KI-Kompetenz wird derzeit als pädagogische Wunderwaffe gehandelt: Wer sie besitzt, so die Hoffnung, nutzt KI souverän, reflektiert Risiken und verfällt weder in Technikangst noch in Euphorie. Aber was heißt „KI-kompetent“ eigentlich konkret – und wie hängt diese Kompetenz mit der Wahrnehmung von Risiken zusammen?In dieser Folge von Kompass KI diskutieren Hendrik und Benedikt eine aktuelle Studie aus Finnland, die genau dieser Frage nachgeht. Im Zentrum steht nicht, welche Risiken KI objektiv mit sich bringt, sondern wie Schülerinnen und Schüler diese Risiken wahrnehmen – und wie sich diese Wahrnehmung je nach selbst eingeschätzter KI-Kompetenz strukturiert. Warum sorgen sich manche vor allem um ihr eigenes Lernen, während andere Bias, Fairness und institutionelle Regeln in den Blick nehmen? Und was sagt das über Bildungsprozesse im KI-Zeitalter aus?Eine Folge über Kompetenz, Angst, Perspektivverschiebungen – und darüber, warum mehr KI-Kompetenz vielleicht weniger beruhigt als vielmehr den Blick schärft.Über diese Studie sprechen wir:Heilala, V., Sikströmlo#IK, P., Setälä, M., & Kärkkäinen, T. (2025). Artificial Intelligence Competence of K-12 Students Shapes Their AI Risk Perception: A Co-occurrence Network Analysis. arXiv preprint arXiv:2512.04115.
In dieser Folge geht es um einen Bildungsbegriff, der überall gefeiert wird – und dennoch erstaunlich unklar bleibt: den sogenannten 4K.Seit Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken als „Zukunftskompetenzen“ ausgerufen wurden, steht die Frage im Raum, ob KI diese Fähigkeiten tatsächlich fördern kann – oder ob hier mehr Wunsch als Wirklichkeit mitschwingt. Doch was sagt die Forschung? Hendrik und Benedikt sprechen über eine aktuelle Meta-Analyse zur Wirkung von KI auf die 4K – eine der ersten systematischen Untersuchungen dazu, wie KI-gestützte Lernumgebungen auf diese vielzitierten Kompetenzen wirken:Unterstützt KI wirklich kreativeres Denken? Fördert sie Zusammenarbeit? Macht sie Kommunikation besser? Und lässt sich kritisches Denken überhaupt so messen, wie es oft behauptet wird?Über diese Studie sprechen wir:Tian, Q., & Zheng, X. (2025). The impact of artificial intelligence on students’ 4C skills: A meta-analysis. Educational Research Review, 49, 100728.
In dieser Folge nehmen Hendrik und Benedikt ein Thema unter die Lupe, das für Schule, Hochschule und Weiterbildung gleichermaßen wegweisend ist: KI-Feedback.Seit ChatGPT & Co. in Klassenzimmer eingezogen sind, wird diskutiert, ob Maschinen wirklich hilfreiche Rückmeldungen geben können – oder ob echtes Feedback untrennbar an Menschen, Beziehung und pädagogische Erfahrung gebunden ist. Doch was sagt die Forschung?Hendrik und Benedikt sprechen über die große Meta-Analyse „How does artificial intelligence compare to human feedback?“ (2025) – eine der ersten systematischen Untersuchungen dazu, wie KI-Feedback im Vergleich zu menschlichem abschneidet:Wie wirkt es auf die Lernleistung? Wie nehmen Lernende es wahr? Fördert oder hemmt es Motivation? Und was passiert, wenn man KI und Mensch kombiniert?Die Ergebnisse sind überraschend – und stellen manche intuitive Annahme auf den Kopf.Über diese Studie sprechen wir:Kaliisa, R., Misiejuk, K., López-Pernas, S., & Saqr, M. (2025). How does artificial intelligence compare to human feedback? A meta-analysis of performance, feedback perception, and learning dispositions. Educational Psychology, 1-32.Vortrag: Was ist Feedback - und was ist es nicht?`
In dieser Folge geht’s um ein Thema, das Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler gleichermaßen umtreibt: Mogeln mit KI.Seit ChatGPT frei verfügbar ist, wird befürchtet, dass Hausaufgaben, Referate und ganze Abiturklausuren längst heimlich aus dem Chatbot kommen. Medien warnen vor der „KI-Mogel-Apokalypse“, Schulen experimentieren mit KI-Detektoren – und im Lehrerzimmer grassiert das Misstrauen.Aber was ist dran an der Panik? Hendrik und Benedikt nehmen eine Studie unter die Lupe, die genau das untersucht hat: Cheating in the Age of Generative AI – die erste große Vergleichsstudie zu amerikanischen Highschool-Schülerinnen und Schüler vor und nach dem Start von ChatGPT.Und die Ergebnisse sind überraschend. Ist Mogeln vielleicht weniger ein technisches als ein pädagogisches Problem?Über diese Studie sprechen wir:Lee, V. R., Pope, D., Miles, S., & Zárate, R. C. (2024). Cheating in the age of generative AI: A high school survey study of cheating behaviors before and after the release of ChatGPT. Computers and Education: Artificial Intelligence, 7, 100253.
In dieser Folge von Kompass KI geht es ans Eingemachte: die große Frage, ob künstliche Intelligenz unser Denken verkümmern lässt. Anlass ist die wohl meistzitierte Studie des Jahres 2025: “Your Brain on ChatGPT: Accumulation of Cognitive Debt when Using an AI Assistant for Essay Writing Task”.Bildungsforscher warnen vor einer „Verblödung durch Chatbots“ und fordern, KI aus den Schulen fernzuhalten. Medien titelten: “Hirnforscher schlagen Alarm” oder gar “KI macht das Gehirn kaputt”. Aber was steckt wirklich hinter den bunten EEG-Bildern, die durch die Presse gingen?Hendrik und Benedikt nehmen die Studie auseinander: Was wurde tatsächlich gemessen, was wurde überinterpretiert – und was bedeutet das für Unterricht, Lernen und unsere kognitiven Fähigkeiten? Droht wirklich die große Verdummung – oder ist das Ganze nur die Neuauflage einer uralten Kulturkritik, die schon Sokrates beim Thema Schrift angestimmt hat?Klar ist: Die Debatte um KI und Bildung wird hitzig geführt – und oft schneller als die Studienlage es hergibt. In dieser Folge klären wir, was man aus den Ergebnissen wirklich ableiten kann, wo die Fallstricke liegen und warum confirmation bias vielleicht das größere Risiko für unseren Verstand ist als jede KI.Über diese Studie sprechen wir:Kosmyna, N., Levy, N., Sriram, A., Yang, C., Hilliard, C., & Picard, R. W. (2025). Your brain on ChatGPT: Accumulation of cognitive debt when using an AI assistant for essay writing task [Preprint]
Kann eine Maschine kreativ sein? In der vierten Folge unseres Podcasts „Kompass KI“ tauchen wir tief ein in das wilde, faszinierende und manchmal chaotische Terrain der Kreativität im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.Eines ist klar: Lange Zeit galt als unbestritten, dass KI-Modelle wie ChatGPT zwar Texte produzieren können, diese aber nichts mit echter Kreativität zu tun haben. Sie galten als Rekombinationsmaschinen, die Altbekanntes aneinanderreihen, ohne etwas wirklich Neues zu schaffen – ein homogener Einheitsbrei, nett zu lesen, aber eben nicht originell.Doch eine neue Studie stellt diese Annahme auf den Kopf – und genau darüber diskutieren Hendrik und Benedikt in dieser Folge. Kann KI tatsächlich kreativ sein – oder reden wir uns das nur schön?Um diese Studie geht es:Ghods, K., Liu, P., Labrou, K., MacDonald, K., Menon, A., & Wu, A. Evidence Against LLM Homogenization in Creative Writing. Pre-Print.
In dieser Folge nehmen Hendrik und Benedikt eine brandaktuelle Metaanalyse aus Nature Human Behaviour unter die Lupe. Die Kernergebnisse überraschen:Mensch-KI-Teams schneiden im Durchschnitt schlechter ab als der beste Einzelakteur – Synergieeffekte sind also selten. Gleichzeitig zeigen die Daten aber, dass KI Menschen durchaus deutlich unterstützen kann – wenn sie klug eingesetzt wird.Was bedeutet das für Schule, Arbeitswelt und Forschung?Wie entstehen echte Synergien zwischen Mensch und Maschine – und warum scheitern sie oft?Und wie robust sind diese Ergebnisse überhaupt, wenn man methodisch genau hinschaut?Über diese Studie sprechen wir:Vaccaro, M., Almaatouq, A., & Malone, T. (2024). When combinations of humans and AI are useful: A systematic review and meta-analysis. Nature Human Behaviour, 8(12), 2293-2303.
In der zweiten Folge von Kompass KI diskutieren Hendrik und Benedikt eine aktuelle Studie, die zeigt: Wer KI-Tools häufig nutzt, denkt möglicherweise weniger kritisch – zumindest laut Daten aus einer groß angelegten Mixed-Methods-Untersuchung.Doch wie belastbar sind diese Ergebnisse? Ist „Cognitive Offloading“ wirklich der Anfang vom Ende des Denkens? Oder kann KI im Gegenteil sogar helfen, unsere kognitiven Fähigkeiten gezielt zu fördern – wenn wir sie richtig einsetzen?Zwischen evidenzbasierter Analyse, methodischer Kritik und einem klaren Appell an die Bildungspraxis loten die beiden das Spannungsfeld zwischen Denkverzicht und Denkförderung aus.Über diese Studie sprechen wir:Gerlich, M. (2025). AI Tools in Society: Impacts on Cognitive Offloading and the Future of Critical Thinking. Societies 2025, 15, 6. Erwähnt werden:Artikel "Wie Schule Kompetenzen fördern soll, die keine sind" von Benedikt Wisniewski und Martin Daumiller (🔒)Prof. Beat Döbeli Honeggers Blogtext (🆓)
Kann KI das Lernen revolutionieren? In unserer ersten Folge sprechen Hendrik und Ben über eine dänische Studie, die zeigt: Schon 15 Minuten mit einem speziell entwickelten KI-Tutor können das konzeptuelle Wissen und die Lernfreude verbessern.Doch wie belastbar sind die Ergebnisse? Zwischen Euphorie und Evidenz loten wir das Potenzial von KI im Klassenzimmer aus.Über diese Studie sprechen wir:Makransky, G., Shiwalia, B. M., Herlau, T., & Blurton, S. (2025). Beyond the “Wow” Factor: Using Generative AI for Increasing Generative Sense-Making. Educational Psychology Review, 37(3), 60.
In dieser Folge erklärt Hendrik, was wir in diesem Podcast vorhaben.