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MenschMensch
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MenschMensch

Author: Fabian Burstein

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MenschMensch widmet sich voll und ganz dem Gespräch mit Experten des Alltags. Autor und Kulturmanager Fabian Burstein spricht mit Menschen, deren Beruf und Berufung zum Nachfragen anregt. Menschen, deren Lebenslinien nicht immer nur geradlinig verlaufen und gerade deshalb Inspiration für andere sind. Prominenz ist bei der Auswahl der Gäste kein Kriterium, aber auch kein Ausschlussgrund.

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32 Episodes
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Tex Rubinowitz

Tex Rubinowitz

2021-08-2901:16:20

"Du bist nichts, du kannst nichts, was willst du eigentlich?" Noch heute, mit knapp 60 Jahren, erinnert sich Tex Rubinowitz an die abfälligen Worte seines Vaters, der die Zeichnungen des Sohnes demonstrativ zerriss und ihm eine Karriere am Fließband einer Joghurtfabrik prophezeite. "Aus so einer Situation Selbstbewusstsein zu schöpfen, ist nicht einfach". Tex Rubinowitz hat es dennoch geschafft. Das ist einerseits künstlerischen Vaterfiguren wie dem Zeichner Robert Gernhardt, aber auch dem Wien der 80er-Jahre zu verdanken. Hier, wo man eingewanderten Deutschen eher reserviert begegnet, erkannte man sofort das Talent des Lüneburgers. Oswald Oberhuber lotste ihn an die Universität für Angewandte Kunst, der FALTER engagierte Rubinowitz unmittelbar als Cartoonist – der Auftakt für eine bemerkenswerte Karriere im Kulturbetrieb.   Folge 30 von MenschMensch erzählt die Geschichte eines Künstlers, dessen biografische Details oft im Dunkeln bleiben, weil er das "unzuverlässige Erzählen" liebt. Gesichert ist: Tex Rubinowitz heißt eigentlich Dirk, genießt als Cartoonist Legenden-Status, hat als Autor den Bachmannpreis gewonnen und wagt immer wieder Ausflüge zur Darstellenden Kunst. Die Offenheit, mit der er diese 75 Podcast-Minuten bestreitet, ist amüsant, aufwühlend und erhellend zugleich.   
Birgit Denk

Birgit Denk

2021-08-2001:05:05

"Dieses 'Ich-möchte-ins-Radio' würde momentan heißen: ich muss ein Mann sein." Es sind gnadenlose Befunde wie dieser, mit denen die Sängerin und Moderatorin Birgit Denk aufhorchen lässt und dem Geschlechterverhältnis im österreichischen Musikgeschäft ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Ihr Resümee nach 20 Jahren Mundart-Pop: "Die Format-Radios ignorieren hartnäckig Frauen, die Dialekt singen." Überhaupt gibt sich Birgit Denk politischer denn je. Im Interview zieht sie nicht nur ein musikalisches Zwischenresümee, sondern beschreibt auch die Ochsentour des ökonomischen Überlebens, wenn man nicht gerade im Pop-Olymp gelandet ist.    Folge 29 von MenschMensch erzählt die Geschichte einer Künstlerin, die bis zu ihrem 35. Lebensjahr nicht wusste, ob sie als Einrichtungsleiterin im Sozialbereich oder als Sängerin Karriere machen würde. Und sie erzählt die Geschichte einer vielseitigen Macherin, die ob der recht unverhohlenen Diskriminierung von weiblichen Beiträgen im Sendebetrieb ihr "ganzes Leben zwischen Ärger, Verständnis und Beleidigtsein" schwankt.  Cover-Foto: Carina Antl
Kurt Palm

Kurt Palm

2021-07-2901:16:07

„Ihr seid die größten Idioten.“ Mit diesen Worten steht Mitte der 1990er ein Manager von RTL im Wiener Café Eiles auf und verlässt das Lokal. Der Grund seines überhasteten Aufbruchs: Kurt Palm, Regisseur und Mastermind des gefeierten Talkformats „Phettbergs Nette Leit Show“ und Hermes Phettberg, sein kongenialer Partner und Protagonist, haben gerade ihre utopischen Forderungen bekanntgegeben, die für einen Wechsel vom ORF ins deutsche Privatfernsehen Voraussetzung wären. Es sind krachende Schlusspunkte wie diese, die das künstlerische Leben von Kurt Palm mitprägen – egal ob als politischer Aktivist, Theatermacher oder Autor. Folge 28 von MenschMensch erzählt die Geschichte eines begnadeten Kultur-Allrounders und kompromisslosen Autoritätsverweigerers, der Regie an zahlreichen großen Häusern geführt, mit einer Talkshow TV-Geschichte geschrieben und als Krimiautor Bestseller fabriziert hat – und der sich selbst dennoch eine Persönlichkeitsstörung attestiert, weil er als bekennender „Streithansl“ schlussendlich „immer im Krach gegangen ist“. Cover-Foto: Ricardo Corleone
Danielle Spera

Danielle Spera

2021-07-0249:42

„Ich war beseelt von diesem Gedanken, dass hier etwas Neues entstehen soll.“ Als sich Danielle Spera dazu entschließt, vom Moderatorenpult der bekanntesten Nachrichtensendung des Landes auf den Chefstuhl des Jüdischen Museums der Stadt Wien zu wechseln, ahnt sie noch nicht, wie heftig die Widerstände gegen ihre Person und ihre Pläne ausfallen würden. Im journalistischen Fach hatte sich Danielle Spera mehr als drei Jahrzehnte als Chronistin der Weltpolitik profiliert. In der neuen Funktion sieht sie sich mit einer Lobby konfrontiert, die den musealen Führungsanspruch einer Medienfrau nicht akzeptieren will. Folge 27 erzählt die Geschichte einer TV-Ikone, die sich nach journalistischen Aufgaben rund um den Globus, hunderten Interviews mit politischen Protagonisten und einer prominenten Rolle in der legendären „Zeit im Bild“ dazu entschließt, einen Neustart im Jüdischen Museum zu wagen. Von der Waldheim Affäre zur Arik Brauer Personale, vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk in den Kulturbetrieb: Diese MenschMensch-Folge zeichnet den bemerkenswerten Verlauf einer geschichtsträchtigen Karriere nach.   Cover-Foto: Heribert Corn
Hannes Steiner

Hannes Steiner

2021-06-1801:22:05

"Es ist immer die Kombination eines Menschen und seiner Geschichte". Seit vielen Jahren jagt der Verleger Hannes Steiner genau diese Kombination. Als er 1972 in eine Salzburger Buchhändler-Familie geboren wird, scheint die Obsession für Geschichten vorgezeichnet. Doch Hannes Steiner entzieht sich zunächst dem Naheliegenden, stürzt sich Hals über Kopf in den Schwimmsport und verstärkt in jungen Jahren die Wasserballnationalmannschaft. Während einer Pause vom JUS- und BWL-Studium schlägt die Liebe zum Lesen wie ein Blitz ein und spült den designierten Rechtsanwalt doch noch in die elterliche Buchhandlung. Nach einem frustrierenden Besuch bei der Frankfurter Buchmesse beschließt Hannes Steiner quasi über Nacht: Ich werde Verleger. Ein Entschluss, der ihn schlussendlich zu einem Dominator der österreichischen Bestsellerlisten macht. Folge 26 rekonstruiert die Biografie eines Unternehmers, der das Buchgeschäft von allen Seiten beackert hat – als Händler, unabhängiger Verleger, Lenker eines Medienkonzerns und aktuell Gründer eines digitalen Start-ups, den eine Sehnsucht antreibt: Die Liebe zum Geschichtenerzählen am Lagerfeuer wieder zu entfachen. Cover-Foto: Helge Kirchberger
Franz Mayrhofer

Franz Mayrhofer

2021-02-0658:20

Franz Mayrhofer ist Allgemeinmediziner mit einer bekannten Gruppenpraxis in Wien Mariahilf. Er ist aber auch bildender Künstler mit einer tiefen Verwurzelung in der gegenstandslosen Malerei. Sein Lebensweg beginnt im Salzkammergut – einem ländlichen Umfeld, dem Franz Mayrhofer „eine ganz unverhohlene Sympathie für totalitäre Systeme“ attestiert. Abgestoßen von diesem Klima geht er als Wehrdienstverweigerer nach Wien, politisiert sich im linken Spektrum und erlebt in diversen Wohngemeinschaften und Diskussionszirkeln eine ungekannte Form von Freiheit. Die Liebe zur Malerei kommt in diesem Ambiente von selbst – die Liebe zur Medizin muss er sich erst hart erkämpfen.  Folge 25 von MenschMensch erzählt die Geschichte eines Humanisten, der Tag für Tag den Grenzgang zwischen Naturwissenschaft und Kunst wagt. Eine Geschichte, die am Mondsee, im kriegsgebeutelten Libanon und im wilden Wien der 1970er-Jahre ihre zentralen Schauplätze hat.
Arman T. Riahi

Arman T. Riahi

2020-12-1201:08:04

Für den iranischen Geheimdienst der frühen 80er-Jahre war der ungeborene Arman T. Riahi „die antiislamische Saat“. Für seine politisch aktiven Eltern „die Rettung“. Denn in der gnadenlosen Einschätzung von Ayatollah Khomeinis Gefolgsleuten offenbarte sich eine Ausweglosigkeit, die die widerständige Familie Riahi endgültig zur Flucht bewegte. Heute, fast vierzig Jahre später, ist Arman T. Riahi ein vielfach ausgezeichneter Regisseur und Drehbuchautor, der die extremen Erfahrungen und Gefühle der frühen Kindheit in feinfühlige Filme übersetzt.  Folge 24 von MenschMensch führt vom iranischen Isfahan, über den türkischen Vansee in die österreichische Filmszene. Sie erzählt die Geschichte eines waschechten Wieners, der sich gleichzeitig als Migrant der so genannten „2. Generation“ fühlt und diesem scheinbaren Widerspruchs eine enorme schöpferische Kraft verdankt. Foto: Mike Mazohl
Christoph Braendle

Christoph Braendle

2020-11-2801:00:28

„Die Globalisierung hat einen zentralen Mangel: Sie lässt nur die Globalisierung der Ware und nicht die Globalisierung des Menschen zu.“ Der Schriftsteller Christoph Braendle hat stets so gelebt, als wolle er diese, von ihm formulierte These, radikal unterwandern. Geboren in Bern und aufgewachsen im kleinen Schweizer Kanton Zug nutzte der Lehrersohn und Schulversager die erstbeste Gelegenheit, um nach Zürich und von dort weiter nach New York und Mexiko auszuwandern. Mit Kurz- und Reisegeschichten finanzierte sich Christoph Braendle einen rastlosen Trip rund um den Erdball, stets getrieben von einem politischen Weltblick und intensiven Beziehungen. Just in Wien wurde er sesshaft und publizierte von hier aus einen Großteil seines umfangreichen Werkes. Folge 23 von MenschMensch skizziert eine Künstlerbiografie, die sich stets geweigert hat, vorgegebene Grenzen zu akzeptieren.
Renate Fellinger

Renate Fellinger

2020-11-1101:03:41

Renate Fellinger stammt aus einem kleinen Ort in Oberösterreich. Nach Haupt- und Fachschule widersetzt sie sich alteingesessenen Geschlechterklischees, die im ländlichen Berufsleben der 90er-Jahre noch gang und gäbe sind: Sie erlernt den Tapezierer-Beruf, bearbeitet auf testosteronschwangeren Baustellen Wände und Böden, restauriert Möbel, beseitigt Brandlöcher in abgewetzten Dorfdisko-Sitzbänken. Alles verläuft in geordneten Bahnen – und dennoch fehlt etwas. Nach knapp zehn Jahren wagt Renate Fellinger einen radikalen Schnitt. Sie geht im Rahmen des europäischen Freiwilligendienstes nach London und erlebt dort, inmitten von Millionen unterschiedlicher Lebensentwürfe, eine Initiation: Dank ihrer handwerklichen Fähigkeiten findet sie Zugang zu Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Sozialarbeit und Großstadtleben: Beides lässt Renate Fellinger fortan nicht mehr los.  Folge 22 von MenschMensch markiert gleichzeitig der Auftakt zur zweiten Staffel. Sie erzählt die Geschichte einer Frau, die den rauen Ton der Baustelle gegen den turbulenten Alltag in einer Einrichtung für wohnungslose Frauen eingetauscht hat. Ein Alltag, der ihr viel abverlangt und ebenso viel zurückgibt.
Trailer Staffel 2

Trailer Staffel 2

2020-11-0805:38

Der Start der zweiten MenschMensch-Staffel steht kurz bevor. Gastgeber Fabian Burstein macht sich Gedanken über neue Gäste und hat eine dringende Bitte: Er möchte noch mehr Vorschläge von EUCH bekommen. Wem würdet ihr gerne eine Stunde lange zuhören? Gibt es jemanden aus eurem Netzwerk, der eine spannende Geschichte zu erzählen hat? Findet ihr, dass ein Thema dringend behandelt werden sollte? Sendet eure Vorschläge an team@menschmensch.com  
Angela Köhn

Angela Köhn

2020-09-0657:58

Mit sechs Jahren beginnt Angela Köhn mit dem Leistungssport. Sie schwimmt, trainiert täglich und bestreitet an den Wochenenden Wettkämpfe. Die Volljährigkeit bringt einen radikalen Schnitt: Sie sagt dem Chlorwasser Lebewohl und konzentriert sich voll auf Ihre Ausbildung zur Maskenbildnerin und Friseurin. Ihr Wunschziel sind nicht mehr nationale Titel sondern die Theater- und Filmwelt, wo sie ihre Kreativität mit einem Handwerk verbinden will. Doch es kommt anders als geplant. Mit derselben Konsequenz, die sie in Rekordzeit durch Wasserbecken und Ausbildung gepeitscht hat, widmet sich Angela Köhn fortan einer neuen Obsession: Dem Heroin.  Folge 21 von MenschMensch taucht in eine Biografie ein, die in keine Schublade passt. Sie erzählt von der meditativen Kraft des Schwimmens, der glamourösen Modewelt der Neunziger, dem Grauen eines kalten Entzugs und: Von Familienglück abseits der überwundenen Abgründe.
Wolfgang Riebniger

Wolfgang Riebniger

2020-08-2501:05:26

„Die sicherste Tür ist die offene Tür“ – Wolfgang Riebniger, Urheber dieses freiheitsliebenden Zitats, war viele Jahre lang Lehrer an einem Ort, wo Freiheit konsequent entzogen wird: Er unterrichtete in der Vollzugsanstalt Wien Josefstadt und galt in dieser Rolle stets als pädagogischer Querdenker und kommunikatives Sprachrohr aus dem Inneren des Strafvollzugs. In all den Jahren begleitete Wolfgang Riebniger Jugendliche und junge Erwachsene, die wegen Diebstahl, Raub, Nötigung, Mord und vieler anderer Delikte einsitzen mussten. Sein Credo in Bezug auf einen besonders schwerwiegenden Fall: „Die Strafe bekommt er vom Richter und vom Leben … ich habe ihn aufgefangen.“ Folge 20 erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich selbst als Lehrer mit Schulaversion bezeichnet. Und sie erzählt die Geschichte eines pensionierten Pädagogen, der mit seinen Fehlern, biografischen Brüchen und Konflikten nicht hinterm Berg hält und vielleicht gerade deshalb zur Inspirationsquelle für einen Kinofilm wurde.
Stefan Tauber

Stefan Tauber

2020-08-0801:04:34

Seit 15 Jahren betreibt der Kameramann Stefan Tauber mit seinem Partner Ramon Rigoni die Produktionsfirma Illuminati Film. In dieser Zeit verging kaum ein Jahr mit weniger als 200 Reisetagen. Spots für Unternehmen und Werbeagenturen, Dokus für TV-Sender und Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Musikvideos für Künstler wie Cro und Tim Bendzko – der enorme Einsatz hat längst Früchte getragen. Doch eines Tages kommt Stefan Tauber am Beginn eines MotoGP-Drehtages zum Frühstück, setzt sich an den Tisch der österreichischen Motorrad-Legende Gustl Auinger, mit dem ihm ein Vertrauensverhältnis verbindet, und: Beginnt zu weinen. Die scheinbar grundlosen Tränen sind der Beginn einer Sinnsuche, die ihn zur Meditation und kurz darauf nach Indien zu einem Guru führt, der sein Leben verändert. Stefan Tauber ist nachwievor Unternehmer im Filmgeschäft – er ist nun aber auch ein gläubiger Mensch mit dem spirituellen Namen „Krishna Prakash Das“. In Folge 19 von MenschMensch geht es um eine Wandlung, die vielen Weggefährten Rätsel aufgibt. Es geht aber auch um Innenansichten aus dem Filmgeschäft und das Gefühl, von Michael Haneke via D-Netz zur Sau gemacht zu werden ...
Ulla Harms

Ulla Harms

2020-07-1501:04:03

Ulla Harms kennt das Buchgeschäft aus nahezu allen Perspektiven: Sie arbeitete als Buchhändlerin in Österreich und Deutschland, war Marketing- und Vertriebsleiterin der renommierten Verlage Deuticke und Brandstätter und wurde schließlich als selbstständige Verlagsvertreterin ihre eigene Chefin. Diese Rolle hat sie perfektioniert. Aus den Büroräumen ihrer Vertretung ist mittlerweile die florierende Buchhandlung Buchkontor im Wiener Nibelungenviertel geworden, die Amazon, Thalia und Co. selbstbewusst entgegen tritt. Doch auch mit dieser Rolle gibt sich die Trägerin des Buchhandlungspreises 2019 nicht zufrieden: Sie eröffnete unlängst das Stadtteil-Café franzundjulius gleich um die Ecke ihres Buchladens. Beide Unternehmen steuerte Ulla Harms durch die Corona-Krise, die sie auch deshalb an ihre Grenzen führte, weil sie dank neuer Geschäftsmodelle eine überraschende und vor allem kräfteraubende Hochkonjunktur erlebte.  Foto: Katarina Lindbichler
Steffen Hofmann

Steffen Hofmann

2020-06-2401:03:19

„Ich war gut, aber nicht außergewöhnlich.“ Es schwingt keinerlei Koketterie mit, wenn Steffen Hofmann Selbstreflexionen wie diese vorträgt. Mehr als 15 Jahre lang prägte er das Spiel des österreichischen Rekordmeisters SK Rapid, führte den Verein zu zwei Meistertiteln und in die Champions League und gilt entgegen seiner Selbsteinschätzung als eine der außergewöhnlichsten Spielerpersönlichkeiten der jüngeren Bundesligageschichte. Im MenschMensch-Gespräch zieht der gebürtige Würzburger eine bemerkenswert offene Karriere-Bilanz. Seine missglückte Eingliederung in die österreichische Nationalmannschaft vor der EM 2008, die unterkühlte Atmosphäre in der Kabine von 1860 München und das erfolglose Werben von Red Bull Salzburg um den Rapid-Spielmacher kommen ebenso zur Sprache wie das obsessive Streben nach Erfolgserlebnissen, die Prägung durch spezielle Trainerpersönlichkeiten und das Gefühl, vor der Tribüne der Austria-Fans einen Eckball zu treten. Folge 17 von MenschMensch ist das Porträt eines Deutschen, der zur Ikone eines Wiener Traditionsvereins wurde – das Porträt eines Sportlers, der auf dem Platz als lauter Berserker und neben dem Platz als nachdenkliche Integrationsfigur gilt. Foto: SK Rapid / ChaLuk 
Peter Pakesch

Peter Pakesch

2020-06-0901:16:25

„Es muss Plätze geben, wo Standards gesetzt werden.“ Dieser Festlegung ist Peter Pakesch, Vorstand der Maria Lassnig Stiftung und davor langjähriger Intendant des Universalmuseums Joanneum, stets treu geblieben. Einst brach er als Künstler nach New York auf, um die dortige Kunst-Community abseits des österreichischen Kleingeists aufzumischen. Zurück kehrte Peter Pakesch mit der nüchternen Erkenntnis, dass er sein Leben doch eher der Vermittlung anstatt der Produktion von Kunst widmen will. Diese Entscheidung bescherte Wien mit der „Galerie Peter Pakesch“ einen der legendärsten Kunst-Orte der 1980er, mit Entdeckungen wie Herbert Brandl, Franz West, Martin Kippenberger und Heimo Zobernig. Als Direktor der Kunsthalle Basel zementierte Peter Pakesch seinen Ruf als internationale Integrationsfigur der zeitgenössischen Kunstszene ein. Folge 16 von MenschMensch widmet sich einer Biografie, in der leidenschaftliche Grenzgänge mit exzentrischen Künstlern ebenso zum Alltag gehörten wie das Wälzen von kulturellen Strategien und Konflikte mit populistischen Politikern.  Cover-Foto: Josepha Pakesch
Lea Halbwidl

Lea Halbwidl

2020-05-1756:381

MenschMensch kommt nach zwei Folgen aus der Corona-Quarantäne zurück und begibt sich mit Sicherheitsabstand in den Politikbetrieb abseits der großen Inszenierung: Lea Halbwidl ist Bezirksvorsteherin der Wieden und damit für den kleinteiligen Alltag von rund 30.000 Menschen verantwortlich. In dieser Funktion kennt sie die oft profanen Voraussetzungen für menschliche Zufriedenheit, die Bezirkspolitik im Spannungsfeld von Bürgerbeteiligung, Behördenkommunikation und den übergeordneten politischen Stimmungslagen erkämpfen muss. Vielleicht liegt es gerade daran, dass sie mit dem Bild einer Partei, die „eine Einheit mit nur einer Meinung“ sei, nicht einverstanden ist. „Keine Partei darf so funktionieren. Wenn es so wäre, wäre jede Partei tot.“ Die 15. Folge zeigt eine Lebenslinie, die vom Wunsch, am Theater zu arbeiten, über den Studentenjob in der Telefonauskunft bis ins Amtshaus des 4. Wiener Gemeindebezirks führt – und die theoretisch auch in einem Klassenzimmer münden könnte, wenn der politische Erfolg mal ausbleibt.
Rainer Krispel

Rainer Krispel

2020-04-1737:36

„Ich weiß nicht, woher die Wut kommt“ – mit diesem und vielen anderen Bekenntnissen lässt der österreichische Punkfather Rainer Krispel in der 14. Folge von MenschMensch aufhorchen. Die Corona-Krise hält an, weshalb der Podcast abermals aus der Quarantäne via Skype-Leitung funkt. Vielleicht liegt es an der Geborgenheit der eigenen vier Wände, dass es im Gespräch mit dem Musiker und Autor weniger um seine legendären Hardcore-Bands und die wilden Erlebnisse im Linzer Subkultur-Epizentrum Kapu, sondern vielmehr um das Aufwachsen im trügerischen Idyll einer Mittelschicht-Familie, das emotionale Dasein als Vater und die Rolle als Liebender geht. Rainer Krispel analysiert zudem die Kindheits- und Jugendjahre in der oberösterreichischen Stahlstadt mit der ihm innewohnenden Gnadenlosigkeit. Wenn er in Bezug auf die Nazi-Vergangenheit seiner Heimat meint, dass „Österreich nie eine Sprache gefunden hat, mit diesem Wahnsinn umzugehen“, könnte man glauben, er philosophiert über das Hier und Jetzt.
Michael Stavarič

Michael Stavarič

2020-04-0658:52

Die erste Folge von MenschMensch direkt aus der Corona-Quarantäne: Via Skype-Leitung erzählt der Schriftsteller Michael Stavarič über die existenzbedrohenden Schwierigkeiten des Künstlerdaseins mitten in der COVID-19-Krise. Doch bevor es ins Hier und Jetzt geht, bestreitet er eine biografische Reise. Sie beginnt 1979 im Jugoslawien-Urlaub, wo die Eltern beschließen, nicht mehr in die Tschechoslowakei zurückzukehren und mit den beiden Kindern nach Österreich zu fliehen. Über das Flüchtlingslager Traiskirchen geht es nach Laa an der Thaya, wo die Mutter einen Job als Näherin bekommt. Schon früh steht fest, dass es Michael Stavarič in den Literaturbetrieb zieht. Zunächst als Sekretär des legendären Schriftstellers und Diplomaten Jiří Gruša, dann als Lyriker, Roman- und Kinderbuchautor, der momentan zu den meist ausgezeichneten Schriftstellern des Landes zählt. In Folge 13 wagt MenschMensch die Gratwanderung zwischen Ausnahmezustand und publizistischer Normalität.
Beatrix Roidinger

Beatrix Roidinger

2020-03-1701:01:40

Über viele Jahre war Beatrix Roidinger fixer Bestandteil der Wiener Kreativszene: Als Kulturmanagerin organisierte sie unter anderem Electronic-Events im Wiener Gasometer. Später spezialisierte sie sich auf das Thema PR in der Kreativwirtschaft und avancierte innerhalb kürzester Zeit zur ausgewiesenen Spezialistin für junge Start-ups. In zahlreichen Beratungsprozessen entdeckte Beatrix Roidinger Talente, die sie immer weiter von der klassischen PR und schließlich sogar vom Thema Kreativwirtschaft wegführten. Heute lautet ihre Berufsbezeichnung: Sexualberaterin, Paarberaterin, klinische Sexologin, psychologische Beraterin. Statt hipper Jungunternehmer berät sie Einzelpersonen und Paare, die sich rund um das Thema Sex und Beziehung weiterentwickeln wollen – statt Start-up-Events organisiert sie unter der Marke Sexolution (www.sexolution.com) „sexpositive“ Diskursformate. Folge 12 taucht fernab von Zweideutigkeit und Tabus in eine professionelle Biografie ein, die sich vollends dem Thema Sexualität verschrieben hat.   Link zu Beatrix Roidingers Praxis: www.paarberatung-sexualberatung.at Cover-Foto: David Payr
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