Männer sind anders gestresst als Frauen: Der „Stressreport 2025“
Update: 2025-11-26
Description
Stress kann viele Ursachen haben, jeder Mensch reagiert darauf anders. Für den einen ist es schon stressig, wenn morgens die Katzen jammern, weil sie gefüttert werden wollen und man doch eigentlich lieber erstmal duschen möchte. Andere brauchen den Stress im Job, sonst ist ihnen langweilig und sie schieben Arbeiten lieber auf. Die Techniker Krankenkasse hat die Stressfaktoren und -formen im „Stressreport 2025“ untersucht- und dabei kam heraus: Immer mehr Menschen in Deutschland sind gestresst. Jens Baas ist Vorstandschef der Techniker Krankenkasse. Im SWR-Aktuell-Interview mit Gerald Pinkenburg erklärt er, wer warum wie gestresst ist.
Immer noch, erklärt Baas, gibt es die klassischen Stressursachen wie beruflicher Druck und hohe Ansprüche an sich selbst. Neu sei jedoch, dass gesellschaftliche und politische Entwicklungen überraschend viele Menschen stark belasten: Mehr als die Hälfte der Befragten empfinden sie als erheblichen Stressfaktor. Baas spricht von einem Warnsignal, denn dieser Aspekt sei von null auf Platz drei der Hauptstressquellen gestiegen.
Die Untersuchung zeigt ein deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Die meisten Männer nennen den Job als größten Stressfaktor, gefolgt von Selbstansprüchen. Frauen hingegen empfinden den eigenen Anspruch als Hauptbelastung, erst danach den Beruf. Das kommt, so Baas, vermutlich von kritischer Selbstwahrnehmung – und von der Doppelbelastung durch Beruf und Care-Arbeit, die Frauen stärker betrifft als Männer.
Ein zentrales Problem sieht Baas darin, dass Stress häufig erst wahrgenommen wird, wenn er bereits zu Erkrankungen geführt hat. Menschen müssten lernen, Warnsignale früher zu erkennen – etwa wenn es gar keine stressfreien Phasen mehr gibt. Stress könne zu ernsthaften gesundheitlichen Folgen wie Rückenschmerzen führen. Da würden oft Menschen operiert, denen eigentlich schon Entspannung geholfen hätte.
Zur Stressbewältigung rät Baas, zwischen vermeidbarem und unvermeidbarem Stress zu unterscheiden. Bei politischen oder globalen Ereignissen sei Vermeidung kaum möglich, aber der Umgang könne verbessert werden. Da sei eine wirksame Strategie, sich zeitweise aus der „Stress-Bubble“ zurückzuziehen, etwa durch weniger Nachrichtenkonsum oder indem man Pausen von sozialen Medien macht. Dagegen wirke aber der Reflex, sich noch stärker informieren zu müssen.
Politische Entwicklungen sind plötzlich ein Hauptstressfaktor.Quelle: Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse
Immer noch, erklärt Baas, gibt es die klassischen Stressursachen wie beruflicher Druck und hohe Ansprüche an sich selbst. Neu sei jedoch, dass gesellschaftliche und politische Entwicklungen überraschend viele Menschen stark belasten: Mehr als die Hälfte der Befragten empfinden sie als erheblichen Stressfaktor. Baas spricht von einem Warnsignal, denn dieser Aspekt sei von null auf Platz drei der Hauptstressquellen gestiegen.
Die Untersuchung zeigt ein deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Die meisten Männer nennen den Job als größten Stressfaktor, gefolgt von Selbstansprüchen. Frauen hingegen empfinden den eigenen Anspruch als Hauptbelastung, erst danach den Beruf. Das kommt, so Baas, vermutlich von kritischer Selbstwahrnehmung – und von der Doppelbelastung durch Beruf und Care-Arbeit, die Frauen stärker betrifft als Männer.
Stress wird oft erst erkannt, wenn er krank macht.Quelle: TK-Chef Jens Baas
Ein zentrales Problem sieht Baas darin, dass Stress häufig erst wahrgenommen wird, wenn er bereits zu Erkrankungen geführt hat. Menschen müssten lernen, Warnsignale früher zu erkennen – etwa wenn es gar keine stressfreien Phasen mehr gibt. Stress könne zu ernsthaften gesundheitlichen Folgen wie Rückenschmerzen führen. Da würden oft Menschen operiert, denen eigentlich schon Entspannung geholfen hätte.
Manchmal hilft es, die Informationsflut zu stoppen.Quelle: Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse
Zur Stressbewältigung rät Baas, zwischen vermeidbarem und unvermeidbarem Stress zu unterscheiden. Bei politischen oder globalen Ereignissen sei Vermeidung kaum möglich, aber der Umgang könne verbessert werden. Da sei eine wirksame Strategie, sich zeitweise aus der „Stress-Bubble“ zurückzuziehen, etwa durch weniger Nachrichtenkonsum oder indem man Pausen von sozialen Medien macht. Dagegen wirke aber der Reflex, sich noch stärker informieren zu müssen.
Comments
In Channel























