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Coding History

Author: Daniel Meßner

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Eine Softwareentdeckungsreise zu Anfang und Gegenwart digitaler Kultur. Weltaneignung ohne Software ist mittlerweile unvorstellbar – aber wie ist sie entstanden und wie hat sie sich seither verändert? In Gesprächen und Reportagen versucht sich dieser Podcast an der Ent-Mystifizierung digitaler Artefakte.
14 Episodes
Reverse
Biometrische Anwendungen finden immer mehr Verbreitung. Ein Grund dafür ist das immense Sicherheitsversprechen mit dem die Techniken verkauft werden. Starbug beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Überwindung unterschiedlicher biometrischen Verfahren: Er war nicht nur mitverantwortlich für die Veröffentlichung von Wolfgang Schäubles Fingerabdruck, sondern war auch der erste, der den Fingerabdrucksensor des iPhones (Touch ID) gehackt hat. Ein Gespräch mit kurzen Ausflügen ins 19. Jahrhundert zu den Anfängen der biometrischen Identifizierung. Zwischendurch zeigt Starbug, wie sich mit einfachen Mitteln, nämlich einem Drucker und ein wenig Latex, ein Fingerabdruck herstellen lässt (siehe Kapitelmarken »Fingerabdruck-Spoofing«).
Wenn es um Softwareentwicklung geht, dann fallen im Moment auch häufig die Begriffe »agil« und »Scrum«. Aber was heißt das eigentlich und wie wird Software (im Team) programmiert? Anne Schüßler entwickelt Software und hat schon einige Zeit in Scrum-Teams verbracht. Außerdem macht sie Podcasts und redet manchmal übers Programmierenlernen. In dieser Episode erklärt sie mir, was es mit Scrum auf sich hat und welche (zyklischen) Arbeitsschritte ein Scrum-Projekt ausmachen.
Migräne ist eine komplexe, in Zyklen verlaufende neurologische Erkrankung, deren Anfälle bei einigen PatientInnen mit einer Auraphase begleitet werden. Dabei treten unter anderem Seh- und Sensibilitätsstörungen auf, was beispielsweise durch das Alice-im-Wunderland-Syndrom beschrieben wird. Markus Dahlem ist Physiker und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Migräne. In seiner Arbeit geht er von einer mathematischen Modellbildung aus, mit deren Hilfe er die Auraphasen erforscht. Während der Auraphasen, die jeweils zeitlich begrenzt auftreten, breitet sich eine Welle auf der Gehirnrinde aus und erzeugt damit – so die Theorie – Wahrnehmungsphänomene. Wie sehen nun Therapieformen aus: In der Behandlung von Migräne lässt sich derzeit ein Wandel beobachten. Es treten immer mehr Hersteller von Gehirnstimulatoren auf den Markt, die mit Impulsen auf das Gehirn Einfluss nehmen. Die sog. Elektrozeutika werfen allerdings auch Fragen auf: Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen Neuromodulation und Neuroenhancement? Letztlich sind diese Geräte ebenfalls Teil der Debatte um die Digitalisierung des Körpers, wie sie unter anderem in der »Quantified Self«- oder auch Cyborg-Bewegung geführt werden. Der Weg zur Programmierung des Gehirns ist aber noch weit – zumindest beim Blick auf gegenwärtige Gehirnstimulatoren zur Bekämpfung von Migräne. Markus Dahlem ist nicht nur in der Migräneforschung, sondern ist auch seit vielen Jahren im Netz aktiv – unter anderem führt er das SciLog »Graue Substanz«, in dem er aus seiner Forschung zu Gehirnstimulatoren berichtet. Das führt uns zu Überlegungen darüber, wie das Internet den Umgang mit Krankheiten verändert und zu mündigeren PatientInnen führt. Wir beenden den Podcast mit einem Aufruf: Der Wikipedia-Artikel zur Migräne enthält eine Grafik, zur Ausbreitung der Aurawelle, die nach Markus Dahlems Modellen aktualisiert werden könnte.
Plattformen und Netzwerke prägen gegenwärtige gesellschafts- und netzpolitische Debatten. Wer sich mit digitaler Infrastruktur auseinandersetzt und verstehen will, muss auch über den Plattformbegriff sprechen. Ausgangspunkt des Gesprächs ist der Talk »Von der Plattform- zur Netzwerkgesellschaft«, den Michael Seemann gemeinsam mit Sebastian Gießmann auf der re:publica 2015 gehalten hat. Gemeinsam mit Gregor Sedlag spannen wir einen weiten Bogen und sprechen über soziale Netzwerke und Staaten als Plattformen. Und Geheimdienste als »Dark Twitter«. Diese Episode ist die erste Livesendung, die im Rahmen des Berliner Podcasting Meetups im Studio von KiezFm entstanden ist.
Wir leben in überwachten Zeiten. So viel ist nach den Veröffentlichungen durch Edward Snowden sicher. Doch in welchem Verhältnis stehen Überwachung und Digitalisierung und können wir sogar von einer Post-Snowden-Ära sprechen? Nils Zurawski arbeitet seit vielen Jahren über Themen der Surveillance Studies. Wir sprechen darüber, was Überwachung kennzeichnet und was Selbstoptimierung mit neoliberalen Ideen zu tun hat. Außerdem geht es um Personen, die überwacht werden, wie kaum eine andere Gruppe – Spitzensportler.
The use of Big Data presents numerous challenges to researchers and their projects. Josh Cowls is working at the Oxford Internet Institute and he tries to develop a greater understanding of the impact of new technology on society, democracy and everyday life. In this interview we talk about three challenges of using Big Data for valid research: epistemological, methodological and political: Is there a shift from causal to correlational research? What methods can be used to deal with different forms of data? And who creates the data, and who is affected by its use?
What would 3 shillings buy in 1834? And what wouldn't 3 shillings buy? »Visible Prices« is a digital humanities database project. It provides contexts by highlighting the relationships between prices and therefore shows how price proportion between different goods changed over time and space. Paige Morgan is developing »Visible Prices« as a linked open data project using RDF (Resource Description Framework). It is a searchable collection of price information from literary and historical texts. In this interview we talk about the idea behind the project and the challenges in building a database.
The amount of data that is produced is growing exponentially. By now, Big Data is a buzz word in many fields and disciplines. Widely discussed not only in industry and academia, as well in the public sector. But what is Big Data? And are we witnessing a shift: Is there a »Big Data moment«? Andrew Prescott is a trained medieval historian and professor of Digital Humanities. In this interview we talk about the history of Big Data and some theoretical and methodical consequences for the Arts and Humanities.
GeoCities was one of the largest sites in the early days of the World Wide Web. In 2009 Yahoo! decided to shut down the community-based platform. Thirty-eight million pages and millions of images were about to get lost forever as Yahoo! did not facilitate user export. Ian Milligan is working with web archives and he examines the digital ruins of GeoCities. In this interview we talk about the challenges to work with this big amount of source material: What skills, methods and techniques do we need to work with born-digital collections?
An Initiativen zum Programmieren lernen herrscht derzeit kein Mangel. Aber warum ist es überhaupt sinnvoll, wenn sich so viele Menschen wie möglich mit dem Programmieren auseinandersetzen? Fiona Krakenbürger hat ihre ersten Coding-Erfahrungen durch ein Blog begleitet. Sie lernt immer noch Programmieren, aber engagiert sich inzwischen in zahlreichen Projekten, die Leuten den Einstieg in die Welt der Computer erleichtern. Außerdem schreibt sie an einer Bachelorarbeit, in der sie Strategien untersucht, mit deren Hilfe in technischen Communities versucht wird, den Anteil an Frauen zu erhöhen.
Informatik ist eine verhältnismäßig junge Wissenschaft, die inzwischen aus dem akademischen Fächerkanon nicht mehr wegzudenken ist. Dennoch hat das Fach einen speziellen Status. Ist die Informatik Grundlagen-, Natur- oder Ingenieurwissenschaft? Und wie unterscheidet sie sich von »Computer Science«? Sicher ist, dass die gesellschaftliche Durchdringung mit digitalen Artefakten noch nie größer war. Umso erstaunlicher, dass sich gerade jetzt der Fachbereich »Informatik und Gesellschaft« in der Krise befindet. Lukas Müller hat Informatik studiert und sich mit dem Selbstverständnis der Informatik auseinandergesetzt – und dabei festgestellt, dass sich das Fach nicht nur erstaunlich wenig mit der eigenen Geschichte befasst, sondern auch immer weniger Raum bietet, die eigene gesellschaftskonstituierende Funktion zu reflektieren.
Vom 27. bis zum 30. Dezember 2014 fand im Congress Center Hamburg (CCH) der 31. Chaos Communication Congress statt. Mit über 10.000 BesucherInnen zählt der Kongress inzwischen zu den größten Hacker-Veranstaltungen weltweit. Für mich war es der erste Kongress und ein großartiges Erlebnis! Ich habe die Gelegenheit genutzt, um ein paar Interviews zu führen: mit dem Medienwissenschaftler Christoph Engemann, dem Programmierer Roddi Deecke und dem Podcaster Mark Fonseca Rendeiro. Meine Fragen zielten vor allem auf drei Aspekte: Wie hat sich die Veranstaltung verändert durch die massive Zunahme an TeilnehmerInnen? Wie hat sich die Rolle der Veranstaltung durch die Snowden-Leaks verändert? Und in Bezug auf das Motto des Kongresses (»A new dawn«): Inwiefern ist mittlerweile eine Aufbruchstimmung zu spüren? Abgerundet wird die Episode durch ein Gespräch mit Tim Pritlove, den ich ein paar Tage nach dem Kongress getroffen habe. Er erklärt, warum der Kongress skaliert und auch noch deutlich mehr TeilnehmerInnen vertragen würde. Die Folge ist ein kleines Experiment: Sie besteht aus mehreren Gesprächen, enthält Musik und Hintergrundgeräusche. Zu Beginn sind ebenfalls Ausschnitte aus der Eröffnung des 31C3 mit erdgeist und Geraldine de Bastion zu hören.
Caspar Clemens Mierau schreibt eine Dissertation über die Geschichte von Entwicklungsumgebungen. Werkzeuge, die in der Herstellung von Software mittlerweile eine entscheidende Rolle spielen. Wir sprechen über Fragestellungen der Medien- bzw. Kulturwissenschaften wenn es um die Erforschung von Software geht – dabei fällt einige Male der Name Friedrich Kittler. Es geht um die Anfänge von Entwicklungsumgebungen, um Lochkarten und Bit Buckets, um Borland und Turbo Pascal. Außerdem gehen wir auf einige Features genauer ein, wie Syntax Highlighting oder Autovervollständigung. Und wer hätte gedacht, dass es mal per Telekolleg die Möglichkeit gab, zu lernen, wie Lochkartenprogrammierung funktioniert?
Wie sich das gehört, starte ich das Podcastprojekt mit einer Nullnummer, in der ich kurz erläutere, warum ich das hier mache und was ich in nächster Zeit vorhabe. Die Ausgangsfragen sind: Warum sieht Software so aus, wie sie aussieht? Wie hat sich das Programmieren von Software verändert und was für Auswirkungen hat das eigentlich darauf, wie wir Software benutzen? Es geht mir letztlich darum, besser zu verstehen, wie die digitale Welt geworden ist, wie sie ist. In einem kaum beachteten Buch von 1988 heißt es: «Fast täglich liest man Zeitungsberichte über Computereinsatz, EDV-Anwendungen und mikroelektronische Innovationen – und doch ist der Computer ein Automat, über dessen Entwicklung, Einsatzpotential und Folgen die wenigsten hinreichend informiert sind. Angesichts einer weit verbreiteten Fetischisierung und Verdrängung des Computers ist es Computerkonzernen und "Experten" ein leichtes, ihn weiter zu mystifizieren.» (Brödner, Peter/Krüger, Detlef/ Send, Bernd (1988): Der programmierte Kopf. Eine Sozialgeschichte der Datenverarbeitung. Berlin: Klaus Wagenbach, S. 9.) Die Mystifizierung von Computern und ihren Fähigkeiten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen (z.B. Algorithmen, Big Data). Dieser Entwicklung möchte ich etwas entgegensetzen, in dem ich mich mit konkreten Programmierpraktiken und ihren theoretischen Konzepten beschäftige. Mir geht es dabei vor allem um die Auswirkungen auf Software und ihrer Anwendungen. Wir umgeben uns ständig mit Software, weshalb Weltaneignung ohne Software mittlerweile unvorstellbar ist. Diesen Prozess will ich in seiner Entstehung und Entwicklung besser verstehen, weshalb es nicht nur um historische Themen gehen wird. Im Grunde sind alle Themen relevant, die einen Bezug zur digitalen Welt haben. Gleichzeitig ist dieser Podcast für mich eine Art Entwicklungsumgebung, die mir helfen soll, mehr über Software und ihre Geschichte zu lernen. Wer Lust hat, mich auf meiner Software-Entdeckungsreise zu begleiten ist herzlich eingeladen!
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