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Dissens
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Author: Lukas Ondreka
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Im Dissens Podcast spricht Lukas Ondreka mit schlauen Menschen einmal die Woche über alles, was in unserer Gesellschaft falsch läuft. Denn: Kritisieren was ist, heißt sagen was geändert werden muss. Dein Podcast für kluge Denkanstöße.
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Räume, die Kultur jenseits des Mainstreams ermöglichen und marginalisierten Menschen Rückzug bieten, sind akut bedroht. Ob durch die Sparpolitik der Bundesregierung, Kürzungen bei Demokratie-Förderungen wie „Demokratie leben!“, oder den Vormarsch der AfD in Stadt- und Landesparlamenten und militante Neonazis, die Brände legen und Scheiben einschlagen: für autonome Zentren wie die Zora in Halberstadt im Harz, die Coralle in Essen und viele andere brechen harte Zeiten an.
Die Kampagne „Alles beginnt im Zentrum“ engagiert sich dafür, schell Hilfe zu organisieren, wenn nach Angriffen Reparaturen nötig sind und die langfristige Finanzierung dieser Orte zu sichern. Statt auf staatliche Förderung setzt sie auf gegenseitige Hilfe durch Spenden und Fördermitgliedschaften. Bei „Was tun?“ spricht Carla von AbiZ über die Kampagne, ihre Strategie beim Fundraising und darüber, wie sie Szenegrößen wie Tocotronic oder die Toten Hosen, deren Karrieren in autonomen und soziokulturellen Zentren begannen, einbindet.
Immer mehr Männer in der Ukraine und auch in Russland entziehen sich dem Dienst an der Front. Ihre Realität wird in der deutschen Debatte verschwiegen, sagt Mario Neumann von der Menschenrechtsorganisation "medico", die sich für Anerkennung und Schutz von Verweigerern einsetzt. Ein Gespräch über die stille Massenverweigerung nach fünf Jahren Krieg, Europa am Abgrund und Zeichen einer Revolte gegen die Kriegslogik.
Alles deutet darauf hin, dass die AfD in Sachsen-Anhalt bald den Ministerpräsidenten stellt - mit schwer abschätzbaren Konsequenzen für die kritische Zivilgesellschaft und staatliche Behörden, aber vor allem für alle, die nicht in das Weltbild der AfD passen. Doch statt wie das Kaninchen vor der Schlange zu sitzen, denken wir bei "Was tun?" schon über die Wahlen hinaus und fragen: Was tun, wenn Rechte regieren?
Für die letzte Folge der Miniserie „Was tun, wenn Rechte regieren?“ spricht Valentin mit dem brasilianischen Philosophen Rodrigo Nunes über den Bolsonarismus und darüber, was dieser über den neuen Faschismus verrät. Rodrigo war selbst lange politisch aktiv, in der Antiglobalisierungsbewegung ebenso wie in den Studentenprotesten gegen die Austeritätspolitik nach der Finanzkrise, und ist einer der bekanntesten Kommentatoren des Aufstiegs der Neuen Rechten in Brasilien. Im Oktober erscheint sein neues Buch „Anatomy of Disintegration“, in dem er sich mit dem Aufstieg Jair Bolsonaros auseinandersetzt und analysiert, was dieser über den neuen Faschismus weltweit verrät. Rodrigo erzählt, wie die erste Amtszeit Bolsonaros die Bedingungen für linke soziale Bewegungen verschoben hat und wie die Chancen dafür stehen, dass Jair Bolsonaros Sohn Flávio die anstehende Präsidentschaftswahl im Herbst 2026 gewinnt und das Projekt seines Vaters fortführt.
In der Nachbesprechung diskutieren Inken und Valentin, was sie aus der Miniserie gelernt haben, nicht nur aus Brasilien und dem Kampf gegen den Bolsonarismus, sondern auch aus den Interviews mit Dominika aus Polen und Raluca aus Israel gelernt haben. Außerdem gibts eine kurze Wahlnachlese zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
Während das Polit-Establishment wegen der Aussicht auf eine linksgeführte Regierung in Berlin in Hysterie ausbricht, greift die AfD in Sachsen-Anhalt nach der Macht – und das wohl mit Hilfe von Teilen der CDU. Alex Wischnewski und Barbara Fried sprechen im Dissens Podcast über die Steigbügelhalter von Magdeburg, die Rote-Socken-Kampagne gegen die Berliner Linkspartei und die feministische Erweiterung von antifaschistischer Wirtschaftspolitik. (Das Gespräch fand am 09.10. statt, auf aktuellere Entwicklungen konnten wir entsprechend nicht eingehen.)
Mit "Nein" hat Mithu Sanyal einen Appell gegen die Militarisierung der Gegenwart und für einen lautstarken Pazifismus geschrieben. Im Dissens Podcast spricht die Kulturwissenschaftlerin darüber, wie Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit unsere Gesellschaften verändern, was der Kriegstaumel mit der Krise westlicher Vorherrschaft zu tun hat und wie der Ausstieg aus der Kriegslogik gelingen kann.








