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Deutsches Reiseradio
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Die ITB 2026 ist Geschichte. Die Themen der immer noch weltgrößten Reisemesse werden uns aber erhalten bleiben: Alte wie neue. Absehbare wie überraschende.
Der Klima-Podcast zur ITB 2026
Der Beginn des Krieges in Nahost hat auch die ITB durcheinandergewirbelt. Länderbeteiligungen wurden, aufgrund des Krieges abgesagt. Delegationen anderer Länder erreichten Berlin nicht, da ein Weiterflug von einem Airport der Vereinigten Arabischen Emirate nicht mehr möglich war.
Die Diskussion um den Stellenwert und auch die Gefahren von künstlicher Intelligenz bestimmten zahlreiche Diskussionen in den Bereichen Technik aber auch Marketing.
In den Hintergrund gedrängt wurde dadurch auch ein Hauptthema der letzten Jahre: Nachhaltigkeit, Klimakrise und der Umgang des Tourismus mit diesem Riesenproblem. Aber auch dieses Thema wird uns zwangsläufig erhalten bleiben.
Damit starte ich in die diesjährige ITB-Nachberichterstattung.
Professor Harald Zeiss – Foto: Christian Wyrwa
Letztes Jahr spontan beschlossen und in der letzten Woche realisiert: Das zweite Nachhaltigkeitsgespräch mit Harald Zeiss, Professor an der Hochschule Harz in Wernigerode, mit den Forschungsschwerpunkten Nachhaltigkeit und Internationaler Tourismus.
Umstürzende Cola-Automaten
Vielfältige Themen, die immer wieder gleichen Probleme und der sich durchsetzende aktuelle Rückwärtsgang in Sachen Klimapolitik
Wir reden über die Frage, ob einen nicht der Frust überkommt, über Klima, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und mehr zu reden, wenn Klimaentscheidungen von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, die eingeleitete Energiewende gerade mal wieder in den Hintergrund drückt.
Wir reden über umstürzende Cola Automaten und Klima-Kipppunkte.
Wir suchen die Antwort auf die Frage, warum Wissenschaft in der Öffentlichkeit und in der aktuellen Regierungspolitik so gar kein Gehör findet. Damit werden auch Desinformation und Lobbyismus in Reinkultur zum Thema.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Klima, Nachhaltigkeit und Tourismus
Wie also geht die Reiseindustrie und der Tourismus aktuell mit diesen Fragen und dem eingelegten Rückwärtsgang um?
Warum gehen so viele Dinge nach hinten los, wenn selbst anerkannt konservative Touristiker im letzten Jahr noch gesagt haben, dass Nachhaltigkeit kein Spaß und keine Spinnerei seien, sondern inzwischen wirtschaftlicher Zwang?
Wie hat sich das entwickelt, was sich bereits vor einem Jahr abzeichnete? Harald Zeiss zieht Bilanz, macht aber auch Hoffnung.
Immerhin hat ja der Deutsche Reiseverband ziemlich pünktlich zur ITB seine Positionspapier Klimaschutz veröffentlicht. Wir versuchen uns an einer Einordnung.
Was bedeutet es in der Praxis , wenn in diesem Papier schon im Titel von einer „nachhaltigen Transformation der Reisewirtschaft“ die Rede ist?
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Von der Theorie, über Positionierung zur Praxis
Bereits in den ersten Sätzen findet eine deutliche Positionierung statt.
Die deutsche Reisewirtschaft nimmt daher eine aktive Rolle bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein und unterstützt die Transformation in ein defossilisiertes Reise- und Mobilitätszeitalter.
Wieviel Praxis steht denn der wohlgemeinten Theorie gegenüber?
Wir reden über Mobilität, über das Sorgenkind Deutsche Bahn, aber auch über fossilfreie SAF-Treibstoffe in der Luftfahrt.
Foto: United Airlines
Besteht denn derzeit überhaupt Aussicht, dass der Beschluss vieler Airlines, bis 2050 klimaneutral zu fliegen, überhaupt je realisiert werden kann?
Neu gelernt: Bei der kaum stattfindenden Herstellung von SAF spielen auch die jüngsten Entscheidungen in Sachen Technologie-Offenheit in Sachen Heizung, Wärmepumpe und E-Fuels bei Verbrenner-Autos eine behindernde Rolle.
Wird die Bemerkung im Klimapapier des DRV zur Farce, wenn dort steht:
Umso wichtiger ist, dass alle Akteure entlang der Reisekette gemeinsam mit der Politik die oben genannten Ziele verfolgen und ihre Klimaschutzinitiativen fortsetzen und verstärken.
Veranstalter, Reisende und Reiseverhalten
“Just relax” – Schwierig wenn die Aussichten, trotz Himmelblau eher schlecht sind – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gibt’s denn trotzdem nicht irgendwo ein paar Fortschritte und ein Umdenken, das in Taten mündet? Nicht umsonst steht im DRV-Papier auch der Satz
Entscheidend ist, nicht nur die Akzeptanz dieser Transformationsprozesse bei den Reisenden zu erhöhen, sondern auch ihre Bereitschaft, selbst einen Teil der notwendigen Investitionen mitzutragen.
Wollen sich Reiseveranstalter damit aus der Verantwortung stehlen?
Wie steht es um die Preiswürdigkeit der nachhaltigen Reisen?
Braucht es mehr Information und Hoffen auf teurere Freiwilligkeit oder muss man einfach machen?
Ist der von Veranstaltern gepriesene Trend zum Luxusurlaub an dieser Stelle eher kontraproduktiv?
Und jetzt? Weiter reden, weiter argumentieren und auch weiter zur Kenntnis nehmen, dass sich nicht wirklich was zum Positiven verändert?
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hoffnung auf das Pendel und den Cola-Automaten
Wenig hoffnungsfroh und trotzdem immer noch optimistisch? Ihr hört jetzt erst einmal. Wir werden sehen, spätestens beim nächsten Klima- und Nachhaltigkeits-Podcast.The post D-RR Podcast 309 – ITB-Talk: Schlechte Luft fürs Klima first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
„Brich aus der Norm aus. Verändere Deinen lyf-Style“
Der Reiseradio Talk über eine Hotelmarke mit neuer Philosophie
Podcast: lyf-style and Co-Living
Banken und Business – Skyline von Frankfurt am Main – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
„Der neue Weg dazu zu gehören“
Vangelis Porikis – Head of Corporate Services & lyf Europe – Foto: The Ascott Limited Hotels
Das ist mal eine Ansage. Neue Generationen wollen offensichtlich andere Hotels.
Gleichwohl schätzen Angehörige von „Generation X“ und „Generation Z“ weiterhin Hotels und deren Service. Das ergab eine, in den letzten Wochen veröffentlichte, Untersuchung und Umfrage bei der Zielgruppe. Nur meinen die Angehörigen dieser Generationen dasselbe wie andere, wenn sie von Hotels reden?
Das ist für Hotelbetreiber und Hotelgruppen auf der einen Seite beruhigend und gleichzeitig auch herausfordernd. Denn es stellt sich die Frage, wie das gewünschte Angebot den aussehen soll.
Es gibt inzwischen schon einige Angebote und dazugehörige Marken, die versuchen, diese neue Hotelphilosophie umzusetzen.
Herausfinden, was begehrt ist
Eventuell aber gibt es sogar genau das, was jüngere Kundschaft will, bereits als Produkt?
Darüber rede ich mit Vangelis Porikis, Head of Corporate Services & lyf Europe bei der Hotelgruppe The Ascott Limited.
lyf oder “live your freedom”
Eine Abkürzung in Schen Lifestyle wird zum Produktnamen. Die Hotelgruppe „The Ascott Limited“, zuhause in Singapur, hat sowohl Namen als auch Konzept entwickelt und präsentiert mit dem „lyf-East Frankfurt“ das erste Haus in Deutschland.
Der Ursprung ist in Asien und auch in Australien gibt es schon erfolgreich laufende Häuser der Marke.
Lyf – East Frankfurt und sein „Quartier“
Anziehungspunkt Ostend Franfurt: EZB – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das Haus liegt im seit einigen Jahren immer stärker angesagten Frankfurt Ostend. Der Stadtteil war früher geprägt durch Industriebetriebe, kleine Fabriken, den Osthafen der Stadt und die dort angesiedelte Großmarkthalle. Alles hat seine Zeit. Die Fabriken verschwanden. Die Großmarkthalle ist jetzt der Eingangsbereich der Europäischen Zentralbank. In die Fabriklofts zogen Werbe- und PR-Agenturen, Autohäuser gefragter Marken, von BMW über Mercedes-Benz und Audi bis Tesla.
Ich schätze mal, das ist ein guter Platz, um sich anzusiedeln.
Konkurrenz
Der Wandel des Frankfurter Ostends brachte auch Restaurants und Hotels ins Viertel. Hier findet man neben anderen: 25 hours, Scandic, Hampton by Hilton, Innside, Motel One, moxy, B&B, A&O Hotels & Hostels.
Junge Marken, alle mit einem besonderen Konzept. Folglich geht es im Hotel-TALK auch um die Unterschiede, die Philosophie und – es geht ja ums Verkaufen der Produkte – den USP (Unique Selling Point = Alleinstellungsmerkmal).
Hier passt das lyf zu 100 Prozent in die Landschaft. Und dort sticht auch seine Fassade aufs Feinste heraus. Besonders überzeugend sieht das am Abend aus. Modern, stylisch und trotzdem einladend.
lyf East Frankfurt: Hier geht’s lang – Foto: Rüdiger Edelmann /ttb-media TON-TEXT-BILD
USP und Markencharakter
Ich lese in der Markencharakterisierung über die Zielgruppe:
lyf is for the go-getters, the dreamers, the trend-setters and those with a thirst for authenticity.
Aha, aber was ist eine Hotelmarke für Macher, Träumer, Trendsetter und alle mit einem Durst auf Authentizität?
Was damit gemeint ist erzählt Vangelis Porikis im Podcast.
Co-Living
Panoptikum: Für Meetings und Konferenzen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
lyf sei ein Co-Living-Konzept, das es digitalen Nomaden, Technopreneuren, Kreativen und Autodidakten ermöglicht, “ihre Freiheit” in einer dynamischen Umgebung zu leben.
Die Zimmer sind gemütlich, klein aber völlig ohne Schnick-Schnack. Letzterem kann man in dem Co-Living-Bereichen begegnen.
Dazu gehört nicht nur die Co-Working Zone (Connect), sondern auch ein Konferenzraum (Panoptikum), zwei Co-Living-Küchen (Bond), in denen man als Gast eigene Mahlzeiten zubereiten kann, ein Event- und Wohnraum (Huddle) und für alle Aktiven mit Burn einen gut ausgestatteten Fitnessraum im Keller. Alle Räume lassen sich wahlweise für Zusammenkünfte, Seminare oder auch Partys exklusiv buchen. Dazu kommt noch, für sonnige Nachmittage eine Dachterrasse mit Sitzgelegenheiten.
Private-Living
Gemütlich – Praktisch – Klein: Mein Zimmer im lyf East Frankfurt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Zimmer sind ziemlich klein, bieten aber ALLES was man braucht. Vielleicht ist die „Enge“ dort gleichzeitig eine Aufforderung sich innerhalb des Hauses dem CO-Living zu widmen.
Bauliche Struktur
Hotelfassade mit den Social-Living Bereichen am Abend – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das architektonische Geheimnis liegt in der Unterteilung der durch die Glasfront lichtdurchfluteten Gemeinschaftsräume im vorderen Teil des Hauses und (auch akustisch) abgetrennt die Zimmer.
Seitenbereich des Hotels mit den Zimmern – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Diese Kombination bietet insbesondere für Gäste, die länger bleiben Rückzugsmöglichkeiten im Zimmer auf der einen und die Möglichkeit sozialer Kontakte in den Gemeinschaftsbereichen.
Gastronomisches Angebot
Restaurant “leuchtendroter” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hier hat man sich Partner ins Boot geholt für das Restaurant „Leuchtendroter“. Hier wird abends vegane Küche zelebriert (gehobene Preise!).
Die Betreiber sind auch zuständig für das Frühstückangebot, wahlweise am „Kiosk“ in der Eingangshalle oder als Frühstücksbüffet im Restaurant. Das Angebot am Morgen ist ebenfalls vegan und sehr lecker, wie ich bei meinem Aufenthalt feststellen durfte.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
In den beiden obersten Etagen ist die Bar „Marmion“ zuhause. Drinks und Cocktails plus „satte Sounds“ in der Bar oder (bei gutem Wetter) auch eine Etage höher, auf der schon erwähnten Dachterrasse.
Community
Nicht in Permanenz, aber regelmäßig. Den Hotelplanern ist es wichtig, das Haus auch für die ganze Nachbarschaft zu öffnen. Im „Neighborhood-Gedanken“ spiegelt sich die Philosophie, das Hotel als integralen Bestandteil des Stadtviertels zu sehen. Für die Gäste auch Kontakt zu den Menschen der Umgebung zu bekommen und umgekehrt.
Dies geschieht mit unterschiedlichsten Veranstaltungen im Haus, von Lesungen, über Konzerte, bis hin zu Yoga-Stunden und Kursen.
Das „vegane Ostend“ trifft sich auch regelmäßig im Restaurant. Am Abend meiner Übernachtung, gab es dort nicht einen einzigen freien Platz.
Preise
Nach der Führung durchs Hotel: Rezeption heisst “Say Hi!” – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD
Wenn man, wie ich mit Kleingruppe, in der absoluten Nebensaison (Freitag im Januar) übernachtet, trifft auf günstige Übernachtungspreise ab 58 Euro pro Doppelzimmer. Wenn Frankfurt voll ist (Messe, Konzerte etc.) sind die Zimmerpreise, am Markt orientiert, natürlich höher.
Vangelis Porikis betont aber, dass man durch die östliche Randlage (trotz guter ÖPNV-Anbindung) immer etwas günstiger sein könne. Völlig überzogene Zimmerpreise, die die Konkurrenz durchaus aufrufe, lehne er aber ab.
Der weitere lyf-Weg
Der Ausbau der Hotelzahl ist in Europa erst im Aufbau. Bisher gibt es nur drei Hotels (Wien, Paris, Frankfurt) und damit erst ein Haus in Deutschland. Absicht sei es aber, die Marke zu verankern und die Hotelzahl bis 2030 auf mindestens 30 Hotels wachsen zu lassen. Eine echte Herausforderung.
Information & Links
lyf East Frankfurt
lyf Hotels in aller Welt
Hinweis
Das “lyf East Frankfurt” hat die „Jurysitzung Audiopreis“ der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ) Ende Januar als Sponsor unterstützt. Dabei durfte ich das Hotel kennenlernen. Trotzdem wurde meine Meinung nicht beeinflusst. Das Gespräch mit Vangelis Porikis wurde Anfang dieser Woche nach journalistischen Grundsätzen geführt.
The post D-RR308 – Hotel-TALK: lyf-Style & Co-Living im Hotel first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Nach der Sommerfrische, dem Prinzen Heinrich und der Rheinsberger Kultur, geht es heute literarisch zu, auf den Spuren von Kurt Tucholsky im Bilderbuch für Verliebte.
“Das ganze Glück ihrer großen Liebe”
(Kurt Tucholsky)
Der subjektive Einstieg
Manchmal wird man von Büchern eingeholt und wirft einen voll aus der Realität des Lebens. Ein kleines Büchlein von Kurt Tucholsky hatte das vor etwa zwei Jahren geschafft, als ich die Geschichte mal wieder in die Hand nahm. Ein wenig glücksschwebend angesichts des Wiederlesens mit Claire und Wölfchen beschloss ich. Da wo die glücklich waren, da will auch ich mal hin.
Philosophie auch in der Musikkunst Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gefühl, Freiheit, Liebe – das alles soll Rheinsberg sein? Besuche ich etwa einen Glücksort und schwelge in Leichtigkeit?
Gedacht und getan: Im letzten Herbst. Dass daraus im November ein Spätsommer werden würde, war noch nicht klar. Das Wetter jedenfalls tat sein Bestes, um Städtchen und Literatur ins beste Licht zu setzen.
Der Literat
Kurt Tucholsky betrat 1912 mit Rheinsberg nicht nur die literarische Bühne, er veröffentlichte damit auch seinen ersten Bestseller.
Die reale Geschichte? – Else Weil, auf einer Infotafel am Ratskeller in Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ein Jahr davor (oder war es schon 1910?) verbrachte er mit seiner damaligen Verlobten Else Weil ein ähnliches Wochenende – in Rheinsberg. Oder war es genau dieses Wochenende von Wölfchen alias Kurt und Else alias Claire? Else Weil jedenfalls wurde Kurt Tucholskys erste Frau.
Die Story
Romantik a la Rheinsberg: Obelisk, Postsäule am Triangelplatz – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Figuren verschwimmen mit der Realität. Kurt Tucholsky und Else Weil waren um 1910 da. Ihre Alter-Egos Wolfgang und Claire traten erst mit der Veröffentlichung des Buchs im Jahr 1912 auf den Plan. Diese Vermischung hört man des Öfteren auch in den Originaltönen aus Rheinsberg. Die Charaktere geraten immer öfter durcheinander. Aber ohne Kurt kein Wölfchen und Clairchen und ohne Else auch keine Reise mit Kurt.
Die beiden Geschichten könnten identisch sein und spiegeln großes Glück. Glück des Moments. Glück des Lebens?
Der touristische Influencer?
Das wollte ich auch herausfinden. Einige Facts deuten darauf hin. Die Sommerfrische hatte um die Wende zum 20. Jahrhundert dazu geführt, dass immer mehr Berliner begannen das Umland zu entdecken.
Tucholsky Porträt im Museum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Er hatte es zwar nicht beabsichtigt, aber das Büchlein sorgte im Jahr nach dem Erscheinen für einen regelrechten Rheinsberg-Boom. Es soll Sonderzüge gegeben haben, die bis zu 6.000 Menschen an einem Wochenende nach Rheinsberg und an die brandenburgischen Seen brachten.
Das schafft heute allenfalls „Lonely Planet“. War Rheinsberg der „Overtourism-Sündenfall“? Wenn ja, hat es das damals 2.000 Einwohner zählende Städtchen wohl verkraftet.
Merkpunkt: Die Bahn konnte und könnte sehr viel bewirken in Sachen Tourismus. Damals wurden auch kleine Orte an die Schiene angeschlossen, Mobilität ermöglicht. Das ist heute weitgehend Historie. Glücklicherweise gibt es den Bahnhof Rheinsberg und Verbindungen nach Berlin bis heute.
Nur: Wie gehen Touristen heute mit Rheinsberg, Tucholsky und der kleinen wie großen Geschichte um? Den Kernsatz dazu hört Ihr im Podcast von Stadtführerin Jeanette Lehmann.
Das Museum
Kurt Tucholsky Museum: Dauerausstellung – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kurt Tucholsky: Den Journalisten, Satiriker, Autoren und Menschen besser kennenlernen. Wer das möchte ist hier an der richtigen Stelle. Es ist ein kleines, aber sehr feines Museum, das sich zudem (auch im Tucholsky Sinne) um schreibende und bildende Künstler:innen mit diversen Veranstaltungen kümmert.
Ich bin mit Peter Graf, dem literaturwissenschaftlich-künstlerischen Projektmanager des Museums, durch die Dauerausstellung gegangen, habe das kleine Büchlein, die Erstausgabe von „Rheinsberg“ gesehen, Tucholskys Schaffen kennengelernt und bin dem Menschen Kurt T. und seinem Schicksal begegnet. Das rührt an.
Die Erstausgabe: Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Es ist sicher kein „Claire und Wölfchen Museum“; so wie Tucholsky auch nicht auf den Autoren des Bilderbuchs für Verliebte zu reduzieren ist. Wer nach Rheinsberg kommt, sollte das Kurt Tucholsky Museum im Schloss aber zur Pflichtstation machen. Es lohnt sich.
Es gibt ein Kombiticket. Damit kann man die Schlossführung mitmachen und danach auch das Museum besuchen. Machen!
Das Schild
Die öffentliche Liebeserklärung an das „Bilderbuch für Verliebte“ findet man in der Straße und Anlage „Am Markt“, gleich gegenüber von Ratskeller und Triangelplatz.
Liebeserklärung an eine Stadt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Tucholsky hat den Text nicht verfasst. Niemand weiß so genau, wie das erste Schild dort hingekommen ist, sagen die Rheinsberger. Fest steht aber, dass das restaurierte Schild vor einigen Jahren vom Verein Stadtgeschichte angebracht wurde. Inzwischen war klar, dass es sich hervorragend als „Insta-Location“ eignet. Ich schließe mich da gerne an: Ist toll für ein verliebtes Selfie. Ach ja, ich war ja alleine dort.
Das Café Claire
Café Claire – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Da darf man auch alleine hin. Es gibt wundervolle Kuchen, leckere Kaffee- und Teespezialitäten und mittags auch kleine Snacks. Über den Birnen-Schmand-Kuchen hab ich im letzten Podcast schon geschwärmt. In der ersten Novemberwoche 2025 bei 15 Grad draußen in der Sonne zu sitzen, machte mein Glück perfekt.
Die Kurt Tucholsky Buchhandlung
Kurt Tucholsky Buchhandlung in Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Er befindet sich in unmittelbarer Nähe des Café Claire in der Schlossstraße. Hier kann man alte Buchkultur schnuppern, moderne Kinderliteratur erleben und natürlich den einen oder anderen Tucholsky-Band mitnehmen. Geht auch als Geschenk. Ich finde der Laden gehört einfach zum Rheinsberg-Erlebnis dazu und das schon seit Jahrzehnten.
Die Filme
Es gibt zwei „Rheinsberg“ – Verfilmungen.
Rheinsberg 1
Der erste stammt aus dem Jahr 1967. Kurt Hoffmann hat ihn in der BRD gedreht. Da ist von der guten alten Zeit die Rede. Eine werbende und wertende Aussage, die Kurt Tucholsky sicher verneint hätte.
Trotzdem ist es – so man ein wenig Feingefühl für Romantik hat – eine tolle Verfilmung, deren Tonausschnitte ich zur Illustration der Podcast-Akteure benutzt habe.
Ein Manko gibt es trotzdem. Der Film konnte damals nicht direkt in Rheinsberg gedreht werden. ES gab zwar eine Anfrage. Die zuständige DEFA lehnte das Ansinnen ab, weil sich die Örtlichkeit nicht in einem filmenswerten Zustand befände. Damit hatte sie sicher recht. Man musste ausweichen, zum Beispiel nach Gut und Schloss Panker in Schleswig-Holstein, das sich in diesem Film als Rheinsberg präsentieren musste.
Und gerade auch deshalb wollte ich hin – nach Rheinsberg, um zu sehen, wie es da tatsächlich ausschaut. Ganz unter uns: Schöner als im Film. – Das war mir ganz schnell klar. Da genügte schon ein kleiner Rundgang durch den Schlosspark und auch durchs Städtchen.
Heute wäre die Schlossanlage und das Schlosstheater auch wieder in „filmenswertem Zustand“. Der Restaurierung ab 1992 sei Dank.
Rheinsberg 2
Hier handelt es sich um eine DEFA DDR-Produktion aus dem Jahr 1987. Zwanzig Jahre später setzt man Schloss und Umgebung geschickt in Szene. Dass die Inhalte sehr viel freizügiger „rüberkommen“ ist sicher auch der Zeit geschuldet. Man kann ihn kostenfrei bei YouTube streamen.
Meine Einschätzung: Kann man auch so machen. Was fehlt ist, das auch von Tucholsky angedeutete, Berliner Idiom. Die 1967er Claire (Cornelia Froboess) bleibt hier unübertroffen. Deshalb musste ihre Stimme auch zwingend in den Podcast.
Specht oder Schleiereule
“Ab ins Schilf”: Grienericksee / Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Da gibt es in Buch wie Film 1 einen Disput zwischen Wölfchen und Claire. Er behauptet am See einen Specht zu hören. Sie besteht darauf, es sei eine Schleiereule. Aber die Beiden streiten ja auch darüber, ob der Baum, auf den sie blicken eine Akazie oder “ne Magnolie is”.
Auf der Suche nach Claires Schleiereule laufe ich zum See. Setze mich auf eine Bank, schau direkt in den Schilfgürtel und stelle fest, dass auch ich ein wenig verliebt bin. In Rheinsberg, in Claire, in Tucholsky, ins Lesen und Träumen, in die Sehnsucht und in die Natur, in die ich gerade schaue.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mehr zum Thema im Reiseradio
Rheinsberger Sommerfrische
Rheinsberg – Von Preußen, Prinzen und Paradiesen
Information & Links
Kurt Tucholsky – Museum Rheinsberg
Stadtgeschichte Rheinsberg
Kurt Tucholsky Buchhandlung, Rheinsberg
Tourismus Information Rheinsberg
Brandenburgische Seenplatte
Ruppiner Seenland
Reiseland Brandenburg
Hinweise
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Reiseland Brandenburg und seinen Partnern vor Ort. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst!
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
The post D-RR307 Rheinsberg & das Bilderbuch für Verliebte first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Salzburg im Zeichen von Mozart 270. Geburtstag und einem Mozarteum-Jubiläum, das schon wieder Vergangenheit ist. Die 70. Mozartwoche lieferte Highlights, die sich durchs ganze Jahr ziehen werden.
Salzburg und eine Reise in die Mozartwelt
Büste in Mozarts Geburtshaus – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der erste ernstzunehmende Pop-Star der musikalischen Welt hat gerade seinen 270. Geburtstag gefeiert. Genau genommen: Wir feiern ihn.
Mozart, Wolfgang Amadeus. Was wissen wir über ihn, seine Familie, seine mindestens genauso talentierte große Schwester Maria Anna und das Leben als Wunderkind. Papa Leopold unterrichtete seine Kinder. Er erkannte die Talente, musste lernen, dass Auftritte seiner Tochter („nur ein Mädel“) kaum Interesse fanden. Ganz im Gegensatz zum „Wolferl“. Die Reise des Wunderkinds aus Salzburg, kreuz und quer durch Europa begann als Wolfgang gerade mal sechs Jahre alt. Als alle höfischen Kreise in Europa abgehakt waren, war er gerade mal 15. Mutter Anna Maria Mozart starb auf einer dieser Reisen in Paris im Jahre 1778.
Historisches Klavier in Mozarts Wohnhaus – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die „Rest-Familie“ ließ sich 1779 in Salzburg nieder und ging dann ihrer Wege. 1781 ging Wolfgang als freierschaffender Künstler nach Wien. Seine Schwester „Nannerl“ wurde verheiratet und nur Vater Leopold blieb im eigentlich viel zu prachtvollen Wohnhaus am Marktplatz 8 in der Salzburger Neustadt zurück.
Wolfgang in Wien, das heißt in Schlagzeilen: Mehrere Wohnungen, Konstanze, seine Frau, die er abgöttisch geliebt haben soll, 6 Kinder, von denen nur zwei überlebten. Dank seiner außergewöhnlich großen Schöpfungs- und Arbeitskraft, schrieb er Konzert nach Konzert, Oper nach Oper und Sinfonie nach Sinfonie. Biografen sagten später auch, dass dieser ständige Arbeitsstress für seinen Tod verantwortlich gewesen sein könnte. Wolfgang Amadé Mozart starb am 3. Dezember 1791 mit nur 35 Jahren.
Wolfgang und Rolando
Rolando Villazon, künstl. Leiter der Stiftung Mozarteum – Foto: Wolfgang Lienbacher / Stiftung Mozarteum
Wie sagt Rolando Villazon, der künstlerische Leiter des Mozarteum Salzburg:
Halleluja, Mozart lebt!
Das klingt wie bei Elvis, um mal auf die Legende vom Pop-Star zurückzukommen. Nur dass da bisher niemand „Halleluja“ gesagt hat.
Rolando und Wolfgang konnten sich nie kennenlernen. Ich behaupte aber mal, sie hätten sich sehr gut verstanden, bis weit hinein in den Humor, der beiden zu eigen ist. Vielleicht wurde Rolando Villazon gerade deshalb zum glühenden Mozart-Verehrer und sein musikalisches Talent führte ihn eventuell auch deshalb nach Salzburg. Seit 2019 ist er Teil der Stiftung Mozarteum, erst als Kommunikator, seit 2021 als künstlerischer Leiter. Sein Vertrag wurde gerade verlängert und so dürfte er dem Mozarteum bis 2031 als künstlerischer Leiter erhalten bleiben.
Mozart in Salzburg
Blick auf die Altstadt von Salzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Für sehr viele Salzburg-Touristen ist Mozart einer der Hauptgründe für einen Besuch der Stadt. Es gibt noch ein paar andere: Sound of Music zum Beispiel. Mozart überall. Seine Statue, folgerichtig auf dem Mozartplatz gegenüber vom Salzburg Museum und auf dem Weg zum großen Residenzplatz vor dem Dom. Wer aus der Neustadt kommt hat eventuell die Salzach auf dem Mozartsteg überquert um dort hin zu kommen.
Mozartstatue in der Salzburger Altstadt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
In der Neustadt, direkt am Mirabellgarten, ist die Stiftung Mozarteum zuhause. Sie fühlt sich für das Mozarterbe verantwortlich. Hier wird das Programm der jährlichen Mozartwoche im Januar geplant und umgesetzt. Die Stiftung ist aber auch verantwortlich für das Geburtshaus in der Getreidegasse und das Mozart-Wohnhaus am Makartplatz in der Neustadt. Ehemals zusammengehörig, gibt es heute organisatorisch getrennt, auch noch die Universität Mozarteum Salzburg und das Mozarteum Orchester. Ohne Mozarteum heute auch kein Mozart in Salzburg.
Mozartwoche und Stiftung Mozarteum
Mozarts 270. Geburtstag und gerade ist die siebzigste Mozartwoche in Salzburg zu Ende gegangen. Auch der Geburtstag war in der letzten Woche. Geboren am 27. Januar 1756. Ein sogenannter runder Geburtstag. Immer Grund genug für ein Mozartjahr und das hat ja nun gerade erst begonnen. Aus diesen Eckpunkten ergeben sich die beiden Zahlen der Überschrift: 270 Jahre Mozart und die 70. Mozartwoche.
Der große Konzertsaal der Stiftung Mozarteum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Mozarteum – Rundreise
Rolando Villazon hatte, sehr nachvollziehbar, keine Zeit mir sein Mozart-Salzburg vorzustellen. Aber Linus Klumpner, der Direktor der Mozart Museen innerhalb des weltberühmten Mozarteum, nahm sich die Zeit umfassend Auskunft zu geben.
Linus Klumpner, Direktor der Mozart Museen im Mozarteum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Er informiert, ordnet ein, liefert Hintergründiges, genauso wie wundervolle „Fun-Facts“. Er zeigte uns nicht nur den Großen Konzertsaal des Mozarteums, er berichtet von der Geschichte der Stiftung, ihr Engagement, Organisation und Anspruch.
Im Podcast klären wir auch die Sache mit dem Namen. Wer genau hinhört, merkt dass immer von Wolfgang Amadé die Rede ist. Linus klärt auch die Sache mit dem Namen.
Die Mozart-Häuser und Museen
Mozarts Geburtshaus in der Salzburger Altstadt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Stärke der beiden Häuser, sagt Linus Klumpner, sei die Reichhaltigkeit. Nicht nur die Räumlichkeiten sind zu sehen. Beide Museen verfügen über unendlich viel Material aus der Kunst- und Materialsammlung des Mozarteums. Der Erfolg gibt dieser Tatsache recht. Immerhin besucht mehr als eine halbe Million Menschen die Museen jedes Jahr.
Mozart Wohnhaus in der Salzburger Neustadt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Erfahrt im Podcast sehr viel Neues über die beiden Häuser und einige Überraschungen, die sie bereit halten.
Wohnen bei Mozarts – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILS
Das Vermächtnis
Unvorstellbar: Wäre der kleine Wolferl nicht zum Kinder- und Jugendstar in Europa geworden, gäbe es heute keine Nachtmusik, keine Zauberflöte, keine großen Konzerte, kein Mozarteum.
Umgekehrt wäre Mozart heute vermutlich in Salzburg nicht so präsent, wenn es zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht Menschen gegeben hätte, die eine Stiftung gründeten um das Kulturgut Mozart vor dem Vergessen zu bewahren und neu zu beleben: Hat geklappt.
Zauberflöte: Instrument und Klavierauszug der Oper in Mozarts Geburtshaus – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Da die Villazonsche Zauberflöte vermutlich erst einmal nicht mehr auf die Bühne kommt, sollte man beim Salzburg Besuch vielleicht auf das Marionettentheater ausweichen. Denn dort hat zum Beispiel die Zauberflöte einen Stammplatz im Repertoire. Ich habe mir von Geschäftsführerin Susanne Tiefenbacher viel über Tradition und Mozartopern auf der Marionettentheaterbühne erzählen lassen.
Susanne Tiefenbacher und “ihre” Marionetten – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Noch in Tipp in Sachen Zauberflöte: Am 25. April hat die „Kleine Zauberflöte“ Premiere im Salzburger Landestheater. Ein wenig Jugendtheater (für alle, die mit Kindern unterwegs sind) und ein wenig für Alle, die Mozarts berühmteste Oper entspannter und kürzer genießen möchten.
An Faden und Drehkreuz: Marionetten aus der Zauberflöte – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mozart, Kugeln, Kapaun und Nockerl
Die Besuchenden sollten die Stadt auf jeden Fall inhalieren, gleich ob ausschließliche Mozartluft oder das weitere großartige Angebot der Stadt Salzburg.
Original Mozartkugeln aus dem Hause Fürst – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der „kulinarische“ Mozart drängt sich natürlich ebenfalls auf. Nur in Salzburg gibt es das ORIGINAL. Mozartkugeln kauft man ausschließlich in den Geschäften der Konditorei und Confiserie Fürst. Der Preis ist stattlich, der Genuss auch.
Mozart-Dinner-Konzert: Oper und Kulinarik – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Für Mozartfans, die Musik und Kulinarik verbinden möchten, hab ich noch einen, durchaus wohlbekannten, aber reizvollen Tipp. Wie wäre es mit einem Mozart Dinner Konzert? Hier lässt sich ein Abend mit Menü und „Mozart live“ verbinden. Die Räumlichkeiten im Barocksaal des Stiftskulinarium St. Peter haben Anziehungskraft. Ein 3 Gang-Menü in Kombination mit Highlights aus Mozartopern verspricht einen wundervollen Abend. Getestet und genossen. Hört selber im Podcast.
Dessert Highlight: Salzburger Nockerl – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Information & Links
Salzburg Tourismusinfos
Stiftung Mozarteum
Mozart Museen
Mozartwoche
Salzburger Marionettentheater
Salzburger Landestheater
Mozart Dinner-Konzert
Urlaub in Österreich
Hinweis
Die Recherche zu diesem Podcast wurde unterstützt von Salzburg Tourismus und der Österreich Werbung. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst!
Salzburg: Eine Stadt zum Wiederkommen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post D-RR306 – 270/70: “Popstar” Mozart und Salzburger Spuren first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Das Historisch-Technische Museum ist kein Urlaubs-Wohlfühlort, aber es ist politisch und historisch wichtig. In der gegenwärtigen Zeit ohnehin!
Das Historisch-Technische Museum Peenemünde
Das in Peenemünde im Norden der Ostseeinsel Usedom verortete Historisch-Technische-Museum erinnert an und dokumentiert die einst hier angesiedelte Heeresversuchsanstalten während der Nazizeit. Es existierte von 1936 bis 1945. Technischer Leiter war der spätere NASA-„Star“ Wernher von Braun. Hier wurden mit der V1, der erste Marschflugkörper der Welt entwickelt und zur Serienreife geführt. Auch die erste funktionsfähige Großrakete wurde hier entwickelt. Die Rakete mit ursprünglichem Namen „Aggregat 4“ wurde in der Nazipropaganda zur sogenannten „Vergeltungswaffe V2“.
Das Außengelände des HTM, Peenemünde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Historische Einordnung
Das Museum legt Wert darauf, zuerst ein historisches und erst danach ein Technisches Museum zu sein. Den Kuratoren geht es in erster Linie um die historisch-politischen Zusammenhänge der einstigen „Heeresversuchsanstalt“.
Dauerausstellung – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Insbesondere auf die Lebenssituation der Zwangsarbeiter, Häftlinge und Kriegsgefangenen, die zu Hunderten in den dort angesiedelten Arbeits- und Konzentrationslagern angesiedelt waren, richtet sich eine besondere Aufmerksamkeit.
Auch die Auslagerung der Waffenproduktion in einen Stollen in der Nähe von Nordhausen am Harz nach britischen Bombenangriffen im Jahr 1943 ist ein wichtiges Thema. Die menschlichen Bedingungen in den Stollen und dem dazugehörigen KZ sind Thema der Dauerausstellung.
KZ-“Ausstattung” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Besuch im November 2025
Ich war mehr oder weniger spontan dort und Kai Jores, der Mann für die Öffentlichkeitsarbeit, nahm sich gerne die Zeit, mir die Geschichte näher zu bringen. Prädikat: Historisch und Politisch Besonders wertvoll. Kommt mit in die Hörwelt des Reiseradio-Podcasts. Zusätzlich empfehle ich den Podcast über die Nebensaison auf Usedom.
Das H-T-M in Peenemünde wurde 1991 eröffnet. Nach 1945 und bis zur Wende war das Gelände ein Militärstandort der NVA und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das Museum ist ganzjährig geöffnet.
Das historische Kraftwerk – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Es vermittelt tiefgehende Eindrücke, auch der Inselgeschichte der 1930er und 40er Jahre und es sollte Pflichtbesuch der politischen Bildung Usedoms, Mecklenburg-Vorpommerns und aller Urlauber sein oder zeitnah werden, damit nichts in Vergessenheit gerät, was nicht vergessen werden darf.
Vielleicht ist dieser Talk – auch zur aktuellen politischen Situation in Deutschland – hilfreich. Denn dieser Teil der deutschen Geschichte darf sich – auch in neuem Gewand – nicht wiederholen!Auch deshalb empfehle ich das Technisch–Historische Museum von Peenemünde.
Historische Fakten, menschliches Schicksal & politische Konsequenz
Wer die Ausstellung inhaliert hat, geht etwas stiller vom Gelände. Fazit: Technische Faszination darf nicht über historische Zusammenhänge hinwegtäuschen. Wenn Ihr nach Usedom kommt, besucht bitte dieses Museum. Es lohnt sich.
Und noch wichtiger:
Zieht danach Euer politisches Fazit und handelt entsprechend!
Waffen und Gewalt sind kein Spiel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Information und Links
Historisch – Technisches Museum Peenemünde
Im Kraftwerk, 17449 Peenemünde
Telefon: 038371 – 505-0
Websitelink
Weitere Infos
Usedom Tourismus
Websitelink
Hinweis
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Usedom Tourismus. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post D-RR305 TALK – Peenemünde: Raketen, Museum, Nazigeschichte first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Dies ist die Geschichte einer kleinen Stadt und zwei großen Preußenprinzen im nördlichen Brandenburg: Rheinsberg
Eine Herbstreise mit Spätsommerwetter
Zu verdanken hat sie das Attribut vom Paradies dem preußischen Adel. Der damalige Kronprinz bekam die Erlaubnis, sich am dortigen See ein Schloss zu bauen. Da war er noch ziemlich jung und ziemlich glücklich.
Angenehm überrascht bin ich, dass Anfang November 2025 noch so schön die Sonne scheint und die Temperaturen am Mittag über die 18 Grad Marke klettern. Das macht die paradiesische Herrlichkeit noch viel herrlicher.
Rheinsberg im Herbst – foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Rheinsberg entdecken
In diesem Podcast treffe ich Figuren, Menschen und Begegnungen in Rheinsberg. Der erste Blick sagt mir schon: Ganz schön, schön hier! Kein Wunder, dass der junge Kronprinz Friedrich die Idee entwickelte, hier ein Schloss an den Grienericksee zu bauen.
Rheinsberg finden
Rheinsberg liegt ziemlich dicht an der Kreisstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Mit dem Auto fährt man, von Berlin aus, knappe zwei Stunden. Die Stadt hat heute rund 8.000 Einwohner, ist aber flächentechnisch eine der größten deutschen Gemeinden. Das heißt auch: Hier gibt es viel Natur und dazugehörige Idylle. Es passt alles für einen Kurz- oder auch Langurlaub.
Die Schlossgeschichte
Schloss Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Herrschaftshäuser gab es an der Stelle, wo das Schloss steht, schon einige. Der Vorbesitzer verkaufte Land und Gut dem preußischen König und der schenkte es dann seinem Sohn Kronprinz Friedrich. Der „junge“ Fritz beauftragte dann den alten und arrivierten Knobelsdorff als Baumeister. Der baute um, stockte auf und Friedrich konnte einziehen. Es hat ihm gut gefallen aber leider durfte er nur vier Jahre bleiben. Dann starb sein Vater, er wurde König und musste zurück nach Potsdam. Schloss Rheinsberg schenkte er seinem jüngeren Bruder Heinrich, der dort 50 Jahre lebte und residierte.
Friedrich der Große – Denkmal für den Kronprinzen am Eingang zum Schlossparl – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der unbekannte Heinrich
Trotz der langen Zeit überstrahlt Friedrich der Große bis heute seinen kleinen Bruder Heinrich. Das sagt auch eine ganze Menge aus über das Verhältnis der Geschwister. Jörg Möller, der 1. Vorsitzende des „Vereins Stadtgeschichte Rheinberg“, spricht im Podcast sehr treffend von Friedrich als Selbstvermarktungsgenie.
Jörg Möller, Vorsitzender des Vereins Stadtgeschichte Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Seine Strahlkraft übertraf Heinrich schon zu Lebzeiten und Erfolg ist das, was man aus ihm macht. Denn der „kleine“ Heinrich hat in seinem Leben, jede Menge Erfolge politisch-militärischer Natur sowie in Sachen Diplomatie, Wissenschaft und Kultur. Trotzdem ließ sich schon um 1860 der Schriftsteller Theodor Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ darüber aus, dass in Rheinsberg kein Mensch den Prinzen Heinrich kenne.
Prinz Heinrich von Preußen – Gemälde in Schloss Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Des Prinzen Geburtstag und Leben
2026 ist ein besonderes Jahr. Prinz Heinrichs 300. Geburtstag hat gerade stattgefunden (18.01.) und Brandenburg, die Schlösserverwaltung, die Stadt Rheinsberg (samt der Touristiker) und die Musikwelt Rheinsberg haben ein Prinz Heinrich-Jahr gestartet. Auf das der Preußenprinz seine ihm gebührende Anerkennung posthum erhält.
Schloss Rheinsberg: Blick aus dem Schlosspark – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Erfahrt im Podcast möglichst viel aus seinem Leben, von seinen politischen Einstellungen, seinem Bemühen um Kunst, Musik und Kultur, seiner Orientierung nach Frankreich inklusive einer adelsuntypischen Sympathie für die Aufständischen der Französischen Revolution von 1789. Heinrich fiel aus dem Rahmen, in jeder Hinsicht.
Leben für Lust, Literatur und Musik
Seine offen gelebte sexuelle Orientierung zum schwulen Leben war außergewöhnlich. Darunter leiden musste seine Frau, die er vermutlich nie geheiratet hätte, wäre nicht der Schlossbesitz davon abhängig gewesen. Bruder Friedrich hatte nicht einfach verschenkt, sondern daran eine Voraussetzung geknüpft: „Keine Frau – kein Schloss!“
Dabei soll die Erwählte, Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel aus außergewöhnlich schöne und attraktive Frau gewesen sein. Heinrich kümmerte das nur wenig und irgendwann, war’s Wahrheit oder Intrige, schickte er Wilhelmine nach Berlin ins frisch erbaute Prinz-Heinrich-Palais. Das steht noch. Weiß jemand wo? (Schreibt es gern in die Kommentare)
Spiegelsaal: Überbleibsel aus Friedrichs Zeiten – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Schloss & Garten
Das Schloss lies er nach seinen Vorgaben umbauen. Sein Engagement in Sachen Gestaltung des Schlossparks setzte Maßstäbe.In Briefen beschäftigt er sich mitunter mit Tomantenzucht und -ernte.
Morgenstimmung im Rheinsberger Schlosspark – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Politisch vom Hof aufs Abstellgleis gestellt, beschäftigte er sich mit Kultur und Musik. Die Aufführungen von Kammeropern in Rheinsberg waren legendär. Französische Gäste meinten mitunter, die Inszenierungen seien besser als am Hof von Versailles. Heinrich wollte es wissen. Er ließ 1774 ein Schlosstheater bauen für seine Aufführungen. Daneben entstand das Kavaliershaus für Gäste am Hof. Der Name spricht Bände.
Schlosstheater & Kavaliershaus: Heute Musikkultur Rheinsberg – Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
„Nebenbei“ war er durchaus als Diplomat erfolgreich, machte (auch politische) Reisen und erzielte, trotz der „Kaltstellung“ in Sachen Macht, bedeutende Erfolge für das Königreich Preußen.
Das Schloss
Im Podcast machen wir uns auf den Weg. Die Sonne scheint und ich schlendere in Richtung See. Ist das ein Idyll. Das schöne und trotzdem bescheidene Schloss, das glänzende Wasser und im November ein fast leerer Park. Keine Menschenmassen. Wenn das die Leute wüssten, wäre es voller, hier. Auf der Schlossterrasse wartet Michael Fröhlich auf mich, um mir das Kleinod näher zu bringen. Er weist, durchaus stolz darauf hin, dass es hier gerade im Sommer ziemlich voll werden kann. Dann, wenn die Musikkultur Rheinsberg ihr Festival durchführt.
Schlossterrasse – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das Schloss selber beeindruckt. Heinrich hatte es auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Er war nicht nur cleverer Diplomat und Staatsmann, er hat auch gern gefeiert. Und das konnte dauern. Wenn dann noch die Lieblingsverwandtschaft kam, wurde vorher gebaut und anschließend lange gefeiert. Den perfekten Gastgeber hat er immer gegeben.
Unterm Strich gibt es viel zu entdecken. Alles führt zur Erkenntnis, dass er seine „Unbekanntheit“ nicht verdient hat. Vielleicht liegt sein „Verschwinden“ auch daran, dass er nach seinem Tod im Jahr 1802 jede Menge Schulden hinterließ. Ein Großteil der Ausstattung musste in dieser Zeit verkauft werden. Danach erlebte Schloss Rheinsberg eine wechselhafte Geschichte, blieb aber im Besitz der Hohenzollern-Familie, bis zur Enteignung durch die Sowjetische Verwaltung im Jahr 1945.
Grienericksee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
In den Jahren der DDR war das Schloss ein Diabetiker-Sanatorium. 1990 ging es in den Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg über. Es begann die Zeit der Restaurierung von Schloss und hauptsächlich auch von Schlosstheater und Kavaliershaus. Letztere waren in den letzten Kriegsmonaten 1945 noch schwer beschädigt worden. Als Ruine musste dieser Teil bis in die 1990er Jahre auf eine Restaurierung warten. Im Jahr 2000 begann der Betrieb des neuen Schlosstheaters. Die Kammeroper Rheinsberg hatte genauso eine Heimat, wie die Brandenburgische Musikakademie.
Musikkultur Rheinsberg
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Drei Säulen vereinen und ergänzen sich hier in dieser gemeinnützigen Organisation: Die Musikakademie Brandenburg, die Kammeroper Rheinsberg und das Rheinsberger Schlosstheater. Gemeinsam sind sie der Garant des kulturellen Lebens in Stadt und Region und gleichzeitig Festivalveranstalter und pädagogisches Aus- und Fortbildungshaus in Sachen Musik und Musikerziehung.
Was so theoretisch klingt ist eine ziemlich einzigartige Musikinstitution, von der vor Jahren niemand glaubte, dass sie einen so durchschlagenden Erfolg hat.
Erinnerungen machen, die Funken sprühen
Hier entsteht das Programm des jährlichen Kammeroper- und Sommerfestivals. Im Podcast kommen sowohl der Leiter der Musikakademie Felix Görg als auch der neue künstlerische Leiter des Musikkultur Rheinsberg, Jelle Dierickx zu Wort.
Felix Görg, Leiter der Musikakademie (links) & Jelle Dierickx, Künstl. Leiter Musikkultur Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ich bin nun weder Musikwissenschaftler noch Fachmann in Sachen Oper, Kammeroper oder musikalische Bildung. Trotzdem hätte ich mich mit Felix Görg und Jelle Dierickx stundenlang unterhalten können. Sagt mir gern in den Kommentaren, ob Ihr genauso denkt.
Das musikalische Rheinsberg 2026
Anfang November wollte er noch nicht mit dem Programm für 2026 herausrücken. Inzwischen ist es veröffentlicht und bietet manch Klassisches, wie mehrere Kammeropern, aber auch ein Wandelkonzert, ein Liederabend für Wilhelmine und Heinrich und gefeiert werden darf auch mit einem schwedischen Sommerfest. Musikfreunde werden sicher auch in diesem Jahr von der Vielfältigkeit der Musikkultur Rheinsberg begeistert sein.
Triangelplatz: Übergang zwischen Stadt und Schlosspark – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Rheinsberg – Die Stadt
Oder sollte ich Städtchen sagen? Es ist mit den rund 8.000 Einwohnern in der Tat nicht riesengroß. Aber Rheinsberg liegt bezaubernd in sehr viel wundervoller Natur zwischen unendlich vielen Seen und bietet eine verzaubernde Atmosphäre. Letztlich bietet die Region fast Alles, was man für einen schönen Urlaub braucht.
Rheinsber
„Is‘ scho‘ wieder Silvester? – Ja fast. Deshalb schauen wir nochmal akustisch zurück: Der Rück-Hör-Blick aufs zu Ende gehende Jahr..
Das ist der letzte Podcast und die letzte Ausgabe im Jahr 2025. Auch in diesem Jahr gab es Höhen und Tiefen, individuell wie im ganz Großen. Rückblick, Draufsicht, letzte Kommentierung. Freud, Leid und Ärgernis. Friede, Finanzen, Eierkuchen, wobei gegen alle drei Dinge per se nichts einzuwenden wäre.
Perspektiven zur Jahres-Wende 25/26 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
März 25
Das Jubiläum
(c) Deutsches-Reiseradio / ttb-media TON-TEXT-BILD
Klingt irgendwie etwas abgehoben, wenn man irgendwie grade angefangen hat. Schwups, sind zehn Jahre rum. Freude, weil es eigentlich ganz gut gelaufen ist. Leid, weil just zum Jubiläum das Finanzamt an meiner „Gewinnerzielungsabsicht“ zu zweifeln beginnt. Nur, was kann ich dafür, dass partout kein Zielgebiet, kein Veranstalter und die wenigsten Anbieter wenigstens eine klitzekleine Werbung schalten wollen. Dabei ist das doch erschwinglich.
Reiseradio-Macher on Tour – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD
Teilweise bin ich selber schuld. Bisher gab es keinerlei Auftragsproduktionen, oder Kooperationen, wie das im Podcaster- und Bloggerdeutsch heißt. Vielleicht bin ich deshalb selber schuld und gleichzeitig ein wenig stolz, sauberen Reisejournalismus anzubieten.
Das Klima
Die Klimakrise führt zum ersten inhaltlichen Highlight und zum Podcast-Talk, den ich auf der Tourismusbörse in Berlin mit Harald Zeiss führen konnte. Er ist Professor für Tourismus an der Hochschule Harz und – vermutlich hört er das nicht so gern – der „Umweltpapst“ in Sachen Tourismus.
Harald Zeiss – Foto: Jan Konitzki
Das war gut, wenn auch mit viel „Ende offen“ versehen. Schließlich waren die Ergebnisse der Bundestagswahl gerade ein paar Tage alt.
Wir haben im März ausgemacht, dieses Gespräch jetzt jährlich zu führen. Gründe dafür gibt es schließlich genug. Die Tatsachen holten einen dann schon selbst auf den Boden der Klimakrise zurück. Inhalte, die es zu beleuchten gilt, werden uns also erhalten bleiben.
Bye-Bye USA
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wer aufmerksam die Reiseradio-Podcasts hört, wird festgestellt haben, dass eines meiner Zentralthemen „USA“, mal abgesehen von Newsmeldungen, nicht mehr stattfindet. Schaut man auf die Zahlen, ist der Niedergang des Reisens in die Vereinigten Staaten nicht mehr abzustreiten.
Perspektivisch wird es eher schlimmer, als besser: Besucher müssen sich im nächsten Jahr darauf einstellen, dass auf dem ESTA-Einreiseantrag die „Social Media Accounts“ abgefragt werden. Ein Schelm, wer das Zutreffende denkt, denn ESTA ist ja keine Einreisegenehmigung, sondern nur ein Einreiseantrag. Ganz nebenbei: Der Urlaub in den Vereinigten Staaten ist sauteuer geworden.
Europa und Deutschland
Also hab ich mich auf Deutschland konzentriert und auf Europa. Da gibt’s reichlich Entdeckungspotential. Das habe ich auf meinen Recherchetouren genutzt. Damit kommen wir dann zu den Inhalten.
Mai 25
Richtig, da war eine Inselerfahrung Thema.
Texel – Niederlande
Windmühle bei Oudeschild / Texel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Texel (die Einheimischen sagen Tessel), Eiland im Norden der niederländischen Provinz Noord-Holland ist ein sehr entspanntes Reiseziel. Diese Eigenschaft soll ja wichtig sein soll für jede Art von Urlaub. Zwei Podcasts bieten das komplette Erlebnis, wie „Lammetjes knuffelen“ oder auch Menschen, Kultur, Natur und Genuss erleben.
Podcaster im Woolness-Bett – Foto (c): ttb-media TON-TEXT-BILD
Juni 25
Suomi
Das war eine Premiere. Zum ersten Mal gings für mich nach Finnland. Zielort war Tampere, die drittgrößte Stadt des Landes. Zu feiern gab es da den 80. Geburtstag der Mumins.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Immer gefeiert wird bei den Finnen die Natur und die Sauna. Außerdem war mir nach dem Besuch im Norden ein wenig mehr klar, warum die Finnen als glücklichste Menschen auf dem Globus gelten. Drei Podcasts habe ich von dort mitgebracht.
Rajaportti Sauna – Foto: Laura Vanzo / Visit Tampere
September 25
Salzburg
Da gings nach Salzburg, denn in diesem Jahr feierte man den 60. Geburtstag eines Musicals, das jährlich mindestens 350 Tausend Besucher anlockt. Nachzuhören in den beiden Podcasts über „Sound of Music“. Es ist die Geschichte eines touristischen Erfolgs, den Deutschsprachige einfach mal ignoriert haben.
Mirabellgarten Salzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mozartspuren drängen sich in Salzburg immer auf, weil das Wolferl ja im Januar, genau am 27.01. seinen 270. Geburtstag feiert und Salzburg feiert mit. Kommt Ende Januar.
Rheinland-Pfalz
Natürlich habe ich nicht das ganze Bundesland „beackert“. Die Jahrestagung der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten fand in diesem Jahr auf einem Flusskreuzfahrtschiff statt.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Von Basel bis Koblenz und zurück waren wir auf dem Rhein unterwegs. Erlebnisse in Speyer und im dortigen Technischen Museum und Koblenz kamen dabei rum. Überhaupt, ich gebe mir ziemlich viel Mühe mit den Produktionen.
Dom zu Speyer – Foto: Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Technik Museum Speyer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Koblenz-Stolzenfels und sein Schloss – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Oktober 25
Main-Spessart
Bei Schneewittchen war ich in Lohr am Main und bei den Brüdern Grimm in Steinau an der Straße. Der Märchenstar mit dem vergifteten Apfel und die Grimm-Brothers stehen podcast-technisch noch aus.
Aschaffenburg: Schloss Johannisburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Podcasts über Deutschlanderfahrungen gab es im mainfränkischen Aschaffenburg und Erlangen (bereits im Frühjahr).
Schlossplatz Erlangen im Februar – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
November 25
Da war ich, der Anreise-Einfachheit halber gleich zwei Wochen unterwegs
Rheinsberg
Schloss Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Anfang November wartete, bei fast Sommerwetter, ein Ausflug ins Brandenburgische. Den Talk über die Sommerfrische von Rheinsberg gibt es schon, die Storys um Claire, Wölfchen und ihren Schöpfer Kurt Tucholsky, sowie über dem Preußenprinzen Heinrich kommen im Frühjahr.
Schöne Grüße von Claire und Wölfchen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Usedom
Nebensaison-Strand – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gleich im Anschluss war ich dann eher zum Jahresende noch auf Deutschlands östlichster Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern. Da hat man im Sommer Probleme mit zu vielen Besuchern, oder sagen wir mal, mit der An- und Abreise, dank überlasteter Straßen. Die Lehre daraus: Der Wunsch nach Besucherlenkung und die Bewerbung der Nebensaison. Passt das? Geht das? – Hörbare Ergebnisse gabs im Usedom-Podcast kurz vor Weihnachten.
Ahlbecker Seebrücke am Morgen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
„soziale“ Medienwelten
Wenn es neue Podcasts oder Nachrichten gibt, erfahrt Ihr das auch bei Social Media (Facebook, Insta, LinkedIn, Xing). Hier stieß ich aktuell gerade an meine Grenzen. Ja, ich war auf Usedom. Ja, ich weiß, wie hoch der AfD-Stimmenanteil dort bei der letzten Bundestagswahl war und wie hoch er schlimmstenfalls bei der Landtagswahl im Nordosten werden könnte. Hört die Story im Podcast.
Leider ist es ja so, dass diese Stimmenanteile überall wachsen. Deshalb möchte ich aber nicht die halbe Republik aus der Berichterstattung ausschließen, so schlimm wie gefährlich ich diese Entwicklung einschätze.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wünsche für 26
Ist es müßig, Frieden und Demokratie an die erste Stelle zu rücken? Vielleicht. Ich tu es trotzdem.
Bessere Arbeitsbedingungen für Journalistinnen und Journalisten, nicht nur, aber insbesondere im Reisebereich. Auf dass nicht Alles den laufenden KI-Bach runtergeht.
Gesundheit und weiter Spaß an dem, was ich da mache. 2026 wird das Jahr sein, wo ich zum 40. Mal auf die Internationale Tourismus Börse (ITB) in Berlin fahren werde. Hoffentlich ist sie so produktiv wie immer.
Und dann wünsche ich allen Reiseradio Hörer:innen und Website-Lesenden ein ähnlich gesundes, schönes und erfolgreiches Jahr.
Vergesst nicht zu reisen. Das ist gut in Sachen Erfahrungen, Toleranz und (auch) politischer Erkenntnis und hilft gegen Rassismus, Hass und politischen Rechtsruck (hatten wir, war Scheiße und hat Millionen von Menschen das Leben gekostet!).
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post D-RR303 – Deutsches Reiseradio: „RückHörBlick 2025“ first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Die Nebensaison unter die Lupe nehmen, dann lässt sie sich auch ins rechte Licht rücken: Usedom im November 2025
Die Insel
Hauptsaison: Seebrücke Heringsdorf – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hauptsaison gegen Nebensaison heißt nicht vollautomatisch Stärke gegen Schwäche.
42 Kilometer Sandstrand, Spaß fast rund um die Uhr, komplizierte Anreise durch Dauerstaus auf der Insel. Das ist die Hochsaison, die man braucht fürs Geschäft auf der Insel. Wenn aber Gäste wegbleiben, weil es zu voll ist beginnt das Umdenken von der vollen Hütte zur Gästelenkung und Entzerrung der Besucherströme.
Wir reden nicht von Mallorca, sondern von Usedom, Deutschlands östlichster Insel.
Nebensaison: Ahlbeck am Abend – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Entdeckung der Nebensaison
Ernstzunehmende Gedanken und Pläne zu einem ernstzunehmenden Phänomen. Erholen dann, wenn es die eigenen Bedürfnisse erfüllt. Das soll, so wünschen sich das die Anbieter, immer öfter auch die Zeit zwischen Oktober und März sein.
Das ist der Feriencheck auf der Insel Usedom im November. Dann wenn tote Hose ist, würden die Partygänger sagen. Oder auch dann, wenn endlich Ruhe und Entspannung einkehrt, meint der Urlaubsgast, der dringend mal runter kommen muss. Die Schattierungen dazwischen sind groß.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Als ich von der Aktionsabsicht hörte, war eigentlich klar, dass dies, zumal in deutschen Landen an der Ostsee, einen Gegencheck erfordert. Denn die Absicht ist eins, die Realität mitunter etwas anderes.
Wie ist es Mitte November nach Usedom zu fahren, ohne zu wissen, ob die versprochene Ruhe nun zu Erholung oder Depression führt. Darüber berichtet dieser Podcast, dessen Recherche Mitte November stattfand. Was dabei an Erfahrungen „rüber kam“, gibt es in diesem Podcast zu hören. Das Ergebnis auch. Vorweg noch gesagt: Ergebnisse sind immer auch sehr subjektiv
Hören müsst Ihr selber…
…das Begleitmaterial, in Form von Fotos und natürlich auch Links, findet Ihr hier auf der Seite.
Erwähnt sind alle Hotels bzw. Übernachtungsstätten, sowie die Attraktionen und Ausflugsziele, die ich während der Recherchetage besucht habe. Zum Nachlesen empfehle ich außerdem noch das „Usedom-Tagebuch“, das während meines Aufenthalts entstanden ist. Hier könnt Ihr ebenfalls nochmal nachlesen und Fotos gucken.
Hotels, Kulinarik, Angebote
Fünf Übernachtungen an fünf verschiedenen Orten und in fünf verschiedenen Häusern, bzw. Booten
Strandhotel Seerose
Strandstraße 1, 17459 Loddin-Kölpinsee
Telefon: 038375 – 540
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Strandhotel Seerose – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Strandhotel Seerose, Zimmer 819 – Foto: Rüdiger Edelmamm / ttb -media TON-TEXT-BILD
Restaurant der Seerose – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ein Abendmenü zum Niederknien – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Balkonblick: Ostsee links, Kölpinsee, rechts – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Strandkörbe in der Winterpause – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Floating House
Zum Nordhafen 1, 17449 Peenemünde
Reservierungs-Telefon: 030 – 92107435-0
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Floatinghouses bei Tageslicht – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ein Boot für eine Nacht – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gemütlich und freundlich – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Betten statt Koje – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Floating House Wohnzimmer mit Blick auf die Peene – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Balmer See Hotel-Golf-Spa
Drewinscher Weg 1, 17429 Benz/OT Balm
Telefon: 038379 – 280
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Golf-Hotel Balmer See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gemütliche Atmosphäre überall – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kurz vor Dämmerung: Golfhotel Balmer See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Backfisch mal anders – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Morgenkaffee am Balmer See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hotel Wasserschloss Mellenthin
Schlossallee 5, 17429 Mellenthin
Telefon: 038379 – 2878-0
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Wasserschloss Mellenthin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gediegene Zimmer warten auf Hotelgäste – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Tancredo führt durchs Schloss – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wasserschloss Mellenthin: Die Brauerei – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Vom großen Büffet: : DDR-Jägerschnitzel (Jagdwurst / Letschogemüse) in Variationen (Knödel statt Nudel) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mellenthin bei Nacht – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hotel Ahlbecker Hof
Dünenstraße 47, 17419 Heringsdorf-Ahlbeck
Telefon: 038378 – 620
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Travel in Style: 5-Sterne Hotel Ahlbecker Hof – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zimmer mit Charme – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zimmer mit Aussicht – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zander mit Grillgemüse: Brasserie Ahlbecker Hof – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ahlbecker Seebrücke am Morgen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ausflüge, Shopping, Attraktionen
Karls Erlebnisdorf
Zum Erlebnisdorf 1, 17459 Koserow
Telefon: 038375 – 245775
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Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Es lebe die Konfitüre: Erdbeertraum für Alle – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Seebrücke Koserow
Die jüngste Seebrücke auf der Insel Usedom, eröffnet 2021
Seebrücke Koserow – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Möwe auf Brücke – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Historisch – Technisches Museum Peenemünde
Im Kraftwerk, 17449 Peenemünde
Telefon: 038371 – 505-0
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Das historische Kraftwerk Peenemünde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Außengelände des Museums Peenemünde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zinnowitz – Bernsteintherme
Dünenstraße 2, 17454 Zinnowitz
Telefon: 038377 – 7000
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Direkt an der Promenade: Bernsteintherme – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zinnowitz – Tauch-Gondel
Strandpromenade 0, 17454 Zinnowitz
Telefon: 038377 – 37861
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Ostseestrand in Zinnowitz – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zinnowitz – Vorpommersche Landesbühne
Seestraße 8, 17454 Zinnowitz
Telefon: 03971 – 2688800
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Theater für Alle: Die “Blechbüchse” der Vorpommerschen Landesbühne – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zinnowitz – Club Kino
Neue Strandstraße 20, 17454 Zinnowitz
Telefon: 038377 – 42036
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Otto Niemeyer-Holstein Museum Atelier
Lüttenort 1, 17459 Koserow
Telefon: 038375 – 20213
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Der Ateliergarten – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sonne im November bei Zempin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
DDR-Museum Usedom
Bahnhofstraße 7, 17419 Dargen
Telefon: 038376 – 20290
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DDR-Museum in Dargen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sandmänner & Co – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Inselmühle Usedom Naturmanufaktur
Bäderstraße 9, 17406 Usedom
Telefon: 038372 – 760457
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Regional: Shop der Inselmühle – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Große Auswahl – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Reiseinformation und Buchungsmöglichkeit Insel Usedom
Usedom Tourismus GmbH, Koserow
Telefon: 038375 – 244244
Mail: info@usedom.de
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Südliche Inselzufahrt: Brücke Zecherin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hinweis
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Usedom Tourismus und den gastgebenden Hotels. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.
The post D-RR302 Usedom – der Nebensaison-Inselcheck first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Im Juli und August völlig überfüllt. Im Winter tot. Geht diese Schlagzeile in Sachen Tourismus auf Usedom? Sicher nicht. Das Reiseradio wirft gerne den zweiten Blick und spricht mit Menschen, die das wissen.
Heringsdorf im Sommer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ausgangslage
Schlagzeilen sind gerne etwas „knallig“. Deshalb erreichen sie auch das, was sich ihr Erfinder dabei gedacht hat. Des Öfteren steckt zwar ein Quäntchen Wahrheit drin, die ganz große „Wahrheit“ liefern sie jedoch nicht. Grund genug nachzufragen, wenn Touristiker von Belebung der Nebensaison und von Besucherlenkung reden.
Michael Steuer, Geschäftsführer der Usedom Tourismus GmbH – Foto: Usedom Tourismus GmbH
Nachgefragt habe ich bei Usedom-Tourismus, als ich von Belebung der Insel in besucherschwachen Zeiten hörte. Die ersten Antworten habe ich von Michael Steuer bekommen. Er ist Geschäftsführer der Usedom Tourismus GmbH.
Ja, aber…
Wie fast immer, ist an der Sache was dran, aber selbstredend ist es nicht die komplette Darstellung eines Problems und der angestrebten Lösungen. In diesem Podcast reden wir über Ankunfts- und Abreisestaus. Das ist ein Problem aufgrund der schwierigen Verkehrssituation, wenn „Alle“ nach Usedom wollen. Sie konzentriert sich auf die Hauptsaison und natürlich auf Feiertage wie Ostern, Pfingsten und die berühmten Brückentage.
Auto
Südliche Inselzufahrt: Brücke Zecherin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Usedom ist eine Insel und hatte bisher nur zwei Zufahrten fürs Auto. Das sind die Brücken in Wolgast und Zechlin. Ein Nadelöhr, das sich im Anschluss auf den schmalen Bundestraßen (B 110 und B 111) eher noch verstärkt. Das mag Urlauber abschrecken. Meist ist es jedoch so, dass sich die Menschen, wie bei anderen Zielen, schlechtgelaunt durch den Stau durcharbeiten. Abhilfe schaffen, benötigt nicht nur Ideen, sondern kostet auch Zeit. Michael Steuer berichtet von den teils geplanten, teils im Bau befindlichen und gerade fertiggestellten Alternativen.
Günstig Laden vor der Insel : Station in Anklam – Foto: Rüdiger Edelmann ttb-media TON-TEXT-BILD
Zusätzlich ist Usedom bisher noch nicht im Elektrozeitalter angekommen. Lediglich Zwei Schnell-Ladestationen mit je 2 Säulen habe ich ausmachen können (Koserow, Kaufhaus Stolz & Vattenfall, Heringsdorf). Viele Hotels besitzen inzwischen Wechselstrom-Ladesäulen mit 11 bzw. 22 KW Ladefähigkeit. Das dauert dann gerne mal 6 Stunden bis der Akku wieder voll ist. Hier gibt es also noch Nachholbedarf.
Bahn
Usedomer Bäderbahn in Wolgast – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Früher, ja früher (lang ist’s her) gab es mal eine direkte Bahnstrecke von Berlin aus. Die Überreste der Bahnstrecke kann man heute noch am Hafen in Karnin sehen. Es ist der Mittelteil der Bahnbrücke, die Ende April 1945 unnötigerweise von der Deutschen Wehrmacht gesprengt worden war. Bis dahin gelangte man auf direktem Weg in zweieinhalb Stunden nach Berlin.
Rest der Karniner Hubbrücke: Gesprengt 1945 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wie es mit einer schnelleren Bahnverbindung nach Usedom aussieht, steht derzeit in den Sternen. Die Touristiker haben Ideen, erzählt Michael Steuer „off the records“, aber das müsse ja noch nichts heißen.
Flugzeug
Ferienflug-Winterschlaf: Flughafen Heringsdorf – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ich gebe es nicht gerne zu, aber wer in Süddeutschland lebt, hat bis nach Usedom per Auto um die 1.000 Kilometer und damit gerne mal 10-12 Stunden Fahrzeit vor sich. Da ist es sicher nicht verkehrt, dass es inzwischen einmal pro Woche (immer samstags) von Mai bis Oktober Flugverbindungen zum „Airport Heringsdorf” gibt (Friedrichshafen – Heringsdorf z.B. 90 Minuten). Ich wollte wissen, was da ging, was künftig geht und ob sich das denn lohnt. In der letzten Saison gab es Verbindungen aus Kassel, Mannheim, Friedrichshafen, Luxemburg, Frankfurt und Zürich. Derzeit ist Winterschlaf in HDF, bis die Saison wieder beginnt.
Nebensaison beleben
Hauptargument für Usedom, so Michael Steuer, sei die Natur und die sei immer da. An den Strand (wenn auch ohne Baden) könne man auch im November (stimmt und ausprobiert).
Das Achterland böte viele Wanderwege und es gäbe auch eine große Zahl von Museen, die geöffnet sind. (stimmt auch und getestet im Historisch-Technischen Museum Peenemünde und im DDR Museum in Dargen). Ja, wetterbedingt gibt es einige Angebote (Beispiel Schiffchen fahren) im Winter nicht.
Das historische Kraftwerk Peenemünde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Usedom habe die höchste Dichte an Wellnessangeboten in Mecklenburg-Vorpommern. Kulturelle Angebote von Musik über Theater bis zu Ausstellungen gäbe es ebenfalls reichlich.
Ferienwohnungen würden immer mehr mit der eigenen Sauna oder einem Kamin ausgestattet. Gastronomische Angebote gäbe es auch überall. Gerade Hotels seien da gute Anlaufpunkte. In den größeren Orten, wie den Kaiserbädern (Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin) oder Zinnowitz warte ein vielfältiges Angebot.
Preisbewusste Angebote
Ein wichtiges Argument für die Nebensaison seien auch die Preise für Hotels und Ferienwohnungen. Welche Abschläge kalkuliert werden können, habe ich mir im Podcast erzählen lassen. So viel nur: Das lohnt sich, auch für Familien oder Großeltern mit Enkeln. Wer schon immer mal davon träumte in einem 5-Sterne Hotel abzusteigen, wird eventuell von den Preisen überrascht sein.
Travel in Style: 5-Sterne Hotel Ahlbecker Hof – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Hauptsaison mitten in der Nebensaison
Wie an vielen Orten, kommt rund um Weihnachten wieder Leben auf. Wer spontan noch eine Unterkunft suche, könne Weihnachten 25 sogar noch Glück haben. Wer allerdings den Jahreswechsel auf Usedom verbringen möchte, dürfte es schwer haben.
Bis Januar: Inselglitzern, hier am Kölpinsee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der Test folgt
Besuchenswert: Die neue Seebrücke in Koserow – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Natürlich war ich nicht auf der Insel, um nur ein einziges Gespräch zu führen. Wenn Nebensaison, dann gleich eine knappe Woche im November. Die Details folgen hier in einem Folge-Podcast noch vor Weihnachten. Seid gespannt. Neben vielen besuchten Angeboten, wird es auch einige Übernachtungstipps (Überraschungen inklusive) geben. Vorweg schon mal: Ich habe weniger erwartet und mehr bekommen.
Information
Usedom – Tourismus
Usedomer Novemberimpressionen
alle Fotos aufgenommen zwischen dem 11. und 15. November 2025
Morgenkaffee: Am Balmer See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Auch im November Sonnenschein: Wasserschloss Mellenthin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mittags am Meer: Strandweg in Zinnowitz – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kurz vor Dämmerung: Golfhotel Balmer See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Letzte Einfahrt: Peenemünde – Yachthafen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Romantik am Abend: Strandhotel Seerose – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Regennacht: Promenade in Ahlbeck – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ahlbeck: Seebrücke am Morgen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post D-RR301 TALK: Usedom – Die Insel und die Nebensaison first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
2025: 10 Jahre Reiseradio im März und der 300. Podcast im November. Jubiläen vermischen sich mit Gefühlen aus dem Spätherbst, der sich vorübergehend in einen Spätsommer verwandelt.
Tucholskys “Bilderbuch” und das Lebensgefühl vor 120 Jahren
Seit zwei Jahren wollte ich zum Ziel dieser Podcast-Ausgabe fahren: Rheinsberg. Grund und Anlass: Ich hatte die Rheinsberg-Novelle von Kurt Tucholsky wieder mal in die Hand genommen und die Lektüre endete mit diesem Wunsch. Das „Bilderbuch für Verliebte“ hatte ich immer wieder mal gelesen und der bundesrepublikanische Film über den “halblegalen” Ausflug von Claire und Wölfchen naxh Rheinsberg war mir selbstverständlich auch in Erinnerung, auch wenn das ein paar Jahre her ist.
Ratskeller Rheinsberg: Hat Tucholsky 1911 hier übernachtet? – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Begrifflichkeit, um die es diesmal geht, taucht weder in der Geschichte noch im Film auf, kennzeichnet aber Lebensgefühl und -bedürfnis der Menschen um die Wende zum 20. Jahrhundert. Die Industrialisierung hatte für mehr Freizeit, aber gleichzeitig auch für ein freizeitunfreundliches Umfeld, mitten in großen Städten, wie dem nahen Berlin gesorgt.
Also wurde die SOMMERFRISCHE zum Inbegriff dieser Zeit. Raus aus der stickigen und stinkenden Stadt und rein in die Natur.
Sommerfrisch aufm Land
Rheinsberger Seenlandschaft / Brandenburgr Seenplatte – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
In Rheinsberg, dem Inbegriff der Idylle, traf ich Jeannette Lehmann und wir redeten über die Sommerfrische die – uns zu Ehren – mit Sonne und Temperaturen von fast 20 Grad am Mittag in der ersten Novemberwoche zurückgekehrt war.
Schöne Grüße von Claire und Wölfchen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das Bühnenbild: Sommerfrische mit Claire, Wölfchen und der Blick über Seen und Wälder der Mark Brandenburg. Mittendrin, das preußische Schloss, einst von Kronprinz Friedrich gebaut und nach seiner Ernennung zum König, seinem Bruder Prinz Heinrich überlassen. Der lebte fast 50 Jahre hier und prägte das heutige Bild der Anlage.
Schloss Rheinsberg historisch – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Schloss Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wie sagte sie Jeanette Lehmann über die Sehnsucht nach der Sommerfrische so richtig:
Die Berliner Luft war alles andere als gut in dieser Zeit!
Gerade deshalb wurde die Sommerfrische zum Inbegriff der freien Zeit zunächst von besser gestellten Bürgern und später auch von Arbeitern.
Talkgast Jeanette Lehmann – Foto: privat
Die Entwicklung eines Lebensgefühls
Das Beispiel Rheinsberg zeigt, was Sommerfrische konnte und warum gerade Rheinsberg zum Paradebeispiel wurde.
Das geschah lange nach Prinz Heinrich und dem „Alten Fritz“ und war vor allem der Landschaft im nördlichen Brandenburg zu verdanken. Wälder, Seen, Sonne, frische Luft und das Gefühl der Freiheit zum Durchatmen. Erleichtert wurde der Zugang durch die Ende des 19. Jahrhunderts eingerichtete Bahnverbindung in die Stadt am Grienericksee und dicht am Neuen Rheinsberger See.
Grienericksee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Geschichte der Sommerfrische
Sie ist das Thema des Reiseradio-Talks. Vom frühen 20. Jahrhundert bis in die heutige Zeit lassen wir dieses Phänomen Revue passieren. Der Zeitrahmen reicht vom späten wilhelminischen Kaiserreich über 1. Weltkrieg, die 1920er Jahre, Nazizeit und 2. Weltkrieg, die DDR bis in die heutige Zeit.
Unterschiedlichste Ausprägungen und Sehnsüchte gab es. Unterschiedlich wurde Sommerfrische definiert und gelebt. Geblieben ist all die vielen Jahre die Idylle des Städtchens Rheinsberg und der Wälder und Seen im nördlichen Brandenburg.
Brandenburger Seenplatte – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Bemerkenswert, so Jeanette Lehmann, ist die Tatsache, dass die alte Sommerfrische heute im modernen Gewand wieder neue Erfolge gefeiert. Sie sagt, dass sich der Weg vom Durchatmen zum „Endlich mal Runterkommen“ gar nicht so weit ist. Man muss sich nur darauf einlassen. Genau das ist das Problem der heutigen Zeit gekoppelt mit der Schwierigkeit sich darauf einzulassen und auch manch elektronische Detail und Luxusgut mal zu verzichten. Geht, wenn man es will.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Rheinsberg kann mehr
Davon wird in weiteren Podcasts die Rede sein. Was folgt sind Geschichten um Tucholsky, samt Claire und Wölfchen, das Schloss, seine Besitzer Friedrich der Große und (noch viel mehr) sein Bruder Prinz Heinrich.
Das Schlosstheater, die „Musikkultur Rheinsberg“ mit Musikakademie, der Kammeroper, dem jährlichen Festival und vielen weiteren Veranstaltungen. Dann ist da die Ackerbauerstadt Rheinsberg. Was es mit diesem Begriff auf sich hat, werdet Ihr genauso erfahren und die Stadt kennenlernen.
Schloss Rheinsberg mit Schlosstheater (links) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Und dann ist da der Literat und Journalist Kurt Tucholsky, der das Städtchen Rheinsberg durch ein liebevolles Stück Literatur im ganzen Land bekanntgemacht hat. Das einzige deutsche Tucholsky- Museum findet sich im Schloss. Seine Literatur lässt sich in der „Kurt Tucholsky Buchhandlung“ in unmittelbarer Nähe des Kirchplatzes erwerben. Ich verspreche, hier gibt es auch ganz besonders schöne Ausgaben seiner Werke, neben allem, was ein kleiner aber sehr feiner Buchladen zu bieten hat. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kinderliteratur.
Das Städtchen Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Jede Menge gibt es noch zu erzählen in den bald folgenden Reisestorys im Reiseradio. Neugierig gemacht, auf dass Ihr vielleicht selber hinfahrt, schaut und im Café Claire in Milchkaffee und „Birnen-Schmand-Kuchen“ schwelgt.
Birnen-Schmand-Kuchen aus dem Café Claire – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Rheinsberg ist einfach eine Reise wert!
Information
Rheinsberg
Schloss Rheinsberg
Ruppiner Seenland
Reiseland Brandenburg
Hinweis
Die Recherche für diesen Podcast wurde freundlich unterstützt von Tourismus Rheinsberg, dem Tourismusmarketing des Ruppiner Seenlands und vom Tourismusmarketing “Reiseland Brandenburg”. Meine journalistische Arbeit wurde nicht beeinflusst. Dieser Podcast enthält keine bezahlte Werbung!
Der Rheinsberger “Post”-Obelisk – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Denkmal 2: Der “alte Fritz” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post D-RR300 – TALK: Rheinsberg und die Sommerfrische first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Großer Bahnhof dieser Tage in Salzburg. Ein Hollywoodfilm, der vor 60 Jahren in die Kinos kam und in der wundervollen Voralpen-Kulisse spielt, wird gefeiert und feiert sich selbst.
Es geht um einen Film, der zu den ganz großen Erfolgen zählt und zahlreiche Oscars abgestaubt hat und auch um die Stadt und deren Umgebung in der der Film 1964 gedreht wurde und 1965 in die Kinos kam.
Sound of Music – der Film
Was ist das für ein Film und welche Story hat er? Es ist ein Musicalstoff von Richard Rogers und Oscar Hammerstein, der nach dem erfolgreichen Beginn am New Yorker Broadway zum erfolgreichsten Musical-Film aller Zeiten wurde.
20th Century Fox beschloss, nach der Broadway Sensation, ziemlich folgerichtig eine Verfilmung. Über eine Milliarde Zuschauer haben sie gesehen, im Lauf ihrer bisherigen Geschichte.
Es ist die Hollywood-Version der Geschichte um die österreichische Familie Trapp, die in Salzburg lebte, musizierte, aber wegen der Nazi“besetzung“ Stadt und Land verlässt um letztlich durch die Auftritte in den USA weltbekannt wurde.
Drehort Salzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Daraus einen Erfolg zu machen, war auch Job von Regisseur Robert Wise und der krempelte dabei die Story nicht nur kräftig um, sondern – wie so oft im Film – verkürzte, vereinfachte, dramatisierte, schmückte aus und drehte einen echten Hollywood-Schinken der 1960er Jahre. Und das bezieht sich nicht nur auf die Länge von fast drei Stunden. Sein Geniestreich: Wise drehte alle Außenaufnahmen vor Ort in Salzburg. Der Mythos entstand und blieb bis heute.
Sound of Music – das Musical
Dem Team Richard Rogers (Musik) und Oscar Hammerstein (Text) verdanken wir auch die Musicals „Oklahoma“, „The King and I“, „Carousel“ oder „South Pacific“. Der Erfolg war letztlich geplant und vorprogrammiert. Allerdings stellt er bis heute alles in den Schatten. Die Liebe zu „Sound of Music“ wird gewissermaßen vererbt und so kommen seit Jahrzehnten jährlich bis zu 350 Tausend Menschen nach Salzburg, nur um auf den Spuren des Films durch die Stadt zu gehen, um die lebendige Kulisse tief zu inhalieren.
Salzburg – Panorama – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sound of Was?
Angesichts dieses gigantischen Welterfolgs ist es mehr als verstörend, dass diese gigantische Produktion beim deutschen und österreichischen Publikum so gut wie unbekannt ist. Wie also kann es sein, dass Menschen aus der ganzen Welt ausflippen angesichts einer Hollywood-Produktion, die in Salzburg gedreht wurde und die am deutschsprachigen Publikum vollkommen vorbeiging?
Spurensuche
Dieser Podcast macht sich auf die Suche nach Gründen, warum „Sound of Music“ ein weltweiter Hit und ein deutschsprachiger Flop wurde. Wir suchen danach, an der Stelle, wo er gedreht wurde. Dafür ging es nach Salzburg und in die Umgebung zu den rund 70 Locations, die zum Mythos der weltweiten Fans wurden und zum Flop an unseren Kinokassen.
Selbstredend werden wir eine Großzahl der wichtigen Drehorte besuchen, um festzustellen, dass es an einigen Stellen immer noch so aussieht wie vor 60 Jahren.
Wir nehmen auch die Hauptanziehungspunkte mit, die den Filmtouristen heute zu Verfügung stehen.
Sound of Music Bustour
Daniel Herzl, Geschäftsführer Panorama Tous, Salzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Dazu gehört an erster Stelle die „Sound of Music Bustour“, die (da legen die Organisatoren Wert drauf) an 365 Tagen im Jahr stattfindet. Im Sommer ist sie oft tagelang vorher ausgebucht. Die Tour gibt es ausschließlich in englischer Sprache. Ein deutschsprachiges Tourangebot findet klein Interesse. Das findet auch Geschäftsführer Daniel Herzl bedauerlich, auch wenn er sich ansonsten sehr über den anhaltenden Erfolg der Bustouren freut.
Kompetent und fröhlich: Tourguide Mitch from Australia – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sound of Music Tour – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Tourstation: Schloss Leopoldskron – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Unsere Tour wird begleitet vom Australier Mitch, der darin Glück und Berufung gefunden hat und u.a. deshalb seit mehr als 30 Jahren in Salzburg lebt. Im Bus fanden Menschen aus den USA, Großbritannien, Neuseeland, Indien, Jamaica, den Niederlanden und den Philippinen zusammen. Sie staunten, machten Fotos und sangen aus Herzenslust Filmsongs unterwegs nach.
Mirabellgarten
Mirabellgarten Salzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Dieser ganz besondere Garten rund um Schloss Mirabell ist eine der meistbesuchten Locations. Einer der ganz großen Hits aus Musical und Film „Do-Re-Mi“ wurde nämlich an ganz vielen unterschiedlichen Orten des Parks gedreht. Immer wieder trifft man Menschen, die genau dort, singen, tanzen oder sich einfach nur fotografieren.
Angelika von Frl. Marias Bicicle Tours als “Stand In” für Julie Andrews – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Frage nach dem Flop?
Warum „Sound of Music“ in Deutschland und Österreich ein Flop war und blieb, ist bis heute immer noch unbeantwortet. Um den Gründen auf die Spur zu kommen habe ich mit zwei absoluten Fachleuten gesprochen, die sich zum Teil seit Jahren mit dem Stoff und seinem Hintergrund beschäftigen.
Die Expertenmeinung
Die “Sound of Music” – Expert:innen – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD
Franziska Lipp ist Autorin und Journalistin und von Musical und Film so überzeugt, dass sie zum Jubiläum ein Reiseführer geschrieben hat mit dem schönen Namen „Sound of Salzburg“. Er ist der ideale Begleiter für Fans und solche, die es werden wollen. Die wichtigsten Drehorte sind darin vorgestellt, eingeordnet. Wer Feuer fängt, ist mit diesem Guide gut beraten. Bestechend dabei: Es ist keine PR-gestützte Werbemaßnahme. Das Büchlein setzt sich auch mit den Hintergründen dieses Phänomens auseinander.
Gleichsam meint Franziska aber auch, dass ein Spaziergang zu den Drehorten geleichermaßen auch der Gang zu fast allen Sehenswürdigkeiten der Stadt sei.
Fachmann Nummer 2 ist Peter Husty, Chefkurator des Salzburg Museums. Er beschäftigt sich seit Jahren mit „Sound of Music“ und jahrelange Bemühungen und eine Idee werden im nächsten Sommer Realität.
Salzburg bekommt sein „Sound of Music“ Museum. Dies wird vor der Stadt in Nachbarschaft zum Schloss Hellbrunn entstehen und soll gleichermaßen, Fans, Kritiker und auch Ratlose Besucher inspirieren. Ja, auch er hofft auf mehr Zuspruch aus dem deutschsprachigen Raum.
Gazebo, Schloss Hellbrunn & das künftige “Sound of Music” – Museum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das ausführliche Gespräch mit Franziska und Peter gibt es schon als Podcast-Talk im Reiseradio.
Die Beiden haben sehr viel Hintergrundwissen und Historiker Peter Husty weiß auch um die Schwierigkeit, Deutschen wie Österreichern den Film nahe zu bringen. Insbesondere die Naziproblematik des Films schreckte 1965 völlig ab. Die Angst des Verleihs war ja bei der Premiere so groß, dass der quasi dritte Akt des Films, der diese Auseinandersetzung und die Flucht zeigt, einfach abgeschnitten und vertuscht wurde. In den ersten Jahren endete der Film in Deutschland mit der Hochzeit von Maria und Captain in der Kirche von Mondsee.
Weitere Gründe liegen in der Musik, in mancher regionalen Ungereimtheit und in der potentiell eigenen Vorbelastung, die manch Deutscher und Österreicher von 60 Jahren durchaus noch mit sich herumschleppte. Hört den Podcast und Ihr wisst Bescheid!
Salzburger “SoM” kann noch viel mehr
Mozartkugeln “vom Fürst” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Bis zu Museumseröffnung kann man natürlich die weiteren Sehenswürdigkeiten, die große Geschichte Salzburgs erkunden. Zwischendurch Salzburger Nockerln und Mozartkugeln naschen und sich vielleicht auch jetzt schon im Theater überzeugen lassen. Denn: „Sound of Music“ ist überall.
Lokales Spacial: Salzburger Nockerl – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Salzburger Landestheater
Das Landestheater hatte und hat „Sound of Music“ als Musical zum Jubiläum des Films immer wieder auf dem Spielplan. Die Wiederaufnahme beginnt im November 2025.
Marionettentheater Salzburg
Gleich in der Nachbarschaft kann man dem Stück auf ganz eigene Weise näher kommen. Denn auch das renommierte Marionettentheater Salzburg spielt seit Jahren die Broadway Musical Fassung in einer Puppentheaterinszenierung.
Salzberger Marionettentheater – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Geschäftsführerin Susanne Tiefenbacher und ihre “Schauspieler” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Als ich Anfang September in Salzburg war, stand das Theater ziemlich leer. Das Puppenspielerteam befand sich auf großer Japantournee. Auf dem Programm die Zauberflöte und natürlich Sound of Music, das im Sommer 25 gut gespielt und besucht wurde und als Standardrepertoire regelmäßig auf dem Spielplan steht
Fräulein Marias Bike Tours
Zu guter Letzt noch ein Tipp für Bewegungsnaturen, die angesichts von sehr viel Kultur unbedingt auch Bewegungsgenuss brauchen. Beides lässt sich verbinden mit der Radtour „Sound of Salzburg on Bike“.
Angelika lädt ein zu “Sound of Salzburg on Bike” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ja der Name sagt es schon. Auch hier ist der Anteil an internationalen Gäste überproportional hoch, aber es geht – nach Absprache auch in Deutsch. Es ist eine wahrhaft bewegende Tour zu Stellen und Drehorten, die der rote Tourbus gar nicht anfahren kann. So kommt man zum Beispiel zur Felsenreitschule, oder auch über der Stadt ins Stift Nonnberg. Die Tour führt auch vor die Stadt zu den Drehorten in der Natur und macht damit allen Menschen mit Bewegungsdrang ein tolles Angebot.
Angekommen am “Stift Nonnberg” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Information
Salzburg Tourismus
Sound of Music Bustour
Fräulein Marias Bike Tours
Salzburger Landestheater
Marionettentheater Salzburg
Austria – Info: Salzburg & Umgebung
Salzburg im Spätsommer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post D-RR299 – Soun
Ein Flusskreuzfahrt-Stopp von 5 Stunden und der dazugehörige Ausflugsversuch in die Stadt, aufs Schloss und ans Eck.
Stippvisiten und deren Möglichkeiten
Sind unsere Urlaube nicht ohnehin nur Stippvisiten? Schauen wir viel zu selten länger hin? Nehmen wir uns nicht die Zeit dafür oder haben wir sie gar nicht in unserem Reiseplan?
Das sind berechtigte Fragen, wenn man immer nur ganz kurze Stopps auf einer Reise macht. Sie trifft insbesondere Kreuzfahrten und Flusskreuzfahrten. Dieser Erfahrungspodcast stammt vom Stopp einer Flusskreuzfahrt. Er war in Koblenz. Die River Cruise begann in Basel, führte flussabwärts auf dem Rhein bis nach Koblenz und danach wieder flussaufwärts zurück zum Ausgangspunkt. Auf dieser Reise sind auch die beiden Podcasts über Speyer und das dortige Technikmuseum entstanden.
Festung Ehrenbreitstein mit Morgensonne – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der Stopp in Koblenz betrug 5 Stunden. Der Aufenthalt führte zu einem kurzen Blick auf Koblenz und sein berühmtes „Deutsches Eck“. Außerdem war in der Zeit auch noch der Besuch von Schloss Stolzenfels vorgesehen. Es liegt oberhalb des gleichnamigen Koblenzer Stadtteils und sieht ziemlich prachtvoll aus. An diesem Tag leuchtete es gelb-strahlend in der Sonne.
Koblenz-Stolzenfels und sein Schloss – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Was im Podcast wartet
Der akustische Ausflug nach Stolzenfels, die kundige, rheinische Führung von Heinz-Gerd. Er verspricht, dass er auch auf Heinz oder Gerd hört…
(S)ein Parforceritt durch die Geschichte von Koblenz
Schloss Stolzenfels – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
(S)eine fröhliche Schlossführung mit Einblicken und Ausblicken, Filzpantinen inklusive
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Erstaunliches übers Deutsche Eck
Deutsches Eck – Das Denkmal – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Deutsches Eck – Das Original rechts an der Mauer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die fachkundige Zusammenfassung, der „Must See and Do’s“ durch den Tourismusfachmann von Visit-Koblenz
Seilbahn übern Rhein nach Ehrenbreitstein – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Was danach geschah
Beim zwischenzeitlichen Schauen auf die Uhr, holt einen die Flusskreuzfahrt-Realität wieder ein und die Erkenntnis: Unsere „Edelweiß“ legt ja schon in einer knappen halben Stunde wieder ab. Hektik bricht aus und die Bewegung Richtung Anlieger am Rhein.
Immerhin gab es noch ein paar Fotospots auf der Strecke, noch 15 Minuten bis zum Ablegen und noch 7 bis 8 Minuten Fußweg.
Wenigstens reicht es noch für ein paar Fotos von der Rheinpromenade und der Seilbahn, die von hier in Richtung Ehrenbreitstein startet.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Erkenntnis
Ein bis zwei Stunden länger, wären nett gewesen, aber wer will kann ja wiederkommen.
Optische Highlights bei Spätsommerwetter
Wir sehen sie vom Schiff aus. Mitunter entsteht der Eindruck, die umgebende Landschaft werde an einem vorbeigezogen. Es lebe das Sonnendeck!
Mittelrheintal & UNESCO Welterbe & Loreley,
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Burg Pfalzgrafenstein in Kaub, mitten im Fluss,
Kaub: Burg Pfalzgrafenstein – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
und viele weitere Burgen und berühmte Orte wie Rüdesheim, Assmannshausen. In Eltville und Bingen (mit Mäuseturm) war es schon fast dunkel.
Widersinnig aber schön: Das Sonnendeck der MS Edelweiss bei Nacht – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Information & Links
Koblenz
Schloss Stolzenfels
Rheinland-Pfalz Tourismus
MS Edelweiss by Thurgau Travel
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
The post D-RR298 – Stippvisite: Koblenz, Stolzenfels & das echte Eck first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Ein Rundumschlag in Speyer und der Pfalz. Natürlich darf der Wein nicht fehlen.
In die Pfalz fahren und den Wein ignorieren, wäre ohnehin ein Frevel. Anmerken würden die Pfälzer sicher auch, dass der Wein das Wichtigste sei, es aber noch viele andere Dinge gibt, die genauso präsent sind.
Radtour durchs Weinland am Flaggenturm Bad Dürkheim – Foto: CC-BY-SA Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Appetit machen
Dieser Podcast bietet allenfalls eine Materialsammlung, denn es gibt viel zu sehen und zu erleben in der Region. Das Gespräch mit Jörg Dörr, dem Leiter der Speyer-Touristik soll hauptsächlich Appetit machen auf eine Region, die kulturgeschichtlich hochinteressant ist und durch die Nähe zu Wein und Kulinarik gleichzeitig auch den angenehmen Teil einer Reise bietet.
Die Pfalz ist eine verwöhnte Region. Verwöhnt durch Sonne, klimatische und menschliche Freundlichkeit, aber auch von großer Geschichte und Kultur.
Speyer gehört zur Pfalz und liegt doch sehr am Rand. Dafür aber wieder direkt am Rhein. So erschließen sich viele Möglichkeiten. Regional als Mittelpunkt eines Gebiets, das viele Attraktionen hat.
Speyer – klein aber vielfältig
Dom zu Speyer – Foto: Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Speyer selbst glänzt mit gleich zwei UNESCO-Welterbestätten. Der weltberühmte Kaiserdom war eine der ersten Welterbestätten in Deutschland und trägt den Titel schon seit 1981.
Relativ neu – und auch städteübergreifend ist die jüngere der Welterbestätten. Seit 2021 sind die jüdischen Gemeinden der Städte Speyer, Worms und Mainz, die im Mittelalter einen Bund bildeten, unter dem Namen SchUM ein UNESCO Welterbe. Im „Judenhof“ befinden sich heute die Überreste der 1104 geweihten mittelalterlichen Synagoge. Speyer besitzt aber auch eine moderne zeitgenössische Synagoge. – Wer an diesem jüdischen Welterbe interessiert ist, sollte die Stätten in Mainz und auch im benachbarten Worms einbeziehen.
UNESCO-Welterbe: Judenhof in Speyer – Foto: CC-BY-SA Pfalz Touristik / Heimatlichter GmbH
Museen gibt es reichlich. Das Technikmuseum wurde hier ja gerade vorgestellt. Und auch die Umgebung auf der anderen Rheinseite, von Heidelberg bis Schwetzingen, sind sehenswert.
Die Pfalz
Speyer gehört da schon dazu, wenn es auch „am Rand des Weinbaus“ liegt. Es ist trotzdem nie weit an die Weinstraße, in den Pfälzer Wald und auch ins benachbarte südlich gelegene Elsass.
Frühlings-Highlight Mandelblüte – Foto: Pfalz Touristik / Fachenbach Medien
Neben einem Gemüseparadies, warten zudem viele kulinarische Verlockungen und Attraktionen, gerade in der Nebensaison. Schon mal was von der Mandelblüte in der Pfalz gehört, oder von der Keschdeernte (zu hochdeutsch Kastanien) im Herbst. Wein aber steht im Mittelpunkt.
Herbstzeit: Keschdemarkt Hauenstein – Foto: Pfalz Touristik / Heimatlichter GmbH
Wein & Botschaft
Weinprobe beim Winzer in Neustadt an der Weinstraße – Foto: Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Schlagzeilen gab es im letzten Jahr in der Region, als die Weinvermarkter beschlossen, dass Weinköniginnen zwar zur Tradition gehören, aber die Weinvermarkter mit der Einführung der Weinbotschafter ein neues Modell schufen.
Manuel Reuther, Pfälz. Weinbotschafter 2024/25 – Foto: Pfalzwein / BK Productions
Zum Botschaftertrio gehörte zum ersten Mal ein Mann. Weinbotschafter Manuel Reuther durfte ich kurz vor Ablauf seiner „Dienstzeit“ kennenlerne. Bei einer Weinprobe versteht sich. Erfahrt also im Podcast nicht nur einige Fakten vom Pfälzer Wein, sondern auch von der Idee die Weinhoheiten für mehr einzusetzen als fürs Winken und attraktiv sein. Das mit den neuen Inhalten gilt selbstredend auch für die weiblichen Mitglieder des Weinhoheiten-Teams
Inzwischen hat auch die Neuwahl der Majestäten für das Jahr 2025/26 stattgefunden. Jetzt repräsentieren wieder zwei Frauen.
Prost, die Pfalz
Was bleibt ist der Weingenuss. Und – ganz ehrlich – ich hatte meinen Favoriten aus der Weinprobe schnell herausgefiltert, auch dank der kompetenten Präsentation von Manuel. Lernt ihn im Podcast besser kennen.
Sundowner im Weinberg bei Neustadt-Diedesfeld – Foto: Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Projekt Pfalz 2026
Ergebnis meines Schnupperns: Der Beschluss, nächstes Jahr unbedingt mal in die Pfalz zu fahren. Dafür gibt es viele unterschiedliche, aber ausschließlich gute Gründe.
Information
Speyer
Weinmesse Speyer: Wein am Dom
Pfalz Touristik
Pfälzische Wein-Hoheiten
Speyer: Idealer Startpunkt und entspannter Abschluss am Rheinstrand – Foto: CC-BY Pfalz Touristik / Fachenbach MedienThe post D-RR297 – Speyer, Wein und Botschafter: Ein Appetitmacher first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Tags im Museum, nicht Nachts: Niemand wurde getag(g)t. Aber alle träumten den Traum der Technik-Geschichte. – Ein riesiges Museum in kürzester Zeit. Kommt mit!
Wie das so ist mit Journalisten. Der Zeitplan der Recherche ist meistens eng. Umschauen – Fragen – Ansehen – Fotos machen – Interviews führen: Am besten Alles und komplett in 2 Stunden.
So ging mir das kürzlich im Technikmuseum in Speyer. Genaugenommen war es noch viel schlimmer, denn der Realzeit in der Ausstellung reduzierte sich genau genommen auf eine gute Stunde. Kann man das mit gutem Gewissen tun oder ist das Kulturfrevel bei immerhin 25.000 Quadratmeter Innen- und rund 100.000 Quadratmetern Außenfläche? Antwort vorweg: Man kann, auch wenn man mit mehr Zeit auch mehr Freude hat.
Regentag in Speyer – Das Technikmuseum geht bei jedem Wetter – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Vorgeschichte: Vom Museum und seinem Kind
Speyer (eröffnet 1991) ist ja eigentlich nur das „Kind“ des rund 40 Kilometer entfernten Technikmuseums in Sinsheim. Eigentlich ist der Begriff von Geschwistern der Bessere, denn an Attraktivität geben sich die beiden Museen fast nichts.
Sinsheim (eröffnet 1981) ist älter, mit 50.000 Quadratmetern etwas kleiner und hatte irgendwann nicht mehr genügend Platz. So kam das ehemalige Kasernengelände der Französischen Armee ins Spiel. Der Trägerverein kaufte und heute gibt es eben zwei Museen mit Attraktionen, die absolut gleichwertig und hochrangig sind. Details dazu gibts im Podcast.
Vom Dach aus gesehen: Speyer, Dom, Technik Museum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der Besuch
Technik Museum Speyer. Es warten eine über den Dächern schwebende Lufthansa Boeing 747-200. Es wartet ein Großraum-Luftfrachter ukrainischer Bauart. Es geht zum Mond und wieder zurück und das ist noch lang nicht alles. Fahrzeuge gibt es viele. Bewegung zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Musik und Uniformen, Filmsets (Lindenstraße) und unendlich viel mehr.
Einziges Handicap des Besuchs: Wir werden einiges nicht sehen können, denn es gilt wieder mal die oben erwähnte “Überschallrecherche” (um im technischen Idiom zu bleiben).
Best Guide Ever: Michael Baumgart – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Eine gute Stunde bleibt nach Ankunft. Unser Guide, Michael Baumgart, verspricht ALLES zu geben. Das hat er mehr als eingelöst.
Der Podcast
Da geht’s ums Hören und mancher mag anmerken, dass Museum und Technik doch eher etwas zum Ansehen wären. Wer den Podcast hört, wird merken, dass der Besuch eher auf der lauten Seite ist. Technik macht Lärm, viel Lärm, lauten Lärm, herrlichen Lärm.
Und wenn dieser „Lärm“ dann von einem großartigen Guide, wie Michael Baumgart, in den richtigen Zusammenhang gestellt wird, dann entstehen, die berühmten Bilder im Kopf, von denen wir als Radiomacher immer so schwärmen.
Eng, aber nie zu voll. Attraktionen im Technik Museum Speyer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zieht also, eingewickelt in diesen Soundteppich, mit mir und meinem Mikrofon durchs Museum. Vom Mavis über “Tante JU52” und einen Mercedes, den alle für einen VW halten, bis zu Lokomotiven, Feuerwehrfahrzeugen, Flugzeugen und Raumfähren.
Lasst die Bilder entstehen und schaut dann an dieser Stelle nach unten und überprüft, ob die realen Bilder mit denen in Eurem Kopf übereinstimmen. Das ist meine Einladung! Seid Ihr dabei?
Die „echten“ Bilder
MAVIS-Supercar: Spritverbrauch 15 Liter pro MINUTE! – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mercedes 170H mit Heckmotor – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-meia TON-TEXT -BILD
Historisches Karussell mit Orgel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Antriebsimulation: Dampflok Baureihe 03 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Feuerwehr historisch – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zum Ausflippen für Oldtimer-Freunde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Teure Welte-Orgel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Buran: Sowjetisches Space Shuttle – Foto: Rüdiger Edelmann ttb-media TON-TEXT-BILD
Aus der Apollo 15 Mission: Echtes Mondgestein in Speyer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Draußen regnets, aber da stehen ikonische Schätze
Es ist nicht nur Sonntag in Speyer, es ist auch ein Regentag am Rhein. Ein Blick auf einige der Hauptsensationen muss auch im Nassen sein. Schirm etwas auf die Seite, damit Kamera- und Augen-Blick frei sind auf Boeing 747-200, Vickers Viscount und Antonov 22
Den Ton dazu gibt’s im Podcast. Das sind die Bilder:
Beeindruckendes Arrangement: LH Boeing 747-200 D-ABYM und LH Vickers Viscount D-ANAF – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Antonov 22 und Menschen im Regen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Antonov 22 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TOM-TEXT-BILD
18 Uhr
Von Apollo 15 ist es nicht weit nach Uhr 18. Das Museum schließt seine Türen auch wenn wir vielleicht mal knapp ein Drittel gesehen haben. Wiederkommen ist deshalb Pflicht und der Ausflug ins zweite Museum nach Sinsheim gehört dann zwangsläufig auch dazu.
Emily grüßt aus Speyer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Teaser
Speyer ist auch so eine Reise wert. Das zumindest hat mir Jörg Dörr, der Leiter von Speyer-Tourismus gesagt und mir auch ein paar Gesprächsminuten geschenkt.
Deshalb gibt’s im nächsten Reiseradio-Podcast Speyer-Tipps rund um Kaiserdom, Stadt, Kohl, „Weck, Worscht, Woi“ und überhaupt.
Information:
Technik Museum Sinsheim-Speyer
Technik Museum Speyer
Technik Museum Sinsheim
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Wer glaubt, dass man Sauna mit fast allen Gelegenheiten des Lebens verbinden kann, ist in Finnland richtig.
Im letzten Teil der finnischen Storys geht es raus aus Tampere nach Mänttä in eine Region, die berühmt ist für die Herstellung von Papier. Es geht aber gleichzeitig in das Museum einer der größten nordischen Stiftungen für Kunst und auch dort in die Sauna. Es ist nicht irgendeine Sauna. Es ist die Taidesauna, die einzige finnische Kunst-Sauna.
Der Eingang in die Taidesauna – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mitten im Nichts
Die Überschrift ist eventuell ein klein wenig übertrieben. Aber ich habe diese Formulierung von dort mitgebracht.
Mänttä liegt eine gute Autostunde von der Metropole Tampere entfernt. Es geht über eine normale Landstraße, fast durchgehend durch eine Wälder- und Seenlandschaft. Unser Ziel das Serlachius Kunstmuseum und dessen Kunstsauna.
Dieser Podcast ist die Einladung in eine gigantische Kunstsammlung irgendwo zwischen Vielleicht und Wahrscheinlich sagt der Deutsche und damit wären wir wieder bei der Schlagzeile.
Mänttä hat etwa 9.000 Einwohner. Hier gibt’s Wälder und viel Holz. – Der erste der Serlachius-Gründerväter kam hier um 1860 an und gründete eine Holz- und Papierfabrik. Die nachfolgenden Generationen, also Serlachius 2, 3 und 4 legten den Grundstein zur Kulturoase. Die Familie lebt hier schon lange nicht mehr. Die Papierfabrik aber produziert immer noch. Hinter vorgehaltener Hand spricht man von der Haupteinnahmequelle: Klopapier!
Serlachius Stiftung für bildende Kunst
“Herrenhaus” der Familie Serlachius (rechts) und das Kunstmuseum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gegründet hat die Stiftung Gösta Serlachius im Jahr 1933. Er hatte nicht nur Kunst im großen Stil gesammelt, er wollte sie schützen und bewahren und war zeitlebens auch davon beseelt, seine Heimat Mänttä durch Kunstwerke zu verschönern. Und so ist das bis heute geblieben.
Das eindrucksvolle Museum, die vielen Kulturaktivitäten und die Kunstschätze der Dauerausstellung sind der Stiftung zu verdanken. Sie verwaltet eine der renommiertesten Kunstsammlungen Finnlands, kümmert sich um deren Bewahrung und hat sich die Verschönerung der Gemeinde Mänttä-Vilppula vorgenommen.
Auch ein Monet gehört zur Bildersammlung – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zeitgenössisches von Anselm Kiefer (2018) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das gelang ganz prächtig. Ganz nebenbei, keiner spricht laut darüber, verfügt die Stiftung über Geld, sehr viel Geld. Den Grundstock legten Holz und Papier, das Kapital der Region mitten im Nichts.
Serlachius Museum, Kunstzentrum und Kunstsauna kennenlernen
Die sicher viel zu kurzen Einblicke gab mir / uns Katariina Jeger. Sie führte uns übers Gelände, stellte Familie und deren Philosophie und Anspruch vor und präsentierte Herrenhaus, Skulpturengarten, Museum und natürlich die Taidesauna. Im Podcast gibt es viel mehr zu hören.
Gebäude und Skulpturengarten – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT -BILD
Museum und auch die Kunstsauna sind, gemessen an der Tradition der Familie Serlachius erst kürzlich (ab 2014) dazugekommen. Das Herausstechende ist die Tatsache, dass Hochkultur und profane Sauna hier wie selbstverständlich zusammengehören. Besucher kommen, auch im Winter, aus dem 100 Kilometer entfernten Tampere und genießen das Gesamt“produkt“. Vielleicht erst in die Sauna, dann ins Restaurant und danach Kunst ansehen oder, je nach Angebot, ein Konzert erleben oder auch umgekehrt. Einfach so. Das ist bemerkenswert.
Und so ist Serlachius hohe Kultur und gleichzeitig so offen, wie ich solche Erlebnisse bisher kaum wahrgenommen habe. Nicht umsonst sprechen die Organisator:innen auch davon, dass sie aufgrund der Lage viel mehr sind, als eine kulturelle Institution.
Serlachius als Touristenattraktion
Das Museum am See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Unsere Guide Katariina Jeger betont ganz selbstverständlich:
Wir sind in erster Linie Museum, aber aufgrund unserer einsamen Lage sind wir auch zur touristischen Sehenswürdigkeit geworden. Beides gehört zu unserer Identität. Deshalb sind wir so offen was die Erfahrung des Anschauens und mehr betrifft.
Und wie überall in Finnland ist alles mit dem wichtigsten Gut des Landes verbunden, der unglaublich schönen und beeindruckenden Natur.
Man besitzt eine hauseigene Insel. Der Weg in die Natur beträgt nur wenige Meter. Um die Erfahrung auszuweiten stellt man Besuchern kostenlos Fahrräder für Ausflüge oder auch Ruderboote für die Fahrt auf dem angrenzenden See zu Verfügung. Dies auch aus der Bewahrungshaltung heraus, denn man soll das Auto stehen lassen. Wie sagt Katariina so treffend:
Nähere Dich der Natur mit Deiner natürlichen Muskelbewegung in frischer Luft.
Da liegt auch der Satz nahe: Und wärme Dich anschließend auf.
Taidesauna – die Serlachius Kunstsauna
Kunst Sauna / Serlachius – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Unterhalb des Museumsneubaus, direkt am See befindet sich diese Attraktion, die Kunst und finnisches Lebensgefühl ganz besonders gut verbindet. Sie ist ein sehr modernes, architektonisches Juwel aus der Ideenschmiede dreier spanischer Architekt:innen. Es warten wohnlichen Aufenthaltsräumen und die holzgetäfelte, rund gebauten Sauna, die den Blick auf See, Wald und Wiese freigibt.
Kunst-Sauna: Ess- und Tagungsbereich – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Auch die Sitzmöbel sind Kunst – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sie ist gleichzeitig auch eine Eventlocation. Hier kann man fast Alles veranstalten von Firmenseminaren bis zu Omas 80. Geburtstag. Diskutieren, Leitbilder entwickeln oder auch feiern. Und zwischendrin gehen mann und frau eben in die Sauna und tauchen anschließend am Badesteg ins frische Seewasser oder (im Winter) in ein Eisloch ein.
Die Sauna kann man komplett mieten (Catering inklusive). Jeden Dienstag ist die Kunst Sauna aber öffentlich zugänglich. Die Zahl der Besucher ist begrenzt, eine Reservierung empfiehlt sich.
Der Badesteg zum See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kunst Sauna: Das Herzstück – Foto: Serlachius / Sampo Linkoneva
Das mit der Kunst-Sauna muss man wörtlich nehmen. Im angrenzenden Empfangsbau hängt und steht jede Menge Kunst, vom Bild bis zum Möbelstück. Sogar die Wandgestaltung der Außendusche besteht aus wetterfester Kunst.
Culinary Art
Ja auch kulinarisch wird gezaubert. Das im Museum integrierte „Ravintola Gösta“ (Restaurant = Ravintola im finnischen) ist immer geöffnet, wenn auch das Museum zugänglich ist.
Ravintola Gösta – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Küchenchef Henry Tikkanen sei auf dem Weg zum ersten Michelin-Stern. Fast noch wichtiger ist ihm die Aufnahme in die „360 Grad-Liste“ der nachhaltigen Restaurants. Dies seit dem Winter 2024/25. Damit wird Engagement in Sachen Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Bezogen nicht nur auf die Zutaten, sondern als Gesamtprodukt, bis hin zur sozialen Nachhaltigkeit.
Ravintola Gösta: Aus der Küche von Henry Tikkanen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Seine Spezialität: Süßwasserfische aus den vor der Tür liegenden Seen. Und da entsteht dann auch schon mal kurz marinierter, roher Zander mit Zwiebeln, Kräutern und einem Avocado-Mus. Letzteres ist eine Ausnahme, denn Henry ist ein absoluter Vertreter der Regionalküche.
Festivals
Im Sommer ist, wie überall im Norden natürlich besonders viel los. Die Serlachius-Stiftung nutzt die Sommermonate Juli und August seit Jahren für zwei Festivals.
Nummer Eins kommt kulinarisch rüber. Henry Tikkanen lädt Top-Köche aus Finnland, aber auch dem Ausland zum „Mänttä Food Festival“ ein, um gemeinsam – inspiriert von ausgestellter Kunst – fünf kulinarische Kunstwerke auf den Teller zu zaubern. Das ist seit Jahren ein absoluter Renner bei den Gästen.
Nummer Zwei ist für die Ohren. Das „Mänttä Music Festival“ versammelt jedes Jahr begabte und auch prominente Pianisten ein um im Museum Konzerte zu geben. Künstler und Programm sind international. Das Motto: Weltklasse Klaviermusik umgeben von Kunst und Natur. Das Music Festival 2026 findet vom 28 Juli bis zum 2. August statt.
Man legt Wert auf eine intime Atmosphäre. Es sei immer wie ein Familientreffen, sowohl von Künstlern als auch vom Publikum.
Skulpturengarten am See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ungewöhnlich anziehend
Natur, Kunst, Kultur, Musik und Sauna. Mehr auf einem Fleck geht eigentlich kaum. Es ist deshalb vermutlich auch ein Traum für Jeden, der all das kombinieren will, darf und kann.
Wenn dann noch die finnische Sonne über See und Mänttä steht, gibt es vermutlich kaum noch Steigerungsbedarf.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Information
Serlachius
Tampere
Finnland
Mänttä
Hinweis
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Visit Tampere und Finnair. Meine Meinung und Berichterstattung wurde davon nicht beeinflusst.
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Was denkst Du, wenn in einem Park amerikanische Chöre Lieder singen und die nächste Generation um einen Brunnen tanzt, ein fröhliches „Do-Re-Mi“ auf den Lippen? Einfache Antwort: Du bist in Salzburg!
Den meisten deutschen und sogar vielen österreichischen Städtereisenden, dürfte das Phänomen, über das wir sprechen, weitgehend unbekannt sein.
Was geht da ab? Warum laufen überwiegend englischsprachige Touristen singenderweise durch die Stadt, den Mirabellgarten mit Pegasusbrunnen und Zwergerlgarten?
Was sind das für Busse, die gleich gegenüber zu Rundfahrten starten, die nur in englischer Sprache durchgeführt werden und in der Hauptsaison fast halbstündlich starten? Sie sind knallrot und haben die Aufschrift: Original Sound of Music Tour.
Ändern wird sich das spätestens beim Aufeinandertreffen mit Touristen aus den USA, Canada, Australien, Neu-Zealand oder auch Großbritannien. Zu tun hat es mit diesem Phänomen, das sehr musikalisch rüberkommt.
Meine Gäste
Reiseradio-Gäste: Franziska Lipp & Peter Husty – Foto: ttb-media / TON-TEXT-BILD
Zu diesem Thema habe ich Fachkundige eingeladen. Letzte Woche habe ich sie in Salzburg getroffen:
Franziska Lipp, Journalistin und Buchautorin, die sich mit diesem Phänomen beschäftigt hat und ein Buch dazu veröffentlicht
Peter Husty, Kunsthistoriker und Chefkurator des Salzburg-Museums
Sound of Music
Es geht um ein amerikanisches Film-Musical aus der Feder von Richard Rogers und Oscar Hammerstein.
Ein Musical, das 1959 am New Yorker Broadway uraufgeführt und 1965 als große Hollywoodproduktion unter der Regie von Robert Wise (u.a. West Side Story und Star Trek – der Film) in die Kinos kam. Die Hauptrollen spielten Julie Andrews (Mary Poppins) und Christopher Plummer (Die Dornenvögel, Luftschlacht um England).
Der Film bekam 10 Oscar-Nominierungen und wurde fünfmal mit dem begehrten Filmpreis ausgezeichnet (Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Ton). Der Film hatte weltweit über 1,2 Milliarden Zuschauer.
NUR: In Deutschland und Österreich wurde er ein wirtschaftlicher Misserfolg.
Die “Do-Re-Mi” Treppe in den Mirabellgarten – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Angelika von “Marias Bike Tours” als perfekte “Stand-In” für Julie Andrews – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Trapp-Familie
Festung Hohensalzburg mit Altstadt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die in Musical und Film erwähnte Familie Trapp gab es wirklich.
Das „Österreichische Musiklexikon online“ bedenkt sie mit einem eigenen Artikel:
Vokal- und Blockflötenensemble rund um die charismatische Baronin Maria Augusta von Trapp, geb. Kutschera (* 1905 Wien, † 1987 Morrisville/USA).
Maria, Erzieherin an der Klosterschule des Benediktinerinnenstiftes Nonnberg, wurde 1925 vom verwitweten Baron und vormaligen U-Boot-Kommandanten Georg von Trapp (* 1880 Zara [Zadar/HR], † 1947 Boston/USA) als Lehrerin der erkrankten Tochter Maria engagiert.
Zwei Jahre später heiratete sie Baron von Trapp in dessen zweiter Ehe. Zusammen mit den sieben Kindern aus erster Ehe des Barons (Rupert, Agathe, Maria, Werner, Johanna, Hedwig, Martina) begann Maria zum Zeitvertreib im Familienkreis mehrstimmige Sätze zu singen und zu musizieren. Die gemeinsamen Kinder (Rosemarie, Eleonore, Johannes) stießen dazu.
Nachdem Baron von Trapp durch den Bankrott seiner Hausbank in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, professionalisierte sich das seit 1935 unter der Leitung des Priesters Franz Wasner (* 1905 Feldkirchen/OÖ, † 1992 Salzburg) stehende Ensemble. Bereits die ersten Rundfunkaufnahmen und Konzerte (1936 Auftritt bei den Salzburger Festspielen, 1937/38 Europatournee) fanden großen Anklang.
Das Repertoire bestand vornehmlich aus Alter Musik (Motetten, Madrigale) im ersten Teil (das Ensemble trug Abendkleidung) sowie deutschen und alpenländischen Volksliedern im zweiten Teil (das Ensemble erschien in stilisierter Tracht) des Programms.
Von einer Tournee in die Vereinigten Staaten von Amerika 1938 kehrten die von Trapps nicht mehr in das (nach dem Anschluss) nationalsozialistische Deutschland (Österreich) zurück, 1939 immigrierten sie offiziell in die USA.
Fragen über Fragen
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sie drängen sich auf in Sachen Ignoranz des deutschsprachigen Publikums. Woran lag das?
Wie groß klaffen Hollywood-Film und Realität auseinander?
Wie steht es um die historischen Genauigkeiten des amerikanischen Films?
Lag der Misserfolg auch an der damals noch nicht gut genug aufgearbeiteten Geschichte der Nazi-Zeit?
Wieso wurde die deutsche Verfilmung der Familiengeschichte (1956 in den Hauptrollen Ruth Leuwerik und Hans Holt) eine der erfolgreichsten Produktionen der 1950er Jahre und das Musical fiel „hinten runter“?
Wie entstand der Tourismusboom ausländischer Gäste in Salzburg und worauf beruht er?
Welche Möglichkeiten hat man sich dem Stoff heute bei einem Salzburg-Besuch zu nähern?
Welche anderen medialen Umsetzungen gibt es und welche sind geplant?
Das Jubiläum
In Salzburg wartet eine große Jubiläumswoche rund um „The Sound of Music“.
Feiern
Sie beginnt am 23. Oktober 2025 mit einer exklusiven Abend-Gala in der Salzburger Felsenreitschule. Als besondere Gäste werden Originaldarsteller:innen des Films sowie Mitglieder der Familie Trapp erwartet.
Diskutieren
Es folgt am 24.10. 25 ein internationales Symposium in Schloss Leopoldskron (einem der Drehorte) zur Frage, wie lebendig der Kult um „The Sound of Music“ auch heute noch ist.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Schauen
Das Salzburger Landestheater nimmt zudem das Musical in der Bühnenfassung wieder in seinen Spielplan auf. Sieben Vorstellungen sind für November und Dezember geplant.
Forschen und Erleben
In der Vorbereitung ist auch ein großer Plan der musealen Umsetzung des Kults. Ein Museum mit dem Namen „Sound of Music Salzburg“ soll im Sommer 2026 auf dem Gelände des Schlosses Hellbrunn am Stadtrand eröffnen. Verantwortlich dafür ist der Chef-Kurator des Salzburg-Museums Peter Husty, unser Talkgast in diesem Podcast.
Peter Husty im Reiseradio-Podcast – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD
Lesen
Für alle Salzburggäste, die ihrer Legende hinterhergereist sind oder die eine Legende jetzt endlich entdecken möchten, wird es ein Buch mit dem Titel „The Sound of Salzburg“ geben.
Geschrieben hat es Franziska Lipp, ebenfalls zu Gast in diesem Podcast. Sie hat in den letzten Monaten viel Zeit mit der Recherche verbracht. Alle Szenerien persönlich gecheckt, mit Fans und Besuchern gesprochen und natürlich auf die Fachleute befragt.
Es ist gewissermaßen der erste recherchierte “Sound of Music – Salzburg” – Begleiter durch Stadt und Salzkammergut, wo zusätzliche Szenen des Films gedreht wurden.
Das Buch lädt dazu ein, die wichtigsten und prominentesten Drehorte des Films zu finden, zu besuchen und sich entsprechend inspirieren zu lassen. Es erscheint am 16. Oktober und ist im Buch- und Versandhandel zu bekommen.
Es kostet 12 Euro.
Franziska Lipp bei der Podcast-Produktion – Foto: ttb-media / TON-TEXT-BILD
Mehr im Reiseradio
Natürlich bin ich nicht nur wegen des Gesprächs nach Salzburg gefahren. Natürlich ging die Recherche weit darüber hinaus. Daraus entsteht ein weiterer Podcast, der zum „The Sound of Music“ – Jubiläum im Oktober erscheinen wird. Es gibt Eindrücke von der englischsprachigen Bustour, die durch Salzburg und bis ins Salzkammergut führt.
Ich habe ein Radtour zum Thema mitgemacht und war auch im Salzburger Marionettentheater, das „The Sound of Music“ seit Jahren regelmäßig auf dem Spielplan hat.
Natürlich kommen auch Fans zu Wort und selbstverständlich gibt es ein Wiederhören mit meinen Gästen aus diesem Podcast. Sie waren ebenfalls on tour kreuz und quer durch Salzburg auf den Spuren eines Phänomens, das sich auch für deutsche Gäste in Salzburg lohnen dürfte.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Information
Visit Salzburg
Österreich Infos
The Sound of Music
Hinweise
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Salzburg-Tourismus und der Österreich-Werbung. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.
The post D-RR294 – TALK: „Do-Re-Mi“ und das Phänomen von Salzburg first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Wenn die Sauna oder Alkohol nicht helfen, dann stirbt man
Von der Suche nach dem Glücksgeheimnis in Finnlands drittgrößter Stadt
Foto: Laura Vanzo / Visit Tampere
Sollte das wirklich das Geheimnis des, nach Umfragen, glücklichsten Volks der Welt sein? Ja und Nein! Alkohol mag wichtig sein, ist aber unter staatlicher Kontrolle. Sauna ist die Patentlösung für fast Alles, was einem im Leben an Gutem oder auch Schlechtem über den Weg läuft. Nur gibt es natürlich noch sehr viele andere Faktoren.
Trdition: Nach der Sauna Lachssuppe – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ich war auf der Spur, auch nach dem Glück in Tampere. Zur Lektion gehört sicher auch, der Besuch bei Mumintroll und seiner großen Familie. Märchenhaft kommt man auch hier der Lebensphilosophie auf die Spur.
Saunarestaurant Kuuma am Stadthafen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Industriestadt Tampere
Rund 260 Tausend Einwohner hat Tampere. Rechnet man den Ballungsraum dazu, sind es eine gute halbe Million Menschen. Das ist für Finnland, mit seinen nur fünfeinhalb Millionen verteilt auf die vergleichbare Fläche Deutschlands mit 83,5 Millionen Einwohnern, ziemlich viel. Anders gerechnet: In Großraum Tampere leben 10 Prozent der gesamten finnischen Bevölkerung. Trotzdem und vorweg. Ich hatte nie das Gefühl in einem hektischen Großstadtdschungel unterwegs zu sein. Und trotzdem: Das Paradies sieht anders aus, aber das kommt auf den Blickwinkel an.
Finlayson und Tampella beherrschten die Industrielandschaft – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wer mit Anja Hakkarainen durch Tampere läuft, erfährt so viel mehr von der einstigen Industriestadt. Papier, Textilien und Metallverarbeitung waren die Big Player. Auch Schuhe wurden produziert. Die Finnen waren in der Zeit der großen Industrialisierung russisch besetzt (1809 bis 1917). Trotzdem wurde investiert und aufgebaut. Einer der Gründer, James Finlayson, kam sogar aus Schottland. Aber auch tapfere Finnen gründeten große Betriebe wie zum Beispiel „Tampella“, Hersteller von Maschine für die Holz- und Papierindustrie, Lokomotiven, Waffen und Verpackung. So siedelte sich immer mehr Industrie an.
Tampere galt mal als das Industriezentrum der nordischen Länder. Heute geht die industrielle Produktion immer weiter zurück. Man hat sich darauf eingestellt und die Wirtschaft transponiert. Finlayson gibt es immer noch. Allerdings werden die Textilien in Indien produziert. Nur das Design ist noch finnisch.
Altes mit Neuem verbinden – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Trotzdem haben die großen Fabrikkomplexe die Stadt geprägt. Heute ist man immer noch damit beschäftigt, alte Gebäude zu restaurieren und neuen Zwecken zuzuführen. Die Menschen leben heute hauptsächlich von neuer Technologie (Die Stadt Nokia gehört auch zum Einzugsgebiet), Dienstleistung und Wissenschaft. Die Universität von Tampere erfreut sich großer Beliebtheit. Im Umland hält sich aber auch die Fabrikation von Papierprodukten, klar bei so viel Wald und Seen.
Glück ist auch Empfindungssache
Anja sagt, das mit dem Glück, beziehe sie in der Hauptsache darauf, dass es nur wenige Statusunterschiede gäbe. Finnland habe wenige Superreiche und wenig arme Menschen. Der Neid aufeinander nehme dadurch deutlich ab. Und die Finnen seien letztlich auch ganz froh, dass sie nur sehr wenige auf großem Gebiet sind. Lebenseinstellung: Aus allem das Beste machen. Der Staat kassiert zwar hohe Steuern, aber soziales Angebot und Sicherheit funktionierten.
Am Näsinjärvi – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Finnland war historisch immer umkämpft und auch immer wieder von den Nachbarn besetzt. Von den Schweden, aber insbesondere von den Russen. Diese russische Besetzung ist bis heute so etwas wie ein Trauma. Der Antrag auf Mitgliedschaft in der Nato, nach dem Kriegsbeginn kam nicht von ungefähr. Russische Kultur und eine russisch-orthodoxe Kirche findet man auch heute noch.
Viel zu sehen und zu erleben
Diese Orthodoxe Kirche gehört zum Besuchsprogramm genauso, wie der Hafen der Stadt, die historische Markthalle, der Dom von Tampere, ein Ausflug auf die bei den Einheimischen beliebteste Insel in Stadtnähe und dank der zwei großen Seen sind wir dann auch noch mit den Kanu unterwegs.
Viel zu sehen und zu schmecken
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die 120 Jahre alte Kaupahalli hat es den meisten Besuchern angetan. Wer eintritt, den erwarten verlockende Köstlichkeiten und Gerüche. 30 Läden und Restaurants sind für die Kundschaft da.
Bäckerei auf 8 Quadratmetern Fläche – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Unser Rundgang war geprägt, von Fisch, Brot und einer ganz besonderen Spezialität, der Mustamakkara. Die „Schwarzwurst“ gehört zu den Lieblingssnacks der Menschen in Tampere.
Schwarzwurst mit Beerenkonfitüre – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zum Abschluss ist auch der Biss in die Munkikahvila fast schon Pflicht. Vergleicht man das Gebäck mit unseren Spezialitäten, kommt man schnell auf: Berliner, Krapfen, Kräppel, Pfannkuchen oder fachlich Schmalzgebäck. Kardamom und Zimt, spielen auch in Finnland eine wichtige Rolle.
Frische Munkikahvila von Anja – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
In Finnland gibt es außerdem noch einige Überraschungen: In der Sauna trinkt man gerne mal ein Bier. Tradition nach der Sauna isst Lohikeitto, die typisch finnische Lachssuppe, mit Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln und dazu gibt’s das ganz dunkle Roggenbrot.
Salmiakki, die Pastillen, auf die angeblich alle Finnen total abfahren, gehört nicht zu meinen Favoriten. Gemacht aus Lakritz, Salmiaksalz und Anisöl sind sie gewöhnungsbedürftig.
Viel zu sehen und zu fühlen
Durch das ehemalige Fabrikareal, das sich zusehends zum schicken In-Viertel entwickelt hat, geht es, nach Überquerung der Stromschnelle des Tammerkoski – Kurzflusses in Richtung Religion und Kultur.
Tampereen tuomiokirkko, die Domkirche von Tampere, ist absolut sehenswert. Lasst Euch die Historie, Baugeschichte und Gestaltung dieser riesigen (1.800 Plätze) Kirche im Podcast erzählen.
Domkirche Tampere – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Domkirche: Groß und mit warmem Licht – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Groß, Hoch und trotzdem in ein warmes Licht getaucht. Im Übrigen, natürlich ein protestantischer Dom, seit Tampere Sitz des evangelischen Regionalbischofs ist.
Kontroverse Gestaltung: Schlange in der Kirche – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Viel zu sehen und sich bewegen
Wir fahren ein Stück stadtauswärts. Die Häuser werden weniger, die Bäume mehr. Die Straße schrumpft und wir stehen am Näsinjärvi-See. Das eigentliche Ziel: Nicht an den See, sondern auf denselben. Pekka Tyllilä fährt gerne mit bei eine Kanutour.
Mit Pekka auf Kanutour – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
2 Kilometer hin mit dem Kanu und nach einer Pause wieder 2 Kilometer zurück. Geht ein wenig in die Arme, denn das Paddel hat man selber in der Hand. Pekka passt auf und achtet auf Weg, Steine im Wasser und auch auf eventuelle Untiefen. Eine traumhaft schöne Tour und sportliche Betätigung ist inklusive.
4 Kilometer auf dem Wasser – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Inselpause auf halber Stecke – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Finnischer Abend
Der Sommer im südlichen Finnland ist kurz aber lichtstark. Diesen zu genießen und zwar genau so, wie es die Finnen machen, gehört dazu. Das Ziel ist dabei ebenfalls klar: Viikinsaari. Eine ganz besondere Insel. Finnische Idylle genaugenommen, fast noch auf Tampere-Stadtgebiet. Eine Fähre bringt einen vom Stadthafen in 20 Minuten hin.
Fähre nach Viikinsaari – Foto: Rüiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Dieser Ausflug ist auch gern genommene „Pflicht“, mindestens einmal pro Jahr, gerne öfter. Viikinsaari war schon immer eine besondere Insel. Zum Beispiel steht das älteste Restaurant der Stadt auf der Insel.
Das älteste Restaurant von Tampere ist auf Viikinsaari – Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Einen ganzen Tag dort zu verbringen ist kein Problem. Es warten eine Picknickwiese, natürlich eine öffentliche Sauna, ein Strand natürlich. Man kann „Stand Up Paddle Boards“ mieten oder Fußball spielen.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wer über Nacht bleiben will mietet sich eine von 5 kleinen Hütten auf der Insel. Ein „Sommerhüttenurlaub“ im Stadtgebiet von Tampere ist schon was Besonderes.
Rückkehr von Viikinsaari – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sommer in Finnland und Sommer in Tampere hat was. Beim nächsten Mal möchte ich länger bleiben und dann gerne einen Ausflug weiter nach Norden machen.
Denn ich möchte einmal etwas nicht sehen: Den Sonnenuntergang im fast tagesfüllenden Sommer.
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Ein tierischer Ausflug. Diesmal geht es um den „Cão de Água Português“, den portugiesischen Wasserhund. Wir treffen ihn, seine Kollegen und ihren „Comandante“ Rodrigo Pinto in Lagos an der Algarve.
Rodrigo Pinto züchtet „Cães de Água Português“, die Portugiesischen Wasserhunde. Er ist ein Meister seines Fachs und er gibt den Nachwuchs nur an ausgewählte Menschen weiter. Mit gutem Grund.
Ein denkwürdiges Meeting
Im Alten Hafen von Lagos – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Es ist ein Freitag im Oktober gegen 18 Uhr. Der Himmel ist ausnahmsweise mal wolkenverhangen und der Regen sprüht, tröpfelt und schauert schon den ganzen Nachmittag. Herbst an der Algarve. Es ist immer noch warm und Morgen wird auch die Sonne wieder scheinen.
Der bewährte deutsche Spruch:
Bei dem Regen jagt man keinen Hund vor die Tür, da geht man lieber selber…
Dies trifft auf Portugiesische Wasserhunde nicht zu!
Mónica und Rodrigo kommen mit dem Kleinlieferwagen und kaum ist die rückwärtige Tür geöffnet, sausen die Hunde raus, rennen über den Sand und tauchen Sekunden später ins Meerwasser ein. Regen stört nicht und Meerwasser ist herrlich.
Cão de Água
Erkenntnis nach wenigen Minuten schon: Der Wasserhund ist nicht irgendein Hund. Rodrigo und Mónica kennen sich aus mit der Hunderasse. Die Hunde toben temperamentvoll über den Strand des Alten Hafens von Lagos und besuchen natürlich sofort erst mal das Meer. Das liegt in ihrer Natur und wird durch die „Erziehung“ von „Mama- Hund“ und ihres Comandante verstärkt.
Cão de Água Português – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Was der totale Laie bei den Hunden als „hyperaktiv“ sieht, sei in Wirklichkeit – großes Kompliment – „SUPERAKTIV“, erklärt Rodrigo. Insbesondere wenn sie arbeiteten. Und genau dieses ARBEITEN macht ganz offensichtlich ihre besondere Qualität aus. Grund dafür sind in der Hauptsache die zahlreichen Kenntnisse der Tiere und ihre Lernfähigkeit. Sie waren und sind die perfekten Begleiter und Mitarbeiter der Algarve-Fischer; immer noch.
Erfahrt im Podcast sehr viel über diese clevere Hunderasse. Ganz nebenbei, auch als Wachhunde seien sie hervorragend, sagen Mónica und Rodrigo.
Wer den Reiseradio Video-Clip vom Besuch sieht, sieht aber auch ganz schnell , dass die Cães de Água dabei auch noch tüchtig Spaß haben.
Hundeerziehung
Sie passiert ganz natürlich und beginnt schon wenige Wochen nach der Geburt. Instinkt spielt bestimmt eine Rolle, was nicht heißt, dass die Hunde an sich ziemlich intelligent sind.
Fast mal ausgestorben
Mónica und Rodrigo sagen, es seien ganz einzigartige Hunde, im Übrigen eine Rasse, die noch vor 50 Jahren auszusterben drohte. 1975 gab es weltweit nur noch 25 Wasserhunde.
Mónica Afonso & Rodrigo Pinto – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sie wurden gerettet durch verstärkte Zucht. Rodrigo vertritt die natürliche Zucht. Trotzdem ist er vermutlich ganz dankbar, dass die Rasse des „Cão de Água“ überlebt hat. Ein Ereignis hat zudem aber zur großen Aufmerksamkeit für diese besonderen Hunde geführt.
„First Dog“ Bo und die Aufmerksamkeit
Die Geschichte der fast ausgestorbenen Hunderasse bringt uns dorthin, wo ein Hund lebte, der allein durch seinen Auftritt bei Familie Obama auch zur Rettung des Wasserhunds beitrug. Bo, portugiesischer Wasserhund, zog 2009 bei Familie Obama ein. Vielleicht nicht direkt ins Oval Office aber ins „Weiße Haus“, dem Dienst- und Wohnsitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wie sieht das Rodrigo Pinto als natürlicher Züchter? Er schaue sich die Interessenten an seinen Hunden immer sehr genau an, sagt er. Ob die Obama Familie bei Rodrigo eine Chance gehabt hätte? Dazu will er nix sagen.
Den Hype um die Obama-Hunde, Bo und Sunny, findet er aber etwas überzogen. Aber es sei eben eine gute und intakte Familie, von daher, spricht einiges auch für die Obamas.
Hund mit Altersversorgung
Rodrigo und der Senior – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Portugiesen lieben ihre Wasserhunde. Der Cão de Água ist hoch geachtet. Und es seien auch die ersten Hunde, sagt Mónica Afonso, die eine gute Pension erhalten – nach dem Arbeitsleben. Wie dieses System funktioniert, hört Ihr im Podcast.
Wasserhunde sind treue Tiere und sie haben sich ihre Altersversorgung verdient. Auch Rodrigo hat seinen Senior dabei. Er geht nicht mehr mit ins tiefe Meer, aber er darf immer dabei sein, wenn es zum Training in Richtung Hafen geht.
Rodrigo und die Hunde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wichtigste Faustregel für Besitzer
Cães de Água sind Familienhunde und sie sind anerkanntes Mitglied und immer dabei. Rodrigo beschreibt es mit einer fast nebensächlichen Geschichte, die für Alles, aber eben nicht Nebensache ist:
Wenn mich ein Restaurantbesitzer nicht mit Hund ins Lokal lässt, suche ich mir ein anderes Lokal. Wasserhunde sind brav, liegen unterm Tisch und sind ruhig. Wer damit nicht leben kann, hat mich als Gast verloren.
Es lebe der Wasserhund. Meine Begegnung mit Mónica, Rodrigo und ihren „Cães de Água“ war eindrücklich.
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