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Literatur Radio Hörbahn

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Author: Hoerbahn

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Hörbahn - Podcast für Indie- und Substream-Literatur
594 Episodes
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Marlisa Thumm, die große Geschichtenerzählerin, erzählt ihre schönsten Geschichten. Seit 2004 ist Marlisa Thumm ausgebildete Erzählerin und lebt mit und in ihren Geschichten, sowohl den eigenen als auch mit und in Literatur-Nacherzählungen. Sie hören hier eigene Geschichten, die wir für schön genug hielten um ihr einen eigenen Zyklus zu widmen. Sie erzählt ihre Geschichten auch live bei den “Geschichtenspinnern” Im immer ausverkauften Werkhaus, Leonrodstr. 19, München Einige Geschichten der Autorin, Erzählerin und Malerin sind in ihrem Sammelband “Ich will hier raus” zusammengefasst. Es spricht die Autorin
Der Linguist Bernd-Jürgen Fischer hat in den Jahren 2013 bis 2016 die Suche nach der verlorenen Zeit neu übersetzt – eine wahre Mammutaufgabe und Sisyphusarbeit, die vor ihm im deutschsprachigen Raum nur Eva Rechel-Mertens stemmte (inzwischen revidiert durch Luzius Keller). Erschienen ist die Neuübersetzung bei Reclam inklusive eines umfangreichen Handbuches. Nun ist, ebenfalls bei Reclam, ein von Proust-Kenner Fischer herausgegebenes 246-seitiges Album mit Bildern und Texten erschienen, welches sich an interessierte Liebhaberinnen und Liebhaber richtet, die einen Einblick in die Literatur, Familie, Freund- und Bekanntschaften des Meisters Marcel Proust erhalten möchten. … Von Florian Birnmeyer
Der Manesse-Verlag hat mit ‚Faber oder die verlorenen Jahre‘ einen fast vergessenen Roman eines fast vergessenen deutschen Schriftstellers, Jakob Wassermann, neu herausgebracht. ‚Faber…‘ ist ein Heimkehrerroman, der uns in die Zeit direkt nach dem 1. Weltkrieg führt. Nach langer Gefangenschaft wieder nach Hause heimgekehrt, hat sich alles verändert, nichts ist mehr so, wie es war und die Fliehkräfte einer unruhigen Zeit reissen an Faber … Sprecher ist Gerhard Luhofer
Jürgen Sanders, Lehrer und Lyriker, lebt in Bergkamen. Rentner, zuletzt tätig als Lehrer für benachteiligte Jugendliche bei einem privaten Bildungsträger in Bergkamen. “Überwiegend weiter”, Norderstedt 2018. Diese sehr verdichteten Sprachschmuckstücke bezaubern durch ungewöhnliche Wortabsprünge und die Abgründe, die sich durch Umbrüche auftun.Hier speziell sind es quasi Trepverter, kaum ist das kurze Gedicht vorbei, klingelt das Verständnis des tiefgründigen Sprachspiels.
Wer als Autor im Dritten Reich publizieren wollte, musste sich offiziell registrieren lassen als Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Aber was bedeutete das? Wieviel Anpassung wurde verlangt? Wie war das Verhältnis zum Staat und wie das Selbstverständnis als Repräsentant des deutschen Geisteslebens? Hielt man Kontakt zu emigrierten Kollegen? Und wie stellte man sich zur Verfolgung und Deportation der Juden? Anatol Regnier hat für dieses Buch Schriftstellernachlässe und Verlagskorrespondenz gesichtet und lässt die Protagonisten ausführlich selbst zu Wort kommen. Überzeugte Nazis sind darunter, andere glaubten, das Richtige zu tun und taten das Falsche. War man als Dagebliebener, wie man sich auch drehte und wendete, Teil des Systems? Oder war es möglich, als Schriftsteller im nationalsozialistischen Deutschland integer zu bleiben? Die Befunde sind oft überraschend ambivalent und sehr viel differenzierter, als die Schwarz-Weiß-Logik Nazi/Antinazi vermuten lässt. Dieses Buch handelt von Schriftstellern im nationalsozialistischen Deutschland, ihrem Spagat zwischen Anpassung und künstlerischer Integrität unter den Bedingungen der Diktatur. Opportunisten und Konjunkturritter sind dabei, aber auch Autoren, die nur ihrer Arbeit nachgehen wollten und versuchten, moralisch sauber zu bleiben. Mit leichter Hand verknüpft Anatol Regnier die Biografien von Hans Fallada und Erich Kästner, Agnes Miegel und Ina Seidel, Gottfried Benn, Hanns Johst und Will Vesper. Es sind Geschichten von überraschender Widersprüchlichkeit, die das gesamte Spektrum menschlichen Verhaltens im Dritten Reich abbilden.
Marlisa Thumm, die große Geschichtenerzählerin, erzählt ihre schönsten Geschichten. Seit 2004 ist Marlisa Thumm ausgebildete Erzählerin und lebt mit und in ihren Geschichten, sowohl den eigenen als auch mit und in Literatur-Nacherzählungen. Sie hören hier eigene Geschichten, die wir für schön genug hielten um ihr einen eigenen Zyklus zu widmen. Sie erzählt ihre Geschichten auch live bei den “Geschichtenspinnern” Im immer ausverkauften Werkhaus, Leonrodstr. 19, München. Einige Geschichten der Autorin, Erzählerin und Malerin sind in ihrem Sammelband “Ich will hier raus” zusammengefasst.
Protokoll eines gescheiterten Überredungsversuches von Peter Kock und Björn Ziegert Hallo B*, seit geraumer Zeit liege ich Dir ja in den Ohren damit, es mal mit Arno Schmidt zu versuchen, der der prägende Autor meiner jungen Jahre war. 1968 habe ich ihn, als Unterprimaner, entdeckt und in rascher Folge alles von ihm gelesen, was bis dahin erschienen war. So bestellte ich mir mit Kaff (1960), das noch nicht als Taschenbuch erschienen war, mein erstes Hardcover; das war acht Jahre später (!) noch als Erstausgabe lieferbar, lag also offenbar wie Blei in den Regalen der Buchläden. Arno Schmidt notierte später grimmig, dass es ja auch keine geringe Leistung sei, Jahr für Jahr den Worstseller zu liefern. …
Stefanssons Roman, der vor ungefähr einem Jahrhundert in Island spielt, widmet sich neben der Darstellung des Lebens in der damaligen Zeit auch der Frage nach dem Sinn des Lebens…. es ist „der Junge“, der sich diese Frage stellt, nachdem sein Freund draußen auf den Polarmeer bei der Jagd nach dem Dorsch erfroren ist…. und gleichzeitig ist der Roman eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher. … Sprecher ist Gerhard Luhofer
Hier findet ihr auch eine Einschätzung meiner Person von Freunden und Kennern. Ich würde mich freuen, ihr könntet das noch ergänzen. Ein paar vermisse ich schon, besonders die meiner Frau. Es war ungewöhnlich, aber wer dürfte denn über sich schreiben „Ein im sehr eigenen Kopf reisender, der nie ankommt und dabei liebevoll nervt. Ein Erzähler – kein Erfinder!“ „Ein immer jung Gebliebener mit einem wachen Geist, ein Dichter, ein Denker und ein Träumer.“ „Ein großes Herz, barock, ein Erfahrener zwischen Leben und Tod, große Bandbreite, Sehnsucht nach dem Unfassbaren, auch ein Schalk, ein Klarblickender, ein Sarkast ab und an, ein Zyniker, Blick in die Weite. Ein Erzählender mit Tiefe. Nichts zwischen Himmel und Erde ist ihm fremd.“ „Ein gebildeter Bär aus 1001 Nacht.“ „mitm Glaeschen Rotwein in Ungarn vorm Haeuschen sitzen“ „Glücklicher alter Mann mit junger schöner Frau.“ „Ein Suchender, der seine Suche grandios beschreibt“ „Typisch Lehrer.“ „Ein kluger Kopf und Denker. Ein Mensch, der die Öffentlichkeit sucht und liebt.“ Es las Susanna Bummel-Vohland
Der Neuschwanstein-Thriller „Ohne Herz“ von Markus Richter, die Fortsetzung seines Überraschungserfolges „Ins Herz“, das Highlight der Edition Tingeltangel des Jahres 2019 sein.
Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück. Que Du Luu, 1973 in Südvietnam (Saigon/Cholon) geboren, ist chinesischer Abstammung. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete die Familie wie Millionen andere Boatpeople über das Meer. Es folgte ein fast einjähriger Aufenthalt in einem thailändischen Flüchtlingslager. In Deutschland betrieben die Eltern später ein China-Restaurant. Luu wuchs in Herford auf und lebt in Bielefeld. Sie studierte Germanistik und Philosophie. Vor und während des Studiums arbeitete sie unter anderem in der Gastronomie, in der Pflege, Altenpflege, als Nachtwache in der Psychiatrie.
Prof. Höllmann ist emeritierter Professor Sinologie, chinesische Archäologie und Kunst sowie Ethnologie an der Universität München. Derzeit ist er in der zweiten Amtsperiode Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Wir sprechen mit ihm über sein neues Buch in dem es um politische Gedichte aus dem alten China geht. Sein besonderer Untertitel ist: “Um mich von wichtigeren Dingen abzulenken, habe ich in den letzten Wochen einige antike politische Gedichte aus dem Chinesischen übersetzt.“ Er hatte die ungewöhnliche Idee sie per Mail zu versenden und schrieb dazu an die Adressaten: „Diese werde ich nun regelmäßig unter dem Betreff ‘Tagesgedicht’ versenden. Damit soll nicht zuletzt die notwendig gewordene Abschottung ein wenig durchbrochen werden.” Er versendete die erste mail am 22. März 2020 unter dem Eindruck der Corona-Pandemie an einen kleinen Kreis lyrikaffiner Freunde und Bekannter verschickte. Das roughbook Nr. 51 versammelt diese digitale Ritualfolge nun zu einer Anthologie aus insgesamt 60 Texten, die von der analytischen Klarheit und sprachlichen Wucht der Poesie zeugen und von der ‘respektvollen Rücksichtslosigkeit’ der Übersetzung. Im Anhang des Bandes, der eine Zeitspanne vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 12. Jahrhundert abdeckt, erleichtern Kurzbiographien der Autoren und Verweise auf den historischen Kontext den Zugang zu den Gedichten. Zum Beispiel: “Wenn das Lebensende naht, kommen doch nur die Schmeißfliegen, um ihr Beileid zu bekunden” (von Hanshan, aus dem 7. Jahrhundert). Hören Sie nun eine Auswahl der Gedichte, gelesen vom Autor und anschließend ein Gespräch zwischen Prof. Höllmann und Dr. Uwe Kullnick
Zahlreiche Nachrufe und etliche Neuerscheinungen zum 100. Geburtstag des jüdischen Nachkriegsdichters und Holocaustüberlebenden Paul Celan belegen auch 50 Jahre nach dessen Selbstmord die anhaltende Aktualität und Bedeutung seines außergewöhnlichen und in vieler Hinsicht einzigartigen lyrischen Werks, das sich sprachlich so radikal wie kein anderes mit der Shoah auseinandersetzt.  … Eine Rezension von Annette Vieth Den Text der Rezension finden Sie hier. Es sprach Uwe Kullnick
Die junge amerikanische Autorin beschreibt in dieser „autobiographischen Erzählung“ das Innenleben einer orthodoxen jüdischen Gemeinschaft in New York, in der sie aufwächst. Schon früh fangt sie an, Zweifel zu hegen und sich innerlich zu diesem Leben Fragen zu stellen. In ihrer arrangierten Ehe wird sie nicht glücklich, als die Einschulung ihres dreijährigen Sohnes in die Cheder ansteht, fasst sie den Entschluss, sich von der Gemeinschaft zu trennen und ein säkulares Leben zu führen. Deborah Feldmann lebt heute mit ihrem Sohn in Berlin, sie hat dort eine neue Heimat gefunden. … Sprecher ist Gerhard Luhofer
Eine Sammlung von Gedichten der zeitgenössischen Dichterin aus Uganda, Carolyne Afroetry MA, in der deutschen Übersetzung von Milena Rampoldi von ProMosaik Die Themen sind Frau, Liebe, Konflikt und Beziehung. Der Untertitel lautet “Tagebuch einer ungeliebten Frau”. Ein Auszug: Die Zeit schwebt wie ein Hubschrauber in der Luft Die Temperatur deiner Lust Steigt auf wie Dampf. Du gehst in meinem Leben ein und aus Wie eine Drehtür. Wie ein Nomade. Deine Anwesenheit ist von kurzer Dauer. Du bleibst nie. Sprecherin: Susanna Bummel-Vohland
„Sie war nicht nett.“ So lautete der erste Satz der monumentalen Biografie Die talentierte Miss Highsmith (2009) von Joan Schenkar. Wahrlich, kein schmeichelhaftes Kompliment für die amerikanische Kriminalschriftstellerin Patricia Highsmith, die als eine der geheimnisvollsten, meistbewunderten und meistverfilmten Autorinnen der Welt gilt. Zwanzig Romane und mehrere Bände mit Kurzgeschichten hatte sie zu Lebzeiten publiziert, von denen es bis heute ständig Neuauflagen gibt. … Eine Rezension von Manfred Orlick
Boyle vermag es erneut, seine Leser in einer Kaskade der Gefühle zu solidarisieren, und in einem brillanten Abgesang auf die menschliche Unmoral in Bezug auf „Tierversuche“ Zeichen zu setzen. „Sprich mit mir“ bleibt als flehentlicher Appell an SAM in meinen Erinnerungen. Andererseits mutiert dieser Titel zum Synonym für dieses Buch, weil es seine Leser anspricht. Unmittelbar, ungefiltert und mit Gebärden, denen man sich nicht entziehen kann. Lesenswert … Sprecher  Arndt Stroscher
Die altgriechischen Gelehrten erblickten im Staunen einst den Anfangsgrund aller Philosophie. Verwundert über dieses Naturphänomen oder jenen logischen Zusammenhang sollte dem Wesen der Dinge nachgespürt werden, bis diese lückenlos erklärt werden konnten. Die Philosophie etablierte sich als erste Wissenschaft und emanzipierte sich von ihren vorsokratischen Ursprüngen, die wir nach heutigem Verständnis wohl mehr als neugierig-grüblerische Dichtung denn strenge Episteme lesen. Nico Bleutges ausgewählte und in feiner Komposition rearrangierte Essays aus den letzten 15 Jahren, die der schmuckvolle Band Drei Fliegen versammelt, treten nun an, den oft verunglimpften dichterischen Wissensdurst als eigenständige Erkenntnisform wieder in sein Recht zu setzen. Und zwar als eine, die das Staunen über die Welt lebendig erhält. … Eine Rezension von Maximilian Mengeringhaus
Pierre Drieu La Rochelle ist ein umstrittener Autor: Als Anti-Semit und bekennender Faschist arbeitete er im 2. Weltkrieg offen mit den Besatzern in Paris zusammen. In den sechs Erzählungen dieses Buches thematisiert er den Schrecken des 1. Weltkrieges, den er selbst vor z.B. Verdun miterlebt hat. Seine Verachtung für Frankreich und seine Bewunderung für Deutschland durchziehen diese Erzählungen wie ein roter Faden, nichtsdestotrotz setzt er die Wunden, die ein solcher Krieg auch in der Psyche der Menschen schlägt, literarisch gekonnt in Szene.
Heinrich von Kleist 1777 in Frankfurt an der Oder als Offizierssohn geboren, tritt Bernd Wilhelm Heinrich von Kleist 1792 selbst in den Militärdienst und nimmt am Rheinfeldzug gegen die französische Republik teil. Zum Leutnant befördert, quittiert er 1799 den Militärdienst und studiert Rechtswissenschaften in Frankfurt an der Oder. Die Lektüre von Kants Schriften lässt sein rationalistisches Weltbild zerbrechen und löst eine Lebenskrise aus. Nach zahlreichen Reisen lebt er längere Zeit in Paris und in der Schweiz, wo u.a. sein populärstes Stück »Der zerbrochene Krug« entsteht. Nach Stationen in Leipzig und Dresden und Weimar tritt er in Berlin in den preußischen Staatsdienst ein. Mit dem militärischen Zusammenbruch Preußens gerät Kleist 1806 in mehrmonatige französische Gefangenschaft. 1808 beginnt er mit der Herausgabe der Monatsschrift »Phöbus. Ein Journal für die Kunst«. Die Uraufführung des »zerbrochenen Kruges« in einer Bearbeitung von Goethe am Hoftheater in Weimar wird zu einem Misserfolg. Kleist begeistert sich für die patriotischen Schriften von Ernst Moritz Arndt, scheitert mit dem Plan, unter dem Namen »Germania« eine politische Wochenzeitschrift mit nationaler Tendenz in Österreich herauszugeben und wird 1810 Herausgeber der Tageszeitung »Berliner Abendblätter«, die im März 1811 eingestellt wird. Nach Jahren von wiederkehrender Krankheit und Misserfolgen, in denen er mehrfach Selbstmordabsichten äußert, nimmt sich Heinrich von Kleist am 21.11.1811 gemeinsam mit seiner Freundin Henriette Vogel, die er ein paar Tage zuvor kennengelernt hatte, am Kleinen Wannsee bei Berlin das Leben.
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