DiscoverWer wir sind und warum das nicht klappte ...
Wer wir sind und warum das nicht klappte ...

Wer wir sind und warum das nicht klappte ...

Author: Jan Schulte-Kellinghaus

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Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.
47 Episodes
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Mit Julia Burkhardt:Als Sigismund 1411 König wurde, war er 43 Jahre alt. Ein bewegtes Leben lag bereits hinter ihm. Seit 24 Jahren war er König von Ungarn und hatte gelernt sich machtpolitisch durchzusetzen. Als römisch-deutscher König stellte er sich der Aufgabe, das große Schisma, also die Teilung der Kirche unter drei Päpste, zu überwinden. Sigismund lud im November 1414 Vertreter der gesamten Christenheit zum Konzil nach Konstanz. Schätzungsweise waren es mehr als 50.000 Konzilsteilnehmer, die in die kleine Stadt am Bodensee strömten. 33 Kardinäle, 300 Bischöfe, 500 Äbte, Heerscharen von Gelehrten, Unterhändlern und Bodyguards. Sogar 700 Prostituierte wurden offiziell registriert. Die 50.000 Menschen blieben jahrelang. Konstanz war für diesen Andrang gar nicht geschaffen.  4 Jahre dauerte der Ausnahmezustand am Bodensee. Eine bewegte Verhandlungszeit. Der Papst aus Pisa floh nach 5 Monaten verkleidet als Stallknecht nach Freiburg. Der Papst aus Rom trat freiwillig zurück und der aus Avignon wurde abgesetzt. Damit war der Weg für eine neue Papstwahl frei. Die fand gleich in Konstanz am Hafen statt. Das Gebäude steht heute immer noch. Ein Warenlager funktionierte man zum Konklave um und einigte sich endlich auf nur einen Papst: Martin V. Das große Schisma war beendet. 7 Jahre nach seiner Königswahl hatte Sigismund sein Ziel erreicht. Er war auf dem Höhepunkt seiner Macht. Umso erstaunlicher, dass das Schicksal eines einfachen tschechischen Predigers, das restliche Leben von Sigismund dominieren sollte. Die Kirche machte dem Reformgelehrten Jan Hus während des Konzils in Konstanz den Prozeß. Jan Hus starb auf dem Scheiterhaufen, obwohl König Sigismund ihm freies Geleit zugesichert hatte. Daraufhin brachen in Böhmen die Hussitenkriege aus, die Sigismund und die Reichspolitik Jahrzehnte in Atem hielten. Ich spreche mit der Julia Brukhardt, Professorin für mittelalterliche Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, über den zupackenden König- und Kaiser und die Voraussehbarkeit der Revolte in Böhmen. Die Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Christian OertelDer römisch deutsche König Wenzel hält den Rekord an übler Nachrede unter den Königen und Kaisern in der deutschen Geschichte. Wenzel, der Sohn von Karl IV., regierte 22 Jahre lang das römisch-deutsche Reich. Zumindest sah er das so. Die Kurfürsten waren anderer Meinung und setzen Wenzel nach 22 Jahren ab. Wegen Untätigkeit. Sie nannten ihn „unwürdig“ und „unnütz“. Eine beispiellose Demütigung. Zusätzlich verunglimpfte ihn der Papst. Wenzel hätte nicht nur einen verdorbenen Charakter, sondern sei weitgehend untätig geblieben, schrieb er 50 Jahre nach Wenzels Tod. Mit dem vernichtenden Urteil des Papstes bekam Wenzel in der Geschichtsschreibung den Beinnamen: „der Faule“. Schon zu seinen Lebzeiten häuften sich Horrogeschichten von Peitschen und Kampfhunden mit denen er auf Untergebene losgegangen sein soll. Er habe Löwen zur Einschüchterung seiner Gegner gehalten, Reliquien zerstört und Prag angezündet. Dabei wäre er der Völlerei und der Trunksucht verfallen. Doch was ist dran an den Vorwürfen? Sie alle haben eines gemeinsam: Sie stammen von seinen Gegnern. Der Papst verachtete ihn, weil Wenzel als König von Böhmen den Reformator Jan Hus unterstützte. Wenzel selber kümmerte sich nicht um breitenwirksame Gegen-PR sondern ließ erlesene Prachthandschriften herstellen, die seine Königswürde beweisen sollten. Vielleicht war er kein "natural born leader" sagt der Historiker Christian Oertel, aber ganz so schlimm, wie ihn seine Gegner zeichneten, wird er wohl nicht gewesen sein. Im Gegenteil: Vielleicht war er seinen Zeitgenossen in manchen Punkten seiner Herrschaftspraxis einfach weit voraus... Die Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Gregor Rohmann:Was bleibt von Klaus Störtebeker und der Seeräuberromantik des Mittelalters, wenn man zeitgenössische Quellen erforscht? Darüber sprechen wir heute. Die Vitalienbrüder waren Gewaltunternehmer zur See und keine sozialromantischen Freibeuter sagt Gregor Rohmann, Professor für die regionale Kulturgeschichte Mecklenburgs in Rostock. Jede Konfliktpartei auf der Ostesee konnte sie engagieren. Die dänische Königin genauso, wie die Meckelnburger Herzöge oder die Hanse. Die Vitalienbrüder wechselten oft die Seiten. In einer Zeit ohne wirksames Gewaltmonopol waren sie legitime Unterstützer zur Durchsetzung des privaten Rechts. So jedenfalls, sah der jeweilige Auftraggeber seine Mitkombattanten. Für die jeweiligen Gegner waren die Vitalienbrüder meistens die "Piraten". Erst durch die Geschichtsschreibung entsteht die Legende von Klaus Störtebeker, dem legendären Anführer. Gregor Rohmann erforscht seit Jahrzehnten die zeitgenössischen Quellen und fand keinen Hinweis auf einen "Klaus" Störtebeker im Zusammenhang mit den Söldnern zur See. Vielleicht war "Johannes" Störtebeker aus Danzig gemeint. Der wurde allerdings nie hingerichtet sondern am Ende seines Lebens, friedlich in Rostock eingebürgert. Über die Fahndung nach Klaus Störtebker und was wir heute gesichert über die Vitalienbrüder wissen, darüber spreche ich mit dem Historiker Gregor Rohmann in dieser Episode. Die Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
#42 Die Hanse

#42 Die Hanse

2026-01-2101:09:30

Mit Angela Huang:Die Hanse war das größte Europäische Handelsnetzwerk im Mittelalter. Es erstreckte sich über den ganzen Ostseeraum und darüber hinaus. Die Hanse hatte Niederlassungen in Russland, Norwegen, London und Brügge. Den ersten Hansetag, das Treffen aller aktuellen Mitglieder der Hanse, datieren wir ins Jahr 1358. Auch nach 668 Jahren ist sie bis heute in vielen Fragen eine Black Box. Die Hanse führte kein Mitgliederverzeichnis. Es war nie ganz klar, wer außer Lübeck, Köln und Hamburg gerade mit an Bord war.  Auch Paderborn, Soest oder Magdeburg gehörten ihr zeitweise an. Aber seit wann und wie lange? Kein Mitgliederverzeichnis, keine Angestellten und sowieso kein Organigramm...Und trotzdem wurde sie die Hanse die mächtigste Handelsorganisation des Mittelalters. Ich spreche mit Dr. Angela Huang, der Leiterin der Forschungsstelle zur Geschichte der Hanse und des Ostseeraums am Europäischen Hansemuseum in Lübeck. Was war das Erfolgsrezept der verschwiegenen Kaufleute und warum hielt ihr Ostseemonopol 300 Jahre lang? Das alles und wie jeder von uns sich an der aktuellen Hanseforschung beteiligen kann, hört ihr in dieser Folge. Den link zum citizen science Projekt, die Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
#41 Die Goldene Bulle

#41 Die Goldene Bulle

2026-01-1456:04

Mit Eva Schlotheuber: Karl IV. war hoch arlamiert:"Besonders Du, Mißgunst, hast das christliche Kaisertum (…) mit dem altbösen Gift, das Du wie eine Schlange in verbrecherischer Untat auf die Zweige des Reiches und seine nächsten Glieder gespritzt hast, um nach Einsturz der Säulen das ganze Gebäude als Ruine zusammenstürzen zu lassen - so hast Du also mannigfach Spaltung unter die sieben Kurfürsten des Heiligen Reiches gebracht (…) durch die das Heilige Reich erleuchtet werden soll.“ So beginnt der Text der Goldenen Bulle. Karl IV. fürchtete den Kollaps des römisch-deutschen Reiches. Zerrieben zwischen den Interessen der Päpste und der Kurfürsten. Deshalb verhandelte und verfasste er die "Goldene Bulle". Das erste Grundgesetz des römisch-deutschen Reiches. Karl IV. schaffte es, die Mitspracheansprüche der Päpste bei Königswahlen zurückzudrängen und die Kurfürsten zur Einigkeit zu verpflichten. Ein Meisterstück der Diplomatie. Ich spreche mit Eva Schlotheuber, Professorin für mittelalterliche Geschichte an der Uni Düsseldorf, über Karls hartnäckige Verhandlungen zur Entstehung der Goldenen Bulle und ihre jahrhundertelange Bedeutung für das Reich. Ihre Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Eva Schlotheuber:Die Stadt seines Herzens war Prag. Fast alles, was wir an Sehenswürdigkeiten dort heute noch bewundern, geht auf Karl IV. zurück. Er ließ die Neustadt anlegen, die dreimal größer als die ursprüngliche Stadt war. Mit drei Märkten und 40 Kirchen. Er ließ die Karlsbrücke über die Moldau bauen. Er baute die damals abgebrannte Burg wieder auf und gründete 1348 in Prag die erste Universität im Reich nördlich der Alpen mit deutschsprachigen Gelehrten. Auch kirchenpolitisch war er aktiv. Er sorgte dafür, dass Prag ein eigenes Erzbistum wurde und engagierte den Dombaumeister Peter Parler aus Schwäbisch Gmünd, der den Veitsdom schuf.  Zur Aufbewahrung der Reichsinsignien ließ er eine eigene Burg bauen. 35 km von Prag entfernt. Eine weit sichtbare Höhenburg auf einem Felsen. Hoch oben im Hauptturm ließ er eine mit Gold ausgeschmückte Kapelle errichten. Dort wurden die Krone, die Heilige Lanze, das Reichskreuz, das Zepter und der Reichsapfel verwahrt. Das war keine Burg für Gäste, dort durfte niemand übernachten. Nur das Wachpersonal und die Portraits von Karl an den Wänden beschützten die heiligen Symbole seiner Herrschaft.   Karl kompensierte seine geringe reale kaiserliche Macht durch Symbolik. Er führte wenig Kriege, war aber ein erfahrener Verhandler und Dipolmat. Mit der Goldenen Bulle stabilisierte er das Reich indem er die erste geschriebene Verfassung schuf. Mit Eva Schlotheuber, Professorin für mittelalterliche Geschichte an der Uni Düsseldorf, spreche ich über seine Autobiografie, sein Verhältnis zu seinem Vater und seine Angst vor dem Auseinanderbrechen des Reiches. Ihre Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
#39 Die Pest

#39 Die Pest

2026-01-0101:02:14

Mit Stefan Leenen:1331 brach die Pest im heutigen China aus und wanderte von dort aus westwärts. Sie brauchte 15 Jahre bis sie die Küste der Krim erreichte. In Caffa betrieben Händler aus Genua einen Stützpunkt. Sie handelten mit Getreide und transportierten es über das Schwarze Meer nach Westeuropa.   1346 hatten12 genuesische Galeeren nicht nur Getreide, sondern auch die Pest an Bord und nahmen Kurs auf Süditalien. Sie verursachten die bisher größte medizinische Katastrophe in der europäischen Geschichte. Zwischen 20 und 50 Millionen Menschen fielen der Pest zum Opfer. Etwa ein Drittel der Bevölkerung. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 2 Kilometern pro Tag verbreitete sich die Pest in alle Richtungen: nach Spanien, Frankreich Deutschland. Die Lungenpest führte innerhalb weniger Stunden nach der Ansteckung zum Tod. Die Beulenpest brauchte etwas länger. Die Patienten litten noch zwei bis drei Tage bevor sie starben. Die Krankheit traf arme und reiche, junge und alte, Frauen und Männer gleichermaßen und breitete sich unaufhaltsam aus. Sie schob die Horrormeldungen vor sich her. Die lösten schon Massenhysterien aus, lange bevor die Pest tatsächlich zuschlug. In vielen deutschen Städten brachen Judenpogrome aus. Die Verfolgung der jüdischen Einwohner durch aufgebrachte Massen trat das erste Mal in der Provence auf. Die Hysterie begann lange bevor die Seuche selbst das Land erreichte. Schon die Nachricht vom Schwarzen Tod und die Phantasie, dass Juden die Brunnen vergiftet hätten, reichte für tödliche Hetzjagden. In Basel und Straßburg töteten blutrünstige Bürger 1349 große Teile der jüdischen Bevölkerung. Stadträte, die mäßigend einwirken wollten, wurden von den aufgepeitschten Mordlustigen vertrieben. In Worms, Frankfurt und Mainz verübten die jüdischen Gemeinden nach anfänglicher Gegenwehr Massenselbstmorde. Es waren die bis dahin schlimmsten Pogrome gegen Juden in Deutschland. In unserer Geschichte nur noch übertroffen vom Holocaust. Mit dem Auftreten der Pest wurden fast alle jüdischen Gemeinden in Deutschland vernichtet oder vertrieben. Damit war das jüdische Leben für fast 400 Jahre in Deutschland zerstört. Über Flagellanten, die Ratlosigkeit der Gelehrten, das große Sterben und die anschließende Wirtschaftskrise spreche ich mit Dr. Stefan Leenen, dem Kurator der letzten großen Pestausstellung in Deutschland. Seine Reisetipps und Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Simon Kellner:Simon von "Zeit für History" spricht mit mir über unsere gemeinsame Leidenschaft für Geschichte, was uns dazu bringt, aus ihr jeweils einen Podcast zu machen und was auf diesem Weg schieflaufen kann... Eine Sonderfolge als Blick hinter die Kulissen. Simons Podcast "Zeit für History" findet Ihr hier: https://open.spotify.com/show/773867UfbsmIqhjeUMYVy9?si=f96f462992604400 Oder überall, wo es Podcasts gibt.... #Geschichte #Podcasts #Nerds
Mit Eva Haverkamp-Rott:Vor der langen Geschichte der Unterdrückung, Vertreibung und Verfolgung der Juden in Europa gab es eine Zeit, in der Juden und Christen das Leben in unserem Land gemeinsam geprägt haben. Und über diese Zeit und ihr jähes Ende möchte ich heute sprechen. Im frühen Mittelalter, ab dem 10. Jahrhundert begann die aktive Ansiedlung jüdischer Familien in den Städten entlang des Rheins. Die ottonischen und salischen Kaiser des römisch-deutschen Reiches hatten erkannt, dass die Ansiedlung von jüdischen Kaufleuten aus Italien oder Spanien wie ein Wirtschaftsmotor die Lebensverhältnisse der Menschen verbesserte. Zu der Gründung einer Stadt gehörte die Ansiedlung von jüdischen Kaufleuten. Deshalb wurden die Wohnviertel der Juden oft in der Stadtmitte neben der Kirche gebaut. Viele jüdische Synagogen wurden von christlichen Dombaumeistern errichtet. Mainz, Worms und Speyer waren die ersten Zentren des jüdischen Lebens nördlich der Alpen. Sie waren die größten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden im frühen Mittelalter. Doch was gehörte zu einer jüdischen Gemeinde? Zuerst: die Selbstverwaltung. Die jüdischen Gemeinden hatten einen Rat und eine eigene Gerichtsbarkeit für die Streitigkeiten untereinander. Die Gemeinden waren meistens in der Innenstadt angesiedelt und hatten neben den Wohnvierteln Gemeinschaftseinrichtungen: Eine Synagoge, ein Ritualbad, der Mikwa die aus fließendem Wasser gespeist wird, und in die man mit dem ganzen Körper eintauchen kann, ein Tanzhaus, ein Backhaus, ein Hospital, ein Friedhof, und manche jüdische Gemeinden betrieben eine Hochschule mit angeschlossenem Studierendenwohnheim. Über das jüdisch-christliche Zusammenleben im Mittelalter und die beginnende Verfolgung und Vertreibung spreche ich mit Eva Haverkamp-Rott, Professorin für jüdische Geschichte Kultur im Mittelalter an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ihre Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa  
#37 Die Wittelsbacher

#37 Die Wittelsbacher

2025-12-1758:191

Mit Richard Loibl:Neben den Welfen und den Habsburgern waren die Wittelsbacher die dritte bedeutende Adelsfamilie, die unser Mittelalter nachhaltig geprägt hat. Und trotzdem hat es mit dem Griff zur Kaiserkrone nie dauerhaft geklappt. Über Kaiser Ludwig „den Bayern“ haben wir in der letzten Folge gesprochen. 53 Jahre nach ihm wurde Ruprecht von der Pfalz -auch ein Wittelsbacher -  zum Kaiser gekrönt. Er regierte 10 Jahre, konnte aber nicht viel ausrichten. Danach brauchte es über 330 Jahre bis wieder ein Wittelsbacher Kaiser wurde. Karl VII. regierte aber nur für drei Jahre meistens von Frankfurt aus, weil die Österreicher München besetzt hatten.  Auch seine Kaiserherrschaft war eher glücklos. Warum machte Barbarossa einen Wittelsbacher 1180 zum Herzog von Bayern? Und wie hat die Familie in den anschließenden 845 Jahren die deutsche Geschichte beeinflußt? Darüber spreche ich mit Dr. Richard Loibl, dem Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Martin Kaufhold:Ludwig hatte es besonders schwer. Er hatte nicht nur einen Gegenkönig, den er bekämpfte und einsperren ließ, sondern wurde vom Papst exkommuniziert. Der Bann traf nicht nur ihn persönlich sondern das ganze Reich nördlich der Alpen. Solange Ludwig regierte, verbot der Papst per Interdikt jegliche kirchliche Handlungen im Reich. Gottesdienste, Beerdigungen, Taufen oder Beichten… alles verboten. Über 20 Jahre lang. Aber nicht mit Ludwig dem Bayern: Mit Waffengewalt zwang er die Dominikaner ihre Kirchen für die Gläubigen offen zu halten. Nachdem Ludwig seinen Gegenkönig besiegt hatte, kam er auf eine sehr besondere Idee. Er beschloss mit seinem Konkurrenten zusammen zu regieren. Die erste Doppelspitze in der deutschen Geschichte. Ein völlig neuer Gedanke: Ludwig wollte geeint mit Friedrich von Habsburg dem Papst entgegentreten. Doch das Politikexperiment scheiterte. Der exkommunizierte König ritt 1328 über die Alpen und ließ sich in der Peterskirche zum Kaiser krönen. Über das kämpferische Leben des ersten Wittelsbachers auf dem Königs- und Kaiserthron spreche ich in dieser Episode mit Martin Kaufhold, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Augsburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Martin Kaufhold:Am 7. September 1303 gegen 15.00 Uhr ruft der Papst um Hilfe. Er bangt um sein Leben. Ein militärisches Überfallkommando belagert und beschießt sein Sommerhaus in Anagni. Hier in seinem Heimatort 70 km süd-östlich von Rom verbringt Papst Bonifaz VIII. seinen Sommer. Bis im Morgengrauen des 7. September eine bewaffnete Truppe in die Stadt einfällt und seinen Sommerpalast angreift. Vergeblich flehte der Papst um Hilfe. Sein Palast wurde gestürmt. Die Angreifer verlangten seinen sofortigen Rücktritt. Doch der Papst schmetterte ihnen entgegen: „Ich verliere lieber den Kopf…Hier mein Hals, hier mein Haupt“. Daraufhin misshandelten sie ihn schwer. Drei Tage dauerte die Tortur, bis der alte Herr von den Bürgern der Stadt befreit wurde. Sie vertrieben das französische Überfallkommando und retteten ihren Papst. Doch die Wunden heilten nicht und Bonifaz starb vier Wochen später an den Folgen des Attentats. Was hat diese Gewalttat mit der deutschen Geschichte zu tun? Die Macht des französischen Königs wuchs. Der nächste Papst war ein Franzose und wählte Avignon statt Rom als seine Residenz. Die Stadt in der Provence wurde die nächsten 70 Jahre der Sitz des Papstes. Der starke französische König hatte die französischstämmigen Päpste in Reichweite und dominiert die europäische Politik im Spätmittelalter. Auch die Wahl des römisch-deutschen Königs wollte er beeinflussen. Er schlug seinen Bruder für den deutschen Thron vor. Doch die Kurfüsten einigten sich auf einen Kompromisskandidaten: Heinrich von Luxemburg. Heinrich war Vasall des französischen Königs, stammte aber aus einem Grafenhaus, das zum römisch-deutschen Reich gehörte. Der Graf aus der zweiten Reihe war frankophil und ausreichend machtlos, um sowohl vom französischen König als auch den deutschen Kurfürsten akzeptiert zu werden. Wie Heinrich von Luxemburg seiner Familie das Königreich Böhmen sicherte und sie dadurch zu einer der mächtigsten Sippe im Reich machte, darüber spreche ich mit Martin Kaufhold, Professor für mittellaterliche Geschichte an der Uni Augsburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Jürgen Sarnowsky:Warum der geistliche Ritterorden 4000 Kilometer von seinem Gründungsort im Heiligen Land entfernt an der Ostseeküste seine neue Heimat fand, und wie daraus das Herzogtum Preußen entstand, das besprechen wir heute. Der Deutsche Orden wurde 1190 im heutigen Israel in der Hafenstadt Akkon gegründet. Kaufleute aus Bremen und Lübeck wollten Pilgern Schutz, Unterkunft und vor allem Krankenversorgung bieten. Das war in der Zeit des dritten Kreuzzuges, bei dem Barbarossa  schon auf dem Hinweg ums Leben gekommen war. Wir haben in der Folge #24 zu Richard Löwenherz über diesen dritten Kreuzzug gesprochen. Für die deutschen Kreuzfahrer war er ein Desaster.  Die übriggebliebenen Deutschen, die es nach Palästina geschafft hatten, belagerten die Hafenstadt Akkon und brauchten diese medizinische Unterstützung dringend. Erst als der englische und der französische König eintrafen, wurde Akkon erobert. Und aus dieser Keimzelle, eines Hospitals vor den Toren der belagerten Stadt, wurde ziemlich schnell eine große Organisation. Denn einerseits stifteten viele Menschen aus der Heimat an den Deutschen Orden um den Kreuzzug und die Versorgung der Pilger zu unterstützen, und andererseits gab es auch viele junge Männer, die sich dem Orden anschlossen. 1226 wurde der Deutsche Orden von Palästina an die Ostsee gerufen, um die heidnischen Prussen zu christianisieren. Mit einem jahrelangen Kreuzzug entlang der Ostseeküste unterwarf der deutsche Orden die Prussen und missionierte sie. 1309 verlegte der Hochmeister des Deutschen Ordens seinen Sitz von Venedig in die Marienburg bei Danzig. Er war der Regierungschef des Deutschordensstaates Preußen. Aber: Was war der Deutsche Orden überhaupt? Ritter oder Mönche. Und warum waren sie an so weit voneinander entfernten Orten gleichzeitig aktiv? Darüber spreche ich mit Jürgen Sarnowsky, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Hamburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Martin Kaufhold:Rudolf von Habsburg dachte hielt die Nachricht für einen Scherz. Er war ein Graf von regionaler Bedeutung. Seine Familie stammte aus der heutigen Nordschweiz. Rudolf belagerte gerade Basel, da erreichte ihn im Feldlager nachts die Nachricht: Die Kurfürsten wollten ihn zum König wählen. Nach einem Vierteljahrhundert ohne einen allseits akzeptierten Herrscher, einigten sich die Kurfürsten im Jahr 1273 auf diesen „armen Grafen“. Rudolf war so überrascht, dass er es selbst kaum glauben wollte. Wahrscheinlich haben sie gedacht, mit ihm als König hätte niemand etwas zu befürchten. Wir sind im Jahr 1273. Das Hochmittelalter mit den mächtigen Kaisern des Heiligen Römischen Reiches war vorbei. Die Päpste hatten den Machtkampf gewonnen. Der letzte Staufer Konradin war auf dem Marktplatz von Neapel enthauptet worden. Die sieben deutschen Kurfürsten sollten einen neuen König zu küren. Doch das klappte nicht: Fast ein Viertaljahrhundert lang, konnten sie sich nicht einigen. 1273 war es so weit. Sie votierten für Rudolf von Habsburg. Doch sollten sie ihn tatsächlich für schwach gehalten haben, dann haben sie sich gründlich verschätzt. Während seiner Könisgherrschaft sorgte Rudolf für den Aufstieg der Habsburger in Österreich und der Steiermark. Über den konsequenten Machtausbau des Aufsteigers spreche ich mit Martin Kaufhold, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Augsburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Willem Fromm: Jetzt betritt einen neue Gesellschaftsschicht die Bühne unserer Geschichte. Bisher haben wir über Kaiser, Könige, Päpste, Bischöfe und Herzöge gesprochen. In der Mitte des 13. Jahrhunderts, haben Menschen wie Du und ich Premiere: Die Bürger. Durch den Wirtschaftsboom im Hochmittelalter und der damals neuen Geldwirtschaft wurden die Kaufleute und Handwerker in Köln so reich, dass sie alleine das Sagen in der Stadt haben wollten. Ohne ihren Landesherren, den Erzbischof. Die Bürger dieser einzigen deutschen Großstadt im Mittelalter mit schätzungsweise 40.000 Einwohnern drangen auf Selbstverwaltung. Die Bürgerschaft bestand aus zwei großen Machtblöcken: Den Zünften der Handwerker und den Patriziern. Die Patrizier waren reiche Kaufleute, die in der "Richerzeche", der Bruderschaft der Reichen, organisiert waren. Über den Freiheitskampf der Kölner Bürger und das Leben in der größten deutschen Stadt des Mittelalters spreche ich mit dem Podcaster Willem Fromm. Seine Reisetipps und "Lümmelfotos" findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Zu Willems Podcast "Eine Geschichte der Stadt Köln" gehts hier lang: https://open.spotify.com/show/6kk7THL3rdJAmWU4Nj3jPV?si=8150896ee2274688 "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Barbara Schock-Werner:Der Kölner Dom war ein Jahrtausendprojekt im politischen Chaos. Mitten im Interregnum, der herrscherlosen Zeit, wollten die Kölner das größte Gebäude der Christenheit bauen. In Frankreich war ein Baustil in Mode gekommen, der das Prinzip der dicken dunklen Wände durch eine neuartige Architektur ersetzte. Wändflächen bestanden jetzt aus großdimensionierten Fenstern, die den Kirchenraum in buntes Licht tauchten. Die Spitzbogenarchitektur verbesserte die Statik und gab den Baumeistern die Freiheit, die Gesamtkonstruktion des Gotteshauses als Skelett aus Pfeilern, Streben und Spitzbögen zu bauen. Statt Außenwänden setzten sie bunte Fenster ein, die mit den Sonnenstrahlen spielen. Am Beginn der Geschichte des Kölner Doms steht sein erster Dombaumeister: Meister Gerhard. Über sein Leben vor dem Kölner Dom weiß man so gut wie nichts. Höchstwahrscheinlich hat er in Frankreich die damals neuen gotischen Bauten gesehen. Vielleicht hat er auch bei dem Bau der Kathedrale von Amiens mitgearbeitet. Jedenfalls war er der Kopf hinter dem Jahrtausendprojekt. Über die Genialität von Meister Gerhard, die Geheimnisse der Steinmetzbruderschaften und die Schwierigkeit des Bauens im Mittelalter spreche ich mit Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin von Köln. Die Reisetipps der Vorsitzenden des Zentralen Dombauvereins findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Martin Kaufhold:Der absolute Tiefpunkt des deutschen Mittelalters. Das nackte Chaos. Ein Kaiserreich ohne Kaiser. Der letzte glanzvolle Stauferkaiser Friedrich II. war 1245 vom Papst abgesetzt worden. 5 Jahre später starb Friedrich II. in Süditalien. Damit endete Folge #28. Jetzt mussten die deutschen Fürsten einen neuen König wählen und konnten sich aber nicht einigen. 23 Jahre lang. Sie waren zu verstritten und haben es 23 Jahre nicht auf die Reihe gekriegt. Fast ein Vierteljahrhundert hatte das Deutsche Reich keinen Kaiser und keinen König, der wirklich was zu sagen hatte. „Interregnum“ also „Zwischenregierungszeit“ wird diese Periode genannt. Keiner sorgte für Recht und Ordnung. Fehden brachen aus, Raubritter machten das Land unsicher. Eine Phase von Stagnation, Chaos und Anarchie. Aber stimmt das wirklich? Oder muss man das anders sehen? Vielleicht gab es gar kein Machtvakuum? Vielleicht kam man ganz gut ohne einen König aus? Darüber spreche ich heute mit Martin Kaufhold. Er ist Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Augsburg und hat das Standardwerk über das Interregnum geschrieben. Seine Reisetipps und mher Infos findet Ihr unter www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
#29 Der Sachsenspiegel

#29 Der Sachsenspiegel

2025-10-2250:251

Mit Heiner LückWenn einem im Mittelalter Unrecht geschehen war, dann konnte man nirgendwo nachschauen, wie der Täter bestraft werden könnte und ob man Anspruch auf Schadensersatz hat. Denn Gesetzbücher gab es damals nicht. Die gesamte Vorstellung von Recht und Ordnung war mündlich überliefert. Was zu einer Hochzeit dazu gehört, wie ein Diebstahl bestraft wird, wer den König wählt, oder was passiert, wenn jemand im Badehaus die Klamotten verwechselt. Für all diese Fälle gab es zwar Regeln, die waren aber nirgendwo gesammelt aufgeschrieben.  Bis Graf Hoyer von Falkenstein um das Jahr 1220 herum Eike von Repgow bat, alle Regeln, aus dem Recht der Sachsen aufzuschreiben. Und zwar nicht auf Latein, sondern auf Deutsch: auf „Mittelniederdeutsch“ um genau zu sein. Diese Sammlung schrieb Eike von Repgow zum Teil aus dem Kopf auf, weil es sich um mündlich überlieferte Rechtssätze handelte. Andere Teile hat er aus unterschiedlichen Handschriften in Kloster- und Dombibliotheken zusammengestellt. Der Sachsenspiegel ist eine der ältesten Regelsammlungen Deutschlands. Strafrecht, Öffentliches Recht, Vertragsrecht, Prozessrecht … alles was Eike wusste und finden konnte. Der Sachsensspiegel ist nicht nur eines der ältesten deutschen Rechtsbücher, er gibt auch einen Blick frei auf die Lebensverhältnisse vor 800 Jahren in unserem Land. Darüber spreche ich mit dem Juristen und Rechtshistoriker Prof. Dr. Heiner Lück von der Universität Halle. Seine Reisetipps und Fotos von den Bilderhandschriften findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Julia Becker:Friedrich II. den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches nannten seine Zeitgenossen bewundernd: Das Staunen der Welt. Wir sind im 13. Jahrhundert. Heinrich VI. hatte das deutsch-römische Reich von der Nordsee bis nach Sizilien ausgeweitet. Er starb allerdings mit Anfang 30. Sein Sohn Friedrich war mit zwei Jahren deutlich zu jung, um die Macht zu übernehmen. Daraufhin brach ein Thronstreit im deutsch-römischen Reich aus, der 14 Jahre dauerte. Nach drei Königen aus der Familie der Staufer wollte nun endlich die Familie der Welfen den Königs- und Kaiserthron für sich. Otto IV. setzte sich schließlich durch. Aber er blieb der einzige Welfe auf dem Königsthron. Denn er hielt sich nicht an seine Wahlversprechen, und  verlor bald den Rückhalt des Papstes und die Königskrone. In dieser Situation wurde von der staufischen Partei Friedrich II. wiederentdeckt. Er war inzwischen 17 Jahre alt und fern vom deutsch-römischen Thronstreit als Vollwaise in Palermo aufgewachsen. Über das schillernde Leben des letzten Kaisers aus der Familie der Staufer spreche ich in dieser Episode mit der Historikerin Dr. Julia Becker vom Schelling Forum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an der Uni Würzburg. Ihre Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
Mit Tobias Enseleit:Die Nibelungensage war schon Jahrhunderte alt, als sie aufgeschrieben wurde. Das Drama um Siegfried, Kriemhild, Gunther, Brünhild und Hagen von Tronje war im 13. Jahrhundert so populär, dass ein unbekannter Schreiber aus Passau sie auf Pergament festgehalten hat: 2400 Strophen nicht auf Latein, sondern auf deutsch, bzw. Mittelhochdeutsch. Damit lag sie im Trend. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts hatten auf deutsch geschriebene Texte Konjunktur. Über den Beginn der geschriebenen deutschen Sprache sprechen wir heute. Was faszinierte die Menschen im Mittelalter so sehr am Nibelungenlied? Steckt darin ein historischer Kern? Wer war zum Beispiel Siegfried? In der Renaissance gerieten die Nibelungen in Vergessenheit. 250 Jahre lang, hat sich keiner mehr für sie interessiert, bis sie im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurden und zum Nationalepos aufstiegen. Noch heute dient der Text als Vorlage für große Dramen. Was macht ihn so unkaputtbar? Darüber spreche ich mit Tobias Enseleit, Historiker und Germanist. Tobias ist einer der Köpfe hinter Mittelalter.digital, einer sehr empfehlenswerten Plattform, die Wissenschaftskommunikation mit Populärkultur zum Thema Mittelalter vernetzt. Hier der link: https://mittelalter.digital/ Seine Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa
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