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Papst und Patriarch für gemeinsames Osterdatum

Papst und Patriarch für gemeinsames Osterdatum

Update: 2025-11-29
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Papst Leo XIV. und der orthodoxe Patriarch Bartholomaios I. wollen weiter auf ein gemeinsames Osterdatum aller Christen hinarbeiten. “Es ist unser gemeinsamer Wunsch, den Prozess der Suche nach einer möglichen Lösung fortzusetzen, um jedes Jahr gemeinsam das Fest der Feste feiern zu können”, heißt es in einer Erklärung, die die beiden am Samstag in Istanbul unterzeichneten.





Die Erklärung legt kein gemeinsames Datum fest. In diesem Jahr fiel Ostern bei Katholiken einerseits und in den orthodoxen Kirchen andererseits auf das gleiche Datum. Dafür seien Leo und Bartholomaios dankbar, heißt es weiter. Die beiden hofften und beteten nun, dass man sich weiter dafür einsetze.



Katholische und orthodoxe Kirche feiern Ostern an unterschiedlichen Tagen, weil sich die beiden Kirchen an verschiedenen Kalendern orientieren. Seit geraumer Zeit gibt es jedoch Bestrebungen, sich auf ein gemeinsames Osterdatum zu einigen – als starkes Zeichen der Einheit der Christen.



Schisma vor fast 1.000 Jahren



Die orthodoxen Kirchen sind seit der Kirchenspaltung vor fast 1.000 Jahren eigenständig: Im Jahr 1054 hatten sich die Oberhäupter der Ostkirche in Byzanz und der Westkirche in Rom gegenseitig exkommuniziert. Seitdem sind sie sich in einer Reihe von Fragen uneins – nicht zuletzt beim Datum von Festen.



In der gemeinsamen Erklärung rufen Leo und Bartholomaios alle Christen dazu auf, sich für die Überwindung der Kirchenspaltungen einzusetzen. Sie gelobten, den Weg des Dialogs fortzusetzen, um die “erhoffte Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft zwischen unseren Schwesterkirchen zu erreichen”. Hindernisse auf dem Weg der Einheit sollten überwunden werden.



Messe für kleine katholische Gemeinde



Am Nachmittag feierte Leo in Istanbul eine Messe für die katholische Gemeinde in der Türkei. Mit etwa 33.000 Gläubigen ist die katholische Gemeinschaft in dem Land bei einer Bevölkerung von etwa 85 Millionen eine winzig kleine Minderheit. Leo rief die Gemeinde auf, “Bande der Einheit” mit anderen Christen und Gläubigen anderer Religionen zu knüpfen.



Papst besuchte Blaue Moschee



Zuvor hatte Papst Leo XIV. die Sultan-Ahmet-Moschee in Istanbul besucht. Der Chef der staatlichen Religionsbehörde Diyanet empfing das Oberhaupt der katholischen Kirche in dem auch als Blaue Moschee bekannten islamischen Gotteshaus im Zentrum der Millionenmetropole. Leo betrat das Gebäude vorschriftsgemäß ohne Schuhe. Der Besuch fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.



Die Sultan-Ahmet-Moschee ist eine der berühmtesten Moscheen Istanbuls und eine der bedeutendsten Moscheen der islamischen Welt. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zur Hagia Sophia. Im Gegensatz zu seinen zwei Vorgängern Benedikt XVI. (2006) und Franziskus (2014) besucht Leo letztere während seiner Türkei-Visite jedoch nicht. Die frühere Kathedrale wurde 2020 in eine Moschee umgewandelt, nachdem sie seit 1934 ein Museum gewesen war.



“Besuch in der Moschee in Stille”



Nach dem Besuch der Blauen Moschee hieß es vom Vatikan: “Der Papst erlebte seinen Besuch in der Moschee in Stille, in einem Geist der Betrachtung und des Zuhörens, mit tiefem Respekt vor dem Ort und dem Glauben derjenigen, die sich dort zum Gebet versammeln.”



Leos Vorgänger als Papst, Benedikt XVI. und Franziskus, hatten während ihrer Besuche in dem islamischen Gotteshaus damals jeweils für einen Moment des stillen Gebets genutzt. Franziskus sorgte 2014 etwa für Aufsehen als er sein Haupt gen Mekka neigte und damit demonstrativ seinen Respekt vor dem Islam bekundete.



(APA/dpa)

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