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Diskothek
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Author: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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Description
In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich.
Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
389 Episodes
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1954 schreibt Bernd Alois Zimmermann ein Trompetenkonzert mit dem Untertitel «Nobody knows de trouble I see». Das ist ein Spiritual aus der US-amerikamischen Sklavenzeit. Zimmermann verbindet es mit 12-Ton-Technik, mit Sinfonik und mit Jazz. Ein einzigartiges Konzert.
Wir reden darüber mit der Musikwissenschaftlerin Doris Lanz und mit dem Klarinettisten Olivier Vivares.
John Dowlands Lied «Flow my tears» war im England des frühen 17. Jahrhundert ein grosser Hit – und ist es bis heute, wie die zahlreichen Adaptionen zu Rock- und Pop-Songs zeigen. Die Grundlage zu diesem Lied aber bildet ein Zyklus für Gamben-Consort: die «Lachrimae, or seaven teares».
1604 hat John Dowland diesen Zyklus veröffentlicht – in einer Zeit, in der Melancholie in England gross in Mode war. Sieben verschiedene Arten von Tränen thematisieren die «Lachrimae, or seaven teares». Die Stücke können in verschiedenen Besetzungen gespielt werden; diese Sendung widmet sich ausschliesslich Einspielungen mit Gamben-Consort. Vor 400 Jahren, im Februar 1626, starb John Dowland in London.
Gäste von Jenny Berg sind die Gambistin Jane Achtman und der Organist Jörg-Andreas Bötticher.
Erstausstrahlung: 24.06.2019
Es ist so eine Sache mit der Sinfonie Nr. 2 von Ludwig van Beethoven: Man kennt sie – aber eben doch nicht so gut. Sie steht nämlich im Schatten der Ersten und vor allem der Dritten, heroischen. Natürlich zu Unrecht.
Schon nur die Umstände dieses Werkes sind spannend: 1802 vollendete Beethoven sie, da war er etwas über 30 und das war genau der Zeitpunkt, an dem er realisierte, dass seine Ohren langsam aber sicher taub wurden. Grosse Verzweiflung also – aber auch kämpferische Hoffnung: «Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen, ganz niederbeugen soll es mich gewiss nicht.» So schrieb er damals in einem Brief.
In der Diskothek, die diesmal in Bern mit Pbulikum stattfindet, vergleichen wir mehrere Aufnahmen dieses Werkes. Gäste von Annelis Berger: Die Dirigentin Johanna Malangré und der Musikjournalist Christian Wildhagen.
Jeweils in der letzten Diskothek-Ausgabe des Monats stellen wir die Gewinnerinnen und Gewinner der vorangegangenen Sendungen vor. Die in der Diskothek prämierten Interpret:innen und Ensembles treten hier auch mit anderem Repertoire oder in anderer Besetzung auf.
In diesem Monat:
- Robert Schumann: Kinderszenen. Leichte Stücke für Klavier op. 15
- Franz Schubert: Streichquintett C-Dur op. posth. 163 D 956
- György Kurtág: Játékok - zum 100. Geburtstag
Am 19. Februar wird der ungarische Komponist György Kurtág 100 Jahre alt. In der Diskothek heute reden wir über eins seiner wichtigsten Werke: Játékok (ungarisch für «Spiele»). Das ist kein einzelnes Werk, sondern ein grosser Zyklus von Klavierstückchen.
Vor über 50 Jahren begann Kurtág, pädagogische Miniaturen für den Klavierunterricht zu komponieren – es wurde zu einem Lebensprojekt: der Zyklus ist auf viele Hundert Stücke angewachsen, und er ist ein Archiv von Miniaturen, Studien, Skizzen, musikalischen Gedanken.
Das Klavierduo Soós/Haag (Adrienne Soós und Ivo Haag) diskutieren Aufnahmen von einigen dieser Játékok für zweihändiges und vierhändiges Klavier.
Spätwerk mit 31 Jahren: Wenige Monate vor seinem Tod komponierte Franz Schubert eines seiner bedeutendsten Kammermusikwerke, sein Streichquintett in C-Dur. Obwohl Schubert damals schon sehr krank war, dazu arm und unbekannt, schuf er ein Werk von entrückter Klangschönheit.
Schubert war damals noch immer tief betroffen vom Tod seines Vorbilds Beethoven. Und doch ging er in seinem Streichquintett weit über die Musik seines Meisters hinaus: Innerhalb der sinfonischen Form konnte er die Melodien so weit aufspannen, dass man beim Hören jedes Zeitgefühl verlieren kann.
Jenny Berg diskutiert fünf Aufnahmen dieses Meisterwerks, gemeinsam mit der Musikjournalistin Julia Kaiser und dem Geiger Markus Fleck.
Robert Schumanns Kinderszenen op. 15 (1838) gehören zu den poetischsten Klavierzyklen der Romantik. Trotz ihres Titels sind sie nicht primär als Musik für Kinder gedacht, sondern als Musik über Kindheit.
Schumann selbst sprach von «Rückspiegelungen eines Älteren für Ältere». Im Zentrum steht also Erinnerung: eine idealisierte, innere Vorstellung von Kindheit. Der Zyklus umfasst 13 Miniaturen, jede mit einem poetischen Titel wie Von fremden Ländern und Menschen, Hasche-Mann oder Träumerei. Die Musik entstand zuerst, die Überschriften wurden später ergänzt und sind daher eher assoziativ als streng programmatisch. Schumann wählt eine bewusste Einfachheit: klare Melodien und überschaubare Formen. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der technischen Virtuosität, sondern im Ausdruck – in feiner Dynamik, nuancierter Artikulation und lyrischem Klang. Besonders die berühmte Träumerei wurde zum Sinnbild sanfter Melancholie: nicht sentimental, sondern «innig».
In der Diskothek werden sechs Interpretationen von Schumanns Kinderszenen verglichen. Wie unterschiedlich kann diese scheinbar einfache Musik klingen? Und wie viele Freiheiten darf sich eine Interpretin oder ein Interpret nehmen, ohne den Charakter dieser Miniaturen zu verlieren? Gäste von Eva Oertle sind die Musikwissenschaftlerin Cristina Urchueguía und der Pianist Manuel Bärtsch.
Jeweils in der letzten Diskothek-Ausgabe des Monats stellen wir die Gewinnerinnen und Gewinner der vorangegangenen Sendungen vor. Die in der Diskothek prämierten Interpret:innen und Ensembles treten hier auch mit anderem Repertoire oder in anderer Besetzung auf.
In diesem Monat:
- Antonín Dvořák: Streichquartett F-Dur op. 96 «Amerikanisches»
- Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 D-Dur
- Vincenzo Bellini: I Puritani. Oper
Die Liebesgeschichte inmitten der Wirren des Englischen Bürgerkriegs im 17. Jahrhundert bietet Belcanto-Kunst vom Feinsten: Koloraturen, scheinbar endlos schwebende Melodiebögen und extrem hohe Spitzentöne für den Tenor.
Der Cataneser Bellini wusste ganz genau, was seine Sänger konnten: In seiner letzten Oper schrieb er wenige Monate vor seinem Tod dem Starsänger Giovanni Battista Rubini die Partie des Arturo auf den Leib: extra hoch, nicht nur bis zum hohen C, sondern bis zum hohen F! Giulia Grisi war die erste Elvira, auch für sie komponierte er eine entsprechend vielschichtige und virtuose Partie. Selbstverständlich wollten und wollen alle Primadonnen und Primiuomini diese Rollen singen, und so gibt es auch diverse Gesamteinspielungen, allerdings eher wenige neueren Datums.
Ein Belcantofeuerwerk in der Puritanerfestung und im Radiostudio; Gäste von Moritz Weber sind die Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer und der Tenor Rolf Romei.
Gustav Mahlers 9. Sinfonie ist Abschied und Aufbruch zugleich. Entstanden 1909, kurz vor seinem Tod, blickt sie existenziell auf Leben, Verlust und Vergänglichkeit. Zwischen tänzerischer Ironie, eruptiver Dramatik und dem entrückten Adagio-Finale entfaltet Mahler ein extremes Klangspektrum.
In der Diskothek vergleichen wir prägende Aufnahmen und Interpretationen – und hören uns auch an, wie Mahler auf historischen Instrumenten der Zeit klingt.
Gäste von Annelis Berger sind der Komponist David Philip Hefti und der Dirigent Manuel Oswald.
Das «Amerikanische» Streichquartett von Antonín Dvořák gehört zu seinen beliebtesten Werken. In nur wenigen Tagen hat er es in den USA komponiert – in den Sommerferien auf dem Land, wo ihn das Gezwitscher seltener Vögel und die Melodien der indigenen Bevölkerung inspirierten.
Damals war Antonín Dvořák Direktor des New Yorker Konservatoriums. Er sollte den dortigen Musikstudierenden zu einem «amerikanischen Volkston» verhelfen. Ob in seinem Streichquartett F-Dur op. 96 nun eher indigene amerikanische oder tschechische Melodien zu hören sind – oder der damals neue Jazz in New York – ist nicht zweifelsfrei zu klären. Die Mischung aus all dem ergibt auf jeden Fall den so reizvollen Dvořák-Klang.
Jenny Berg diskutiert fünf Aufnahmen des Streichquartetts mit der Bratschistin Joanna Michalak und dem Musikjournalisten Christian Wildhagen.
Jeweils in der letzten Diskothek-Ausgabe des Monats stellen wir die Gewinnerinnen und Gewinner der vorangegangenen Sendungen vor. Die in der Diskothek prämierten Interpret:innen und Ensembles treten hier auch mit anderem Repertoire oder in anderer Besetzung auf.
In diesem Monat:
- George Gershwin: Rhapsody in Blue
- Franz Schubert: Fantasie C-Dur für Violine und Klavier D 934
- Barockensembles feiern Geburtstag
- Johann Sebastian Bach: Unser Mund sei voll Lachens. Kantate zum 1. Weihnachtsfeiertag für Soli, Chor und Orchester, BWV 110
Kantate zum 1. Weihnachtsfeiertag für Soli, Chor und Orchester, BWV 110
Bei dieser Diskothek geht es um eine Kantate von J.S. Bach, die der Komponist für die Weihnachtstage komponiert hat: «Unser Mund sei voll Lachens», BWV 110 für den ersten Weihnachtstag für Soli, Chor und Orchester. Ein schöner Titel für die Weihnachtszeit – und heiter ist denn auch der Eingangschor, bevor in der Tenor- und Alt-Arie auch der Schmerz ausgedrückt wird. Das Duett für Sopran und Tenor (Ehre sei Gott in der Höhe) hat schliesslich einen fast tänzerischen Charakter im Dreiertakt. Und der prächtige Schlusschor rundet diese Kantate ab. In der Diskothek werden mehrere Interpretationen verglichen.
Gäste von Annelis Berger sind der Cembalist, Organist und Komponist Thomas Leininger und der Musikjournalist Michael Struck-Schloen.
Erstausstrahlung: 18.12.2023
Eine Entdeckungsreise mit The Hanover Band, Concerto Köln und Il Giardino Armonico.
Die Jubiläen dreier prägender Klangkörper der historischen Aufführungspraxis bieten den Anlass, ihre interpretatorischen Ansätze einmal unmittelbar nebeneinander zu stellen: The Hanover Band feiert 45 Jahre, Concerto Köln und Il Giardino Armonico jeweils 40 Jahre. Drei Länder, drei Interpretationskulturen – und die Frage: Hat jedes Ensemble im Laufe der Zeit eine eigene musikalische Handschrift entwickelt?
Alle drei verbindet ein zentrales Repertoirefundament: die Musik von Johann Sebastian Bach. Zum Jubiläum stellen wir ausgewählte Werke unmittelbar gegenüber. Das 1. Brandenburgische Konzert, das alle drei Ensembles aufgenommen haben, bildet den Ausgangspunkt: Lässt sich allein am Klangbild erkennen, welches Ensemble hinter welcher Aufnahme steht?
Zwei der Ensembles haben zudem Vivaldis Vier Jahreszeiten eingespielt – ein ideales Werk, um im «Winter» kontrastierende Lesarten hörbar zu machen. Hört man das zwischen zwei Einspielungen rund 20 Jahre liegen? Auch Bachs Cembalokonzert d-Moll sowie Haydns Sinfonie «La Passione» treten im Doppelvergleich an. So entsteht ein vielschichtiges Panorama.
In der Diskothek vergleichen wir Aufnahmen der drei Ensembles und fragen: Spielt man heute anders als vor 40 Jahren? Wie unterscheiden sich die Ensembles voneinander? Haben sie unverwechselbare Profile ausgebildet? Gäste von Eva Oertle sind die Geigerin Leila Schayegh und der Cembalist Jermaine Sprosse.
Eine seiner eigenen Lied-Melodien fantasierte der Komponist zu einem der schönsten aber auch schwierigsten Stücke des Geigenrepertoires aus.
«Sei mir gegrüsst» ist die musikalische Keimzelle dieser knapp halbstündigen Fantasie, die über zarten Klaviertremoli und mit einer geradezu himmlischen Geigenmelodie anhebt. Die unheimlichen Herausforderungen des Geigenparts wie auch des Klavierparts gilt es möglichst mit Leichtigkeit zu bewältigen, vom virtuosen Variationensatz bis zum ungestümen Finale.
Komponiert hat es Schubert 1827, ein Jahr vor seinem Tod, für den böhmischen Geigenvirtuosen Josef Slavík, den nicht nur Frédéric Chopin als den «zweiten Paganini» bezeichnete. Vorerst war dem «himmlischen» Werk kaum Erfolg beschieden, ein Kritiker verliess sogar den Saal, bevor es zu Ende war. Nun hat es sich aber längst als Juwel in Konzert und Diskografie etabliert.
Gäste von Moritz Weber sind die Musikwissenschaftlerin Sibylle Ehrismann und die Geigerin Gwendolyn Masin.
Ein gleitender Klarinettenaufschwung, der sich aus tiefem Grollen in helle Höhe erhebt, eröffnet George Gershwins «Rhapsody in Blue». Dieser markante Einstieg führt direkt in ein Werk, das bis heute als einer der erfolgreichsten Versuche gilt, Jazzidiom und klassische Form miteinander zu verweben.
Die Idee zur «Rhapsody in Blue» soll Gershwin auf einer Zugfahrt gekommen sein – das rhythmische Rattern der Schienen inspirierte ihn zu den charakteristischen, energiegeladenen Motiven. Die Uraufführung 1924 wurde prompt zu einem Ereignis: Das Publikum reagierte begeistert auf diese neuartige Mischung aus orchestraler Klangpracht und jazzigem Drive.
Annelis Berger bespricht mit der Dirigentin Graziella Contratto und dem Jazzpianisten Hans Feigenwinter fünf Aufnahmen dieses «Klassikers».
Jeweils in der letzten Diskothek-Ausgabe des Monats stellen wir die Gewinnerinnen und Gewinner der vorangegangenen Sendungen vor. Die in der Diskothek prämierten Interpret:innen und Ensembles treten hier auch mit anderem Repertoire oder in anderer Besetzung auf.
In diesem Monat:
- Alessandro Scarlatti: Kantate «Ombre tacite e sole»
- Johann Sebastian Bach: Flötensonate h-Moll BWV 1030
- Frédéric Chopin: Cellosonate g-Moll op. 65



