DiscoverLEBE SELBSTVOLL
LEBE SELBSTVOLL
Claim Ownership

LEBE SELBSTVOLL

Author: Franziska Günther-Güldenpfennig

Subscribed: 4Played: 33
Share

Description

LEBE SELBSTVOLL, der Podcast für Frauen mit und nach Krebs.

Wie fühlt es sich an, als Frau mit Krebs gesehen zu werden - vom Partner, von der Gesellschaft, von sich selbst?

In diesem Podcast erzählen Frauen, was sich in ihrem Leben durch die Diagnose verändert hat:
Was Narben mit dem Körper machen. Was Nähe bedeutet. Wie Selbstliebe und Zuversicht zurückkommen können.

Wir sprechen über echte Gefühle, aber auch über Hoffnung, Mut und die Frage:
Wie gelingt ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben - mit allem, was ist.

Jede Folge ist ein ehrliches Gespräch. Voller Tiefe, leiser Stärke und manchmal auch Lachen.

Neue Folgen gibt es jeden Dienstag.

Mehr über den Podcast, meine fotografische Arbeit und mein Buch "schön & stark, Frauen mit Krebs" findest du auf www.franziskaguentherfotografie.de
150 Episodes
Reverse
Jessi fühlte sich gesund – bis sie einen vergrößerten Lymphknoten an ihrem Hals bemerkte. Die Diagnose: Hodgkin-Lymphom. Obwohl sie keinerlei Beschwerden hatte, ließ sie den Knoten abklären. Die Diagnose folgte schnell und damit begann ein Weg, der ihr Leben komplett veränderte. Jessi wurde operiert, erhielt eine Chemotherapie und galt zunächst als krebsfrei. Doch kurz vor einem Nachsorgetermin spürte sie erneut einen vergrößerten Lymphknoten. Der Krebs war zurück. In dieser Folge erzählt Jessi von ihrem Weg durch die Diagnose, die Therapien und den Rückfall. Sie spricht über Chemotherapie, Immuntherapie und schließlich eine Stammzellentransplantation – und darüber, wie herausfordernd diese Zeit für sie war. Heute ist Jessi mit der Therapie durch. Doch zurück in ihr „altes Leben“ ist sie nicht einfach so gekommen. Sie erzählt, wie sich ihr Alltag verändert hat, welche Langzeitfolgen geblieben sind und was ihr geholfen hat, mit dieser Situation umzugehen. Diese Folge zeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Körper ernst zu nehmen – auch dann, wenn man sich eigentlich gesund fühlt.
Mit 29 ertastete Marijana einen Knoten in ihrer Brust. Was zunächst unauffällig wirkte, entpuppte sich später als ein Angiosarkom, eine seltene und aggressive Krebsart. Alles begann mit diesem Knoten. Marijana erzählt, wie sie diesen Moment erlebt hat und wie schnell sich ihr Leben seitdem verändert hat. Zunächst wurde sie beruhigt und sollte abwarten. Doch ihr Gefühl ließ sie nicht los und als sich der Knoten veränderte, suchte sie erneut ärztlichen Rat. Kurz darauf stand die Diagnose fest. Marijana erzählt in dieser Folge von ihrem Weg: von den ersten Symptomen über die Diagnose bis hin zu intensiven Behandlungen. Sie spricht darüber, welche Auswirkungen die Erkrankung auf ihr Leben hat und warum es so wichtig ist, den eigenen Körper ernst zu nehmen. Es folgten mehrere Operationen, Chemotherapien, Bestrahlung, Immuntherapie. Das Angiosarkom hat Metastasen gebildet, Marijana gilt als Palliativpatientin. Und trotzdem geht es in diesem Gespräch nicht nur um die Krankheit. Es geht auch darum, wie Marijana einen Umgang mit ihrer Situation gefunden hat und was ihr hilft, den Alltag zu bewältigen.
Jucken, brennen, Veränderungen im Intimbereich - und trotzdem lange keine Diagnose. Viele Frauen kennen genau das. Und oft steckt etwas dahinter, worüber viel zu selten gesprochen wird: Lichen sclerosus. In dieser Folge spreche ich mit Birte Schlinkmeier, Pelvic Care Nurse an der Rehaklinik in Bad Oexen, und mit Bettina Fischer, die den Verein Lichen sclerosus in der Schweiz leitet und selbst betroffen ist. Gemeinsam erklären sie, was LS eigentlich ist, woran man die Erkrankung erkennen kann und warum eine frühe Diagnose so wichtig ist. Wir sprechen über typische Symptome, mögliche Ursachen und darüber, warum auch Mädchen bereits daran erkranken können. Es geht auch um Behandlungsmöglichkeiten, den richtigen Umgang mit der Haut und um viele praktische Fragen aus dem Alltag: Was kann man selbst tun? Worauf sollte man achten? Und wie kann es gelingen, gut mit einer chronischen Erkrankung zu leben? Diese Folge vermittelt Wissen, macht Mut und zeigt vor allem, wie wichtig Aufklärung für den eigenen Körper ist.
#147 Krebs verstehen

#147 Krebs verstehen

2026-03-1753:15

Wie entsteht Krebs eigentlich? Und warum erkranken so viele Menschen im Laufe ihres Lebens daran? Über diese Fragen spreche ich mit Dr. Andrea Zobel, sie ist Biochemikerin und Krebsforscherin. Sie erklärt, wie im Körper Krebs entsteht, welche Rolle Alter, Zellteilung und körpereigene Reparatursysteme dabei spielen und warum Krebs oft ein Prozess ist, der sich über Jahre entwickelt. Wir sprechen über die sogenannten Multistepprozesse der Krebsentstehung, über Faktoren, die unseren Körper zusätzlich belasten können, und über die großen Fortschritte in der modernen Krebstherapie. Von zielgerichteten Behandlungen bis hin zu immunologischen Ansätzen. Andrea spricht jedoch nicht nur als Wissenschaftlerin über Krebs. Mit 60 Jahren erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Sie erzählt, wie sie diese Zeit erlebt hat und warum sie dankbar war, dass der Tumor so früh entdeckt wurde. In dieser Folge wird vor allem der wissenschaftliche Blick auf Krebs deutlich, geprägt von Forschung, Medizin und neuen Therapieansätzen.
Jasmin war 21 Jahre alt, als sie nachts mit starker Übelkeit aufwachte. Das Erbrechen hörte nicht auf, sie kam ins Krankenhaus und erhielt kurze Zeit später eine Diagnose, mit der in diesem Alter niemand rechnet: Speiseröhrenkrebs im Stadium 3. Diese Krebsart tritt normalerweise viele Jahrzehnte später auf. Jasmin hatte vorher keine eindeutigen Warnzeichen. Das Einzige, woran sie sich rückblickend erinnert, war ein Druckgefühl in der Brust, das sie damals nicht weiter hinterfragt hatte. Nach der Diagnose folgte eine große Operation: Ein Teil der Speiseröhre wurden entfernt, aus dem Magen wurde ein Schlauchmagen geformt. Danach begann eine intensive Zeit mit Radiochemotherapie und schließlich eine Immuntherapie. In dieser Folge erzählt Jasmin, wie sie diese Zeit erlebt hat - körperlich und emotional. Sie spricht darüber, wie sich ihr Leben seit der Diagnose verändert hat, welche Herausforderungen der Alltag mit sich bringt und warum sie heute sagt, dass sie nicht mehr derselbe Mensch ist wie vorher.
#145 Diagnose Uterussarkom

#145 Diagnose Uterussarkom

2026-03-0301:09:30

Sandra war vier Jahre alt, als sie die Diagnose Wilms-Tumor im Stadium 4 erhielt. Sie hatte bereits Metastasen in der Lunge. Eine Niere wurde entfernt. Es folgte Chemotherapie und Bestrahlung. Und das alles in der 80er Jahren, einer Zeit, in der Kinder noch allein im Krankenhaus lagen. Einige Jahre später verlor sie ihre Mutter an Brustkrebs. Mit 41 Jahren folgte ihre eigene Brustkrebsdiagnose. Es folgte der übliche Therapieweg. Doch Sandras Geschichte endet dort nicht. Im Jahr 2023 spürte sie, dass etwas nicht stimmte. Es begann mit Verdauungsproblemen gefolgt von einem Leistungsabfall. Ein zunächst entfernter Tumor wurde als gutartig eingestuft. Doch Sandra hörte nicht auf, nach Antworten zu suchen. Sie recherchierte und hinterfragte - und stieß dabei selbst auf den Verdacht eines Sarkoms. Es folgte eine große Operation mit Bauchschnitt, mehrere Tumore wurden entfernt. Die Diagnose: ein Low-Grade-Endometriose-Uterussarkom - mehrere Tumorherde. In dieser Folge erzählt Sandra von einem Leben mit mehreren Krebsdiagnosen, von Verlusten, von Eigenverantwortung und davon wie wichtig es ist, den eigenen Körper ernst zu nehmen. Es ist ein Gespräch über Widerstandskraft, über Zweifel und über den Moment, in dem man merkt, dass man selbst genauer hinsehen muss.
HPV. Drei Buchstaben, die viele Frauen irgendwann einmal hören – oft beiläufig im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung. In dieser Folge spreche ich mit Simone Hotz, sie ist Sexualpädagogin, und Christine Peters, sie ist Zytologieassistentin und beurteilt täglich die Zellabstriche unter dem Mikroskop. In dieser Folge geht es weniger um medizinische Grundlagen, sondern um das, was eine solche Diagnose emotional auslösen kann. Wir sprechen darüber, warum ein positiver HPV-Test noch kein Krankheitsbild ist, warum der Pap-Wert bei der Einordnung so wichtig ist und weshalb der Körper in den meisten Fällen selbst mit dem Virus fertig wird. In etwa 90% der Fälle heilt eine HPV-Infektion von allein aus - aber diese Zeit des Abwartens kann psychisch belastend sein. Es geht auch um die Art der Kommunikation. Wie werden Befunde erklärt? Was fehlt oft im Gespräch? Und was würde Frauen wirklich helfen, um ruhig zu bleiben und sich gut informiert zu fühlen? Diese Folge soll einordnen, aufklären und beruhigen. HPV ist nicht Exotisches, nichts "Selbstverschuldetes" - sondern etwas, mit dem sehr viele Menschen im Laufe ihres Lebens in Kontakt kommen. Wichtig ist, informiert zu sein. Und sich selbst nicht in Panik zu versetzen.
Moni fühlte sich lange erschöpft und nicht belastbar. Ein Zustand, den sie nicht kannte. Sie schob es auf den Stress oder die Wechseljahre. Erst eine auffällige Veränderung an der Vulva brachte sie dazu, genauer hinzusehen. Was zunächst unscheinbar begann, wurde schließlich zu einer Diagnose, die sie bis dahin nicht einmal kannte: Vulvakarzinom. In dieser Folge spricht Moni über den Weg bis zur Diagnose, über schmerzhafte Symptome und über die Operation, die ihr Leben verändert hat. Sie erzählt, wie sie mit Bestrahlung und den körperlichen Folgen umgeht und warum Vertrauen in die Medizin für sie eine wichtige Rolle gespielt hat. Heute lebt Moni mit den Folgen der Therapie. Körperliche Veränderungen und Geduld gehören dazu. Und trotzdem sagt sie: Sie ist froh, dass die schmerzhaften Stellen verschwunden sind. Es ist ein Gespräch über Vertrauen, Anpassung und die Kraft, Schritt für Schritt weiterzugehen.
In der heutigen Folge sprechen wir über ein Thema, das viele Frauen nach einer Brustkrebsdiagnose betrifft und über das noch viel zu wenig offen gesprochen wird: die Epithesen- und Kompressionsversorgung. Birte Schlinkmeier, Breast Care Nurse aus der Rehaklinik Bad Oexen, gibt einen fachlichen Einblick in das, was eine gute Versorgung wirklich ausmacht. Sie spricht darüber, worauf Frauen achten sollten und welche Leistungen ihnen nach einer Brustkrebs-Erkrankung zustehen - unabhängig davon, ob brusterhaltend operiert wurde, eine Ablatio erfolgte oder die Brust wiederaufgebaut wurde. Sie erklärt warum eine gute Beratung im Sanitätshaus entscheidend ist und wo es in der Praxis häufig Verbessungsbedarf gibt. Jessica ergänzt das Gespräch aus eigener Erfahrung. Sie erzählt, wie eine kompetente, zugewandte Versorgung aussehen kann und was es für das Körpergefühl, den Alltag und die Lebensqualität bedeutet, wenn Hilfsmittel wirklich passen. Wir sind uns einig: gute Versorgung darf kein Zufall sein, denn sie ist Teil der Genesung.
Sheila war Mitte zwanzig, als sie im Juni 2024 die Diagnose Glioblastom Grad 4 erhielt. Die ersten Symptome kamen plötzlich, wenige Tage später folgte bereits die Operation. Der Tumor war zu diesem Zeitpunkt etwa so groß wie eine Mango und konnte nicht vollständig entfernt werden. Anschließend folgten Chemotherapie und Bestrahlung. Alltägliche Dinge wie Duschen, Kochen, Wäschewaschen wurden zeitweise zu großen Herausforderungen, das Laufen und Koordination musste sie neu erlernen. In dieser Folge spricht sie offen über das Leben als Palliativpatientin, Unsicherheit und den Umgang mit Prognosen - aber auch über das, was ihr Halt gibt: ein soziales Umfeld, ihre Katzen und bewusste Momente der Ruhe. Sheila studiert weiter, ist sportlich aktiv und versucht ihren Alltag bewusst zu gestalten. Sie befindet sich in der Otune-Therapie, mit dem Ziel, das Tumorwachstum stabil zu halten. Dieses Gespräch ist ein Einblick in das Leben mit einer schweren Diagnose und zeigt, wie viel Kraft darin liegen kann, Herausforderungen mit Humor, Zuversicht und Lebensmut zu begegnen.
Johanna ist Ende 20 und an Vulvakrebs erkrankt. Ihre Geschichte begann bereits in der Pubertät mit der Diagnose Lichen sclerosus. Über Jahre war sie medikamentös gut eingestellt, bis sie mit Mitte 20 eine Stelle an der inneren Vulvalippe bemerkte, die nicht abheilte. Was folgte, war ein langer Leidensweg. Johanna suchte mehrere Ärzte auf, wurde vertröstet, bekam Salben und fühlte sich immer wieder nicht ernst genommen. Niemand brachte ihre Beschwerden mit einem Vulvakarzinom in Verbindung. Erst sehr spät wurde sie operiert und damit begann eine intensive, mehrjährige Behandlung. Innerhalb von zwei Jahren musste Johanna zehn Operationen über sich ergehen lassen, darunter eine Vulvektomie, die Entfernung der inneren Vulvalippen, der äußeren Klitoris, eine plastisch-chirurgische Rekonstruktion, die Entnahme von Lymphknoten sowie eine Radio-, Chemo- und Immuntherapie. Die Nebenwirkungen dieser Therapie begleiten sie bis heute. In dieser Folge erzählt Johanna von der Ohnmacht, die sie als Patientin erlebt hat: über fehlende Aufklärung, über Ärzte, die an ihre Grenzen kamen, und über das Gefühl, medizinische Schritte selbst vorschlagen zu müssen. Gleichzeitig spricht Johanna von einer starken inneren Klarheit. Sie hat den Kontakt zu ihrem Körper nie verloren, sondern Mitgefühl für das entwickelt, was ihr Körper durchmachen musste. Wissen, Selbstfürsorge und das Ernstnehmen der eigenen Wahrnehmung sind für sie zentrale Pfeiler geworden. Was bleibt, ist der Eindruck einer jungen Frau mit großer innerer Stärke und einer bemerkenswerten Haltung.
#139 Den eigenen Weg finden

#139 Den eigenen Weg finden

2026-01-2001:04:42

Angela erhielt im März 2024 die Diagnose Brustkrebs. Die Tumore waren nicht tastbar und wurden bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Eine gefühlte Ewigkeit des Wartens folgte, bis schließlich Klarheit herrschte. Anders als bei vielen anderen begann ihre Behandlung mit einer Operation, gefolgt von einer Chemotherapie. In dieser Folge erzählt sie von dieser Zeit, von der Entscheidung für eine Mastektomie mit gleichzeitigem Wiederaufbau und von einer Therapie, die sie körperlich und seelisch stark gefordert hat. Angela spricht darüber, wie schwer es ihr bis heute fällt, ihren Körper nach der Operation anzunehmen und wie präsent die Angst vor einer erneuten Krebsdiagnose geblieben ist. Als Monate später auf der gesunden Seite eine auffällige Stelle entdeckt wurde, entschied sie sich auch dort für eine vorsorgliche Mastektomie mit Wiederaufbau. Für sie ein Weg, dieser Angst etwas entgegenzusetzen und wieder mehr innere Ruhe zu finden. In diesem Gespräch geht es um Angst, Selbstannahme, den Alltag mit Kindern und darum, den eigenen Weg zu finden, auch wenn vieles nicht mehr so ist wie zuvor. Von Herzen alles Gute, liebe Angela.
Tamara war Anfang 30, als sie die Diagnose metastasierter Gebärmutterkörperkrebs erhielt. Ein Jahr zuvor hatte sie bereits Veränderungen bemerkt: Ihr Zyklus wurde schmerzhafter, die Periode fühlte sich anders an als sonst. Sie ließ es mehrfach abklären, doch alle Untersuchungen beim Gynäkologen und auch beim Hausarzt blieben ohne Befund. Erst als Tamara mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus kam und ein Arzt ein CT mit Kontrastmittel veranlasste, zeigte sich das ganze Ausmaß: Tumore in der Gebärmutter, im Eierstock, in der Lunge, im Skelett und später auch Metastasen im Gehirn. Zunächst war unklar, wo der Ursprung lag, doch schließlich stand die Diagnose fest: metastasierter Gebärmutterkörperkrebs. Um überhaupt handeln zu können, wurde sofort mit einer Chemotherapie begonnen, ergänzt durch eine Bestrahlung des Gehirns. Die Behandlung war sehr belastend, brachte aber nach einigen Wochen erste Erfolge. Die Metastasen gingen zurück. In dieser Folge spricht Tamara offen über ihren Weg zur Diagnose, über das Gefühl nicht ernst genommen worden zu sein, über die körperlichen und emotionalen Folgen der Therapie. Und über das Leben mit einer ungewissen Zukunft als Palliativpatientin.
Was, wenn ein neues Jahr beginnt und ich noch gar nicht so genau weiß, wie es weitergeht? Was, wenn es keine Vorsätze gibt, keine Pläne, keine klare Richtung? In dieser Solo-Folge spreche ich über genau diese Zwischenzeiten im Leben. Über Phasen, in denen sich nach einer Diagnose, nach einer Therapie oder nach großen Veränderungen vieles neu sortiert. Leise, langsam und oft ohne klare Antworten. Ich teile, was mir in den vielen Gesprächen in diesem Podcast immer wieder begegnet: dass Entwicklung ganz unterschiedlich aussieht. Dass das Leben für manche eine neue Tiefe bekommt und für andere erst einmal schwer bleibt. Und dass all das nebeneinander stehen darf. Es geht um Selbstfürsorge ohne To-do-Listen, um Zeit für sich selbst und um kleine Routinen, die dich tragen können, wenn große Ziele gerade keinen Platz haben. Außerdem erzähle ich dir, warum aus diesem Bedürfnis nach Ruhe mein neuer auditiver Begleiter "Fühl dich ruhig" entstanden ist und lade dich am Ende der Folge zu einem kurzen Moment des Innehaltens ein.
Jana war Mitte 40, als sie die Diagnose Brustkrebs erhielt. Auffälligkeiten in der Brust hatte sie schon lange: zyklusabhängige Veränderungen, Spannungsgefühle. Als sie schließlich einen Knoten ertastete und sich die Brust sichtbar eindellte, war schnell klar, dass es sich um Brustkrebs handelte. Es folgte die klassische Brustkrebsbehandlung: zunächst eine Antihormontherapie, dann die Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Während der Chemotherapie kam es über Wochen zu ungewöhnlichen Blutungen, deren Ursache zunächst unklar blieb. Untersuchungen zeigten zwar eine Zyste am Eierstock, diese wurde jedoch nicht weiter als auffällig eingeschätzt. Ein Jahr nach der Brustkrebsdiagnose entschied sich Jana ihre Eierstöcke entfernen zu lassen. Kurz nach dem Eingriff erhielt sie einen Anruf aus dem Krankenhaus: Die vermeintliche Zyste stellte sich als Eierstockkrebs heraus. Was folgte, war eine weitere große Operation mit Bauchschnitt, bei der unter anderem Gebärmutter und mehrere Lymphknoten entfernt wurden, sowie eine erneute Chemotherapie. Heute ist Jana aus der Akuttherapie heraus und hat begonnen wieder zu arbeiten. Gleichzeitig erlebt sie die Nachwirkungen der Behandlungen, unter anderem Fatigue, und beschreibt, wie sie lernen musste, dass das Leben nach zwei Krebsdiagnosen nicht einfach dort weitergeht, wo es vorher aufgehört hat.
Gwendolin ist Mutter von zwei Kindern und steckt noch mitten in der Akuttherapie. Während sie ihre jüngste Tochter stillte, ertastete sie einen Knoten in ihrer Brust. Die Angst war sofort da, auch weil sie schon lange die Angst kannte, irgendwann an Brustkrebs zu erkranken. Nach der Abklärung stand die Diagnose fest: hormonaktiver Brustkrebs. In dieser Folge erzählt Gwendolin von ihrem Weg seit der Diagnose. Der Tumor wurde brusterhaltend operiert, anschließend begann eine Chemotherapie, in der sie sich aktuell noch befindet. Sie spricht darüber, wie wichtig es für sie war, sich in einem Krankenhaus sicher und gehört zu fühlen und wie sehr sie dieser Halt durch die gesamte Behandlung trägt. Besonders berührend erzählt Gwendolin davon, wie sie mit ihrer Tochter über die Erkankung gesprochen hat und welche Rituale ihr geholfen haben, sich von ihrer Brust, wie sie sie kannte, und später auch von ihren Haaren zu verabschieden. Sie teilt , welche Strategien sie entwickelt hat, um mit den Nebenwirkungen der Chemotherapie umzugehen, und warum sie trotz allem das Gefühl hat, in dieser Zeit über sich selbst hinauszuwachsen. Es ist eine hoffnungsvolle Folge, die zeigt, dass eine Krebstherapie auch in dieser Form möglich sein kann: mit Empathie, mit Anteilnahme und auf Augenhöhe.
Angelika erhielt die Diagnose Vulvakarzinom völlig unerwartet. Sie hatte keine klassischen Symptome und keine starken Schmerzen, sondern nur eine kleine Stelle an der innerer Schamlippe, die sie zunächst für einen harmlosen Abzess hielt. Erst als bei der Untersuchung keine Flüssigkeit abfloss und das Gewebe untersucht wurde, begann ein Weg, der ihr Leben verändern sollte. In dieser Folge erzählt Angelika von ihrer Behandlung: einer Operation, gefolgt von einer Chemotherapie und gleichzeitiger Bestrahlung. Die Chemotherapie hat sie vergleichsweise gut vertragen, die Bestrahlung jedoch hat deutliche und bis heute spürbare Folgen. Angelika leidet unter wiederkehrenden Erysipelen, die eine langfristige Antibiotikatherapie notwendig machen und ihren Alltag weiterhin beeinflussen. Angelika spricht darüber, wie sie gelernt hat mit diesen Nachwirkungen umzugehen, welche Strategien ihr helfen und warum es für sie wichtig ist, gut für sich selbst zu sorgen. Sie erzählt auch, dass sie sich während dieser Zeit mehr Austausch mit anderen Betroffenen gewünscht hätte. Es ist eine Folge, die zeigt, wie unterschiedlich Therapien erlebt werden und wie sich ein Leben mit bleibenden Veränderungen gestalten lässt, ohne dass alles davon bestimmt wird.
#133 Zurück im Sturm

#133 Zurück im Sturm

2025-12-0957:46

Francesca ist zum dritten Mal bei mir im Podcast zu Gast - und ihre Geschichte berührt mich sehr. Vor einigen Jahren erkrankte sie an Brustkrebs, erholte sich erstaunlich gut und fand Schritt für Schritt zurück ins Leben. Doch im Jahr 2024 erhielt sie eine neue Diagnose: alveoläres Rhabdomyosarkom, eine seltene Krebserkrankung, für die es keine etablierten Leitlinien gibt. Als sie zuletzt im Januar hier im Podcast war, steckte sie mitten in der Therapie und erzählte, wie sich diese Erkrankung bemerkbar machte. Nachdem die Therapie abgeschlossen war und die Haare wieder wuchsen, begann sie vorsichtig sich zu erholen. Doch bei der ersten Nachsorge wurden erneut Tumorzellen gefunden. Wieder ein alveoläres Rhabdomyosarkom. Diesmal in den Nasennebenhöhlen und der Stirnhöhle. Noch bevor Francesca ihre Kräfte zurückgewinnen konnte, steckt sie nun in einer neuen Therapie. In dieser Folge erzählt Francesca offen, was diese erneute Diagnose mit ihr macht: die Erschöpfung, die Angst, das erneute Sich-Aufrappeln. Und gleichzeitg spricht sie über etwas, das sie zutiefst beeindruckend macht: ihre Fähigkeit, inmitten all dessen den Blick auf das zu richten, was ihr Kraft gibt.
Sophie war 23 Jahre alt, als sie einen Knoten in ihrer Brust ertastete. Ein Moment, der ihr Leben veränderte. Dass sie ihren Körper so gut kannte, war kein Zufall: Schon in der Pubertät begann sie, sich regelmäßig selbst abzutasten, angestoßen durch die Familiengeschichte, denn ihre Oma erkrankte früh an Brustkrebs und verstarb. In dieser Folge erzählt Sophie offen von der Zeit zwischen Diagnose, Operation, Chemo und Reha. Sie spricht über schwierige Begegnungen im medizinischen System, über Entscheidungen, die sie viel zu jung treffen musste, und darüber, wie wenig Raum ihr gelassen wurde, selbstbestimmt über ihren Körper zu entscheiden. Dazu kommt die fachliche Perspektive von Birte Schlinkmeier, BCN aus der Rehaklinik in Bad Oexen. Sie erklärt, was junge Patientinnen beschäftigt, warum Empathie in der Behandlung entscheidend ist und welche Hilfsmittel viele Frauen nicht in dem Umfang erhalten, auf den sie eigentlich Anspruch hätten - etwa bei der BH- und Epithesenversorgung. Gemeinsam sprechen wir über die Brustselbstabtastung, die Möglichkleiten eines Wiederaufbaus, den Stellenwert der Reha und darüber, wie wichtig es ist, junge Frauen ernst zu nehmen. Es ist eine Folge über Körperwissen, Selbstbestimmung und die Bedeutung echter Begleitung - medizinisch und emotional.
Schon gegen Ende ihrer eigenen Krebstherapie begann Melanie eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin. In dieser Folge spricht sie darüber, dass Trauer kein Zustand ist, den man abschließt, sondern etwas, das bleibt und in veränderter Form ein Teil unseres Lebens wird. Sie erzählt, wie sich Trauer anfühlen kann, wenn nicht ein Mensch, sondern das eigene Lebenskonzept verloren geht: ein Zukunftsbild, ein Kinderwunsch, ein vermeintlich sicherer Weg. Auch ihre eigene ungewollte Kinderlosigkeit durch die Krebserkrankung hat in ihr einen tiefen Trauerschmerz hinterlassen, der Teil ihres Lebens geworden ist. Melanie beschreibt, wie wertvoll geschützte Räume sind, in denen Gefühle nicht bewertet werden. Sie erklärt, dass es entlastend sein kann, Wut zuzulassen - auf das Leben, auf die Situation, auf das Unverfügbare. Dass Weinen eine befreiende Wirkung haben kann und es manchmal notwendig ist, die eigene Trauer laut, hemmungslos und ehrlich zu leben, damit sich ein Stück Gewicht aus dem Trauerrucksack lösen kann. Außerdem erzählt sie, wie Menschen in Gruppen Halt finden können, wenn Worte fehlen, und wie Tiere in der Begleitung eine besondere Form von Nähe und Ruhe schenken. Trauer kann sich nur dann bewegen und verändern, wenn Gefühle ihren Platz haben dürfen - alle Gefühle.
loading
Comments