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Blanker Horror
Blanker Horror
Author: Heinz Christian Frickenschmidt
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© Heinz Christian Frickenschmidt
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Dein Kanal für Geheimnisvolle Geschichten, mysteriöse Ereignisse, das Dunkle und Makabre. Geistergeschichten, Desaster, Tragödien, Vermisste Menschen, Kriminalfälle und vieles mehr.
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Rotkäppchen, Dornröschen, Schneewittchen: urdeutsche Volksmärchen, erzählt von alten Bäuerinnen am Spinnrad? Nicht ganz. Im Auftakt unserer fünfteiligen Grimm-Serie fragen wir, wer den Brüdern Grimm ihre Märchen tatsächlich erzählt hat. Wir folgen einem Manuskript, das über ein Trappistenkloster im Elsass bis nach Genf wanderte, begraben mit Heinz Rölleke eine Kronzeugin, die es nie gab, und schauen hinter das berühmteste Titelbild der deutschen Märchengeschichte.📚 Quellen und weiterführende LiteraturHeinz Rölleke (Hrsg.): Die älteste Märchensammlung der Brüder Grimm. Synopse der handschriftlichen Urfassung von 1810 und der Erstdrucke von 1812. Cologny-Genève: Fondation Martin Bodmer, 1975. → Die maßgebliche Edition der Ölenberger Handschrift. Stellt Urfassung und Erstdruck nebeneinander und ersetzt die ältere Ausgabe von Lefftz.Heinz Rölleke: Die „stockhessischen" Märchen der „Alten Marie". Das Ende eines Mythos um die frühesten KHM-Aufzeichnungen der Brüder Grimm. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift N.F. 25 (1975), S. 74–86. → Der Aufsatz, der die Zuschreibung an die „alte Marie" widerlegt und Marie Hassenpflug als Beiträgerin identifiziert.Heinz Rölleke: Die Märchen der Brüder Grimm. Eine Einführung. Stuttgart: Reclam, 2004. → Kompakter Überblick über Entstehung, Beiträger und Bearbeitung der Sammlung.Joseph Lefftz (Hrsg.): Märchen der Brüder Grimm. Urfassung nach der Originalhandschrift der Abtei Ölenberg im Elsaß. Heidelberg: Winter, 1927. → Die erste vollständige Ausgabe der Ölenberger Handschrift, heute durch Rölleke 1975 überholt, aber forschungsgeschichtlich wichtig.Holger Ehrhardt (Hrsg.): Dorothea Viehmann. Kassel: Euregio, 2012. → Sammelband zu Leben und Werk der Viehmännin, mit Beiträgen u. a. von Heinz Rölleke, darunter ein Aufsatz zu französischen Einflüssen in ihren Märchen.Holger Ehrhardt: Ein übersehenes Märchen von Dorothea Viehmann. In: Fabula 64 (2023), H. 3–4, S. 243–281. → Argumentiert, dass „Die weiße und die schwarze Braut" auf Viehmann zurückgeht, gestützt auf neu gefundene Urschriften.Universität Kassel: Grimms Märchen – Forscher entdeckt unbekannte Urfassungen. Pressemitteilung, Dezember 2023. → Zum Fund von 54 weiteren Urschriften im Grimm-Nachlass.Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Berlin: de Gruyter, 2008. → Standardnachschlagewerk zu jedem einzelnen Märchen, seinen Quellen und Fassungen.Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Haus-Märchen. Bd. 1 (1812) und Bd. 2 (1815). Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv. → Die Erstausgabe, inklusive der später gestrichenen Märchen wie Blaubart und Der gestiefelte Kater.Die Ölenberger Handschrift ist digitalisiert bei e-codices (Virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz) einsehbar.
Letzte Woche haben wir die alten Geschichten erzählt. Heute fragen wir, wer sie geschrieben hat.Der Leprechaun ist vermutlich nicht nach seinem „kleinen Körper" benannt, sondern nach römischen Priestern, die irische Mönche für ein Volk von Wolfsmenschen hielten. Seine älteste Geschichte ist eine Lehrerzählung über Pfändungsrecht. Er trug im 19. Jahrhundert Rot, nicht Grün. Das Buch, das ihn berühmt machte, hat sein Herausgeber verloren und von Freunden neu schreiben lassen, und die Brüder Grimm haben es übersetzt. Und als Walt Disney Irlands größtes Erzählarchiv angeboten bekam, entschied er sich für ein amerikanisches Kinderbuch.Teil 2 des Irland-Specials: die Geschichte einer Figur, an der viele Hände gearbeitet haben.Quellen— Jacopo Bisagni, "Leprechaun: a new etymology", Cambrian Medieval Celtic Studies 64 (2012), S. 47–84. Die Kernquelle der Folge. Weist nach, dass die älteste handschriftliche Form lupracán lautet, zeigt, dass die Deutung als „kleiner Körper" sprachlich kaum haltbar ist, und leitet das Wort von den Luperci ab, die irische Gelehrte über Augustinus als Volk von Gestaltwandlern verstanden. Enthält auch die Kritik an Binchys Datierung der Fergus-Saga ins achte Jahrhundert.— D. A. Binchy, "The Saga of Fergus mac Léti", Ériu 16 (1952), S. 33–48. Die Standardedition der Fergus-Saga; Quelle für die traditionelle Etymologie und Datierung.— Neil McLeod, "Fergus mac Léti and the Law", Ériu 61 (2011), S. 1–28. Zeigt, dass die Fergus-Saga als juristische Lehrerzählung zum Pfändungsrecht konstruiert ist.— Simon Rodway, "Mermaids, Leprechauns, and Fomorians: A Middle Irish Account of the Descendants of Cain", Cambrian Medieval Celtic Studies 59 (2010), S. 1–17. Edition der Erzählung von Ambia, der Sirene, und Becnait, der Mutter der Leprechauns.— Diarmuid Ó Giolláin, "An Leipreachán san Ainmníocht", Béaloideas 50 (1982), S. 126–150, und "The Leipreachán and Fairies, Dwarfs and the Household Familiar: A Comparative Study", Béaloideas 52 (1984), S. 75–150. Die grundlegende volkskundliche Untersuchung, gestützt auf über dreihundert Handschriften des irischen Folklore-Archivs; ordnet den Leprechaun den Zwergen und Hausgeistern zu statt dem Feenvolk.— Maureen Murphy, "Croker, Thomas Crofton", Dictionary of Irish Biography. Quelle für den Verlust des Manuskripts, die Mitautoren, die Auflagengeschichte und die spätere Kritik.— Thomas Keightley, The Fairy Mythology (spätere Auflage). Enthält Keightleys Eingeständnis, The Soul Cages nach einer Sage der Brüder Grimm erfunden zu haben.— Jacob und Wilhelm Grimm (Übers.), Irische Elfenmärchen, Leipzig 1826. Übersetzung von Crokers Sammlung mit der Einleitung „Über die Elfen".— Frank Kinahan, "Armchair Folklore: Yeats and the Textual Sources of Fairy and Folk Tales of the Irish Peasantry", Proceedings of the Royal Irish Academy 83C (1983), S. 255–267. Verfolgt Yeats' Feen-Klassifikation über McAnally zurück zu O'Hanlon.— Tony Tracy, "When Disney Met Delargy: 'Darby O'Gill' and the Irish Folklore Commission", Béaloideas 78 (2010), S. 44–60. Die Hauptquelle für das Killarney-Kapitel.— Diane Negra (Hrsg.), The Irish in Us: Irishness, Performativity, and Popular Culture, Durham 2006. Hintergrund für die Deutung der modernen Leprechaun-Figur als Nachfahre anti-irischer Karikaturen.— General Mills, "The History of Lucky Charms"; Atlas Obscura zu Waldo the Wizard. Quellen für Einführung und zeitweiligen Austausch des Lucky-Charms-Maskottchens.— Dáil Éireann, Debatte vom 11. Dezember 1963. John A. Costellos Kritik an der irischen Tourismuswerbung.Nächste Folge: Der Auftakt der neuen Reihe über die Brüder Grimm.
Vergiss den grünen Anzug. Vergiss den Regenbogen.In seinen ältesten Geschichten ist der Leprechaun kein Maskottchen, sondern ein einsames, gerissenes und gelegentlich mörderisches Wesen. Er kommt aus dem Meer, um schlafende Könige zu ertränken. Er wohnt im Weinkeller und weigert sich auszuziehen. Und er gewinnt jedes einzelne Mal, nicht durch Kraft, sondern weil er genau weiß, wohin ein Mensch schaut, wenn man ihn ablenkt.Teil 1 des Irland-Specials ist eine Märchenstunde in Überlänge. Keine Analyse, keine Einordnung, nur die Geschichten, so wie man sie sich in Irland erzählt hat. Die Einordnung kommt in Teil 2.Quellen— D. A. Binchy, "The Saga of Fergus mac Léti", Ériu 16 (1952), S. 33–48. Die maßgebliche Edition und Übersetzung der altirischen Erzählung, in der die lúchorpáin auftreten. Binchys Übersetzung liegt der Nacherzählung in Kapitel I zugrunde, einschließlich der Einzelheiten zum Blasebalg-Vergleich, zum siebenjährigen Verschweigen des Makels und zu Fergus' letzten Worten.— Thomas Crofton Croker, Fairy Legends and Traditions of the South of Ireland, London 1825. Die früheste große Sammlung irischer Feenerzählungen. Aus ihr stammen drei der heutigen Geschichten: "The Haunted Cellar" (Ballinacarthy und Naggeneen), "The Field of Boliauns" (Tom Fitzpatrick) und "The Little Shoe" (Molly Cogan). Croker verwendet für all diese Wesen durchgehend das Wort Cluricaune.— Thomas Crofton Croker, "Seeing is Believing", ebenda. Quelle für die Erzählung der Moirna Hogaune sowie für die Erläuterungen zum spré na skillenagh und zum Trick mit den zwei Börsen.— Lady Morgan, O'Donnel: A National Tale, London 1814. Von Croker in den Anmerkungen zitiert; enthält die Beschreibung des Wesens als Hüter von Schätzen, die "in den Unruhen" vergraben wurden, und die Erklärung, warum jede Markierung, die man setzt, sich über Nacht vervielfacht.— D. R. McAnally Jr., Irish Wonders, Boston 1888. Quelle für die regionalen Varianten in Kapitel VI: der nordirische Leprechaun, der Lurigadawne von Tipperary, der Luricawne von Kerry, der Cluricawne von Monaghan und die Friesmantel-Fassung der Westküste.— W. B. Yeats (Hrsg.), Fairy and Folk Tales of the Irish Peasantry, London 1888. Ordnet den Lepracaun zusammen mit Cluricaun und Far Darrig unter die "einzelgängerischen Feen" ein — eine Einteilung, auf die wir in Teil 2 zurückkommen.Teil 2 folgt: Woher der grüne Anzug kommt, wer ihn dem Leprechaun angezogen hat, und was ein amerikanisches Filmstudio damit zu tun hat.----Kanalmitglied werden:https://www.youtube.com/channel/UCVOHv0EU1d-B5szK53LumEA/join-----Author: Cris FrickenschmidtMehr zu "Blanker Horror": www.blankerhorror.de
Letztes Mal haben ich nur erzählt. Diesmal betrachten wir das alles einmal ausgiebig. Teil 2 meines Norwegen-Specials fragt nach dem Warum hinter den Trollsagen: Woher kommt der Troll? Warum tötet ihn die Sonne? Warum flieht er vor der Kirchenglocke? Was stand wirklich an jener Wiege – und warum verliert dieses übermächtige Wesen in fast jeder Geschichte? Eine Reise durch Etymologie, Nationalromantik und den ehrlichsten, dunkelsten Volksglauben Norwegens.📚 QUELLEN & ZUM WEITERLESEN Ármann Jakobsson, Arbeiten zur Bedeutung des Wortes „troll" im Mittelalter (u. a. The Troll Inside You, 2017) – zur Breite des altnordischen Begriffs. Vladimir Orel, A Handbook of Germanic Etymology (2003) – zur Herkunft von trǫll und zum Verhältnis zu jötunn und þurs. Andreas Faye, Norske Folke-Sagn (1833/1844) – die frühe Grundsammlung der Ortssagen. Peter Christen Asbjørnsen & Jørgen Moe, Norske Folkeeventyr (ab 1841); Asbjørnsen, Norske Huldreeventyr og Folkesagn (1845–48) – Ursprung der Unterscheidung von eventyr und sagn/huldreeventyr. Oscar J. Falnes, National Romanticism in Norway (1933) – zum Zusammenhang von Folklore und nationaler Identität nach 1814. Reidar Th. Christiansen, The Migratory Legends (1958) – Standardkatalog norwegischer Wandersagen (Versteinerung, Kirchensagen, Wechselbalg). D. L. Ashliman, Studien und Textsammlung zum Wechselbalg – zur Deutung des Glaubens als Erklärungsmodell für nicht gedeihende und behinderte Kinder. Zur Bildtradition: Theodor Kittelsen (1857–1914) und Erik Werenskiold (1855–1938).----Kanalmitglied werden :https://www.youtube.com/channel/UCVOHv0EU1d-B5szK53LumEA/join-----Author: Cris FrickenschmidtMehr zu "Blanker Horror": www.blankerhorror.de
Norwegen ist voll von Trollen. Man muss nur wissen, wie man die Berge liest. In diesem ersten Teil unseres Norwegen-Specials gibt es keine Analyse, keine Erklärung – nur Geschichten. Eine ganze Märchenstunde in doppelter Länge: die großen Versteinerungssagen der Küste, die klassischen Troll-Märchen von Asbjørnsen & Moe und der uralte Glaube vom Kind in der Wiege. Die Deutung folgt in Teil 2, in der nächsten Woche.Setz dich, mach das Licht klein, und komm mit hinauf in die Berge.📚 QUELLEN & ZUM WEITERLESENDie heute erzählten Märchen stammen aus der klassischen Sammlung von Peter Christen Asbjørnsen & Jørgen Moe, Norske Folkeeventyr (ab 1841 ff.): „De tre bukkene Bruse" (Die drei Böcke Bruse), „Askeladden som kappåt med trollet" (Der Junge, der mit dem Troll um die Wette aß), „Risen som ikke hadde noe hjerte på seg" (Der Troll/Riese ohne Herz) und „Kjetta på Dovre" (Die Katze von Dovre).– Andreas Faye, Norske Folke-Sagn (1833/1844) – die frühe Grundsammlung norwegischer Ortssagen und des Volksglaubens.– Reidar Th. Christiansen, The Migratory Legends (1958) – der Standardkatalog norwegischer Wandersagen, u. a. zu Versteinerung, Wechselbalg und Kirchenglocken.– Die Torghatten-/Sieben-Schwestern-Sage ist die bekannte Ortssage der Helgeland-/Nordlandküste (Brønnøysund, Alsten, Leka, Lofoten).– Zur Bildtradition: Theodor Kittelsen (1857–1914), der Norwegens Trollbild bis heute prägt.Hinweis: Diese Folge erzählt die Sagen nach. Die Herkunft, Deutung und Quellenkritik behandeln wir ausführlich in Teil 2.🔔 Teil 2 (die Analyse) folgt in Kürze. Abonniert, um ihn nicht zu verpassen.🎧 Blanker Horror gibt es auch als Podcast auf Spotify, Apple Podcasts und podcast.de.#Trolle #NorwegischeSagen #Folklore #Mythologie #Norwegen #Märchen #BlankerHorror----Kanalmitglied werden :https://www.youtube.com/channel/UCVOHv0EU1d-B5szK53LumEA/join-----Musik: LuvcraftAuthor: Cris FrickenschmidtMehr zu "Blanker Horror": www.blankerhorror.de








