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Equidemia Insights

Author: Celina Skogan

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Description

Horsefriends ist der Podcast von und mit Celina Skogan. Pferde sind Celinas Leidenschaft, und darum geht es natürlich auch in diesem Podcast. Celina ist Trainerin für akademische Reitkunst, Cranio Sacral Therapeutin und Osteopathie, und vor allem ein passioniertes Pferdemädchen. Gemeinsam mit Gästen aus Wissenschaft und Praxis betrachtet sie das Pferd als Ganzes - frei von Reitphilosophien und Mythen. Dafür mit einem klaren Blick auf die Natur des Pferdes und die vorliegende Daten- und Faktenlage, und immer absolut Pro-Pferd. Denn das ist die Mission bei Equidemia: Echtes Pferdewissen weiterzugeben und Pferdemenschen zu guten Entscheidungen zu befähigen. Mal auf Deutsch, und mal auf Englisch. Den Podcast findest Du übrigens auch als Videocast bei YouTube! Enjoy the Journey!
125 Episodes
Reverse
Vor einem Jahr habe ich meinen letzten Live-Kurs gegeben. Das Wochenende, das den Ausschlag gab: von neun Pferden waren fünf schwer krank. Kein Einzelfall. Eine Studie von Greve & Dyson (2014) fand bei 506 Sportpferden im ganz normalen Training eine Lahmheits- oder Gangabnormalitätsrate von 45,7 % – bei Pferden, die niemand für auffällig hielt. Eine zweite Studie von Dyson & Pollard (2020) untersuchte 60 Reitpferde, deren Besitzer:innen sie als „arbeitet komfortabel" einschätzten: 73 % davon waren lahm. In dieser Folge erzähle ich, warum diese Zahlen meinen Blick auf Reitunterricht verändert haben – und warum ich seitdem zwischen drei Verpflichtungen navigiere, die sich gegenseitig widersprechen: dem Kunden gegenüber, dem Pferd gegenüber, und dem Anspruch, dass jedes Pferd ausgebildet werden muss. Keine fertige Lösung, sondern der Anfang eines neuen Gesprächs – über Ganganalyse, Stabilität und was klassisches Training braucht, um wieder auf einem tragfähigen Fundament zu stehen. Quellen: Greve, L., & Dyson, S. J. (2014). Equine Veterinary Journal, 46(6), 687–694. https://beva.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/evj.12222 · Dyson, S., & Pollard, D. (2020). Animals, 10(6), 1044. doi.org/10.3390/ani10061044
In dieser Folge von Equidemia Insights sprechen Celina Skogan, Anja und Kathi über einen Moment, den viele Tierhaltende und Tierprofis kennen: Man merkt, dass etwas nicht stimmt, sagt aber nichts. Im Zentrum steht die Frage, warum wir in stressigen Situationen trotz vorhandener Kompetenz handlungsunfähig werden können und was psychologische Sicherheit, Sozialisation und Machtgefälle damit zu tun haben. Besonders spannend: Anja und Celina erzählen von zwei ähnlichen Erlebnissen mit ihrem Hund beziehungsweise Pferd, während Kathi diese psychologisch einordnet und zeigt, warum es sich dabei nicht zwangsläufig um individuelles Versagen handelt, sondern oft um ein komplexes Zusammenspiel von Nervensystem, persönlichen Erfahrungen und sozialen Strukturen. Key topics - Warum wir in stressigen Situationen trotz vorhandener Kompetenz handlungsunfähig werden können - Was den Schritt vom Wahrnehmen zum Eingreifen erschwert und welche Rolle Angst, Höflichkeit und Konfliktvermeidung spielen - Wie sich unsere Rolle als Fachperson verändert, wenn wir selbst zur betroffenen Tierhalterin werden - Welche Bedeutung psychologische Sicherheit, Sozialisation und Machtgefälle im Umgang mit Kundinnen und Kunden haben - Warum Selbstzweifel und Schuldgefühle aus einem komplexen Zusammenspiel von Nervensystem, Erfahrungen und sozialen Erwartungen entstehen können - Wie sich solche Situationen auf die Beziehung zum Tier auswirken können, ohne sie zwangsläufig zu beschädigen - Was Professionals tun können, um sichere Räume zu schaffen, in denen Widerspruch möglich ist und Tierhaltende für ihre Tiere einstehen können - Warum Mindset, Skillset und Systemset gemeinsam gedacht werden müssen
Der Herbst ist da, der Fellwechsel läuft und viele Pferdebesitzer stellen sich dieselbe Frage: Braucht mein Pferd jetzt ein Blutbild? In dieser Folge sprechen Celina Skogan und Equidemia-Fütterungsexpertin Kathrin darüber, warum Blutbilder in der Fütterungsberatung oft überschätzt werden und weshalb eine bedarfsgerechte Ration deutlich aussagekräftiger sein kann als einzelne Laborwerte. 🐴 Themen der Folge: • Warum Blut ein Transportmedium und kein Speicherorgan ist • Weshalb normale Blutwerte einen Mangel nicht ausschließen • Die Risiken von Monopräparaten und „Fütterung auf Verdacht“ • Warum Selen eine Sonderrolle einnimmt • Weshalb wir bei Equidemia mit der Heuanalyse beginnen • Wie eine evidenzbasierte Fütterungsberatung tatsächlich funktioniert • Warum eine Rationsberechnung oft mehr Antworten liefert als ein Blutbild 💡 Die wichtigste Erkenntnis: Das Blut ist die Straße, nicht das Lager. Bevor wir uns fragen, was im Blut ankommt, sollten wir zuerst verstehen, was überhaupt ins Pferd hineingeht. Deshalb beginnt eine fundierte Fütterungsberatung immer bei der Analyse von Heu, Grundfutter und Gesamtversorgung.
Der Kartesische Fehler

Der Kartesische Fehler

2026-09-0436:33

Ein Philosoph, ein Gartenpark bei Paris und ein Denkfehler, der bis heute in so manchem Stallgespräch mitschwingt: In dieser Folge gehe ich der Frage nach, warum die Wissenschaft Tieren – und damit auch Pferden – jahrhundertelang jedes Innenleben absprach, woher diese Idee eigentlich kam und warum wir uns davon erst seit 2012 offiziell wieder verabschiedet haben. Mit einem Augenzwinkern, aber ganz ohne Uhrwerk. In dieser Folge - Woher die Idee vom „Tier als Maschine“ wirklich stammt – und was ein Park bei Paris damit zu tun hat - Warum diese Sichtweise sogar einfühlsamer war, bevor sie radikalisiert wurde - Wie moderne Bewusstseinsforschung diesen jahrhundertealten Denkfehler korrigiert hat - Was das ganz praktisch für mein Pferdetraining bedeutet – weg von „Der testet mich nur“ hin zu „Was will mir mein Pferd gerade sagen?“ - Warum „atypisches Verhalten“ der Schlüssel sein kann, um Unwohlsein beim Pferd überhaupt zu erkennen Kurz & knapp – die wichtigsten Fragen dieser Folge Was ist der „kartesische Fehler“? Die im 17. Jahrhundert entstandene Annahme, Tiere seien reine Automaten ohne eigenes Innenleben – benannt nach dem Philosophen René Descartes. Haben Pferde ein Bewusstsein? Nach heutigem wissenschaftlichem Konsens: ja. Die belastbare Evidenz dazu – inklusive Studien und Erklärungen – findest du in unserem Blogartikel zu dieser Folge. Was bedeutet das für mein Pferdetraining? Verhalten, das wir als „widersetzlich“ oder „stur“ lesen, ist häufig eine Kommunikation des Pferdes über Schmerz, Angst oder Überforderung – kein Defekt, der behoben werden muss. Die wissenschaftliche Einordnung, alle Studien und Quellenangaben zu dieser Folge findest du ausführlich in unserem Blogartikel.
Eine Hörerfrage, die eine klare Antwort verdient: Nein. In dieser Folge gehe ich der Frage nach, wie wir Ganganomalien beim Pferd sinnvoll beurteilen können – und warum meine Betrachtung nicht beim Reiter im Sattel beginnt. Ich schaue zunächst auf die Mechanik, den Bauplan und die Belastbarkeit des Pferdes: auf Wirbelsäule, Becken, Hals, Rumpf und Gliedmaßen, den Muskel- und Faszienstatus sowie mögliche Kompensationsmuster. Dabei spielt auch das Recoil System, also die elastische Funktion von Sehnen und Bändern, eine wichtige Rolle. Ein weiterer Ausgangspunkt ist für mich die Spinal Engine Theory und damit die Frage, Bewegung vom Rumpf und der Wirbelsäule aus zu denken. Erst wenn diese Grundlagen betrachtet sind, lassen sich Reiter, Sattel, Hilfsmittel und Training sinnvoll beurteilen. Denn natürlich kann falsches oder missbräuchliches Reiten Schäden verursachen – aber nicht jede Ganganomalie lässt sich damit erklären. Ich spreche außerdem darüber, welche Rolle Zucht, Management und Training innerhalb oder außerhalb der individuellen Toleranzgrenzen spielen und warum gerade frühe Auffälligkeiten im Bauplan eines Jungpferdes ernst genommen werden sollten. Mein zentraler Gedanke dabei: Eine gute Pferdebeurteilung beginnt früher als beim Reiter im Sattel. Und wenn wir Pferde wirklich verstehen und nachhaltig trainieren möchten, müssen wir diese Perspektive auch in unsere Zucht- und Managemententscheidungen einbeziehen.
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