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Fragen an den Autor

Fragen an den Autor
Author: SR
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Die traditionsreichste Sachbuchsendung im deutschen Sprachraum stellt seit über 50 Jahren jeweils ein Buch eines Autors eine Stunde lang im Gespräch vor. Die Themen reichen von Politik und Wirtschaft bis zu Gesundheit, Erziehung oder Psychologie.
182 Episodes
Reverse
Das einzelne Individuum ist klein, schwach und verletzlich. Aber im Kollektiv können sie eine Supermacht sein - ein Beispiel für Schwarmintelligenz, die dem erstaunlich organisierten und koordinierten Leben der faszinierenden Wesen zugrunde liegt. Insektenforscherin und Ameisenexpertin Magdalena Sorger sagt: "Ob Königin oder Arbeiterin, Ameisen sind die Dienerinnen unserer Natur: Ohne die Schwarmintelligenz der kleinen Insekten, die vor allem über Gerüche kommunizieren und in hochkomplex organisierten Kolonien leben, würden ganze Ökosysteme zusammenbrechen”. Im Buch lernt man: Mindestens zwanzig Billiarden Ameisen leben laut neuesten wissenschaftlichen Schätzungen auf unserem Planeten – auf jeden Menschen kommen also rund zwei Millionen Ameisen. Was macht die Tiere zu den Überlebenskünstlern unseres Planeten? Was haben sie mit uns gemein? Inwiefern bewirtschaften sie Land, können komplexe Behausungen bauen und sogar Nutztiere halten? Wieviele Arten gibt es heute? Wodurch sind sie bedroht? Moderation: Kai Schmieding
"Für die US-Sängerin Beyoncé ist die Herrscherin vom Nil eine Black-Power-Frau, für viele Berliner gehört die Büste wie eine Nachbarin zur Stadt, während Ägypten die Deutungsmacht über Nofretete zurückfordert” - so hat vor Kurzem der SWR treffend das ungebrochene Interesse an der sagenhaften Königin treffend beschrieben.In seinem Buch "Die Königin. Nofretetes globale Karriere” setzt sich der Historiker Sebastian Conrad damit auseinander, wer Nofretete war: Sie lebte zur Zeit der Kulturrevolution unter Pharao Echnaton ca.1300 vor Christus auf dem Gebiet des heutigen Ägypten als ihrem Mann gleichgestellte Herrscherin - aber sie lebt heute gewissermaßen weiter. Was ist der Grund dafür, dass die weltberühmte Büste der Nofretete heute an ganz unterschiedlichen Orten als Paradebeispiel für weibliche Schönheit verstanden wird? Und wie kommt es, dass Nofretetes Zauber mehr als drei Jahrtausende unbeschadet überstanden hat? Unter welch dubiosen Umständen ist sie im Zeitalter des Kolonialismus nach Berlin gelangt? Moderation: Jochen Marmit / Das Buch: https://www.ullstein.de/werke/die-koenigin/hardcover/9783549100745 / Unser Podcast-Tipp: Das Wissenhttps://www.ardaudiothek.de/sendung/das-wissen/8758500/
Zwei Schwester-Städte und ihr Umland: Das italienische Gorizia und das slowenische Nova Gorica sind »Europäische Kulturhauptstadt 2025«. Irene Hanappi: "Das frühere Görz und die friulanisch-slowenische Grenzregion sind ein kosmopolitisches Universum, eine unfassbar vielfältige Kulturlandschaft”. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise in die Region zwischen Alpen und Adria. Ihr Fazit: "Zwischen Italianità und Habsburgernostalgie, Weinbergen und Grenzsteinen, Sozialismus und kulinarischen Hotspots ist das Grenzgebiet nicht nur Begegnungsraum, sondern vor allem auch ein vielseitiges Reiseziel voller Geschichten, die es zu erzählen gilt”. Moderation: Jochen Marmit / Buchtitel: https://www.styriabooks.at/shop/stadt-land/gorizia-nova-gorica/?srsltid=AfmBOoqIAWwZi3hlowuMfDZGQsT1XvT2_zSUo8ZwBZGrkVXCikbwzcaA
Männer sind furchtbar stark, Männer können alles, Männer kriegen ´nen Herzinfarkt - die Älteren erinnern sich an Herbert Grönemeyers ironisches Lied über unser Männerbild - das war 1984 - längst überholt - könnte man denken - denn wir wissen natürlich: Auch Frauen können einen Herzinfarkt erleiden. Trotzdem sind es noch immer die Männer, deren Gesundheit häufig in den Fokus gerückt wird, wenn es um Herzerkrankungen geht. Unser heutiger Gast spricht von einer Vermännlichung der Herzmedizin und Vernachlässigung der Frauen- Herzgesundheit - und sie möchte Auswege zeigen, die nicht nur Frauen, sondern alle Besitzer eines Herzens interessieren werden."Save Your Heart - Starte deinen Weg in ein herzgesundes Leben” ist der Titel des Buches - Dr. Catharina Hamm ist Internistin und Kardiologin - sie spricht darüber, was wir alle präventiv für ein gesundes Herz tun können, welche Bedeutung die richtige Ernährung und Sport aber auch die Psyche haben, aber auch, inwiefern sich Herzprobleme bei Frauen möglicherweise ganz anders und auch später zeigen als bei Männern. Moderation: Kai Schmieding - Das Buch: https://www.dtv.de/buch/save-your-heart-44540 // Unser Podcast-Tipp: WDR 2 Frag dich fit - mit Doc Esser und Anne findet sich in der ARD Audiothek unter: https://www.ardaudiothek.de/sendung/wdr-2-frag-dich-fit-mit-doc-esser-und-anne/72578238/
Stellen Sie sich vor, Sie tragen ein Exoskelett, eine Art Rüstung. Sie haben sensorische Superkräfte, sie spüren die Schwingungsrichtung von Licht. Sie haben einen magnetischen Kompass. Sie haben Antennen auf dem Kopf, die so lang wie ein Arm sind und mit denen Sie schmecken, hören und Magnetfelder fühlen können. Und Sie können fliegen. Nein, Sie sind nicht Astronaut Matthias Maurer, der Podcast möchte Sie heute zu einem anderen Perspektivwechsel einladen: Es geht um die faszinierenden Sinnesorgane einer Biene - ein Insekt mit erstaunlichen Fähigkeiten, unser heutiger Gast, der Entomologe Prof. Dr. Lars Chittka sagt: Neue Forschungen zeigen, dass Bienen denken und fühlen, dass sie Persönlichkeit, wenn nicht gar Bewusstsein besitzen. Moderation: Kai Schmieding -- Unser Podcast-Tipp: IQ - Wissenschaft schnell erzählt - Link: https://www.ardaudiothek.de/sendung/iq-wissenschaft-schnell-erzaehlt/51140036/
Finsteres Mittelalter? Von wegen! Städte, wie wir sie heute kennen, entstanden um das Jahr 1200 herum. Zwischen 1150 und 1250 gab es einen Boom, schreibt Autor Matthias Wemhoff. Fast alle Städte, die wir heute in Deutschland kennen, entstanden Schlag auf Schlag nach 1150. Hatte es bis dahin auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation) 200 Städte gegeben, waren es hundert Jahre später 1200. Ein Faktor: Das Warmzeit-Klima, das die Landwirtschaft beflügelte, die wiederum eine wachsende Bevölkerung ernähren konnte. Mittelalterarchäologe Wemhoff und seine Co-Autorin, die Wissenschaftsjournalistin Gisela Graichen, zeigen im Buch, dass man lange Zeit den Aspekt des Planens bei der Entstehung der Städte stark unterschätzt hat. Sie belegen, wie in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts Landesherren in Städtegründungen eine Chance gesehen haben, ihre Einnahmen zu verbessern und ihr Territorium auszubauen und zu sichern - die Idee von der "Stadt aus wilder Wurzel” sei heute überholt. Wie wurden aus Städten dann Orte eigenverantwortlicher Mitbestimmung? Was haben Rathäuser und Marktplätze damit zu tun? Welche Rolle spielten schon früh urbaner Fortschritt in Technik und Medizin und das, was wir heute "Umweltschutz” und "Stadtmanagement” nennen? Das Buch erzählt aber auch, inwiefern unser Bild des Mittelalters zunächst vor allem Historiker geprägt haben und welche neuen naturwissenschaftlichen Methoden der Archäologie es heute ergänzen. Moderation: Kai Schmieding - Unser Podcast-Tipp: Alles Geschichte - Der History-Podcast https://www.ardaudiothek.de/sendung/alles-geschichte-der-history-podcast/82362084/
P, N und K - das sind die Elementsymbole für drei der wichtigsten Bestandteile unserer Existenz: Phosphor, Stickstoff und Kalium. Letztlich gäbe es ohne Mineralien nichts, auch den Menschen nicht: "Wir sind wandelnde, sprechende Mineralien” (Hoppenhaus). Vieles wird daraus hergestellt, Batterien etwa oder Schwarzpulver. Die Wissenschaftsjournalistin und Biologin Kerstin Hoppenhaus erinnert auch daran, wie mit Hilfe dieser drei Substanzen Mitte des letzten Jahrhunderts entscheidende Verbesserungen in einigen Entwicklungsländern erzielt wurden. Diese "Grüne Revolution” hat aber nicht nur wirtschaftlichen Fortschritt, sondern auch Schäden für die Umwelt mit sich gebracht. Ohne Kunstdünger wäre die Erdbevölkerung wohl nicht zu ernähren. Andererseits greifen wir, wie die Autorin darstellt, damit in die "großen biochemischen Stoffströme der Erde” ein. Mit dem Schicksal der Insel Banaba beleuchtet das Buch auch ein weiteres Kapitel der Kolonialgeschichte: Hoppenhaus erzählt, wie der britische Großindustrielle Lever seinen Reichtum durch rücksichtslosen Abbau von Phosphor gesteigert hat. "Die koloniale Jagd nach den Rohstoffen Phosphor und Kalium verwüstete im Pazifik ganze Landstriche” (Hoppenhaus). Das Buch beleuchtet aber auch Ideen, wie der Mensch besser mit seinen Ressourcen haushalten könnte: Eine Anpassung der globalen Düngepolitik etwa, oder die Frage, ob man natürliche Entitäten nicht zu juristischen Personen mit einklagbaren Rechten machen könnte. Können sich so zum Beispiel die Fische im Pazifik wehren? Moderation: Thomas Bimesdörfer - Unser Podcast-Tipp: Kemferts Klima-Podcast - https://www.ardaudiothek.de/sendung/kemferts-klima-podcast/93974926/
Der fulminante Sturz Assads ist u.a. für den Iran ein Weckruf, meint unser heutiger Gast: "Autoritäre Regime ohne Rückhalt in der Bevölkerung – wie auch jenes in Teheran – sind weniger widerstandsfähig als weithin im Westen angenommen". Außerdem hat Teheran mit dem Sturz des Assad-Regimes und der Niederlage der Hisbollah gleich zwei seiner wichtigsten Stützen im Nahen Osten verloren. Der deutsch-iranische Politologe und Direktor der Berliner Denkfabrik Center for Middle East Order Ali Fathollah-Nejad meint, der sogenannte schiitische Halbmond – der iranische Einflussbogen von Teheran über den Irak und Syrien bis zur Mittelmeerküste – sei zerbrochen. Was bedeutet das für die Iran-Politik des Westens? Welche strategischen Fehler der Vergangenheit sollten künftig vermieden werden? Wie kann eine bessere Iran-Politik aussehen, die sowohl westliche Werte wie auch Interessen berücksichtigt? Wie kann diese die Demokratiebewegung stärken und letztlich zur Sicherheit beitragen? Moderation: Jochen Marmit / Buchtitel: Iran – Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät / https://www.aufbau-verlage.de/aufbau/iran-wie-der-westen-seine-werte-und-interessen,-verrat/978-3-351-04249-3
"Wir müssen den Menschen besser zuhören!” Dieser Satz ist in vieler Hinsicht die kleine Schwester von "Wir müssen unsere Anliegen besser kommunizieren” - Leerformeln der politischen Rhetorik - als ob reale Konflikte gelöst und grundlegende Meinungsverschiedenheiten aufgelöst werden, wenn wir nur achtsamer miteinander im Stuhlkreis sind - unser heutiger Gast, der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Pörksen, nennt das "therapeutisch pastorale Zuhör-Appelle”, die das Wesen des Politischen und den nötigen Streit und Diskurs verkitschen. Es geht ihm in seinem neuen Buch um eine ganz andere Form des Zuhörens, die wir möglicherweise verlernt haben. Und die angesichts der Polarisierung und des fortwährenden Aneinandervorbei Redens im Netz, einen näheren Blick verdient. "Zuhören - die Kunst, sich der Welt zu öffnen” - ist der Titel des gerade erschienenen Buches von Bernhard Pörksen - es heißt darin: Wirkliches Zuhören ist gelebte Demokratie im Kleinen - er schreibt über die Kunst des Zuhörens und das Ringen um Gehörtwerden in den Zeiten der großen Gereiztheit, der Dauerablenkung und der Desinformation. Moderation: Kai Schmieding
Ende Januar, die guten Vorsätze haben viele schon über Bord geworfen, Fitness-Center für 12 Monate im Voraus bezahlt und merken jetzt, nachdem die Jahresanfangs- Motivation langsam nachgelassen hat: Das ist doch nix für mich. Ingo Froböse zeigt Wege auf, die möglicherweise mehr Spaß machen und die uns langfristig fröhlicher und gesünder machen. Er sieht die Gesellschaft "gefangen in einem Teufelskreis aus Stress, Schlaflosigkeit und Übermüdung. Die Unsicherheiten unserer Zeit – Kriege, Wirtschaftskrisen, Klimawandel, soziale Spannungen – befeuern die (gefühlte) permanente Alarmbereitschaft zusätzlich” (Froböse). Der Schlüssel: Die vier Bausteine Ernährung, Bewegung, Entspannung und Schlaf. In seinem aktuellen Buch verbindet er aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten nützlichen Tipps für den Alltag. Prof. Dr. Ingo Froböse war Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln, er leitete dort das Institut für Bewegungstherapie. Er arbeitet als Sachverständiger des Bundestages in Fragen der Prävention und als wissenschaftlicher Berater für Gesundheitsvorsorge bei Krankenkassen und war mehrfacher deutscher Vize-Weltmeister im Sprint. Moderation: Kai Schmieding. (Buchtitel: Energize your life! Mehr Energie mit dem Powermix aus Ernährung, Bewegung, Entspannung und Schlaf - https://www.zsverlag.de/book/energize-your-life-klappenbroschur-978396584515/)
Was kommt danach? Das ist die Leitfrage für Jens Siegerts Buch - denn, wie immer der Ukraine-Krieg auch ausgeht und wer auch immer irgendwann einmal Putin folgen wird: Wir werden mit unserem großen Nachbarn im Osten umgehen müssen. Der Autor, Politikwissenschaftler, der seit 30 Jahren in Moskau lebt, zeigt im Buch verschiedene Szenarien, wie sich Russlands Politik und Wirtschaft entwickeln könnten und was das für uns bedeutet. Jens Siegert meint: Zumindest unter diesen unfreien Bedingungen scheint es so, dass eine Mehrheit der Russen heute Putins Politik unterstützt. Heißt das wirklich, dass zu viele Menschen in Russland weder Demokratie noch Frieden wollen? Besteht überhaupt eine Chance, dass die Weltmacht irgendwann einen demokratischeren Weg einschlägt? Gibt es eine Zivilgesellschaft im Land, die sich für ein freies, demokratisches und friedliches Russland einsetzt? Auf welche Zukunftsszenarien sollte sich der Westen vorbereiten? Moderation: Kai Schmieding Buchtitel: Jens Siegert: Wohin treibt Russland? Szenarien für eine Zeit danach
Zu wenig Wohnraum, steigende Mieten, dazu der Lärm, Abgase, Dauerbaustellen und Beton: So nehmen wir häufig unsere Städte wahr, die uns Zeit und Nerven kosten, "oft wirken sie, als wären sie nicht für Menschen gemacht” (Beck). Noch dazu kommen die neueren Herausforderungen des Klimawandels, die mit sich bringen, dass Städte resilienter werden müssen gegen Hitze, Dürre und Überschwemmung. Trotzdem zieht es die Menschen in die Städte, weltweit, weil sie potenziell all das bieten, was sie heute attraktiv finden: Liberalität, Diversität, Möglichkeiten, Geld zu verdienen, Freizeit und Kultur. Wie kann vor diesem Hintergrund eine lebens- und liebenswerte Stadt der Zukunft aussehen? Wie werden wir unser Wohnumfeld anpassen, an Starkregen und Hitzeperioden, die alternde Gesellschaft und die Digitalisierung? Wie könnten neue Mobilitäts- und Energiekonzepte aussehen? Als Diplom-Ingenieurin für Architektur mit Schwerpunkt Stadtplanung und Fachjournalistin, aber auch als mitunter leidgeprüfte München-Bewohnerin kann Gabriela Beck Antworten geben. Moderation: Jochen Marmit (Buchtitel: Wie wir wohnen wollen - Was unsere Städte brauchen, um wieder lebenswert zu werden | Ein Bauplan für den Wandel )
Die beiden langjährigen China-Kenner und Wirtschaftsjournalisten Felix Lee und Finn Mayer-Kuckuk meinen: Xi Jinpings Ziel ist klar - "die Formung einer Welt mit China an der Spitze”. Welche Rolle kann da überhaupt Deutschland noch spielen? Können wir tatsächlich Verhandlungspartner auf Augenhöhe werden? Die Autoren sind optimistisch: China brauche uns, politisch und wirtschaftlich. Sie empfehlen, Schlüsseltechnologien, Infrastruktur und Digitalisierung voranzutreiben - "Unentschlossenheit und Harmoniedenken” aber schnellstens abzulegen. Dass China unser System infrage stelle, sollte uns nicht frustrieren, sondern motivieren. Felix Lee: "China als systemischen Rivalen zu verteufeln, wird nur wenig bringen, ebenso wenig darauf zu hoffen, dass die KP-Führung ein verlässlicher Partner wird. Vielmehr ist China ein knallharter Wettbewerber geworden. Wir müssen alle Anstrengungen mobilisieren, um Deutschland und Europa technisch, infrastrukturell und geopolitisch wieder nach vorne zu bringen. Dazu gehört auch eine umfassende Industriepolitik”. Moderation: Jochen Marmit
In diesen letzten Dezembertagen ist vielen von uns das Thema Eisenbahn nah - sei es, weil unsere Kinder oder Enkel gerade mit leuchtenden Augen vor der H0 - Landschaft und den beleuchteten Faller-Häuschen stehen - oder weil wir quer durchs Land fahren, um unsere Familien zu den Festtagen zu besuchen. Ja wenn wir denn fahren, und es mal keine so genannten Störungen im Betriebsablauf gibt - wenn Verbindungen mal nicht ausfallen, Anschlüsse mal erreicht werden - das Bordbistro und die Toiletten offen sind, wenn es keine Weichenstörung, Stellwerksstörung oder Oberleitungsstörung gibt - wenn wir mal nicht eine Durchsage wie die folgende hören: »Reisende, die sportlich unterwegs sind und nicht zu viel Gepäck haben, sollten den Anschlusszug noch erreichen« … Kein Wunder, dass die Deutschen der Bahn mit einer Art Hass-Liebe begegnen … Aber warum ist die Bahn überhaupt in diesen Zustand geraten? Darüber und über Auswege spricht Kai Schmieding mit unserem Gast Johann Günther König.
Viele von uns lieben das Meer. Aber würden Sie es auf sich nehmen, in einem Leuchtturm im rauen Norden zu leben und seinen Gewalten und dem Sturm permanent ausgesetzt zu sein? Mit Anfang 30 verwirklicht Autor Thomas Bickhardt seinen Traum und pachtet einen Leuchtturm in Norwegen. Er berichtet darüber, wie es ist, auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, er kämpft mit "den Elementen, dem Job des Leuchtturmwärters, dem Scheitern von Plänen und den Rückschlägen des Alltags”. Und lernt dabei viel über sich selbst. Verlagstext: "Am Ende von inzwischen 30 Jahren im sturmausgesetztesten Haus Norwegens macht ihn das Wissen stark, dass es den Stillstand nicht gibt, dass das Leben und das Meer sich immerzu verändern und der nächste Tag immer die Chance in sich trägt, ganz anders zu werden”. Moderation: Jochen Marmit
Ein Regime, das seinen Bürgern seit einiger Zeit angeblich mehr soziale Freiheiten gewährt, andererseits aber mit aller Härte gegen Kritiker vorgeht. Die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien habe sich gerade in der letzten Zeit weiter verschärft, meint die Autorin Nadine Pungs. Laut Amnesty International gilt das besonders für die Lage der Frauen: Saudi-Arabiens "Vision 2030” beschreibt die Frauenrechte zwar als "ein großes Kapitel” und spricht davon, dass Frauen "ermächtigt” werden sollen - die Lebensrealität sieht aber oft ganz anders aus: Auch wenn Frauen nun Auto fahren dürfen und die strikte Geschlechtertrennung in öffentlichen Räumen gelockert wurde, schränkt laut Amnesty immer noch das "Vormundschaftssystem” die Grundfreiheiten der Frauen erheblich ein. Autorin Nadine Pungs hat für das Buch Saudi-Arabien alleine erkundet. Dabei lernte sie, wie sie sagt, "besonders die weibliche Seite des Landes kennen”, trifft etwa eine feministische Koranlehrerin und eine lesbisch lebende Ingenieurin. Pungs meint: "Ich habe ein Land im Aufbruch erlebt, ein Sowohl-als-auch-Land, in dem das Schreckliche und das Schöne nebeneinander existieren”. Moderation: Jochen Marmit
Klimaschutz ist keine Pizza. Diesen Satz hat unser heutiger Gast geprägt - und er meint damit: Du kannst nicht in einem Anfall von Konsum-Sofortismus Klimaschutz vom Sofa aus bestellen und ihn dann bequem und schnell nach Hause geliefert bekommen. Möglicherweise ist dieser Prozess mit mehr Eigeninitiative und Entbehrungen verbunden, als man uns bislang erzählt hat. Umso wichtiger ist es, dass wir uns bei der Klimaschutzpolitik auf das Richtige konzentrieren. Uli Burchardt ist OB von Konstanz seit 12 Jahren und kennt sehr genau die ganz konkreten kontroversen Diskussionen darüber, vor Ort in seiner 86 000-Seelen-Stadt, wie der Mensch denn dem Klimawandel begegnen sollte - und was dabei alles ökonomisch und sozial abzuwägen ist, damit das Ansinnen nicht Opfer politischer Grabenkämpfe wird. Er plädiert in seinem neuen Buch für einen neuen Blick auf den Naturschutz, der für ihn in allererster Linie: Menschenschutz ist. Buchtitel: "Menschenschutzgebiet - Wie die Stadt der Zukunft ein Teil der Natur wird". Uli Burchardt will darin den vermeintlichen Gegensatz zwischen dem Schädling Mensch und der schützenswerten Natur aufheben - und seine Vorstellung einer klimaneutralen und lebenswerten Stadt skizzieren. Seine Stadt Konstanz war die erste, die im Jahre 2019 den so genannten Klimanotstand ausgerufen hat. Moderation: Kai Schmieding
Gerhard Conrad ist promovierter Islamwissenschaftler und war bis zu seiner Pensionierung Chef des Leitungsstabes des BND und Leiter des "Intelligence Analysis Center” in Brüssel - er kennt also den "Maschinenraum” und die konkrete Arbeit der Geheimdienste aus eigener Anschauung. Er weiß aus persönlicher Erfahrung, was es bedeutet, in humanitären Angelegenheiten mit komplizierten Partnern zu verhandeln: Hamas, Hisbollah, Israel, Ägypten, Qatar, die Türkei, der Iran. In seinem Buch beleuchtet er, warum Nachrichtendienste in seinen Augen immer wieder scheitern. Er fragt, warum passieren konnte, was am 7. Oktober in Israel geschah: "Wie haben die Geheimdienste die nahende Katastrophe nicht erkennen können, auf welchen Ebenen sind sie oder auch Entscheidungsträger gescheitert?”
"Depression ist eine Volkserkrankung, die wirklich jeden treffen kann, und stellt eine massive Belastung in allen Lebensbereichen dar”, meint unser heutiger Gast, der Experte für die Behandlung von Depression, Prof. Dr. Andreas Menke. Etwa jeder Fünfte erleidet mindestens eine depressive Episode in seinem Leben. Man geht davon aus, dass in einem Jahr etwa 8,2 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland an einer Depression leiden, das sind 5,3 Millionen Menschen. Studien zeigen, dass es Betroffene bei schweren psychischen Erkrankungen wie einer schweren Depression möglicherweise mehr als zehn Jahre kostet, die sie früher sterben. Das durch die Depression verursachte Leid lässt sich zwar nicht in Zahlen ausdrücken. Der wirtschaftliche Schaden, den sie verursacht, lässt sich jedoch schon errechnen: In Europa, so schätzt man, sind etwa 30 Millionen Menschen von der Depression betroffen, was geschätzt 92 Milliarden Euro kostet. Gleichzeitig gibt es gerade bei dieser Krankheit immer noch eine gesellschaftliche Stigmatisierung. Dem setzt der Mediziner Andreas Menke Aufklärung entgegen - und gibt Hoffnung, dass vielen Menschen geholfen werden kann: Wie entsteht Depression? Was kann man selbst dagegen tun? Wie findet man die passende Therapiemethode bzw. einen Therapieplatz? Moderation: Kai Schmieding
Es ist für uns Mediennutzer hier in Deutschland in manchen Wochen inzwischen nur noch eine Meldung in den Nachrichten, manchmal ein kurzer Filmbericht - und bei all den sonstigen Ereignissen auf der Welt gerät Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sogar manchmal aus dem Fokus. Für viele Menschen in der Ukraine bleiben aber die Verheerungen des Krieges Alltag. Stephan Orth ist durchs Land gereist - nach Kyjiw und Odessa, nach Charkiw und in die Karpaten. Er fragt, wie es den Menschen geht, die geblieben sind, wie ihr Alltag aussieht - und was ihnen Hoffnung macht. Er will uns damit eine Perspektive auf das Land eröffnen, "die weit über den Krieg hinausreicht” und dabei Antworten auf die Frage geben, was das alles mit uns zu tun hat. Moderation: Jochen Marmit
Julia Friedrichs hat sich schon lang mit der Verteilung von Geld in unserem Land beschäftigt. In ihrem aktuellen Buch fragt sie: Welches Ausmaß an Ungleichheit verträgt das Zusammenleben in einer Gemeinschaft? Wieviel dürfen Einzelne für sich beanspruchen in einer Welt, in der die Ressourcen endlich sind? Müssen wir dem Reichtum Grenzen setzen? Oder würde es schlicht und einfach erst Mal reichen, Steuerfschlupflöcher zu stopfen? Bei aller Kritik an der Ungleichheit hilft und Friedrichs' Recherche aber auch dabei, die Welt mal aus der Perspektive der sehr sehr Wohlhabenden zu sehen. "Reichen-Bashing" liegt ihr fern. Moderation: Kai Schmieding / Buchtitel: "Crazy Rich - die geheime Welt der Superreichen".
Wie wollen wir miteinander weiterleben? Wie für Zusammenhalt sorgen statt weiterer Spaltung? Das sind die zentralen Fragen für Marko Martin. Er beschreibt, wie sich das Leben der Menschen jüdischen Glaubens nach dem Angriff der Hamas auf Israel verändert hat. Er beobachtet "auf der einen Seite die sich polarisierende Öffentlichkeit, die Relativierungen und Rechtfertigungen. Auf der anderen die Jüdinnen und Juden in Deutschland und Israel, in deren täglichen Leben nichts ist wie zuvor”. Martin: "Jüdinnen und Juden machen wieder die Ur-Erfahrung der Schutzlosigkeit, besonders nach den Bildern jubelnder Islamisten in deutschen Großstädten. In Israel hat der Massenmord der Hamas tiefe Wunden gerissen, Kindergärten, Bibliotheken, Kibbuzim – plötzlich Schauplätze des Terrors. Das entsetzliche Schicksal der Geiseln. Dazu der Gaza-Krieg und eine Regierung, gegen die Hunderttausende Israelis protestieren”. Was können wir tun, was können wir dem Hass entgegensetzen? Wie brechen wir aus Gewalt- und Vergeltungsspiralen aus? Wie können wir in politischen Debatten die Empathie für die Opfer der Gewalt behalten? Was können wir lernen, wenn wir die Geschichten der einzelnen Menschen hören? Gelingt "die Reparatur der Welt” ? Moderation: Jochen Marmit
Der Politikwissenschaftler Tareq Sydiq meint: "In der Gegenwart scheinen Proteste präsenter denn je, und es hat sich verändert, wer wofür oder wogegen und in welcher Form protestiert: von Frauen, die ihre Kopftücher verbrennen, über Bauern, die mit ihren Traktoren Straßen blockieren, oder Klimaaktivist:innen, die sich am Boden festkleben, bis hin zu Social-Media-Posts unter Hashtags wie GegenRechts, MeToo oder MutZurWahrheit”. Was macht diese Proteste aus? Wie ändern sich im Laufe der Jahrzehnte die "Moden” und "Formen” der Protestkultur? Wie wirkungsvoll, wie nachhaltig sind aktuelle Protestbewegungen? Wie weit dürfen sie gehen? Ist es das Wesen von wirkungsvollem Protest, dass er "Kollateralschäden” in Kauf nimmt, möglichst vielen Menschen "weh tut”, um sie zu einem Umdenken zu bringen? Können Protestbewegungen die Gesellschaft tatsächlich verändern? Moderation: Jochen Marmit
"Fragen an die Autorin” war am 8. September auf der Buchmesse Hombuch in Homburg im Siebenpfeifferhaus zu Gast. Heute hören Sie den Mitschnitt dieser Veranstaltung mit Schulleiterin und Digital-Expertin Silke Müller. Ihr Thema ist, wie künstliche Intelligenz und digitale Medien Familien und Schule verändern. Denn: Haben Sie eine Ahnung, womit ihre Kinder und Enkel jeden Tag per Smartphone konfrontiert werden? Szenen verstörender Gewalt, schon morgens im Schulbus, mal eben rübergeschickt aufs Smartphone. Mobbing, Tierquälerei, Volksverhetzung, Porno - schon für 12jährige. Die Autorin meint: "Der Mechanismus bei diesen Plattformen ist, dass man durch hohe Klickzahlen belohnt wird. Das heißt, Grausamkeit und Sensationsnachrichten bringen Quote und Klicks.” Wie begleiten wir unsere Kinder kompetent in dieser digitalen Welt, damit ihre Seelen keinen Schaden nehmen? Braucht es Handyverbote in Schulen oder Inhalte-Filter? Sollte man Tiktok von den Geräten der Kinder verbannen? Inwiefern stellt Künstliche Intelligenz dabei eine besondere Herausforderung dar? Moderation: Kai Schmieding
Italien - das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2024: Publizistin und Investigativ-Journalistin Petra Reski nimmt uns in diesem Buch mit zu Orten und Menschen, die viel über den gegenwärtigen Zustand des Landes erzählen, sie berichtet aus Gerichtssälen, Gefängnissen, Petrochemieanlagen, aber auch aus "Palazzi, vertrockneten Olivenhainen und antiken Ruinen” - und natürlich auch von den Esstischen: Gerade die bis zuletzt sogar in unseren Feuilletons ausgetragene Diskussion, was denn nun die wahre italienische Esskultur sei und wer warum (k)ein Recht habe, sie für sich zu adaptieren (Carbonara mit Sahne? Sakrileg! Cappuccino nach 12 Uhr? Frevel!), sagt viel über das Verhältnis Italiens zu seiner Kultur und Identität. Moderation: Thomas Bimesdörfer
Wenn Sie wissen wollen, wie es unserem Land geht, wieviel Einigkeit es gibt oder wieviel Spaltung, dann können Sie sich natürlich offizielle Dokumente wie den Bericht zur Deutschen Einheit angucken - der trägt in diesem Jahr den Titel: Ost und West - frei, vereint und unvollkommen - Sie können sich auch Wahlergebnisse angucken und deren Analysen, um herauszufinden, wie es dem Land geht - oder Sie können es machen wie unser heutiger Gast, und ganz subjektiv rangehen - der ist mit dem Fahrrad durch unser Land gefahren und hat einfach mal mit den Menschen gesprochen. Er fragt nach, warum Menschen Rechtsextremisten hinterherlaufen, welche Bedeutung Gefühle des Abgehängtseins und des Kontrollverlusts damit zu tun haben - und er gibt dabei die Hoffnung niemals auf, dass man vielleicht auch Gräben überwinden kann mit der Kraft des Wortes. Hasnain Kazim ist gebürtiger Oldenburger und Sohn indisch pakistanischer Einwanderer, hat mal eine Laufbahn als Marineoffizier eingeschlagen, dann aber als Journalist gearbeitet, für die DPA und vor allem für den Spiegel - vor allem als Auslandskorrespondent in Islamabad, Istanbul und Wien. Moderation Kai Schmieding
Wenn man unserem heutigen Gast zuhört, dann fragt man sich, warum die Evolution vielen von uns diese große Angst vor Spinnen mitgegeben hat - denn er sagt: Sie sind faszinierende und nützliche Tiere, die unter uns sind, mit uns leben, lange vor uns hier waren, Klimakatastrophen und Massensterben überlebt haben - und vermutlich auch noch hier sein werden, wenn wir längst weg sind. "Von Spinnen und Menschen" ist der Titel des Buches, Untertitel, "Eine verwobene Beziehung" - Jan Mohnhaupt erzählt darin nicht nur von seiner Vogelspinne Alpha, sondern bringt uns die Gliederfüßler näher, indem er in die Psychologie, die Sprachwissenschaft und die Philosophie mit uns eintaucht. Die Spinne, "eine wirkmächtige Akteurin, die die Geschichte der Menschen mitbeeinflusst, aber als solche bislang weitgehend unbemerkt geblieben ist". Moderation: Kai Schmieding
Sie nehmen das auf unseren Straßen wahr: Diese automobilen Dickschiffe, mit denen die Menschen beim Bäcker vorfahren, Elektromotor, 650 PS, mit Marken, die teils fremdartig für unsere Ohren klingen: BYD. Nio. Geely. Kommt alles aus China! Genau wie ein Großteil der Werbung bei der EM, als die Banden chinesisch trugen. TikTok, die Video-Community, die ihre Kinder und Enkel onlinesüchtig macht: Auch aus China. Beispiele die zeigen, wie dieses Land an Einfluss bei uns gewinnt… Umgekehrt sind deutsche Großkonzerne Weltspitze in ihrer Begeisterung für China, so formuliert es unser heutiger Gast: 34 Prozent aller europäischen Direktinvestitionen in der Volksrepublik stammen von nur vier Unternehmen: Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz und BASF. Das hat Adrian Geiges neulich in der ZEIT geschrieben - und er hält das für eine äußerst bedenkliche Entwicklung - ja sogar für naiv. Warum, das erklärt er in seinem neuen Buch. Es trägt den Titel "Front gegen die Freiheit” - Untertitel Peking, Moskau und ihre Komplizen in aller Welt - Adrian Geiges warnt darin davor, dass Putin, Xi Jinping und Co weltweit die Demokratie aushebeln könnten - er beleuchtet den wie er ihn nennt, "neuen chinesisch-russischen Ostblock”, seine ideologischen Wurzeln und seine Geschichte - und natürlich sucht er auch nach Antworten auf die Frage, was das alles für uns bedeutet und wir wir im Westen auf diese Entwicklungen reagieren sollten. Moderation: Kai Schmieding
Sensibilität und Achtsamkeit, Empathie, ein Sinn für die Verwundbarkeit unserer Mitmenschen - das sind großartige Errungenschaften unserer modernen Welt. Die Autorin meint jedoch, es gibt auch eine Kehrseite: Sie sieht eine "schleichende Werteverschiebung”, eine "Einschränkung unserer individuellen Freiheit”. Ihre These dekliniert sie anhand verschiedener Themenfelder durch: Es geht etwa um die Corona-Pandemie und den Umgang mit medizinischen Risiken, Fragen der sexuellen Selbstbestimmung, Diskriminierung und die Diskussion über Schwangerschaftsabbruch. Gibt es tatsächlich eine "neue Empfindlichkeit” in unserer Debattenkultur? Blockiert sie tatsächlich "gesellschaftliche Aushandlungsprozesse”? Und was wären Auswege? Unser Gast Frauke Rostalski geboren 1985, ist Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie, Wirtschaftsrecht, Medizinstrafrecht und Rechtsvergleichung an der Universität zu Köln. Seit 2020 ist sie Mitglied des deutschen Ethikrates. Moderation: Jochen Marmit
Was für ein unerwartet turbulenter Wahlkampf in den USA - mancher reibt sich die Augen, wie rasch "Ersatzkandidatin” Kamala Harris Bidens "natürliche Nachfolgerin” geworden ist. Hat sie, der man so lange nachgesagt hat, sie habe als sein Vize kein Profil entwickelt, eine Chance gegen Donald Trump? Die Autorin, langjährige Korrespondentin der ZEIT, liefert jedoch eine Analyse der USA in diesem Wahljahr, die weit über solche Personalien hinausgeht: Sie porträtiert in ihrem aktuellen Buch einen "Kapitolstürmer”, einen "Black Lives - Matter- Aktivisten” und eine Latina, deren Eltern illegal eingewandert sind. Worum geht es im US-Wahlkampf wirklich? Warum ist die Gesellschaft dermaßen zerrissen? Wie kam es zur Erosion der bürgerlichen Mitte?
Man kennt ihn als Sprecher und Geschäftsführer des "Paritätischen” (Wohlfahrtsverbands), dessen Geschicke er von 1999 bis 2024 leitete und dabei immer wieder, auch in den Medien, als engagierter Kritiker sozialer Verhältnisse in unserem Land aufgetreten ist. In seinem neuen Buch stellt er unserem Land, uns allen, kein gutes Zeugnis aus und meint: Wir haben versagt. Schneider: "Die Bundesrepublik stand mit Corona, Energiekrise und explodierenden Lebenshaltungskosten vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte, es wurden unvorstellbare Summen in zahllosen Entlastungspaketen ausgegeben. Trotzdem gelang es nicht, die Gesellschaft in ihrer Krise zusammenzuhalten”. Schneider sieht eine tiefere soziale Spaltung denn je und meint, das habe auch etwas mit der Politik der Großen Koalition und der Ampel zu tun. Welche Auswege gibt es? Welche Chancen sieht er? Wie kann Spaltung überwunden werden?
Wann haben Sie sich das letzte Mal gefragt, ob Sie sich edel und gut verhalten? Ob Sie fair zu Ihren Mitmenschen sind, niemanden beleidigen, sich einsetzen für Schwächere? Für Menschen, die qua Geburt vielleicht nicht so viel materielles Glück, nicht so gute Chancen geschenkt bekommen haben? Wie steht's um Ihren Umgang mit der Umwelt und mit der Frage, welche Erde wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen? Wie wir mit Minderheiten umgehen und uns für Diversität einsetzen? Alles große Fragen der Moral, schwierig zu beantworten - aber es zeichnet uns als Gesellschaft aus, dass wir dazu eine Haltung suchen und diese auch zeigen wollen - und das ist ja auch gut so. Was ist aber, wenn es, etwa in den so genannten sozialen Medien in der moralischen Auseinandersetzung gar nicht mehr um die Sache geht, sondern vorrangig um Selbstdarstellung und Prestigegewinn, gewissermaßen um Akkumulation moralischen Kapitals, um Moral als Statusobjekt? Dann sind wir, so beschreibt es der Publizist und Philosoph Philipp Hübl, mittendrin im Moralspektakel. Welche Auswege gibt es? Wie finden wir zu einer "universellen Ethik", die tatsächlich die Missstände beseitigt? Moderation: Kai Schmieding
Daniel Etter ist nicht nur Pulitzer-Preis-prämierter Fotograf - er ist auch Autor und: Landwirt. In Nordspanien bewirtschaftet er einen kleinen Hof: Olivenba?ume, Obst und Gemu?se baut er an – nach Methoden der nachhaltigen Landwirtschaft. Im Buch zeigt er, dass es auf der ganzen Welt viele gute Ideen gibt, der industriellen Art der Acker- und Viehwirtschaft etwas entgegenzusetzen. In England lässt er sich etwa von einem Pionier die Idee des Waldgartens erklären, er besucht Landwirte in Deutschland und Österreich, Schäfer in Frankreich und Viehzüchter im Schwarzwald. Diese Reportagen verbindet er immer wieder mit der Beschreibung des Jahreslaufs auf seinem Hof: "Pflanz- und Pflegearbeiten, der Kampf mit Klimaerwärmung und Wetterschwankungen, Enttäuschungen und freudige Momente, das Nachdenken über den Weg zu einer besseren Zukunft” (Etter). Moderation: Jochen Marmit
Natürlich sind Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel Gegenstand politischer Verhandlungen - so funktioniert unsere Demokratie. Und es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, mit welchen Instrumenten wir dieser Herausforderung begegnen sollten. Klimaforscher Mojib Latif wendet jedoch ein: Mit dem Klima könne keiner verhandeln - die Welt säge trotz besseren Wissens an dem Ast, auf dem sie sitze. Latif beleuchtet im Buch dabei vor allem auch die Interessen weniger mächtiger Konzerne, die in seinen Augen von dieser Entwicklung profitieren. Die zentrale These des Buches: "Der Klimawandel ist zum verhängnisvollen Verhandlungsgegenstand geworden. Nur wenige können dabei gewinnen – Zahllose verlieren. Doch es gibt Hoffnung: Die Zukunft nachfolgender Generationen kann gerettet werden, wenn wir uns auf globale Zusammenarbeit besinnen sowie Wohlstand und Nachhaltigkeit in Einklang bringen”. Moderation: Jochen Marmit
Wie schützen wir unsere verwundbare Demokratie? Maximilian Steinbeis, Jurist und Experte für alle Fragen zum Grundgesetz, zeigt am Beispiel Thüringen, wie Populisten den freiheitlichen Staat zerstören könnten, indem sie Gesetze und Institutionen "missbrauchen” (Steinbeis): Schulen und Universitäten, Justiz und Polizei, Medien und Kunst. Er meint: "Es bleibt nur noch wenig Zeit, unsere Freiheit gegen diese Angriffe zu verteidigen”. Moderation: Kai Schmieding
Katja Eichinger ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Journalistin - ihr Buch trägt den Titel: Das große Blau - … es ist keine reine Schwärmerei - sie schreibt auch kritisch - allerdings immer ohne moralischen Zeigefinger über vulgäre Zurschaustellung von Reichtum, über Übertourismus und so manch interessanten kulturellen Hintergrund der Geschichte der Cote d'Azur. Moderation: Kai Schmieding
Andreas Michalsen ist Fasten- und Ernährungsmediziner, seit 15 Jahren Chefarzt im Immanuel Krankenhaus Berlin, er lehrt und forscht als Professor für klinische Naturheilkunde der Charité - im Gespräch beschreibt er nicht nur, welche Nahrungsmittel heilen und den Alterungsprozess bremsen können - er erklärt auch, wie die Stoffwechsel-Vorgänge im Körper ablaufen, und wie Sie, basierend auf diesem Wissen, es auch wirklich schaffen, ihr Ernährungsverhalten dauerhaft zu verändern. Das kostet mehr als einen Knopf- oder Spritzendruck à la Wegovy - aber es erhöht auch langfristig die Chance auf viele einigermaßen beschwerdefreie Jahre… Moderation: Kai Schmieding
In ihrem Blick zurück nach vorn zeichnen die Autoren Christoph Safferling und Friedrich Kießling die Entwicklung von Rechtsstaat und Demokratie in Deutschland der letzten 75 Jahre nach. Sie meinen: "Unsere Demokratie ist stabiler als viele Schwarzseher wahrhaben möchten. Der gesellschaftliche Zusammenhalt während der stürmischen Krisen der zurückliegenden Jahre – Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Pandemie, Ukrainekrieg – hat sich als resilient erwiesen”. Allerdings sind die Herausforderungen groß, das zeigen nicht nur aktuelle Umfragen und Wahlergebnisse - etwa die Bedrohung durch Extremisten. Wie kann sich der Rechtsstaat so reformieren, dass er eine freiheitliche Demokratie bleibt? Friedrich Kießling ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bonn. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Nachwirkungen des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik. Christoph Safferling ist Professor für Strafrecht und Völkerrecht an der Universität Erlangen-Nürnberg und Direktor der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien. Moderation: Jochen Marmit
Marlon Brando als Gentleman. Tony Soprano als Mann, dessen Probleme man als Zuschauer nachvollziehen kann und ihn teils sogar sympathisch findet. Männer im schwarzen Anzug mit der Pistole im Hosenbund, diese Bilder kommen Ihnen vielleicht in den Sinn, wenn Sie an die Mafia denken - oder eben: Blutvergießen, Bilder aus Sizilien, wo die Cosa Nostra keinen Mord scheute … Durch die vielen popkulturellen Darstellungen von Mafia hat das Thema ja für viele etwas Faszinierendes, dem man sich mit einer gewissen Angstlust nähert. Dass die Realität mafiösen Wirkens zumindest hier in Deutschland komplett anders aussieht - darüber informiert uns unser heutiger Gast, sein Buch trägt den Titel: "Germafia. Wie die Mafia Deutschland übernimmt". Sandro Mattioli ist Investigativ-Journalist und Gründer des Vereins mafianeindanke und Experte für das Thema italienische Mafia in Deutschland - er hat viele Kronzeugen und Staatsanwälte getroffen und mit Ermittlern und Angehörigen von Mafia Opfern gesprochen. Er schreibt im Buch, wir müssen schnellstens Gegenwehr ergreifen, um unsere politische und wirtschaftliche Grundordnung zu schützen. Denn wir haben es zu tun mit einer komplexen, strategisch auf der Höhe der Zeit agierenden Organisation, gegen die der Staat zu wenig unternehme. Wie die Mafia hierzulande agiert, wie sie die demokratische Grundordnung angreift und dabei uns allen, nicht zuletzt als Steuerzahler, schadet, wie ihre Geschäfte aussehen, wie sie die Nähe zur Politik sucht und warum Instrumente nicht genutzt werden, sich gegen sie zur Wehr zu setzen, sind Fragen des Podcasts. Moderation: Kai Schmieding
Was bedeutet das, "Staatsräson”? Wie weit geht unsere besondere deutsche Verpflichtung, Israel beizustehen? Kann sie "bedingungslos” sein? Der Autor, langjähriger früherer ARD Korrespondent und Politik-Journalist, kennt Israel sehr gut. Er fragt: "Kann die Solidarität bedingungslos sein angesichts einer israelischen Regierung, der rechtsextreme Minister angehören? Deren umstrittene Reform des Verfassungsgerichts viele Israelis als Angriff auf die Demokratie interpretierten und die den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau forciert? Was ist legitime Kritik, und wo beginnt als Israelkritik verbrämter Antisemitismus?” Moderation: Jochen Marmit
Ok Boomer! Wenn Sie noch vor gar nicht allzu langer Zeit diese Worte gehört haben, dann wollten Ihnen junge Menschen sagen: Du bist alt, du bist übergriffig, Du bist selbstzufrieden, ja du bist sogar zu verachten, weil Du in Deiner viel zu großen Wohnung sitzt, deine üppigen Versorgungsbezüge genießen wirst, "und außerdem habt Ihr Boomer uns einen ruinierten Planeten hinterlassen, weil ihr konsumiert habt, als gebe es kein Morgen …" - so könnte ein Social Media Post der Gretas dieser Welt aussehen. All das schwingt bei diesem Begriff Boomer mit, der in den letzten Jahren eine erstaunliche Karriere gemacht hat. Was blüht den Boomern, wenn sie jetzt in Rente gehen? Was wird uns möglicherweise fehlen? Wie haben die Boomer die Gesellschaft geprägt? Unser heutiger Gast kann Antworten darauf geben, er ist nicht nur einer der bekanntesten Soziologen in Deutschland, er ist auch, wie er sagt, ein früher Boomer - und er hat in seinem aktuellen Buch die Generation der Babyboomer porträtiert. Heinz Bude, in Wuppertal geboren, Jahrgang 1954, sein Buch trägt den Titel "Abschied von den Boomern”. Im Mittelpunkt stehen die so genannten Babyboomer, also die geburtenstarken Jahrgänge, die zwischen Mitte der 50er und 1970 zur Welt gekommen sind, und unser Land maßgeblich gestaltet haben. Sie wurden erwachsen in den Jahren der großen Beschleunigung, schreibt Heinz Bude, aber sie haben im Westen auch AIDS und Tschernobyl erlebt und im Osten in der Wende ihr Leben umgestellt. Was passiert nun, wenn die Boomer gehen? Was nehmen Sie mit? Was können wir von ihnen lernen? Was geht uns allen möglicherweise verloren und inwiefern könnte das aber auch eine Art Befreiung sein ? Moderation: Kai Schmieding
Haben Sie schon Ihr Auto geschmückt mit einer Nationalflagge Ihrer Wahl? Vielleicht ja schwarz rot gold? Vielleicht auch ein Fähnchen am Balkon? Möglicherweise erinnern Sie sich auch noch an das so genannte Sommermärchen 2006, da war das in vielen Fällen Usus. Und heute? Ist dieses Land überhaupt in EM-Stimmung? Angesichts der vielen Krisen? Welche positive Wirkung könnte so ein Sportfest auf die Gesellschaft haben, wenn wir denn in Stimmung kommen? Was erzählt das Fansein über das Menschsein? Das sind die Fragen dieser Tage - über einige können wir heute sprechen mit Ilija Trojanow, Romancier, Reporter, politischer Kolumnist. Er nimmt uns in seinem neuen Buch mit in die Welt der Fans und des Sports, es geht nicht nur um Fußball, sondern auch um Sportarten wie Darts, Tennis, die Tour de France - und immer wieder um die Fragen: Was macht das Fansein, die sportliche Leidenschaft aus? Wie kann uns das gemeinsame Mitfiebern möglicherweise zusammenschweißen? Für ein Wir-Gefühl sorgen? Und wie problematisch ist das, wenn das ein ausschließendes Wir wird? Moderation: Kai Schmieding
Dass man heute manchen Kindern erklären muss, dass es Fisch nicht nur als Stäbchen gibt, erzählt etwas viel über unser Verhältnis zu diesen Lebewesen. Unser Gast berichtet darüber, welche Wirkung die Klimakrise auf Fische hat, wie der Mensch ihre Bestände durch Überfischung bedroht und wie Mikro- und Makroplastik nicht nur den Tieren, sondern auch denen, die sie verzehren, schaden. Ist es überhaupt noch politisch korrekt, Fisch zu essen? Welche Rolle spielen "Bio”, "Aquakultur” und "Nachhaltigkeitszertifikate”? Wie könnte eine nachhaltigere Fischerei aussehen? Und worauf sollten Sie achten, wenn Sie an der Fischtheke stehen? Moderation: Jochen Marmit
Weinexperte Carsten Henn plädiert für einen entspannten Umgang mit dem edlen Getränk, spricht darüber, warum der Klimawandel auch positive Folgen für deutschen Wein hat, was am veganen Wein vegan ist - und wie Wein-Novizen sich herantasten können."Gebrauchsanweisung für Wein" - so heißt das aktuelle Buch von Carsten Henn - es bietet viele interessante Fakten über die Welt des Weins, viele ganz konkrete Hinweise für alle, die beispielsweise im Discounter sich nicht einen schlimmen "Chateau Aspirine" andrehen lassen wollen. Es ist keine Feier des Alkoholkonsums - im Gegenteil- auch der schädlichen Wirkung des Alkohols und den teils irreführenden Studien, die Wein mit Gesundheitsförderung in Zusammenhang bringen, widmet Carsten Henn ein Kapitel und natürlich spielt der Klimawandel eine Rolle. Unser Lieblingszitat aus dem Buch ist allerdings: "Es gibt Weine, die mit den Jahren besser werden. Dann gibt es Jahre, die nur mit Wein besser werden".Carsten Henn ist weithin anerkannter Weinjournalist, war lange Zeit in der Chefredaktion der Zeitschrift Vinum - er hat in dieser Zeit nach eigenen Angaben in einem Jahr zwei bis 3000 Weine verkostet - und er besitzt einen Weinberg an der Terrassen-Mosel. Moderation: Kai Schmieding
Sie sind Großeltern, Sie sind Eltern. Dann wissen Sie, dass es nicht nur wunderbar und erfüllend ist, so einen kleinen Menschen beim Wachsen und Gedeihen zu begleiten - sondern dass das auch mit vielen Herausforderungen, Rückschlägen und emotionalen Achterbahnfahrten verbunden sein kann. Und als Eltern, die heute im Netz an jeder Ecke mit Erziehungsratschlägen und mit der weichgezeichneten Ideal-Familienwelt so genannter Influencer konfrontiert werden, fragen Sie sich oft: Mach ich was falsch? Richte ich gar irgendwelche Schäden an? Bin ich gleich Helikopter-Papa, wenn ich zu achtsam dem Kind gegenüber bin? Bereite ich es gut genug vor auf die digitale Welt, deren jüngste Entwicklungen ich selber kaum erfassen kann? Was macht eine gute Kindheit aus? Kann die überhaupt stattfinden in den Schulen und Kitas, wie wir sie heute in unserem Land haben? Orientierung und Inspiration zu diesen Fragen kann uns unser heutiger Gast geben - der Kinderarzt und Erziehungsexperte Herbert Renz-Polster. Moderation: Kai Schmieding
Die leicht chauvinistisch angehauchte Frage des Westens: "Was können wir von denen schon lernen?” ist einer der Dreh- und Angelpunkte Walter J. Lindners, der Indien sehr gut kennt - als ehemaliger Botschafter und Reisender. Er meint: "Das bevölkerungsreichste Land der Erde wird als gigantischer Absatzmarkt, Fachkräftereservoir und IT-Hub umworben wie kein anderes. Es zeigt auch, dass Demokratie nicht immer so aussehen muss wie einst in der alten Bundesrepublik in Bonn am Rhein. Zugleich sorgt Indien mit Hindu-Nationalismus und Kastenwesen, bedrückender Armut und Gewalt gegen Frauen für negative Schlagzeilen”. Lindner meint, wir sollten gemeinsam mit dem Globalen Süden eine Welt gestalten, "denn China und Russland stehen schon bereit, um jede Lücke zu nutzen, die wir ihnen lassen”. Moderation: Thomas Bimesdörfer
Die Gerichtsurteile der letzten Monate und Jahre zeigen: Klimaschutz wird immer mehr zum Menschenrechtsthema. Die Logik des Bundesverfassungsgerichtsurteils von 2021 war ja: Wenn heute ausreichende Maßnahmen gegen den Klimawandel ausbleiben, gefährdet das schon morgen das Grundrecht der Freiheit unserer Kinder. Aber: Gefährdet eine stagnierende Wirtschaft und sinkender Wohlstand nicht auch deren Freiheit? Und was ist mit der wachsenden Ungleichheit auf der Welt? Das ist das Spannungsfeld, in dem Anders Levermann, Leiter der Komplexitätsforschung am Potsdamer Klimainstitut, argumentiert. Er sieht uns in einem "Dilemma von Begrenztheit und Dynamik”. Verzicht allein sieht er dabei als keine Lösung an - und bringt stattdessen das mathematische "Prinzip der Faltung” ins Spiel. Levermann: "Nicht Wachstum ins Mehr, sondern Wachstum in die Diversität. Und zwar nicht theoretisch, sondern sehr praktisch – sei es beim europäischen Emissionshandel oder der Unternehmenssteuer.” Moderation: Jochen Marmit
Zu Gast: Der Psychiater Dr. Pablo Hagemeyer. Wenn Sie sich ihre Kinder und Enkel anschauen oder möglicherweise auch Ihr eigenes Medien-Verhalten reflektieren: Sehen Sie dann auch heute viele Menschen, die sich permanent selbst bespiegeln? Kaum ist man am Strand ist man auch schon wieder woanders, nämlich im Netz - schnell das so genannte Selfie per Instagram, oh schon 25 Likes. Oder per Whatsapp an die Daheimgebliebenen. Das hat schon was von Narziss, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt auf der Wasser- oder Bildschirmoberfläche - wenn auch zum Glück die Diagnose Narzissmus nur auf ganz wenige Menschen wirklich zutrifft. Ein bißchen Selbstverliebtheit steckt aber wohl in den meisten von uns. Wenn Sie aber unter den eigenen narzisstischen Mustern oder denen anderer leiden - dann sollten und können Sie etwas tun - meint unser heutiger Gast: Er sieht Narzissmus nämlich in vielen Fällen als Ursache von Selbstsabotage, die uns dabei im Weg steht, uns so zu entwickeln wie wir das eigentlich wollen … Und er berichtet nicht nur aus der Perspektive des Psychiaters - sondern auch der eines Mannes der sagt: Ich bin selbst ein Narzisst. Moderation: Kai Schmieding
Was für eine herrliche Utopie: Menschen aus allen Ecken der Welt kommen zusammen, auf faire Art und Weise sollen die Besten ermittelt werden im sportlichen Wettstreit - Viele sagen: Gerade in der heutigen Zeit bräuchten wir diesen Zusammenhalt, dieses Völkerverbindende so dringend. Allen, die auch nur in Ansätzen das Weltgeschehen verfolgen, ist aber auch klar: Auch Olympia ist schon lange nicht mehr frei von Doping, Korruption und den teils negativen Folgen einer den Sport durchdringenden totalen Kommerzialisierung. Dass diese Phänomene in den letzten Jahrzehnten im olympischen Kontext eine besondere Qualität erreicht haben - das belegen die Recherchen des Sport- und Investigativ-Journalisten Thomas Kistner, über die wir im Podcast sprechen. Sein gerade erschienenes Buch trägt den Titel "Putins Olygarch - wie Thomas Bach und das IOC die Olympischen Spiele verraten". Moderation: Kai Schmieding
Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi zeigt in ihrer klaren Analyse: Wir alle denken rassistisch. Mit Extremismus hat das nichts zu tun. Sondern es ist Konsequenz politischer und gesellschaftlicher Strukturen, die unser Denken und unser Handeln formen. Wo Mehrheits- und Minderheitsgesellschaften aufeinandertreffen, bilden sich fast zwangsläufig rassistische Denkmuster und Strukturen – außer man steuert bewusst dagegen. In Deutschland tut man das nicht. Der Rassismus-»Vorwurf«: Er wird abgetan. Lieber empört man sich, als eine ernsthafte Debatte zu führen und tatsächliche Probleme zu lösen.Gilda Sahebi analysiert die Spezifika des deutschen Rassismus. Dafür blickt sie zurück bis ins Deutsche Kaiserreich und verfolgt die roten Fäden rassistischen Denkens, die sich von damals bis in die Debatten unserer Gegenwart – etwa um die Staatsbürgerschaft, den Nahostkonflikt oder Migration – ziehen. Sie zeigt, wie wir rassistische und spaltende Narrative stetig weitertragen, uns Rassismus immer wieder beibringen – und damit die Demokratie gefährden.
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Fragen an DEN AUTOR...selbstverständlich lese ich auch gerne profunde Bücher von Autoren...aber die Wahl der männlichen Schreibweise scheint hier doch Programm zu sein. Auch wenn Frauen "mitgemeint" sind, so die ewige Rechtfertigung, das Verhältnis von Autorinnen/ Autor*innen zu Autoren, ist erschreckend gestrig bei der Auswahl für diesen Podcast.
#Lebensmittelchemiker #Mikronährstoffe #Nahrungsergänzungsmittel
#Macht.. mal machtlos, mal machtvoll , mach mal machtvoll, Macht machtlos!Macht mal...? Macht Macht man machtvolle Macht, macht man Machtloe machtlos!? ♥️
Spannender Titel, sehr enttäuschendes, pseudowissenschaftliches Plaudern. Nach fast 30 Minuten offenbart er endlich seine Agenda und erklärt Bodo Ramelow zur einzig wählbaren Möglichkeit. Gefährliche autoritäre Ideologie, die Pörksen auf Samtpfoten transportiert.
Schon seltsam, da erzählt ein Kommunikations Experte der an der Uni Tübingen arbeitet von seiner mühsamen Faktensuche Suche "die Sprache der Nazis" wo parallel u. a die Uni Tübingen selbst ( von einigen Unis mehr, man kann dazu auch gesammeltes Reportoir von zb Ernst Klee recherchieren ) eine grosse Rolle spielte im puncto "Euthanasie", Völkermord!! oder suchte der Experte eventuell gar nicht unbedingt die Genoziden Wahn Ideen seiner Uni und anderen Unis? Wie auffällig ist das bitte schön das am laufenden Band vereinzelte rassistische RECHTSEXTREMISTEN erwähnt werden, während die komplette Geschichte der verschiedenen gutbetuchten Akteure wie zb Unis, Akteure aus der Wirtschaft die hinter Hitlers Regime stand und anscheinend kaum eine Rolle spielen um die mal geschichtlich und vorallem NAMENTLICH zu erwähnen.. War da etwa ausser Ernst Klee und vereinzelte andere Journalisten kaum interessiert oder wirds etwa schon aus der Cloud deplatziert?! https://www.spiegel.de/wissenschaft/mediz