juden kannten diese Worte: So hatte der Prophet Jesaja verheißen, dass es sein wird, wenn der Gesalbte Gottes kommt. Der seit Anfang der Welt Ersehnte, der von den Propheten Verheißene ist in Jesus gekommen. Und er ist noch immer im Kommen. Die Mission des Täufers ist erfüllt. Die Warterei hat ein Ende. Jetzt könnt Ihr ihn je und je erwarten. Und ihm aufwarten. Ihm und denen, die er mit Euch lieben will. Fra' Georg Lengerke
Seit Jahren geht es im Gespräch über die Kirche und in der Kirche um Transparenz, um ein Ende der Vertuschung und um einen reinen Tisch. Das Johannes Evangelium nennt das, worum es hier geht, „Gericht“. Gericht ist nicht bloß ein innerweltliches oder himmlisches Verfahren, das mit Freispruch oder Verurteilung endet. Das Gericht hat schon begonnen. „Denn darin besteht das Gericht“, sagt Johannes, „das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.“ Das frage ich mich schon lange: Gehöre ich auch zu denen, die, wenn sie ehrlich sind, die Finsternis oder die Dämmerung mehr lieben als das Licht? Oder genauer: Bin ich bereit, mir mein ganzes Leben offenbaren zu lassen? Auch Verdrängtes und Vergessenes, Beschämendes und Unangemessenes, Unvergebenes und Unbereutes? Und würde ich wollen, dass es für die ans Licht kommt, denen ich vertrauen kann? Für die, die mit barmherziger Gerechtigkeit und gerechter Barmherzigkeit auf mein Leben schauen? Und würde ich damit umgehen können, wenn mein ganzes Leben vor das Tribunal der Öffentlichkeit gezerrt wird? Werde ich mich mutig dem gerechten oder ungerechten Urteil stellen? Oder werde ich ein Sklave meiner Menschenfurcht sein? Gott kommt nicht in die Welt, um zu richten, sondern um sie zu retten. Das Gericht geht damit einfach einher. Und ich habe gar keine Wahl. Mein ganzes Leben wird ans Licht kommen. Die Frage wird sein, ob ich das dann will… Und mehr noch: …ob ich heute so lebe und Gott und den Seinen so vertraue, dass ich mich darauf sogar freue – dass endlich Schluss ist mit dem Zwielicht der Lüge und wir wahr… …und nur so gerettet und frei werden. Fra' Georg Lengerke
Als Student half ich einmal einem Onkel, einem Benediktinermönch, beim Sortieren einer Schublade mit allen möglichen Papieren. Irgendwann standen wir beide versonnen vor einer Ahnenliste. Sie reichte von der heiligen Hedwig von Schlesien (+1243) bis zu seinen Eltern und meinen Großeltern. 23 Generationen. Geheimnisvoll stand die Geschichte der Weitergabe des Lebens von Epoche zu Epoche, Generation zu Generation und Lebensgeschichte zu Lebensgeschichte vor uns. Es lag eine eigentümliche Mischung von Größe und Schwere darin. Irgendwann bemerkte der Onkel nüchtern: „Naja, wahrscheinlich stammt der halbe Konvent von der heiligen Hedwig ab. Nur können die es nicht nachweisen.“ Damit war die Sache gegessen und das Papier verschwand in einem der neu angelegten Ordner. Bei seinem schroffen Umkehrruf nimmt Johannes der Täufer ein mögliches Alibi gleich vorweg: „Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen, und fangt nicht an, bei euch zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken!“ (Lk 3,8) Fangt gar nicht erst damit an! Eure Vorfahren, eure Familiengeschichte, eure Herkunft sind keine Ausrede. Es geht um euch selbst. Ihr selbst seid es, deren Umkehr fruchtbar werden soll. Es gibt zwei Weisen, wie unsere Ahnen zum Alibi werden können: Entweder weil wir uns ihre Verdienste zugutehalten oder indem wir uns mit ihrer Schuld entschuldigen. Es ist richtig, dass von unseren Vorfahren beides auf uns kommt: zum einen eine bestimmte Tradition und Kultur, eine Haltung zu Gott und den Menschen; zum anderen die Prägung von dem, was unsere Vorfahren erlitten oder verbrochen haben. Nach beidem sollen wir fragen, beidem müssen wir uns stellen, beides haben wir erst einmal anzunehmen. Für das eine gilt es zu danken, es sich anzueignen und weiterzuentwickeln – und angesichts des anderen ist um Lösung, Heilung und Vergebung zu bitten. Aber wir werden eines Tages nicht nach dem beurteilt, was durch unsere Vorfahren auf uns gekommen ist. Sondern danach, wie wir mit diesem unserem Erbe umgegangen sind. Die Rückfrage der Scharen auf das Verdikt des Täufers wirkt ratlos: „Was sollen wir denn tun?“  Johannes verlangt nichts Großes – oder vielmehr im Kleinen das Große. Es geht schlicht darum, dass naheliegende Gute zu tun und das Böse zu unterlassen: Allen gebietet er zu teilen, was sie haben. Die Zöllner sollen nicht mehr nehmen, als ihnen zusteht, und die Soldaten niemanden misshandeln oder erpressen und sich mit dem Sold begnügen (Lk 3,10-14). Daran musste ich am Sonntag bei der Lesung der Zehn Gebote denken (Ex 20,1-17), dass wir das scheinbar Kleine in Treue tun sollen: Gott Raum geben. Mit ihm den Nächsten erkennen und lieben. Die ehren, denen Ehre gebührt. Uns der Wahrheit stellen, ihr die Ehre geben und uns und andere nicht länger belügen. Und dem Nächsten das Seine von Herzen gönnen anstatt es ihm zu neiden. Das gilt auch gegenüber den Vorfahren und ihrem Erbe. Mit Gottes Hilfe können wir uns unserem Erbe stellen – im Guten und im Bösen. Die Vorfahren dürfen wir dem Erbarmen Gottes anvertrauen. Für unser eigenes Leben sollen wir Rechenschaft geben. Die Frucht, die daraus erwächst, wird groß sein… Fra' Georg Lengerke.
Als junger Erwachsener war ich häufig Gast im Offizierskasino eines englischen Kavallerieregiments nahe meines Elternhauses. Bei einem festlichen Diner verließ einmal einer der jungen Offiziere den Raum. Zwei andere entfernten blitzschnell Gedeck und Stuhl und die halbe Tafel rückte augenblicklich auf. Als er zurückkam, taten alle, als wäre nichts gewesen, und fanden das heimlich lustig. Weg gegangen – Platz vergangen, sagt der Volksmund. So scheint es Gott in der Welt zu gehen. Nicht weil er weggegangen wäre. Sondern weil seine mächtige Gegenwart meist etwas Zartes und Leises ist und leicht verborgen oder verdunkelt werden kann. – Auch durch scheinbar Frommes und Gottgemäßes. Es gibt ursprünglich heilige Feiern, die Gottes Gegenwart mehr verdecken als offenbaren. Und es gibt Dienste am Menschen, die die Liebe Gottes mehr verbergen als ans Licht bringen. Und es gibt auch heute das Geschäft mit dem Heiligen: überall dort, wo Nächstenliebe zum Geschäft wird; überall dort, wo sich Menschen den Glauben durch „Zeichen“ bezahlen lassen wollen; und schließlich überall dort, wo sich der Mensch seine Liebens­‑Würdigkeit oder Daseinsberechtigung dadurch verdienen muss, möglichst keine Last zu sein. Dem zornigen Jesus im Tempel geht es genau darum: dass wir den Raum der mächtigen, aber zarten und leisen Gegenwart Gottes frei halten. Aber nicht nur im Tempel von Jerusalem. Der niedergerissene und aufgerichtete Tempel, von dem Jesus spricht, ist sein Leib, ist die Kirche, sind die, die zu ihm gehören. Das könnte eine Entscheidung sein: In der Fastenzeit halte ich in meinen Zeiten, Orten und Beziehungen jenen Raum Gottes frei, von dem aus Er meinem Leben Form und Richtung geben kann. Fra' Georg Lengerke
Auf den ersten Blick ist Johannes der Täufer eine Enttäuschung. „Ich bin nicht der Christus!“, ist das erste Wort, dass der Täufer im Johannesevangelium sagt. Johannes tritt in einer geradezu aufgeladenen Atmosphäre auf, in der das Volk Israel den Messias erwartet: „Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei“, erzählt der Evangelist Lukas (3,15). Welcher Art diese Erwartungen gewesen seien, fragt Jesus später die Menge: „Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid?“ Einen geschmeidigen Redner wie ein Schilfrohr, der sich – je nach Wind – zu jeder Richtung neigt und es allen recht macht? Oder einen smarten und eleganten Politiker, der es mit der Macht hält, wie man sie an den Höfen jener und unserer Zeit findet? (Mt 11,7-8) Oder eine Lampe, an deren Licht man sich eine Weile freut um dann unerleuchtet weiterzugehen? (vgl. Joh 5,35) Johannes ist anders. Er ist eine Enttäuschung, weil er nicht der Erwartete ist, und der Enttäuscher, weil er entlarvt, was wir an die Stelle des Erwarteten gesetzt haben, den er uns ankündigt. Er ist der Mann an der Schwelle – der „Größte aller von einer Frau Geborenen“, nennt Jesus ihn, und sieht ihn doch noch vor der Tür zur Schwelle des Himmelreiches (Mt 11,11). Der Täufer Johannes soll zum Mann an der Schwelle für alle werden, die seine Stimme hören und sich bereit machen, in Jesus Gott als Mensch zu empfangen. „Ich bin nicht der Christus!“ Ich habe über dieses Wort in Exerzitien mal einen ganzen Tag nachgedacht. Eigentlich ist dieser Satz ja nichts Besonderes. Jeder würde mir sagen: Natürlich bist Du nicht der Messias, was glaubst Du denn? Aber ganz tief drin, oft unbewusst, versuche ich das immer wieder eben doch zu sein: mein eigener Erlöser. Dort, wo ich keine Hilfe annehmen will. Dort, wo das unstillbare Bedürfnis zur Selbstoptimierung mich immer unerlöster macht. Dort, wo Perfektionismus mich traurig werden lässt und schließlich überall dort, wo ich göttliche und menschliche Hilfe brauche und doch versuche, mich erfolglos selbst zu retten und am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Gestern hieß es im Tagesgebet: „Wir sind dem Tod verfallen und gehen ohne dich zugrunde.“ Solche Verwiesenheit auf einen Retter nimmt uns nicht die Selbstverantwortung. Den die bedeutet ja, dass wir zwar füruns, aber nicht allein vor uns verantwortlich sind. Vor unserem eigenen oder anderem menschlichem Urteil hätten die meisten vermutlich letztlich keine Chance. Die Enttäuschung besteht darin, zu erkennen, dass ich nicht der Erlöser bin, sondern ein anderer. Diesen anderen jedoch zu kennen und in meinem Leben groß sein zu lassen, ist ein unenttäuschbares Glück und zugleich das, was uns zu unserer wahren Größe kommen lässt. Denn unsere wahre Größe besteht darin, als Liebende Miterlöser des Erlösers zu werden. Das eigentlich Schmerzliche an der Enttäuschung ist nicht das Offenbarwerden meiner Wahrnehmung als Täuschung, sondern die zugrundeliegende Tatsache, dass ich mich getäuscht habe oder von anderen getäuscht wurde. Je festgelegter meine falsche Erwartung oder Wahrnehmung war, umso gründlicher muss ich Mal um Mal enttäuscht werden, wenn ich die Wahrheit erkennen will. Daher ein Rat für die Fastenzeit: Bleib nicht an Deinen Enttäuschungen hängen. Lerne aus ihnen. Sie räumen uns nur (und nicht selten schmerzhaft) den Blick für die Wirklichkeit frei. Und „Gott umarmt uns durch die Wirklichkeit“ (Willi Lambert). Fra' Georg Lengerke.
Die Geschichte der Opferung Isaaks verstört. Gott befiehlt dem Abraham die Opferung seines Sohnes. Im letzten Moment fällt er ihm in die Hand, die das Messer hält. Gott verbietet die Tat – und lobt den Gehorsam des Abraham. Gott will keine Menschenopfer. Es hat in der Welt Abrahams Religionen gegeben, in denen Menschenopfer an der Tagesordnung waren. Hier ist es, als gebärde Gott sich wie einer jener Götter, die Menschenopfer fordern, um so Abraham zu lehren, dass der Gott aller Götter keine Menschenopfer will. Gott lenkt den Gehorsam des Abraham um. Vom Gehorsam gegenüber Göttern, die uns das Leben nehmen, hin zu dem Gott, der uns das Leben gibt. Warum ist das heute wichtig? Weil das Menschenopfer nicht erst dort beginnt, wo ein Vater seinem Sohn die Kehle durchschneidet. Es beginnt z.B. dort, wo die Freiheit, das Glück oder das Leben von Kindern auf den Altären der Erwartungen oder Projektionen oder Prioritäten ihrer Eltern oder der sie umgebenden Gesellschaften geopfert werden. Die Götter, für die einer dem anderen schrittweise das Leben nimmt, werden bis heute gut und gern bedient. Wir können mit Abraham beides lernen: unbedingt auf den Gott zu hören, der uns das Leben gibt; und dass unsere Kinder nicht uns und nicht unseren Plänen gehören. Sondern Ihm. So wie der Eine zu Gott gehört, von dem Er auf dem Berg sagt, er sei „Sein geliebter Sohn“. Denn an der Wende der Geschichte dreht Gott das Bild um. Er selbst ist der Vater, der seinen Sohn in die Welt gibt. Der Sohn lässt sich geben und wird getötet. Aber nicht vom Vater, sondern von den Menschen. Bis heute. Mit jeder Lieblosigkeit. Und im geliebten Sohn geht die Liebe Gottes selbst in den Tod. Warum? Um uns aus dem Tod herauszulieben ins Leben. Fra' Georg Lengerke
Ein „Wegräumer“ ist entweder einer, der etwas wegräumt, oder einer, der den Wegräumt. Johannes der Täufer ist beides. In ihm, sagt Matthäus, erfüllt sich die Verheißung des Jesaja einer „Stimme eines Rufers in der Wüste“, der ruft: „Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ (Mt 3,3 und Jes 40,3) Johannes ruft den Menschen zu, dem Herrn den Weg zu bereiten und aus dem Weg zu räumen, was seinem Ankommen bei uns noch im Wege steht. Aber es gibt Hindernisse, die wir selbst uns nicht nehmen können. Dazu gehört die Schuld. Im Lukasevangelium ist es deshalb Johannes selbst, der als „Prophet des Höchsten […] dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten“ wird. Wie tut er das? Er wird „sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung seiner Sünden“. (Lk 1,76 f.) Mit einigen Bewohnern der Kommende junger Malteser in München faste ich seit dem Abend des Aschermittwoch feste Nahrung. Unter dem Stichwort „Heilfasten“ gibt es dazu jede Menge gute Hilfe. Heute ist der siebte Tag. Und ich bemerke, dass ich nicht nur für scheinbar selbstverständliches gutes Essen immer dankbarer werde, sondern auch für vieles empfänglicher, was mich sonst so nicht erreicht: sinnliche Eindrücke, Worte, geistliche Empfindungen und Menschen mit ihren Anliegen. Dazu ist die Fastenzeit da, dass ich erreichbarer werde für Gott und seine Gaben. Fasten heißt folglich auch Mich-empfänglich-Machen(-Lassen)für das, was Gott mir sein und geben will. Johannes der Täufer ist der Wegbereiter Jesu. Und er ist auch der Empfänglichmacher derer, die ihn suchen. Du kannst Dich in dieser Fastenzeit fragen, wo und wie Du empfänglicher werden willst für Gott und seine Gaben. An drei Weisen, wie Gott zu uns kommt, will ich noch einmal kurz erinnern: 1. Gott kommt zu uns in seinem Wort und im Zeugnis von ihm. Wenn wir wollen, dass Gott zu uns und in uns spricht, müssen wir ihn reden lassen. Im Wort der Heiligen Schrift, im Zeugnis der Kirche, der Heiligen und der Brüder und Schwestern – und im Gebet: im Hören, im Schweigen und im Antwortgeben. 2. Gott kommt in der Versöhnung und Vergebung. Wir werden mit Gott nicht versöhnt sein, wenn wir es nicht mit den Menschen sein wollen. „Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner“, sagt der Erste Johannesbrief (4,20). Die Fastenzeit ist „Gnadenzeit“, in der wir die Vergebung suchen und finden, anbieten und schenken können: bei Menschen und bei Gott, im Gespräch und im Sakrament der Versöhnung. 3. Gott kommt zu uns durch die Schwester und den Bruder in Not. Gott begegnet uns in jedem Bruder und jeder Schwester, weil er sich mit ihnen verbunden hat. Er begegnet uns in den Christen, weil sie sich mit ihm verbunden haben. Und er kommt zu uns durch die, deren Leben und Leiden, deren Wunden und Schmerzen, deren Verlassen- und Verachtetsein er zu seinem gemacht hat. Dies ist eine gute Zeit, mich für die Not eines Menschen in meiner Nähe empfänglich zu machen, für ihn da zu sein und mit ihm den Herrn zu finden, der sich seiner und meiner Lebensnot schon angenommen hat. Johannes der Täufer hilft uns, die Wege zu bereiten, die Gott in Jesus zu uns zu kommen versprochen hat. Fra' Georg Lengerke.
Umdenken Mk 1,12–15

Umdenken Mk 1,12–15

2021-02-2102:19

Beim Umkehrruf Jesu geht es um mehr als um eine bloße Kurskorrektur. Es geht um eine „Metanoia“, ein Umdenken. Metanoia bedeutet Hinkehr des ganzen Menschen zu Gott und von Gott her zur Welt: im Denken und Empfinden, im Wahrnehmen und Entscheiden, im Reden und Tun. Wenn von Umkehr die Rede ist, scheint mir dreierlei wichtig: 1. Metanoia bedeutet Umdenken. Zur christlichen Spiritualität gehört also nicht nur das Fühlen, sondern auch das Denken. Die Alleinherrschaft des Fühlens führt auch geistlich in die Sklaverei. Geben wir dem Denken seine Daseinsberechtigung als Deuterin des Fühlens zurück. Wir sollen bedenken, was wir empfinden, und empfinden, was wir bedenken. 2. Wo von Umkehr gesprochen wird, ist zuerst vom Ziel der Hinkehr und dann von der Notwendigkeit der Abkehr zu reden. Wo von Gott nicht mehr oder unangemessen gesprochen wird, wird Er zur Karikatur. Und dann wird die Abkehr von der Karikatur Gottes die letzte verbleibende Umkehr sein. Aber das Evangelium Jesu bedeutet, dass das Leben mit Gott befreiend und spannend, leidenschaftlich und froh machend, alles kostend und alles schenkend, verheißungsvoll und nicht selten auch humorvoll ist. 3. Umkehr bedeutet schließlich nicht, ein Anderer zu werden als ich bin. Sie bedeutet just das Gegenteil: dass ich aufhöre, ein Anderer zu sein als ich bin. Umkehr bedeutet den Weg aus der Entfremdung (Sünde) in jene ursprüngliche Identität, die wir von Gott empfangen haben und vor Gott auch wieder finden und um zum Vorschein bringen werden. Erleuchte mein Denken, dass ich verstehe, was ich fühle, und fühle, was ich verstehe. Gib, dass die Freude an Dir mir mein Fremdeln verleidet. Und lass mich schon hier zu Dir nach Hause finden, wo ich werde, der ich bin. Fra' Georg Lengerke
Liebe Denker und Beter, in dieser Fastenzeit wird es unter der Überschrift „Heuschrecken und wilder Honig“ jeweils einen Impuls pro Woche am Mittwoch geben. Der erscheint zusätzlich zu den BetDenkzetteln der Sonntage. Johannes der Täufer, der Wegbereiter Jesu und Ordenspatron der Malteser und Johanniter, wird uns in dieser Zeit wichtige Anstöße für eine fruchtbare Erneuerung auf Ostern zu liefern. Er ist keine „erfreuliche Gestalt“. Sein Ruf zur Umkehr ist streng, sein Urteil scharf, sein Umgangston herb, sein Leben karg und seine Erscheinung alles in allem eher etwas ungekämmt. So ist Johannes der Täufer, der Wegbereiter Jesu. Ganz anders ist das, was wir als allererstes von ihm hören. Während seine Mutter Elisabeth mit ihm schwanger ist, kommt die verwandte Maria aus Nazareth zu Besuch. Auch sie ist schwanger – mit Jesus. Was auch immer Maria bei der Begrüßung gesagt haben mag – Elisabeth zerreißt es fast: „Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt.“ (Lk 1,41) Während Elisabeth Maria hört, nimmt Johannes die Nähe dessen wahr, dem den Weg zu bereiten sein Lebensinhalt sein wird. Das erste, was wir von Johannes hören, ist, das er hüpft. Der Ungeborene tanzt vor Freude. Das wofür sich für ihn zu leben lohnt, hat begonnen. Der Verheißene ist nahe und im Kommen. Das sollten wir uns in dieser Fastenzeit gut merken, wenn wir an Johannes nicht verzagen, sondern ihn verstehen wollen: Dass es ihm um den geht, der die rettende Freude der ganzen Welt. ist. Das rechtfertigt seine ganze Unerbittlichkeit. Er weiß, was auf dem Spiel steht, wenn die Wege nicht bereitet, die Herzen nicht bekehrt und die Absichten nicht ans Licht gebracht werden. Ich möchte Euch vorschlagen, dass wir die Freude des Johannes im Mutterleib zum Grundanliegen unserer Fastenzeit machen: die Freude über das Nahegekommensein Gottes als Mensch bei uns Menschen. Alles Fasten und Gebet und unser Dienst am Nächsten, jeder Verzicht und unsere Offenheit für das Dasein und Wirken Gottes – alles soll der Freude an Gottes Nähe zu uns und zu unseren Nächsten dienen. Johannes im Mutterleib ist auch ein Bild für unser Leben. Der Mutterleib ist seine Welt. Gott ist als Mensch nahe gekommen, aber noch nicht sichtbar. So ähnlich geht es den meisten von uns. Ich musste an die Geschichte des Gesprächs der Zwillinge im Mutterleib denken, die Henri Nouwen erzählt (nach einer Erzählung von Maurice Lamm in: Die Gabe der Vollendung. Mit dem Sterben leben, Freiburg: Herder 1994, S. 36-37). Die beiden streiten über die Existenz der Welt draußen wie wir über den Himmel, und darüber, ob es eine Mutter gibt, wie wir über die Frage nach Gott. Johannes spürt die Nähe dessen, den er noch nicht sieht, aber der zum Vorschein kommen wird. Und auch er selbst, auch Johannes muss zum Vorschein kommen, wenn er den sehen soll, für den er leben und gehen und sterben wird. Auch darum geht es in der Fastenzeit. Wenn die Freude an Gott in uns wachsen und vollkommen werden soll, dann müssen wir zum Vorschein kommen. Weil Gott zum Vorschein gekommen ist. (Mehr zu "Heuschrecken und Wilder Honig" findet sich hier: https://www.kommende-junger-malteser.de/)  Fra' Georg Lengerke
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