Sonjas Geschichte: Wie mich eine Depression stärker gemacht hat
Description
In der 2. Staffel von BRAIN FAKT wollen Thomas und Christoph Betroffene selbst zu Wort kommen lassen. In dieser Folge spricht Sonja über ihre rezidivierende Depression, die sie seit ihrer Jugend begleitet. Sie beschreibt depressive Phasen als düster, stillstehend und wie ein Vakuum, in dem die Verbindung zur Welt verloren geht. Ihre Gedanken kreisen dann ununterbrochen um Hoffnungslosigkeit, Wertlosigkeit und Selbstzweifel – Ressourcen und positive Aspekte sieht sie kaum noch.
Im Alltag bedeutet die Erkrankung für sie vor allem eines: eine geringere Belastbarkeit. Zwischenmenschliche Begegnungen strengen sie stärker an, und sie braucht mehr Zeit, um Erlebnisse und Gefühle zu verarbeiten. Besonders wichtig ist für sie deshalb eine klare Tagesstruktur, weil Entscheidungen sonst schnell überfordern. Ihre Hunde geben ihr dabei Halt, Motivation und regelmäßige Bewegung. Sie sagt offen, dass es ihr oft leichter fällt, sich um andere zu kümmern als um sich selbst.
Psychotherapie und Medikation haben ihr über die Jahre geholfen, vor allem, weil sie gelernt hat, Warnsignale früh wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Was ihr Kraft gibt, ist die Gewissheit, dass depressive Phasen vorbeigehen. Ein Satz von Camus begleitet sie: „In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.“
Ein großes Thema für Sonja ist außerdem der Schlaf, der bei Depressionen häufig gestört ist. Sie schläft oft lang, aber nicht erholsam, und arbeitet daher an einem regelmäßigen Schlafrhythmus – mit festen Bettzeiten, weniger Bildschirmzeit, einer Tageslichtlampe und kürzeren Bettzeiten. Wenn ihr das gelingt, fühlt sie sich tagsüber deutlich wacher und stabiler.
Aktuell geht es ihr gut, in solchen Phasen sieht sie die Depression als etwas, woran sie gewachsen ist.



