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Chlorgesänge
Chlorgesänge
Author: Ute Zill, Martina Schrey
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© Ute Zill, Martina Schrey
Description
Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten – ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges Abenteuer ist – darum geht es hier!
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In 60 Tagen 2.600 Kilometer durch 10 Länder schwimmen - das ist wohl für die meisten von uns völlig unvorstellbar. Der Extremschwimmer Joseph Heß aus Dresden hat das gemacht - (fast) von der Quelle der Donau bis zum Schwarzen Meer. Gestartet ist Joseph am 4. Juli durch den zweitlängsten und zweitgrößten Fluss in Europa. Für den 39jährigen war das aber nicht das erste Mal, dass er sich einer solchen Herausforderung stellt: 2016 hat der promovierte Wirtschaftswissenschaftler bereits die Straße von Gibraltar durchquert, 2017 ist er 620 Kilometer die Elbe entlang geschwommen - also quasi auch an seiner Haustür vorbei - 2022 hat er es dann mit dem Rhein aufgenommen, das waren dann schon 1300 Kilometer.Damit will er längst nicht mehr nur beweisen, was man alles schaffen kann - Joseph geht es auch darum zu zeigen, dass wir mehr Bewusstsein für den Gewässerschutz entwickeln müssen. Das hat er beim Schwimmen durch die Donau auch selbst ganz hautnah erfahren: Unfassbar viel Schrott liegt in dem Fluss, sodass er vor allem dort, wo der Wasserstand niedrig war, sehr aufpassen musste, nicht daran hängen zu bleiben. In Belgrad, wo das Abwasser ungefiltert in die Donau geleitet wird, schwamm er durch Fäkalien und anderen Dreck. Bloß nicht aus Versehen einen Schluck Wasser nehmen!Diesen Teil der Strecke hat er zum Glück ziemlich unbeschadet überstanden - bis auf eine Infektion des Ohres, die ihm dann am Ende doch ziemlich zu schaffen gemacht hat. Und der Fußpilz, der erst danach richtig abheilen konnte. Wundgeriebene Stellen durch den Neopren-Anzug sind dagegen für ihn nicht weiter wild - „Ich hab jetzt drei Narben mehr, was soll´s“, für ihn letztendlich eine Lapalie. Viel wichtiger war ihm, dass er bei seiner Tour durch die Donau auch wissenschaftlich begleitet wurde, untersucht wurde die Belastung mit Mikroplastik entlang der Strecke, die Ergebnisse stehen bislang noch aus.Rund 50 Kilometer ist Joseph jeden Tag geschwommen - ohne sein Team wäre das nicht möglich gewesen. Begleitet wurde er unter anderem von dem Wildwasserexperten Thorsten, der auch schon beim Schwimmen durch den Rhein dabei war, von Dani, die sich um das Essen gekümmert hat und Monica, die den Begleit-Caravan an Land gesteuert und für die Sicherheit gesorgt hat. Gefilmt wurde Joseph zudem auf der ganzen Strecke von dem Filmemacher Markus Weinberg. Und Joseph hat jeden Tag auf seinem Instagram-Account von der aktuellen Strecke berichtet.Jeden Tag rund 35.000 Armzüge, jeden Tag ein Verbrauch von 8.000 bis 10.000 Kalorien - das muss man erstmal durchhalten. 15 Kilogramm hatte Joseph vorher zugelegt, um diese Strapazen zu überstehen. Richtig Angst hatte er, als an der ukrainischen Grenze plötzlich Drohnenalarm zu hören war. Passiert ist ihm zum Glück nichts, es hätte aber auch anders kommen können. Schon sehr schade fand er, dass er zu wenig Zeit hatte, auch mal mit den Menschen am Rande des Flusses zu sprechen. Aber nach 10 Stunden im Wasser fehlte am Ende dann doch die Energie. Trotzdem ist er froh, dass er es geschafft hat und am 01. September ins Schwarze Meer springen konnte. Dass ihn seine Partnerin Stefanie rückhaltlos unterstützt, hilft ihm bei seinen Unternehmungen sehr. Das nächste Projekt hat er auch schon im Auge: Einmal durch den Ärmelkanal schwimmen. Dann aber ohne Neopren, nur mit Kappe, Badehose, Schwimmbrille - und Vaseline.
Sie sind in geheimer Mission unterwegs – die Kampfschwimmer der Bundeswehr. Über ihre Einsätze dürfen sie nicht reden. 70 Prozent schaffen schon allein die Ausbildung nicht. Ihr Motto: „Lerne leiden ohne zu klagen“. Umso mehr freuen wir uns, dass Torsten Schreiber bereit ist mit uns zu sprechen - langjähriger Kampfschwimmer und Ausbilder beim Kommando Spezialkräfte der Marine, mittlerweile vor allem für die Nachwuchsgewinnung zuständig.Völlig fit und gut gelaunt sitzt er morgens um 7 Uhr an seinem Arbeitsplatz in Eckernförde. Todde wird er genannt, freundlich und zugewandt ist er, gar nicht so militärisch streng, wie man es von einem Kampfschwimmer vielleicht erwarten würde. Denn sein Job ist einer der härtesten, die man sich vorstellen kann - und hat null mit dem zu tun, was wir im Schwimmbad manchmal spöttisch als Kampfschwimmen bezeichnen. Als Kind war Todde Wettkampfschwimmer und ist dann irgendwann zum Triathlon gewechselt. Mit 18 hat er dann ein Video über Kampfschwimmer gesehen und war sofort angefixt. Erstmal hat er seine Ausbildung zuende gemacht. Aber dann gab es kein Halten mehr. Auch wenn ihm am Anfang gar nicht klar war, was das bedeuten würde.Denn wer zum Kommando Spezialkräfte der Marine gehören will, muss erstmal eine sehr harte dreijährige Ausbildung absolvieren. Und diese Ausbildung ist neben der zum Piloten eine der längsten, teuersten und körperlich forderndsten Ausbildungen der Bundeswehr. Das muss aber auch so sein, denn als Kampfschwimmer kommt man immer wieder in sehr gefährliche Situationen, sagt Todde. Und dann muss man seine Grenzen kennen.Bilder oder gar Filme von dieser Ausbildung gibt es nicht. Eine Reportage des NDR über Minentaucher gibt aber einen guten Eindruck, was die Anwärter dort erwartet. Schon allein das Beckentraining ist eine Herausforderung: Marschieren unter Wasser mit schwerem Gerät - und das minutenlang. Entsprechend kompromisslos sind auch die Ausbilder: „Wir können die Anforderungen nicht heruntersetzen“, sagt Todde. Wer diesen Beruf ausüben wolle, müsse hier bestehen. Ein Gefühl für seinen eigenen Körper entwickeln. Und vor allem lernen, wie man sich taktisch und lautlos unter Wasser bewegt, ohne von außen wahrgenommen zu werden.Immerhin: Seitdem es das Kommando Spezialkräfte der Marine gibt, ist noch keiner der Soldaten im Einsatz gestorben. Zur Wahrheit gehört aber auch: 70 - 80 Prozent fallen in der Ausbildung durch. Eine Frau hat es noch nie geschafft - zu hart schon allein der erforderliche körperliche Einsatz.Dabei sind die Voraussetzungen angenommen zu werden, gar nicht mal so hoch: 1000 Meter schwimmen unter 24 Minuten, 5000 Meter laufen unter 22 Minuten - das scheint machbar. Ja, sagt Todde - aber wer gerade so besteht, wird es schwer haben. Wer wirklich eine Chance haben will, müsse diese Anforderungen schon deutlich unterbieten. Wettkampferfahrung sei nicht schlecht. Außerdem müsse man geistig sehr flexibel und ausgesprochen teamfähig sein. Ein Jahr werden die Rekruten in der Halle ausgebildet - schon hier scheiden die meisten aus. Die Hälfte packt es mental einfach nicht, die andere Hälfte hält körperlich nicht durch, erzählt Todde. Wer es am Ende trotzdem schafft, auf den wartet die Ausbildung im Freiwassertauchen. Und ganz zum Schluss dann: 30 Kilometer schwimmen durch die Ostsee. Und die ganze Zeit immer an der Leistungsgrenze.Über die Einsätze der fertigen Kampfschwimmer kann und will Todde nichts sagen, hier bekommt man aber einen kleinen Eindruck. Und er hat ein Buch darüber geschrieben, das erklärt, wie man sich militärisch topfit hält. „Lerne leiden und auch noch Spaß daran zu haben“ scheint ein Motto zu sein, was Todde auf jeden Fall für sich entdeckt hat. Und wer jetzt ebenfalls angefixt ist und sich für die Ausbildung zum Kampfschwimmer interessiert, kann ihm gern schreiben. Einmal im Monat bietet er für Interessierte in Eckernförde einen Truppenbesuch an. Eins sollte man allerdings wissen: Kampfschwimmer frieren immer!
Sie wird dafür gefeiert, dass sie über 6 Minuten die Luft anhalten kann - das allein findet Anna von Boetticher allerdings ziemlich öde. Dass ihr diese Fähigkeit allerdings den Zugang zu spannenden neuen Welten verschafft, ist für sie sie immer wieder Herausforderung und Faszination zugleich. Wir treffen Anna von Boetticher in einem Café in Kreuzberg und spüren von Anfang an die Energie, die sie ausstrahlt. Bereits im Alter von 17 machte sie ihren ersten Tauchschein. Zum Freitauchen - also ohne Gasflaschen - kam sie allerdings erst 20 Jahre später. Innerhalb weniger Monate entwickelte sie sich seit 2007 zur Spitzenathletin und stellte im so genannten Apnoetauchen bereits im ersten Jahr mehrere Rekorde auf. Mittlerweile ist sie Deutschlands erfolgreichste Apnoetaucherin und taucht mit nur einem Atemzug weit über 100 Meter tief.Und das, obwohl die auch als Waterwoman bekannte gebürtige Münchnerin dafür körperlich keineswegs ideale Voraussetzung mitbringt. Ihre Lunge ist rund 25 Prozent kleiner als bei den meisten anderen Menschen, zudem lebt sie mit einer Autoimmunerkrankung.Aber auch im Gespräch ist immer wieder spürbar - Anna hat nicht nur jede Menge Energie, sondern auch einen sehr starken Willen. Sie ist so fasziniert von der Welt unter Wasser, vom Tauchen, von den Begegnungen mit den Lebewesen im Meer, dass sie einfach immer wieder hin muss. Für sie ist klar: Erfolg ist weniger eine Frage außergewöhnlicher Talente. Vielmehr brauche es Neugierde, Training, Konzentration - und den bewussten Umgang mit Angst.Den braucht sie auch, denn was Anna wagt, ist außergewöhnlich. Wenn sie beispielsweise durch Schiffwracks taucht und sehr genau aufpassen muss, dass sie auch den Ausgang wieder findet. Beim Eistauchen hat sie tatsächlich mal kurz die Orientierung verloren, fand unter der geschlossenen Eisdecke nicht auf Anhieb den Ausstieg.Solche Momente sind es, die wohl definieren, was Anna ausmacht: „Nicht die Angst bestimmt, was ich dann tue“, sagt sie. „Sondern ich bestimme!“. Nicht, dass ihr in solchen Momenten nicht auch das Adrenalin durch die Adern schießt. Aber selbst dann behält sie die Übersicht. Und hat auch keine Angst vor Krokodilen, Blauhaien, Schwefelwolken oder verlassenen Bergwerken.Neben ihrer Karriere als Leistungssportlerin hält Anna Vorträge über Stressbewältigung, Konzentration und mentale Stärke. Sie hat Kampfschwimmer, Minentaucher und Polizeitaucher trainiert. Und bereits 2019 ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben: „In die Tiefe“ ist eine Mischung aus Autobiografie, Extremsport-Erzählung und Motivation. Sie beschreibt darin aber auch ihre Rückschläge, Ängste und die Bedeutung mentaler Stärke. Wer sie in Aktion erleben will, sollte sich unbedingt Waterwoman anschauen - in zwei Staffeln hat die ARD Anna von Boetticher bei ihren Aktionen begleitet. Am 16. September 2026 erscheint ihr zweites Buch: „Es ist nie nichts“ - Gedanken aus der Tiefe über Resilienz und Entdeckerfreude. Man kann es kaum glauben - aber eine Sache hat Waterwoman bislang noch nicht gelernt: Kraulschwimmen. Aber wir sind sicher - das wird noch!
In der Schwimmgemeinde geht die Trauer um: Nach und nach schließt ein Freibad nach dem anderen, die Sommersaison neigt sich dem Ende zu. Ausgerechnet jetzt bieten Bäder in Deutschland Hundeschwimmen an. Doch worauf sich die einen schon das ganze Jahr freuen, sorgt bei anderen für großen Missmut: Hunde? Euer Ernst? Lasst doch lieber die Menschen länger schwimmen! Wir sind für diese Folge ins Sommerbad Staaken-West gefahren, denn zum zweiten Mal überhaupt bieten auch die Berliner Bäderbetriebe Hundeschwimmen an. Doch während eine von uns sich bereits am Eingang vor Begeisterung kaum einkriegt, bleibt die andere erstmal skeptisch. Was nicht nur, aber auch mit ihrer latenten Angst vor Hunden zu tun hat.Zurück zum Eingang - hier wird erstmal kontrolliert, ob für den mitgebrachten Hund ein aktueller Impfausweis und eine gültige Haftpflichtversicherung vorliegt, sonst kommt der Vierbeiner gar nicht erst rein. Der Eintritt wird nach der Anzahl der Beine berechnet: Hunde kosten vier, Menschen zwei Euro. Auf der großen Liegewiese dann ein einziges Gerenne und Gejage - aber alles total spielerisch, kein Hund bellt, alle tollen munter umeinander herum. Was sicher auch daran liegt, dass hier kein Hund an die Leine muss. Freie Bahn!Die beiden Schwimmbecken dahinter sind ebenfalls ungeleint, hier passt kein Rettungsschwimmer drauf auf, dass niemand untergeht. Dafür müssen Frauchen und Herrchen schon selber sorgen. Die Hunde reagieren sehr unterschiedlich auf dieses ungewohnte Event: Während sich die eine mit gewagtem Sprung direkt ins Wasser stürzen, umrunden andere erstmal skeptisch mehrfach das Becken und halten allenfalls eine Pfote ins Wasser. Vizsla-Besitzerin Moni hat sich schon lange auf das Hundeschwimmen gefreut. Sie geht mit ihrem Hund Kalle zwar auch sonst regelmäßg in den See, aber hier habe er einfach noch sehr viel mehr Spaß, vor allem wegen der vielen anderen Hunde. Und in der Tat: Während sie erzählt, stürzt sich Kalle zusammen mit seinem Hundefreund Balou ein ums andere Mal ins Wasser, apportiert Spielzeug oder Bälle und man hat fast den Eindruck, er würde vor Freude strahlen.Hundeschwimmen-Organisatorin und Meisterin für Bäderbetriebe Jennifer Heide freut sich darüber, dass das Event so großen Anklang findet. Sie versteht aber auch die Skeptiker. Umso wichtiger ist es ihr, klarzustellen, dass niemand wegen des Hundeschwimmens auf einen Freibadbesuch verzichten muss. Das Badpersonal sei schon längst mit der so genannten Auswinterung beschäftigt und stünde als Aufsicht gar nicht mehr zur Verfügung. Das Wasser ist zudem nicht mehr gechlort, sonst wäre es auch für die Hunde gar nicht verträglich. Auch sei es überhaupt nicht eklig, wenn Hunde ins Beckenwasser gehen: Das wird nämlich nach dem Hundeschwimmen komplett abgelassen und die Fliesen gründlich gereinigt - ein Vorgang, der am Ende der Saison ohnehin fällig wird. Außerdem: „Auch Hundebesitzer:innen sind unsere Kunden. Und wir freuen uns, dass wir ihnen einmal im Jahr ein ganz spezielles Angebot machen können.“ In Berlin dieses Jahr übrigens noch dreimal: am 12., 13. und 19. September.In deutschlandweit über 70 Orten wird mittlerweile Hundeschwimmen am Ende des Sommers angeboten, Berlin ist da absolut kein Vorreiter. Oft wird in den Bädern dann die Gelegenheit genutzt, Spenden für das regionale Tierheim zu sammeln. Auch in Ländern wie der Schweiz oder in Großbritannien findet am Ende der Sommersaison Hundeschwimmen in öffentlichen Bädern statt. Spanien, Italien oder Belgien gehen noch ein Stück weiter: Hier gibt es sogar spezialisierte Hunde-Wasserparks oder ganzjährige Doggy-Pools.Die Skeptikerin von uns beiden findet das Hundeschwimmen im Sommerbad Staaken-West am Ende auch ganz amüsant. Ja, sicher - den Geruch von nassem Hund muss man mögen. Aber die Toiletten sind beim Hundeschwimmen deutlich sauberer, als wenn Menschen im Bad ihre Bahnen ziehen!
Liebesbriefe hat er in diesem Sommer jetzt nicht bekommen, der Betriebsleiter der Berliner Bäderbetriebe, Ricardo Haas. Aber nichts gesagt ist bekanntlich genug gelobt und so kann man davon ausgehen, dass die Mindesttemperaturen von 22 Grad in den Berliner Freibädern überall Anklang gefunden haben. Mit Schaudern erinnern wir uns noch an letztes Jahr: Damals lag die Wassertemperatur im Olympiabad um diese Zeit bei 17 (!) Grad. Dieses Jahr waren es auch zum Schluss noch wohlige 24 Grad. Wir haben die angenehmen Temperaturen genossen und tun das immer noch - denn sieben Freibäder sind mindestens bis Mitte September geöffnet. Mehr war nicht drin, sagt Ricardo Haas: Die Hallen müssen wieder in Betrieb genommen werden, das Schulschwimmen startet und die Vereine legen auch wieder richtig los. Dafür brauche es Personal, was bis jetzt in den Freibädern eingesetzt war. Insgesamt war die Sommersaison aber auch für die Bäderbetriebe zufriedenstellend, rund 1, 6 Millionen Menschen sind gekommen. Allein am letzten Juni-Wochenende tummelten sich bei rund 40 Grad Außentemperatur über 120.000 Menschen in den Berliner Freibädern. Und vor allem: Es gab den ganzen Sommer keine besonderen Vorkommnisse, keine Schlägereien, keine Übergriffe - allen anderslautenden Gerüchten zum Trotz.Ein bisschen enttäuscht sind wir allerdings davon, wie wenig die Berliner Bäderbetriebe aus ihrem 30jährigem Jubiläum dieses Jahr gemacht haben. Es gab ein paar Kinder- und Familienparties, eine Ticket-Verlosung - aber das war´s dann auch schon. Das eigentlich geplante 24-Stunden-Schwimmen Ende Oktober in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) muss auf nächstes Jahr verschoben werden, die electronic pool session im Neuköllner Columbiabad fand gar nicht erst statt. Die Gründe dafür sind vielfältig, wir hoffen aber, dass es nächstes Jahr dann umso schöner wird! Aber ein Ereignis in diesem Sommer wollen wir nicht unerwähnt lassen: Das Mittsommerschwimmen im Insulaner am 21. Juni. Bereits zum Start um 4:30 Uhr waren viele begeisterte Menschen da, bis 21:30 war das Bad geöffnet. Mehr davon!Ein paar gute Nachrichten hat Ricardo Haas auch noch im Gepäck: Das Paracelsusbad in Reinickendorf soll nun endlich im April 2027 wieder eröffnet werden! Und das Stadtbad Schöneberg macht hoffentlich auch in diesen Tagen wieder auf. Hier erwartet die Besucher:innen dann auch in absehbarer Zeit etwas berlinweit Einzigartiges: Der Einsatz von KI, zur Unterstützung des Bäderpersonals bei der Überwachung der Wasserflächen - im fachdeutsch: Anti-Ertrinkungssysteme. Allerdings noch nicht gleich, die Kameras hängen zwar schon, aber erst muss noch der Personalrat zustimmen.Die Sanierung der Neuen Halle in Charlottenburg nimmt ebenfalls Formen an, die Fertigstellung ist für 2031 geplant. Weniger gute Nachrichten leider aus Spandau Süd: Es gibt Komplikationen, mit der Sanierung des Freibads konnte noch gar nicht begonnen werden, das passiert erst 2027. Und dann muss dort auch noch eine zusätzliche Halle gebaut werden. Ist die fertig, können die Wassersport-Vereine vom Sachsendamm dahin umziehen - denn auch dort muss dringend saniert werden.Zu Mariendorf wagt Ricardo Haas heute noch gar keine Prognose, aber das Kreuzberger Spreewaldbad wird hoffentlich Anfang 2028 fertig sein. Und an der Holzmarktstraße hat gerade der Spatenstich stattgefunden. Haas ist froh, dass die Berliner Bäderbetriebe im Rahmen des Klima-Pakts bis 2023 rund 204 Millionen Euro zusätzlich bekommen: 170 Millionen sollen in die (energetische) Grund- und Teilsanierung von Hallenbädern gehen, 34 Millionen sind für spezifische Einzelmaßnahmen geplant. Solarbetriebene Heizsysteme beispielsweise oder der Austausch alter Pumpensysteme. Insgesamt wollen die Bäderbetriebe bis 2030 Bauvorhaben im Wert von mehr als 600 Millionen Euro umsetzen. Eins ist Ricardo Haas aber trotzdem klar: „Fertig werden wir nie werden. Bei über 60 Bädern gibt es auch danach noch viel zu tun!“ Und man sieht ihm an, dass er Spaß daran hat.






