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Immobiléros - Der Podcast für die Immobilienszene
Immobiléros - Der Podcast für die Immobilienszene
Author: Michael Rücker
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© Michael Rücker
Description
Alle 7 Tage Geschichten, Helden und Brains aus der Immobilienwirtschaft.
Immobiléros stellt Menschen aus allen Bereichen der Immobilienwirtschaft vor. Entwickler, Bestandshalter, Investoren Wissenschaftler... Und es geht um alle Segmente der Immobilienbranche: Wohnen, Büro, Handel, Logistik und so weiter und sofort. Wir wollen wissen - was wird da gerade gemacht, warum, was treibt die Menschen an, was ist neu, was ist spannend. Und wie gesagt: das alles rund um die Immobilie.
Immobiléros stellt Menschen aus allen Bereichen der Immobilienwirtschaft vor. Entwickler, Bestandshalter, Investoren Wissenschaftler... Und es geht um alle Segmente der Immobilienbranche: Wohnen, Büro, Handel, Logistik und so weiter und sofort. Wir wollen wissen - was wird da gerade gemacht, warum, was treibt die Menschen an, was ist neu, was ist spannend. Und wie gesagt: das alles rund um die Immobilie.
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„Es ist einfacher, eine gute Idee zu haben, als eine Idee wirklich zum Fliegen zu bringen.“ Mit diesem Satz eröffnet Alexandre Grellier, CEO von Drooms, ein Gespräch, in dem es nicht um Start-up-Romantik und Digitalisierung um ihrer selbst willen geht. Sondern um die Frage, welche Technologien in der Immobilienbranche tatsächlich Probleme lösen und wofür der Markt, gerade in einer angespannten Phase, bereit ist zu zahlen. Nicht jedes PropTech ist ein Start-up. Und nicht jedes Start-up mit Immobilienbezug ist ein PropTech. Diese begriffliche Unschärfe verdeckt, laut Alex, oft den Kern: Wirtschaftlichkeit, belastbare Geschäftsmodelle und Lösungen, die im Alltag funktionieren. Der Erwartung, komplexe Probleme ließen sich per Plug-and-Play lösen, begegnet er klar: „Das ist naiv.“
Ein zentrales Thema ist die Finanzierung. Alex beschreibt sie mit dem Bild des Lemming-Prinzips: Einer geht voran, nimmt Geld in die Hand, andere folgen. Lange funktionierte das. Sein Gegenmodell orientiert sich an der schwäbischen Hausfrau: ein präziser Blick auf Kosten, Cashflow und reale Tragfähigkeit. Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis.
Wir sprechen darüber, wie Expansion unter diesen Voraussetzungen dennoch gelingt. Über zweistellige Zuwächse von Drooms beispielsweise in Frankreich und Deutschland. Über Unterschiede zwischen europäischen Märkten. Über die USA, vor denen Alex keine Scheu hat. Und darüber, warum Deutschland nicht so schwarz ist, wie es derzeit oft gezeichnet wird. Am Ende geht es um ESG, um Vertrauen in Technologie und um die Erkenntnis, dass die Immobilienbranche hier noch Luft nach oben hat. Der prägnanteste Satz des Gesprächs bringt es auf den Punkt: Man muss nicht gleich das Unternehmen kaufen, das einem Software anbietet. Schließlich kommt auch niemand auf die Idee, Microsoft zu kaufen.
„Der Concierge ist ein Wohlfühl-Werkzeug.“ Thomas Munko ist ein Gentleman, ein Concierge. Zumindest war er das sehr lange und bekommt das nicht aus seinen Genen. Das muss er auch nach seinem Wechsel in die Immobilienbranche nicht. Thomas ist Geschäftsführer der RAS Group. Die betreut deutschlandweit über 100 Projekte mit verschiedenen Services im Residential-, Office- und Seniorenbereich, hat über 300 Mitarbeiter und gehört seit 2025 zur DPF Group.
Im Gespräch zeigt sich schnell, dass sein früherer Beruf, seine 20 Jahre als Chef-Concierge im Ritz-Carlton, keine nostalgische Fußnote sind. Wir sprechen über den Mehrwert der Services in den Immobilien und vor allem für Mieter und Bewohner. Über die gesellschaftliche Komponente, vor allem im Bereich altersgerechtes Wohnen.
Es geht sehr viel um Empathie, kein einziges Mal fällt das Stichwort KI. Dafür spricht Thomas über eine App, die er als Ergänzung zum Service sieht. Und darüber, warum es konstante Betreuung geben muss, die Bindung zwischen den einzelnen Gewerken und welches Vorurteil über Services er gern für immer beseitigen würde.
„2026 werden wir die Milliarde Bauleistung knacken“: Johannes Adomeit ist voll positiver Energie. Der Geschäftsführer von Peter Gross Bau – verantwortlich für den Hochbau – konstatiert bereits 40 Prozent Wachstum im Jahr 2024 für den familiengeführten Generalunternehmer. Nun stellt er fest: „Im zweiten Halbjahr 2025 ging die Post ab.“ Heißt: Die Auftragsbücher füllen sich wieder, Wohnprojekte kommen zurück, aber auch Hotels. Wir sprechen über den CISPA Innovation Campus in St. Ingbert, den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte mit einem Volumen von etwa 280 Millionen Euro. Der soll künftig ein Ort für Start-ups, Innovationsprojekte und Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sein. Und auch über die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, eine ganz andere Herausforderung: mit Sondergründung und einem Geschossbau in die Erde.
Johannes Adomeit erklärt die im Haus entwickelten KI-Bots, die wiederkehrende Tätigkeiten übernehmen und was das mit Mitarbeitern und Führungskräften macht. Dabei geht es – jawoll Klischee – auch um das Abschneiden alter Zöpfe, um halbautonome Kräne und Bohrroboter. Momentan wird auch eine Sanierungsabteilung im Brückenbau aufgebaut, eine Idee, die schon weit vor dem Konjunkturpaket der Bundesregierung entstand. An letzteres glaubt Johannes Adomeit nicht, an das Thema Brücken allerdings schon: „Da werden wir die nächsten 30, 40 Jahre zu tun haben“, sagt er. Ein Podcast mit Weitblick also.
„Die Menschen gehen auf die Straße für niedrigere Mieten, aber nicht für mehr Wohnungen.“ Dieser Satz bringt das zentrale Problem für Prof. Michael Voigtländer auf den Punkt: Für das Thema Bauen fehlt in Deutschland die gesellschaftliche Rückendeckung. Wer bauen will, kämpft nicht nur mit Verfahren, Kosten und Regeln, sondern mit einem Narrativ, das Bauen nicht mehr positiv konnotiert.
Stattdessen gewinnen andere Ideen an Raum – in Berlin sogar die Vergesellschaftung. Der Ökonom vom deutschen Institut der Wirtschaft hinterfragt die für ihn „irre“ Idee und ist der Meinung, dass, sollte es so weit kommen, Berlin für Jahrzehnte ge- und beschädigt wäre. Die Akteuren lehnen die Marktwirtschaft ab, versuchen über „eine Spielwiese, den Sozialismus wieder reinzuholen“. Am Ende wären, so Prof. Michael Voigtländer, die Mieter „die blöden“.
Natürlich arbeiten wir uns auch am Bauturbo ab. Prinzipiell erst einmal eine gute Idee, nur mit der Umsetzung hapert es. Notwendig wäre etwas anderes: mehr Output pro Bauarbeiter und damit Innovationsschübe. Notwendig wäre auch, dass Kommunen, Länder und Bund Kompetenzen endlich bündeln, statt gegeneinander zu arbeiten, dass gute Ideen nicht mehr im Wirrwarr kleinteiliger Vorgaben und Wettbewerben verschwinden.
Zudem habe ich Michael Voigtländer die Fragen aller Fragen zumindest für die Immobilienbranche – gestellt: Was ist bezahlbarer Wohnraum, wie lautet die exakte Definition? Und wäre es nicht zwingend notwendig, dass Eigentum wieder ein besseres Image bekommt? Die Antworten gibt es in diesem Podcast und damit geht es rein in das Jahr 2026. „Uns fehlt der Mut für den großen Wurf“, sagt Prof. Michael Voigtländer. Doch die Aussichten sind nicht düster. Für das Jahr 2026 sieht der Experte einen Aufwärtstrend.
„Es gibt kein Argument gegen Erfolg.“ Mit diesem Satz beschreibt Klaus Saloch, was den Markt gerade stärker prägt als jedes Stimmungsbarometer: Reichweite, Nutzungsintensität und die Fähigkeit, Nachfrage in Echtzeit zu bündeln. Genau deshalb sprechen wir über Kleinanzeigen, eine Plattform mit über 16 Millionen monatlichen Nutzern, rund 90 Millionen Besuchen und einer Dynamik, die für einige Verticals längst zur strategischen Herausforderung geworden ist.
Ich spreche mit Klaus darüber, warum dieses Portal in der Immobilienbranche wächst, obwohl der Markt insgesamt im Krisenmodus ist, welche Rolle Künstliche Intelligenz bei der Qualifizierung von Anfragen übernimmt und wie Homestaying, virtuelle Vermessung und automatisierte Prozesse das Nutzerverhalten und auch den Beruf des Maklers verändern. Wir schauen darauf, weshalb der persönliche Eindruck trotz aller Technologie an Bedeutung gewinnt: Kommunikation, Präsentation, Professionalität, alles Faktoren, die im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zunehmend entscheiden.
Klaus ist ein Urgestein der Branche, ich darf das genauso benennen. Deshalb muss es auch um seine Erfahrungen gehen und die Veränderungen im Markt. Seit Mitte des Jahres ist er als Head of Industry Relations für das Netzwerk verantwortlich und dazu beispielsweise im Austausch mit dem IVD oder dem GdW.
Ich will von ihm wissen, was eine digitale Plattform im Land-Stadt-Gefälle bewirken kann, welche Abstrahleffekte entstehen, welche Logiken dahinterstecken und warum in Sachsen und Thüringen immer mehr Angebot zu verzeichnen ist. Fakt ist: „Nach wie vor kauft man eine Immobilie mit sehr viel Empfindung, sogar viele Kapitalanleger.“
„Es ist total simpel.“ So bringt Paul Baumann das Thema auf den Punkt. Simpel und gleichzeitig radikal unterschätzt. Pflanzen sind für ihn kein Beiwerk, keine grüne Folklore, sondern ein gesellschaftlicher Werttreiber für Gesundheit, Städtebau, Ökonomie und für unser Verhältnis zur Natur. Mit URBAN UTOPIA hat er ein Format geschaffen, das Menschen mit einem zentralen Gedanken konfrontiert: Pflanzen sind lebendige Wesen. Wir sprechen über den „gezähmten“ Naturbegriff, über Wildkraut, das in meiner Welt Unkraut ist, über organisiertes Chaos, Permakultur, über Gebäude, die zu Dschungeln werden sollen, und die Frage, warum in Singapore Begrünung ein Marketinginstrument ist, während sie in Deutschland als Kostenfrage verhandelt wird. Es geht um den Hamburger Bunker, natürlich um den Bosco Verticale, um resiliente Pflanzen und den Begriff Greenification. Paul erzählt von seinem Gespräch mit Architektin Schirin Taraz-Breinholt von WOHA, von den Erkenntnissen von Marco Schmidt vom Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an der TU Berlin zu den Kosten und von der Idee, die Tilia Awards 2026 zu verleihen. Und ja, eine Premiere gibt es in diesem Podcast: Es wird gesungen. Denn Paul ist auch Musiker. Anderes Intro, anderes Thema und viele neue Denkanstöße.
„Wir haben keinen funktionierenden Markt.“ So deutlich wie Steffen Ricken spricht das kaum jemand aus. Es gilt immer noch: Irgendwie wird das schon. Steffen sagt: Nein, wird es nicht. Institutionelle Investoren stehen auf der nachfragenden Seite, Liquidität ist Mangelware. Gleichzeitig geraten Geschäftsmodelle unter Druck, weil aus Investoren plötzlich Bestandshalter werden, aus Routine plötzlich Risiko und Finanzierung eben keine Folklore mehr ist. Als CEO von NAS Invest, einem opportunistisch orientierten Investor mit mehr als einer Milliarde Assets under Management, sagt er für das kommende Jahr weiterhin verschärfte Rahmenbedingungen für den Markt voraus.
Es geht um die realistische Bepreisung von Risiken, um das Abarbeiten von Krisen in unterschiedlichen Ländern, um die deutsche Mentalität, das eigentlich Sichtbare zu leugnen. Wir sprechen über Investoren aus dem Ausland, die mit einem gemeinsamen Rational unterwegs sind, nämlich der Jagd auf Schnäppchen. Daraus ergebe sich die Konzentration auf Einzelfälle und kein Makrobild, das das ewige Narrativ „Es ist genug Geld im Markt“ irgendwie unterstützt. Typische deutsche Institutionelle hätten derzeit mit sich zu tun: mit der Auf-, Ab- und Verarbeitung des letzten Bullenmarktes. Ein Zyklus sei kein exogenes Phänomen, bei dem ein Raumschiff landet‘. Für den neuen Zyklus braucht es Kapital und das ist derzeit eben nicht im Markt. Realitätscheck kann Steffen auf jeden Fall. Wer kein Feigling ist, sollte das unbedingt hören.
„Kapital in Deutschland zu raisen ist momentan sehr komplex.“ Bis zum Jahresende haben Philipp und Moritz Kraneis trotzdem noch jede Menge Ankäufe vor. Jedes Portfolio über 20 Millionen, das derzeit getradet werde, haben die Zwillingsbrüder auf dem Tisch. Unterwegs mit ihrem Unternehmen, der Deutschen Zinshaus, sind sie in B-, C- und D-Städten. Im Bereich Wohnen und mit dem zweiten Unternehmen DIO auch im Gewerbebereich. Sie sichten eine Menge Deals, die bereits unterschrieben wurden, bei denen allerdings nie eine Bezahlung stattfand.
Wir sprechen über einstellige Faktoren im Gewerbebereich und hohe Kosten für die Repositionierung. Im Wohnbereich werden für Gebäude aus den 1970er, 80er und 90er Jahren in B-Städten Faktoren zwischen 16 und 19 fällig. Die Erwartung der Investoren liegt weiterhin um die fünf Prozent Cash-on-Cash-Rendite. Es geht um die Korrelation zwischen gemischt genutzten Immobilien sowie dem Willen der Banken diese zu finanzieren. Und Moritz und Philipp erzählen, wie sie gemeinsam Entscheidungen treffen.
„Wenn wir wirklich nachhaltig bauen wollen, dann müssen wir auch darauf achten, dass wir wirklich mit Holz bauen“: Das sagt Stefan Anderl, Geschäftsführer von ELK KAMPA. Er spricht über serielle Holz- und Modulbauweise, über die Balance von Leistbarkeit und Nachhaltigkeit und darüber, warum Holzbau keine Frage der Assetklasse ist. Es geht außerdem um die Nicht-Definition des Begriffes Holz-Hybrid, um Greenwashing mit Holzfassaden, um mehrgeschossige Holzbauten wie das K8 in Aalen und die Montage von 24 Wohnungen an einem Tag.
Wir reden über digitale Hausplanung, Musterhausparks und Experience Center, über den Apple-Store-Effekt in der Bemusterung und über Bemusterungen, die Beziehungen strapazieren können. Einmal mehr ist es Stefan wichtig zu sagen: „Serielles Bauen ist nicht Plattenbau.“ Weil dieses Vorurteil immer noch stärker in den Köpfen ist als gedacht. Er berichtet über die Optimierung der Kosten und erklärt, warum ‚billig, billig, billig‘ nicht immer der richtige Weg ist. Und ja – auch über Felix Neureuther, der tatsächlich in einem ELK-Haus wohnt, als Testimonial sprechen wir.
„Wir haben eine Deal-Pipeline von 700 Millionen Euro auf dem Tisch“: Daniel Preis, Co-CEO der DOMICIL Real Estate Group, ist damit und mit dem Markt allgemein zufrieden. Das Unternehmen machte 2024 über 100 Millionen Euro Umsatz, kauft weiterhin Wohnhäuser mit Investitionsstau ein. Daniel spricht mit mir über das Ankaufprofil, Quadratmeterpreise, weniger Konkurrenz und das Image von Privatisierung und Aufteilung.
Darüber durfte Daniel in unserem Podcast noch nicht sprechen, nun aber ist klar, dass es einen neuen Hauptaktionäre gibt: Ein großer Anteil von DOMICIL wurde an die Baywobau verkauft. Der Münchner Projektentwickler hält 49,9 Prozent des Unternehmens, nachdem er zu Jahresbeginn bereits mit 8,4 Prozent eingestiegen und ein Darlehen über zehn Millionen Euro gewährt hatte. Mit dem Einstieg wird die Verbindung zwischen Projektentwicklung und Bestandsgeschäft enger. Die Baywobau stellt künftig auch ein Mitglied im Vorstand.
Und: Parallel bereitet DOMICIL eine Kapitalerhöhung über mindestens 20 Millionen Euro vor. Die Gespräche mit institutionellen Investoren dazu laufen, die Mittel sollen in den Ausbau des Privatisierungsgeschäftes fließen. Daniel sagt: „Für den klassischen privaten Kapitalanleger werden die nächsten Jahre sehr interessant.“
„Wir sehen, dass die Politik sich ihre Handlungshoheit und ihren Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen versucht zurückzuholen.“ Dr. Peter Eitel sieht dazu eine Unternehmerschaft, die sich dieser Tatsache bewusst ist, aber kaum etwas dagegen tun kann. Mittlerweile gebe es genügend Studien, die zeigen: Geopolitik bereitet Sorgen. Für Peter ist eben jene Geopolitik nicht nur ein Bauchgefühl. Er baut bei FTI Consulting den Bereich geopolitische Risikoberatung auf. Er sieht die Möglichkeit, dass eine regulatorische Anforderung zum Thema Geopolitik kommen könnte.
Also arbeiten wir die Unterschiede zu ESG heraus, letzteres ist mit Regulatorik mehr als gut ausgestattet. Peter plädiert in seinem Bereich für Benchmarks als Orientierungshilfe. Was Unternehmen machen sollten? Spielräume suchen, sehr genau schauen, welche Faktoren relevant werden könnten, die Übertragung von schon vorhandenen Ansätzen auf die Geopolitik und diese vor allem nicht als Ausrede für andere wirtschaftliche Faktoren nutzen. Auch hier gilt die Regel: Wo kein regulatorischer Druck ist, muss ich mich nicht bewegen. Es geht außerdem um Rüstungsindustrie und Infrastruktur, um Risikoexposition, Peters Zeit an einer britischen Militärakademie, um die Definition von Geoökonomie. „Wenn du dich nicht mit der Geopolitik auseinandersetzt, setzt sich die Geopolitik mit dir auseinander“, sagt er. Und: Geopolitik birgt nicht nur Risiken in sich, sondern auch Möglichkeiten. Peter sieht sogar eine Gewinnerseite.
„Ich habe keine Trittbrettfahrer und Planungssicherheit für fünf Jahre.“ Für Nina Häder ist das kein theoretischer Satz, sondern gelebte Praxis. Sie hat ihre Diplomarbeit über Business Improvement Districts geschrieben, begleitet mit ihrer Firma Stadt + Handel City- und Standortmanagement seit Jahren entsprechende Verfahren und ist Quartiersmanagerin am Tibarg in Hamburg-Niendorf, einem der ersten BIDs Deutschlands. Dort zeigt sich, was das Modell kann: Eigentümer zahlen verbindlich in ein gemeinsames Budget ein – von einigen Hunderttausend Euro bis zu zehn Millionen Euro wie im Hamburger Nikolaiquartier – und investieren so in ihren Standort. Finanziert werden Sauberkeit, Begrünungen, Sitzmöbel, Weihnachtsbeleuchtung, aber auch umfangreiche Baumaßnahmen.
Anders als in den USA oder Kanada, wo BIDs unbefristet laufen und auch Gewerbemieter eine große Rolle spielen, gilt in Deutschland: fünf Jahre Laufzeit, dann beginnt das Verfahren von vorn. Elf Bundesländer haben eine eigene BID-Gesetzgebung: Ein gewisser Prozentsatz der Grundeigentümer muss einverstanden sein – nach Fläche und nach Kopf. Warum denn auch einfach, möchte ich direkt ausrufen. Es folgt die öffentliche Auslegung, der wie immer auch widersprochen werden darf. Mehr als ein Drittel darf es nicht sein, dann gibt es kein BID. Laufzeit sind fünf Jahre, danach beginnt das Prozedere von vorn. Nina kennt die Chancen und Grenzen des Instruments, die bürokratischen Hürden, warum es für den Erfolg vor allem Menschen braucht, die sich mit Herzblut für ihren Standort einsetzen und was ein Leitfaden für BIDs in Berlin bewirken soll.
„Wir müssen uns eine Lieferantenbasis in den USA aufbauen“: Das sagt Mirko Heinze, COO von der DAS Environemental Expert GmbH. Das Unternehmen ist in der Umwelttechnologie-Branche weltweit unterwegs, bei der Reinigung von Schadgasen in der Halbleiterindustrie sowie der Wasserbehandlung, also realisiert die Reinigung industrieller Abwässer. Und muss sich mit dem amerikanischen Präsidenten und dessen Zöllen auseinander setzen. Wie Mirko Heinze in den IMMOBILÈROS-Podcast kommt? Das Firmengelände besteht aus einer Bestandsumwidmung, kombiniert mit Neubau und einem Parkplatz mit einem besonderen Untergrund. In Zusammenarbeit mit Goldbeck baute DAS das Headquarter um, gewann den Brownfield-Award. Ein Investment bisher von 36 Millionen Euro.
Zweiter Grund, warum Mirko Heinze bei mir zu Gast war: DAS hat das Headquarter in Dresden, also meiner Heimatstadt. Das allein würde schon reichen, nun aber im Ernst: Die Firma ist ein Hidden Champion, 1991 gegründet, 1.000 Mitarbeiter weltweit, 500 davon in Dresden, mit Lieferanten zum Großteil aus Sachsen, in 45 Ländern unterwegs, die größte Niederlassung in Taiwan hat 300 Mitarbeiter. Genau diese Unternehmen finden – meine Meinung – viel zu wenig Beachtung. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass genau das anders wird. Zudem ist das 50.000 Quadratmeter große Grundstück voller toller Dinge, über die wir sprechen: Über den Pool, der nicht einfach zum Baden da ist, sondern zur Forschung dient – Badespaß inklusive. Über Beachvolleyball, das Gym, den Koch-, Lauf-, Fotoclub und noch viele andere mehr, gemeinsame Feste und wie man ein so großes Team weltumspannend zum gemeinsamen Wanderausflug bekommt. Im Podcast unterschlägt Mirko Heinze auch, dass er für das Water Treatment verantwortlich ist, erwähnt nicht, dass die Niederlassungen in Argentinien und Peru aufbaute und sich intensiv mit Kreislaufwirtschaft beschäftigt. Das wäre hiermit erledigt.
„Wir haben das Ziel jedes Jahr 2.300 Wohneinheiten herzustellen.“ Und: „Wir waren noch nie an der Kapazitätsgrenze.“ Das Gespräch mit Anja Knoll ist mal wieder so eines: spannend und fassungslos machend. Ich konnte mir in der Tinglev Elementfabrik von Anja Knoll erklären lassen, was da so aus Blähton gemacht wird. In aller Kürze: Es werden Wandelemente hergestellt. Genauso, wie es zur Gründung des Unternehmens 1998 angedacht war: ein nachhaltiges Produkt für bezahlbaren Wohnraum. Nochmal: 1998. „Die Mission ist heute noch dringlicher als damals“, sagt Anja dazu.
Dann kommt der Part, der mich sprachlos macht: Dass in Ausschreibungen schlanke Tragwerke eben nicht gehen, da in den Förderbedingungen beispielsweise die Statik bereits vorgegeben ist. Dass das Vergaberecht nicht gewerkeübergreifend funktioniert, auch heute noch nicht und auch absehbar nicht. Alte Schablonen passen nicht mehr, wenn es nach Anja geht müssen Vergleichbarkeit geschaffen und eine ganzheitliche Betrachtungsweise Vorrang bekommen. Aber: „Der Mittelstand, so wie wir es sind, ist kaum noch sichtbar, hat keine Lobby.“ Anja Knoll schickt einen Appell an neues Denken und Zusammenarbeit über das Mikrofon. Unser Gespräch ging nach dem Podcast weiter – auf dem Parkplatz. Und das sehr lange.
„An unserem Kerngeschäft hat sich nicht so viel geändert.“ Das sagt Dr. Christine Sasse – und meint damit das Bild des Facility Managements. Noch immer haftet der Branche das Klischee vom Hausmeister an, dabei sprechen die Zahlen eine andere Sprache: 4,52 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, fünf Millionen Beschäftigte, jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland. Wir sprechen über KI und Robotik, einen Piloten für den Münchner Flughafen, Ausschreibungen und starre Vorgaben. Christine Sasse erzählt über den FM-Allrounder, einen neuen Beruf, der etabliert werden soll. Dies treibt sie als eines der Gesichter der Initiative Die Möglichmacher – Facility Management mit voran.
Spannend: Dr. Christine Sasse ist eigentlich Ärztin. Heute führt sie im Familienverbund das Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern aus 90 Nationen. Frauen in Führungsrollen: hier klar beabsichtigt und damit auch direkt die Nachfolge geregelt. Der Podcast zeigt, dass es um weit mehr geht als Technik und Prozesse – nämlich um Menschen, Führungskultur und die Pflege von Gebäuden, die unsere Wirtschaft und Gesellschaft am Laufen halten. „Alles, was Kosten senkt und Qualität hebt, ist die Zukunft“, sagt Dr. Christine Sasse.
„Wir prognostizieren ein Wachstum von 15 bis 20 Prozent bis 2030.“ Damit bestätigt Martina Williams das, was viele schon ahnten: Rechenzentren kommen. Martina ist Executive Director for Work Dynamics bei JLL und hat den weltweiten Überblick. Also sprechen wir über die fünf größten europäischen Märkte, die FLAD, also Frankfurt, London, Amsterdam, Dublin und was in Amerika anders läuft. Da sind wir ganz schnell bei Kernenergie und Regulierung.
Martina verrät die Trends für die kommenden Jahre – auch hier spielt Kernenergie wieder eine Rolle. Es geht um Abwärmenutzung, welche Rolle erneuerbare Energie spielt und eigentlich spielen sollte, Giga-Zentren, um Moratorien, ein Gespräch mit dem Entrepreneur Nikolas Samios, neue Player im Markt, um Joint Ventures, um die enormen Kosten für den Bau von Rechenzentren schultern zu können. Martina appelliert an die Politik, dass die positiven Möglichkeiten dieser Assetklasse viel stärker hervorgehoben werden müssen.
„Erst wenn du dein Heimspiel gewinnst, kannst du auswärts spielen“: Marco Mattes hat mit seiner Unternehmensgruppe einen ganz klaren Fokus. ‚Städte ab C-minus‘ hat er vor allem im Blick, Städte wie Kusel und Diez, von denen ich das erste Mal hörte. Wirtschaftliche Stabilität brauche es für Investments dort. Für Marco Mattes haben sie viel Potenzial, auch „weil sich darum niemand kümmert“. Der Entwickler, der groß rauskommen wolle, gehe nach Frankfurt oder in eine der anderen großen Städte „und baut Türme“. Mit seinem Team widmet sich Marco dem Bestand, ist sich sicher: „Wir haben in den vergangenen Jahren den härteren Job gemacht und wissen jetzt wie es geht.“
Wir sprechen über ein Projekt in Saarbrücken, dass auf der langen Genehmigungsbank ausharren muss. Das alte Bürogebäude soll zum Wohnen umgewidmet werden. Verwaltungs-Bashing liegt ihm fern. Marco sagt: „Ich glaube nicht, dass Krawall die Lösung ist.“ Vielmehr zweifelt er an der Sinnhaftigkeit von Strukturen und kritisiert den Mangel an Personal. An den ‚gescheiten Rückfragen‘ erkenne er, dass da alle ihren Job machen wollen. Marco Mattes setzt auf Eigenverantwortung. Natürlich könne man bei Problemen immer einen Schuldigen finden, aber das kommt für ihn nicht in Frage. „Ich bin für alles selbst verantwortlich.“ Es geht außerdem um Las Vegas, Pokern und 350.000 Dollar Preisgeld. Und seinen Weg zu Immobilien: Marco kaufte, weil niemand das vermietete, was er suchte. Heute hat er einen Bestand von 165.000 Quadratmetern vermietbarer Fläche, in 110 verschiedenen Objekten. Und es gibt einen kleinen Werbeblock für seine Heimatstadt Bad Kreuznach.
„Man muss die Leute sensibilisieren, dass sie auf Datenschätzen hocken.“ Das versucht Dr. Stefan Kucera bereits seit vielen Jahren. KUCERA Rechtsanwälte, ein Onestop-Shop für die Immobilienbranche, den es seit 2004 gibt, beschäftigt sich genau mit diesen Daten. In diesem Podcast musste ich mehrfach schwer atmen, den die Problematik ist viel größer als ich bisher dachte: „Ein Traum wäre, wenn die Daten miteinander sprechen könnten“, sagt Stefan Kucera. Was aus vielen Gründen (noch) nicht geht. MCP ist ein Schlüsselwort, doch noch sieht der Alltag so aus: Viele Insellösungen – im Bild gesprochen –, getrennt durch Wasser. Doch was, wenn man sie verbinden würde? Dann geht es um den allseits beliebten Datenschutz, aber auch im die Wahrung von Geschäftsgeheimnissen.
Stefan Kucera hat noch ein anderes Thema: Wie funktioniert die Due Diligence in der Zukunft? Wenn Daten ausgewertet werden müssen mit der Sicht auf das, was passieren könnte. „Darauf werden weder Studenten, Referendare oder junge Architekten vorbereitet“, sagt er. Wie Ausbildung funktionieren kann in einem Bereich, wo es stündlich Änderungen gibt: ungewiss. Es geht damit um neue Berufsbilder, wir sprechen über Fax, CD-Rom, gültige Unterschriften in digitalen Dokumenten und Schriftformmangel sowie über BIM. „Das kommt und dann eben auch wieder nicht“, ist das Statement von Stefan Kucera dazu. „Die Immobilienbranche ist nicht die erste der Welt, die mit Daten umgehen muss“, sagt Stefan Kucera und möchte den Blick auf strukturierte Daten lenken.
„Deutschland ist schon noch geil“: Das Dominik Rüger, der das Debt Advisory Team von JLL in Frankfurt leitet. Wir sprechen über die Schnelligkeit des amerikanischen Marktes und warum der hiesige trotzdem seine Vorteile hat, warum der Ausdruck ‚sicherer Hafen‘ für ihn trotzdem nicht so ganz passt. Es geht um die zunehmende Bedeutung von Sparkassen und Volksbanken, die ‚in das gewerbliche Immobiliengeschäft stärker reindrücken‘, ausländische Banken, die ihre Möglichkeit ‚wittern‘, weil sie einen positiveren Blick auf Deutschland haben – eben anders als das innerhalb Deutschlands der Fall ist.
Der Blick von Dominik geht immer wieder nach Amerika und UK, denn da sind die Dinge erkennbar, die bald auch in Deutschland eine große Rolle spielen werden. Wie die Chancen im Büromarkt: Wir blicken nach London, wo momentan viele Refurbishments umgesetzt werden. Für Dominik ein Zeichen, dass die Assetklasse Büro wieder eine Aufwertung erfahren wird. Es geht um Long Time Values, Mezz-Anbieter, die professioneller aufgestellt sein werden, um den Verkauf von Loan Sell-Portfolios, Vergütungsstrukturen, Basel III und Transparenz. Dominik fordert zudem ein Umswitchen der deutschen Banken – weg von Krise, hin zu Ankauf. Die Reguatorik bremse die Prozesse aus, was – das hört man immer wieder – alles unnötig in die Länge zieht. Kurzum: Das Mindset muss angepasst werden. Dominik sagt: Schalter umlegen hin zu normaleren Zeiten.
„Die Hotelwelt wird sich ändern.“ Das sagt Rüdiger Schwarz. Antwerpen statt Amsterdam, Budapest statt Barcelona und Madeira statt Mallorca: Es ist kein Geheimnis mehr, dass sich Destinationen, Konzepte und Werte verschieben. Der Managing Director bei dem weltweit drittgrößten Immobilieninvestor PGIM – mit über 200 Milliarden Assets under Management – spricht über die letzten Ankäufe, unter anderem in Hamburg, Verona und Apulien. Es geht um niedrige Bewertungen und Kapitalkosten, um den Switch von saisonalem zum Ganzjahres-Tourismus. Eine reine Nächtigung sei nur noch selten, genauso wie es fast ‚keine toten Hotelblöcke mehr’ gebe. Zudem sieht Rüdiger Schwarz eine stärkere Verdrängung von nicht mehr zeitgemäßen Konzepte kommen.
Wir sprechen über die Unabhängigkeit von Business-Travellern, über amerikanische Touristen als ein Treiber des Hospitality-Marktes und wie stark ihr Einfluss in der aktuellen politische Lage bleibt sowie über die Zeichen zur Rückkehr der Städtereisen. Und sehr spannend: Rüdiger Schwarz erzählt über eine Campingplatz-Plattform oder wie er es sagt: Open Air-Hospitality. Dazu tätigte PGIM bereits Ankäufe bisher vor allem in Italien. Sie eint ein hohes Nachverdichtungspotenzial, beispielsweise das Mobilehomes dort noch Platz finden und damit höhere Raten verbunden sind. Eine kleine Hospitality-Reise.























