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Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten
Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten
Author: Radio Bremen
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"Eine Stunde Reden?" steht auf dem Schild mit dem sich Host Mario Neumann auf die Straße stellt und wartet – solange, bis er jemanden gefunden hat, der reden will. Seinen unbekannten Gast nimmt er mit ins Bremen-Zwei-Studio – und dort reden sie. Eine ganze Podcast-Folge lang. Über Erfolg und Scheitern, verpasste und gelebte Träume, ein spätes Coming Out, eine schwierige Scheidung, die große Liebe – über die kleinen und die großen Fragen des Lebens eben.
120 Episodes
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Als Astrid 70 wird, freut sie sich, so alt zu werden. Denn ihre Eltern sind beide sehr früh gestorben. Geredet wird in ihrer Familie nicht viel, schon gar nicht über den Alkoholismus ihres Vaters. Das Schweigen setzt sich in ihrer Ehe fort. Aber Astrid hält durch, bis ihre Kinder groß sind. Nach der Trennung trifft sie ihre große Liebe. Doch der Mann ist verheiratet und hat neben ihr noch andere Liebschaften. Seitdem ist die Bremerhavenerin solo. Verliebt hat sie sich trotzdem noch einmal – und zwar in das Land Norwegen. Manchmal träumt sie davon, dorthin auszuwandern. Sich selbst beschreibt sie eher als leisen Typ: "Ich unterdrücke viel und wäre gerne manchmal etwas ausgeflippter", erzählt sie Host Mario Neumann im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
Es gibt Tage, da bellt sich Mitch morgens erstmal im Spiegel an. Denn Mitch ist ein sogenannter "Puppy-Player" – er lebt einen Teil seines Lebens als Hund. Dafür benutzt er Masken, die es ihm erlauben, andere Seiten von sich zu zeigen und andere Gefühle zu spüren. Puppy-Masken gelten als Fetische, sich selbst nennt Mitch "stockschwul". Trotzdem ist seine Hunde-Seite für den 26-Jährigen weniger sexueller Kick als spielerischer Teil seiner Identität, sagt er. In der Öffentlichkeit zeigt sich Mitch nur selten mit Maske, aber seine Familie weiß Bescheid, und auch sein Freund teilt seine Leidenschaft. Für den 26-Jährigen ist es das Wichtigste, sich selbst im Spiegel in die Augen schauen zu können – mit Hundemaske oder ohne.
Zu einer ihrer Töchter hat sie keinen Kontakt – trotzdem würde sie die Tür öffnen, wenn diese vor ihr stünde, und ihr sagen, dass sie sie "ganz doll liebt", sagt Anja aus Bremerhaven. Die 57-Jährige, die sieben Geschwister hat, hatte kein einfaches Leben. Von den Eltern wurde sie geschlagen, erzählt sie. Auch in ihren Ehen gab es Gewalt. Anja trennte sich und war lange alleinerziehend. Im Berufsleben gab es öfter Schwierigkeiten: Anja arbeitete schon als Friseurin, in der Fischverarbeitung und hielt sich und ihre drei Kinder mit diversen Putzjobs über Wasser. Heute genießt die Bremerhavenerin die Ruhe in ihrem Leben. Und obwohl sie täglich unter Schwindelanfällen leidet, sieht sie es als ihre Lebensaufgabe, anderen zu helfen, erzählt sie Host Mario Neumann im Bremen Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
Walter Derichs ist 81 Jahre alt, wirkt aber viel jünger. Beruflich hat er noch die Blütezeit der Schiffswerften im Land Bremen erlebt. 1960 lernt er Kupferschmied bei der Reederei Norddeutscher Lloyd. Sein Vater stirbt früh an Krebs, seine Mutter muss ihn und seine beiden Brüder alleine durchbringen. "Das war eine schwere Zeit für uns", erzählt er im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden". In Bremerhaven leben sie zu viert auf 55 Quadratmetern. "Es war sehr eng, aber wir hatten auch viel Spaß", erinnert er sich. Mit 14 will Walter Derichs Gitarre lernen, aber seine Mutter kann ihm mangels Geld keine kaufen. Kurz nach seiner ersten Scheidung erfüllt er sich seinen Jugendwunsch. Da ist er schon Mitte 30. Seitdem ist er in vielen Kneipen aufgetreten. Für Podcast-Host Mario Neumann hat er sogar eine kleine Kostprobe parat und singt einen Song von Tom Waits.
Seit bei einer Bauch-OP eine Naht riss, lebt Florian Wonnenberg mit Stoma, einem künstlichen Darmausgang. Der Beutel am Bauch hält den 42-Jährigen aber nicht von einem aktiven Leben ab. Wofür man nichts kann, sollte man sich auch nicht schämen, findet er und berichtet freimütig von Pups-Geräuschen und einem gewissen Knistern beim Sex. Im Gespräch mit Podcast-Host Mario Neumann erzählt er auch von einer großen Wende in seinem Leben: Mit Mitte 30 wagte der gelernte Bäcker einen Berufswechsel und wurde Schaffner. Heute arbeitet er als Zugchef im IC und ICE und liebt seine Arbeit – obwohl ihm das Bahn-Bashing in Deutschland manchmal durchaus auf die Nerven geht.
***Achtung: In diesem Gespräch geht es um die Themen Tod und Suizid.*** Zenya Heinrich hat ihre Schwester durch den erweiterten Suizid ihrer Mutter verloren. Da war Zenya neun Jahre alt. Nach der Tat wurde sie vom Jugendamt von der Schule abgeholt und in eine Pflegefamilie gebracht. "Plötzlich hatte ich niemanden mehr", erzählt sie Podcast-Host Mario Neumann. Doch die neue Familie und einige Therapien haben ihr geholfen, das Trauma zu bewältigen. Denn sie hat sich lange schuldig gefühlt, weil sie ihre jüngere Schwester nicht vor der Mutter beschützt hat. Inzwischen ist die 29-Jährige verheiratet, hat einen Sohn und steckt mitten im zweiten Studium. Dabei musste sie auch noch den Tod ihres Vaters, ihres Pflegevaters und ihrer Pflegeschwester verarbeiten. Im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden" sagt sie: "Ich bin unglaublich gesegnet, auch wenn so viel schief gelaufen ist."
***In Notfällen, zum Beispiel bei drängenden und konkreten Suizidgedanken, wenden Sie sich bitte an die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter der Telefonnummer 112. Wenn Sie in einer Krise sind und über Ihre Sorgen sprechen wollen, bekommen Sie auch bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 kostenlos und anonym Hilfe.***
Selenskyj hätte Putin Blumen bringen sollen, statt ihm Waffen entgegenzuhalten – davon ist Nikolaus Pink überzeugt. Für ihn ist der Frieden das höchste aller Güter, seitdem er als Kind das Ende des Zweiten Weltkriegs miterlebt hat. 1940 geboren, ist Nikolaus Pink als Kind vertriebener Wolgadeutscher in der Nähe von Leningrad aufgewachsen. Bis der Krieg ihn und seine Eltern auf eine weitere Flucht über Tausende von Kilometern von Russland bis nach Deutschland zwang. Hunger und die Angst vor Soldaten, das sind seine Traumata, sagt der 84-Jährige noch heute. Obwohl er aus ärmlichen Verhältnissen kommt, ist er ein erfolgreicher Architekt geworden. Von Garagen bis Fabrikhallen hat er alles gebaut, erzählt er Podcast-Host Mario Neumann. Aber seine Leidenschaft gehört einem sehr speziellen Bauwerk: dem Erdhügel-Haus, das er in den Achtziger Jahren miterfunden hat. Noch viel mehr gehört sie dem Weltfrieden – für den er allerdings kaum Hoffnung sieht.
Immer weniger zu können, das belastet Silke Krause. Seit gut 15 Jahren weiß die Bremerin von ihrer Lipödem-Erkrankung. Die hormonell bedingte Fettverteilungsstörung schränkt ihr Alltagsleben immer mehr ein. Aber Silke Krause lässt sich nicht unterkriegen, klärt auf Instagram über ihre Krankheit auf und kämpft so gegen Vorurteile an. Ihre Kindheit war von einem Schicksalsschlag geprägt: Ihr Vater starb völlig überraschend an einem Herzinfarkt, als Silke zwei Jahre alt war. Heute hat die Verwaltungsfachangestellte selbst zwei Töchter und will eines anders machen als ihre Mutter: Ehrlich darüber sprechen, wenn die eigene Belastungsgrenze erreicht ist. Im Bremen Zwei-Podcast "Eine Stunde Reden" erzählt sie Host Mario Neumann davon, wie ihr neuer Mann sie in komplizierten Zeiten richtig kennenlernte und welche besondere Beziehung sie zu Flamingos hat.
Von der Schule geflogen, Studium nicht geschafft, Computerspielsucht: Nam hat Einiges durchgemacht. Weil er asiatisch aussieht, muss er sich oft rassistische Sprüche anhören. Vor einigen Jahren wurde er in Brandenburg sogar auf offener Straße von Rechtsextremen bewusstlos geschlagen. All das will der 39-Jährige mit vietnamesischen Wurzeln erzählen – weil er findet, dass seine Lebensgeschichte stellvertretend steht für eine ganze Generation: Die Kinder der "Gastarbeiter", deren Eltern viel geopfert haben, und die sich doch zwischen den Welten fühlen.
Maren Sicke-Houdeck (62) verbringt jeden Sommer in ihrem FKK-Verein in Schwanewede: "Von 365 Tagen im Jahr bin ich etwa 200 nackt." Ihre Eltern haben sich sogar in dem Verein kennengelernt. Groß ist ihre Sorge, als sie ihren damaligen Ehemann trifft. Würde er das akzeptieren? Zu ihrer Überraschung verliebt er sich ebenfalls in das FKK-Leben. Sie bekommen zwei Kinder und bauen ein Haus in Oyten. Doch dann bekommt Maren Sicke-Houdeck Brustkrebs. Ihr Mann ist zu dem Zeitpunkt ebenfalls krank mit unklarer Diagnose. Als sie nach der Krebs-OP aufwacht, erfährt sie, dass ihr Mann verstorben ist. Seitdem ist die gelernte Spediteurin oft auf Reisen. Im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden" erzählt sie, warum sie sich auf ihre Rente freut und wie sie ihre zweite Leidenschaft, das Kochen, auslebt.
Wenn es ihm mal wieder schlecht geht, schwingt sich Jörg Rafalski auf sein Motorrad: "Auf die Straße, den Kopf freiblasen". Seine schwarze Harley-Davidson hat sich der 56-Jährige erst vor ein paar Monaten zugelegt – auch als Reaktion auf eine Lebenskrise. Zu schweren Rückenschmerzen und einem Tauchunfall kam die Trennung von seiner langjährigen Ehefrau. Alles zusammen hat ihn aus der Bahn geworfen. Obwohl er als Sportler und Kampfsporttrainer eigentlich gelernt hat, mit Widerständen umzugehen, machte ihm die Einsamkeit zu schaffen, erzählt er Podcast-Host Mario Neumann. Zumal er in dieser schweren Zeit auch noch seinen Job verlor. Mittlerweile arbeitet der gelernte Ver- und Entsorger, Fachrichtung Wasserwirtschaft, als Betriebsleiter eines Klärwerks. Mit seiner "schnuckeligen, kleinen Anlage" ist er recht glücklich, wie er sagt. Weil sein Kopf wieder mitspielt und er sich in der Spur fühlt, nicht nur auf dem Motorrad.
Lea Yagan (26) hat Übergewicht und möchte, dass mehr über das Thema gesprochen wird. Sie wiegt 130 Kilogramm und sagt, dass das Essen ihre innere Leere füllt. Dabei hat sie schon Versuche unternommen, abzunehmen. Doch durch psychische Probleme fällt es ihr schwer, weniger zu essen. Sie bekam mehrere Diagnosen, darunter ADHS und Depressionen. Auch eine Therapie und mehrere Aufenthalte in einer Psychiatrie haben nicht geholfen. "Ich will nicht mehr die Dicke sein", sagt sie im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden" und hofft, dass sie eines Tages dieses Ziel erreicht hat. Viele Menschen behandeln die junge Frau wegen ihres Mehrgewichts im Alltag unfreundlich. Podcast-Host Mario Neumann erzählt sie, wie sie trotzdem nicht den Mut verliert und warum sie gern ein Buch schreiben möchte.
Christian Tenes Start ins Leben war hart: Als Frühchen zur Welt gekommen, musste er sich schon als Kind etlichen Operationen unterziehen. Bis heute hat er mit den Folgen zu tun, darunter eine spastische Gangstörung und eine kaputte Kniescheibe, erzählt der 43-Jährige Podcast-Host Mario Neumann. In seinem Heimatland Rumänien gab es für Kinder wie ihn wenig Förderung. Erst nachdem seine Mutter mit ihm nach Deutschland ausgewandert war, konnte er überhaupt zur Schule gehen. Aber seine schweren Startbedingungen haben ihn nicht verbittert, im Gegenteil: Er schätzt sein Leben, wie es ist und hält Neid für überflüssig. Auch mit seinem Arbeitsplatz ist er sehr zufrieden: Im Team einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen prüft er elektrische Geräte. Viel Zeit verbringt er mit seinem zwölfjährigen Sohn, unterwegs mit seinem dreirädrigen Fahrrad in der Stadt oder im Fitnessstudio, wo er seine spastisch verkürzten Muskeln stärkt. Und wenn er beim Training mal vom Band fällt, dann steht er einfach wieder auf.
Podcast-Tipp: "Der zweite Gedanke"
https://1.ard.de/derzweitegedanke
Katja Riemers große Leidenschaft ist das Drachenbootfahren. Damit angefangen hat sie durch Zufall: Die studierte Kunsthistorikerin sitzt gerade am Weserufer, als ein Drachenboot anlegt und sie mitnimmt. Sie lässt sich zur Trainerin ausbilden und gründet 2017 mit der Bremer Krebsgesellschaft die "Weser Pinkies". Seitdem trainiert sie Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind. Mit Krebs ist Katja Riemer schon früh konfrontiert: Als sie 19 ist, begleitet sie ihre erkrankte Mutter sechs Jahre bis sie stirbt. "Danach habe ich ein Jahr lang nur an die Wand geguckt", sagt die 46-Jährige im Gespräch mit Podcast-Host Mario Neumann. Warum ihr Glas trotzdem immer halb voll ist und was eine Stubenfliege mit Kunst zu tun hat, erzählt die Wahlbremerin im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
Petra Lossau ist froh, als ehemalige Erzieherin nun in Rente zu sein. Sie hat eine KiTa geleitet und die Personalprobleme hautnah mitbekommen. Doch nicht nur im Job hatte sie viel zu tun: Zu Hause hat sie ihren Mann gepflegt, der an der Nervenkrankheit PSP litt. Zum Glück hat nicht nur ihre Tochter sie dabei unterstützt, sondern auch ihr Freundeskreis. "Trotzdem konnte ich irgendwann nicht mehr", erzählt sie. Aufgewachsen ist die 64-Jährige mit acht Geschwistern in Verden. Als sie 12 Jahre alt ist, stirbt ihr Vater bei einem Autounfall. Seitdem gab es zuhause häufiger Margarinebrot mit Zucker. Heute blickt sie zufrieden auf ihr Leben: "Ich habe das Gefühl, dass noch viel Schönes vor mir liegt", sagt sie im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
Florian Elberskirchen wiegt 227 Kilo, als er im Übergrößen-Geschäft keine Hose mehr findet und beschließt, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Er isst radikal weniger, geht jeden Tag zum Sport und nimmt in anderthalb Jahren 130 Kilo ab. "Ich habe Enttäuschungen mit Essen kompensiert", sagt er im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden". Mithilfe einer Therapie findet er einen Umgang mit seiner Essstörung. Seitdem geht es ihm auch mit seinem ADHS besser, das er seit der Grundschule hat. Heute ist der gelernte Ergotherapeut stolzer Vater von zwei Kindern und glücklich in seiner zweiten Beziehung. "Ich bin oft gefallen und immer wieder aufgestanden und habe gelernt, nach vorne zu schauen", lautet sein Fazit im Gespräch mit Podcast-Host Mario Neumann.
Podcast-Tipp: "Tabubruch"
https://1.ard.de/tabubruch
Eva-Maria Schmidt bereut es, Mutter geworden zu sein – in mancher Hinsicht jedenfalls. Sie liebt ihr sieben Monate altes Baby. Aber sie hadert mit einer Mutterrolle, die von ihr verlangt, permanent verfügbar und glücklich zu sein. Nach der Geburt ihres Kindes ist sie in eine Wochenbett-Depression gerutscht, aus der sie nur schwer wieder herausfindet. Sie schämt sich für ihren manchmal auftauchenden Wunsch, es einfach in einer Babyklappe abzugeben. Auch Podcast-Host Mario Neumann bekommt zu spüren, wie anstrengend der Alltag mit Baby ist: Die 38-Jährige hat ihr Kind mit ins Studio gebracht, und es meldet sich immer wieder lauthals zu Wort. Zum Glück hat Eva-Maria Schmidt den Mut gehabt, sich Hilfe zu holen, bei ihrer Hebamme und bei einer Eltern-Kind-Ambulanz. Und sie hat eine Message mitgebracht für alle, denen es ähnlich geht: Unterstützt euch und habt kein schlechtes Gewissen – ihr seid nicht allein!
Armin Sternberg kommt gerade vom Scheidungsrichter, als er Podcast-Host Mario Neumann auf der Straße trifft. Er kann seine Gefühle nicht gut benennen, antwortet er auf die Frage, warum seine Ehe gescheitert ist. In seinem Beruf kann der 67-Jährige aber sehr gut kommunizieren: Er ist selbständiger Berater und begleitet Firmen bei Transformationsprozessen. In seiner Freizeit macht er am liebsten Sport, fährt Motorrad, Fahrrad oder taucht. Allerdings arbeite er zu viel, gibt er zu. Deswegen geht er auch regelmäßig in ein Kloster, um dort vom Alltag abzuschalten. Wie ihm Meditation hilft und warum er glaubt, dass die Menschheit sich grundlegend ändern muss, erzählt der gebürtige Ostfriese im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
Podcast-Tipp: Mein Mensch
https://1.ard.de/mein-mensch
Kirsty Ellen Wilson weiß, wie man wilden Bären begegnet: In die Augen schauen und ganz langsam rückwärts gehen. Gelernt hat sie das von ihrem US-amerikanischen Großvater, bei dem sie Teile ihrer Kindheit verbracht hat. Heimisch ist die Tochter eines GI-Soldaten und einer Deutschen aber in Bremerhaven, wo sie gerade eine Ausbildung zur Erzieherin macht. Die heute 30-Jährige musste in ihrem Leben schon mit anderen Herausforderungen als wilden Tieren fertigwerden: Wegen angeborener Körperbehinderungen nannten die Ärzte sie ein "medizinisches Wunder". Nach einer schwierigen Kindheit hatte sie mit Ängsten und Depressionen zu kämpfen. Dazu kamen Diagnosen wie Posttraumatische Belastungsstörung und Borderline. Heute ist sie ein lebensfroher Mensch, der anderen mit ähnlichen Erkrankungen hilft. Ihr Geheimnis: Therapie - und harte Arbeit an sich selbst.
Titus Hein ist erst 21 Jahre alt, aber er weiß genau, was er will: Geld verdienen, eine große Familie, irgendwann als Musiker auf der ganz großen Bühne stehen. Vor allem aber braucht er seine Freiheit, erzählt er. Deshalb ist eine Ausbildung im Moment nichts für ihn, auf einen Chef hat er keine Lust. Früher hatte er ein sehr starres Männerbild. Männer mussten stark sein. Heute sieht er das anders. Er ist zum Islam konvertiert, weil er sich in diesem Glauben aufgehoben fühlt: "Ich mach das für mich. Das ist meine Reise ins Paradies", erzählt er "Eine Stunde reden"-Podcast-Host Mario Neumann.























