DiscoverUni? Sicher! Deutsch 2 - Training Hörverstehen (2013)
Uni? Sicher! Deutsch 2 - Training Hörverstehen (2013)

Uni? Sicher! Deutsch 2 - Training Hörverstehen (2013)

Author: Deutsch mit Armin

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An wen richtet sich „Training Hörverstehen“?
„Training Hörverstehen“ richtet sich in erster Linie an Lernerinnen und Lerner, die ein sehr hohes Kompetenzniveau im Deutschen erreichen wollen. Hervorragend können Sie mit diesem Buch im Selbststudium arbeiten, denn zu allen Aufgaben und Übungen findet man die Lösungen im Lösungsschlüssel. Für den Einsatz im Unterricht ist „Training Hörverstehen“ ebenfalls bestens geeignet, denn die Dozentinnen und Dozenten finden hier für jedes Niveau zahlreiche passende Aufgaben, mit denen sie ihren Unterricht noch abwechslungsreicher gestalten können.

Welche Aufgaben finde ich im „Training Hörverstehen“?
In den 21 thematischen Einheiten finden Sie insgesamt 198 Übungen zum globalen, selektiven und detaillierten Hören. Die Aufgaben sind überwiegend geschlossen oder halboffen, damit die Lernerinnen und Lerner im Selbststudium alle Lösungen nachvollziehen können. Jede Einheit enthält Prüfungsaufgaben für TestDaF, DSH und FSP. Die zahlreichen Diktate und das Training wissenschaftlicher Strukturen sind Wortschatzfestigungsübungen.

Was finde ich wo?
Neben jeder Aufgabennummer finden Sie die Tracknummer für die Audio-CD und die Laufzeit, die Angabe zum Niveau und die Seitenangabe für den Lösungsschlüssel sowie die Hinweise auf standardisierte Prüfungsformate. Die Transkription der Hörtexte und die Lösungen finden Sie im Lösungsschlüssel. Ihnen allen wünschen wir viel Spaß und viel Erfolg beim Einsatz von „Training Hörverstehen“.

Verzeichnis der Tonaufnahmen
01. Intro (01’02’’)
02. Die Ökonomie der Sprache (06’59’’)
03. Die Ökonomie der Sprache: Aufgabe 8 (01’34’’)
04. Die Ökonomie der Sprache: Aufgabe 9 (14’12’’)
05. Unis in Ostdeutschland immer beliebter (08’03’’)
06. Unis in Ostdeutschland immer beliebter: Aufgabe 5 (01’28’’)
07. Unis in Ostdeutschland immer beliebter: Aufgabe 6 - Diktat 1 (10’38’’)
08. Unis in Ostdeutschland immer beliebter: Aufgabe 11 - Diktat 2 (12’52’’)
09. Äpfel - gesünder als gedacht (08’44’’)
10. Äpfel - gesünder als gedacht: Aufgabe 3 (11’14’’)
11. Äpfel - gesünder als gedacht: Aufgabe 4 - Diktat 1 (10’16’’)
12. Äpfel - gesünder als gedacht: Aufgabe 8 (24’37’’)
13. Äpfel - gesünder als gedacht: Aufgabe 10 - Diktat 2 (14’16’’)
14. Herausforderung Klimawandel (10’22’’)
15. Herausforderung Klimawandel: Aufgabe 4 (01’39’’)
16. Herausforderung Klimawandel: Aufgabe 5 - Diktat 1 (12’26’’)
17. Herausforderung Klimawandel: Aufgabe 10 - Diktat 2 (14’24’’)
18. Heilpflanzen (09’21’’)
19. Heilpflanzen: Aufgabe 2 (08’04’’)
20. Heilpflanzen: Aufgabe 8 (20’38’’)
21. Optimierung künstlicher Gelenke (07’12’’)
22. Optimierung künstlicher Gelenke: Aufgabe 4 (01’28’’)
23. Sicher surfen im Internet (07’35’’)
24. Sicher surfen im Internet: Aufgabe 4 (01’27’’)
25. Sicher surfen im Internet: Aufgabe 6 (02’17’’)
26. Sicher surfen im Internet: Aufgabe 8 (01’49’’)
27. Sicher surfen im Internet: Aufgabe 10 - Diktat (11’59’’)
28. Von der Weisheit der Natur lernen (10’42’’)
29. Von der Weisheit der Natur lernen: Aufgabe 6 (03’14’’)
30. Von der Weisheit der Natur lernen: Aufgabe 8 (14’38’’)
31. Von der Weisheit der Natur lernen: Aufgabe 9 - Diktat (11’58’’)
32. Klimaschutz: Ziele bis 2050 (07’53’’)
33. Klimaschutz: Ziele bis 2050: Aufgabe 4 (01’25’’)
34. Klimaschutz: Ziele bis 2050: Aufgabe 7 - Diktat (08’05’’)
35. Klimaschutz: Ziele bis 2050: Aufgabe 10 (04’04’’)
36. Ist Fleisch böse? (06’07’’)
37. Ist Fleisch böse?: Aufgabe 4 (01’18’’)
38. Super-Sonnensturm (06’19’’)
39. Super-Sonnensturm: Aufgabe 4 (01’20’’)
40. Erkältungen auskurieren (08’09’’)
41. Erkältungen auskurieren: Aufgabe 4 (04’45’’)
42. Erkältungen auskurieren: Aufgabe 6 (19’21’’)
43. Erkältungen auskurieren: Aufgabe 9 - Diktat (12’29’’)
44. Windenergie (09’47’’)
45. Windenergie: Aufgabe 4 (01’01’’)
46. Windenergie: Aufgabe 9 - Diktat (09’51’’)
47. Rente mit 67 - richtig und wichtig? (10’05’’)
48. Rente mit 67 - richtig und wichtig?: Aufgabe 5 (01’15’’)
49. Rente mit 67 - richtig und wichtig?: Aufgabe 8 (01’25’’)
50. Was ist Synästhesie? (11’30’)
51. Was ist Synästhesie?: Aufgabe 5 und 7 (06’02’’)
52. Was ist Synästhesie?: Aufgabe 6 (03’58’’)
53. Was ist Synästhesie?: Aufgabe 8 (12’26’’)
54. Bundesregierung beschließt Ausstieg … (07’53’’)
55. Bundesregierung beschließt Ausstieg …: Aufgabe 5 (01’20’’)
56. Bundesregierung beschließt Ausstieg …: Aufgabe 10 - Diktat (11’50’’)
57. Sauerkraut Powerkraut (07’29’’)
58. Sauerkraut Powerkraut: Aufgabe 2 (01’33’’)
59. Sauerkraut Powerkraut: Aufgabe 9 - Diktat (11’57’’)
60. Berufsbegleiter (05’31’’)
61. Berufsbegleiter: Aufgabe 9 - Diktat (12’07’’)
62. Fleischfrage (07’29’’)
63. Fleischfrage: Aufgabe 3 (07’57’’)
64. Streitpunkt Kernenergie (10’53’’)
65. Streitpunkt Kernenergie: Aufgabe 2 (01’37’’)
66. Streitpunkt Kernenergie: Aufgabe 7 - Diktat (08’59’’)
67. Wirtschaftssysteme (09’59’’)
68. Wirtschaftssysteme: Aufgabe 2 (01’16’’)
68 Episodes
Reverse
68 - Wirtschaftssysteme – Aufgabe 2Aufgabe 2:1) nicht das gleiche2) in einem Land3) Volkswirtschaft4) Wirtschaftssubjekte5) darum6) produziert7) und8) Ergebnisse
Wirtschaftssysteme

Wirtschaftssysteme

2019-11-1509:5726

67 - WirtschaftssystemeYouTube-Kanal21. WirtschaftssystemeTranskription des Textes „Wirtschaftssysteme“Der Begriff „Wirtschaftssystem“ wurde ursprünglich von Werner Sombart, einem deutschen Volkswirt,1863–1941, eingeführt und bezog sich auf wirtschaftsgeschichtliche und wirtschaftssoziologische Entwicklungen. Ist die Definition auch noch heute gültig?Nur teilweise. Heute versteht man unter dem Begriff nicht das gleiche wie zu Zeiten Sombarts. Das Wort „Wirtschaftssystem“ bedeutet jetzt die Ordnung der Gesamtheit des Wirtschaftslebens in einem Land, das nennen wir auch „Volkswirtschaft“. Im Mittelpunkt steht die Koordination der Einzelpläne der privaten und öffentlichen Wirtschaftssubjekte und der Wirtschaftsprozesse. Dabei geht es insbesondere darum, welche Güter, wie viele, wann und wo produziert werden. Des Weiteren ist wichtig, welche Arbeitskräfte und Produktionsmittel an welcher Stelle des Wirtschaftsprozesses eingesetzt werden. Als dritter Faktor gilt schließlich, wie die Ergebnisse des Prozesses verteilt werden.Der Begriff „Wirtschaftssystem“ bildet also den analytischen Oberbegriff. Wie definiert man dann einen Wirtschaftsprozess?Der Oberbegriff „Wirtschaftssystem“ beschreibt nach dem systemtheoretischen Ansatz den Wirtschaftsprozess. Der Wirtschaftsprozess ist von den Menschen geformt, und zwar in ihrer Eigenschaft als Produzenten und Konsumenten. Es handelt sich dabei um einen Ablauf der Produktion und des Konsums. Dieser Ablauf wird entweder durch den Markt selbst oder auch zentral gesteuert, zum Beispiel durch die Politik koordiniert.Wodurch wird dieser Wirtschaftsprozess beeinflusst?Dieser Wirtschaftsprozess, im Wesentlichen also derAblauf der Produktion und des Konsums, wild durchzwei Faktoren beeinflusst: durch die Wirtschaftsordnung und durch die Wirtschaftsfaktoren. Einerseits wird der Wirtschaftsprozess durch die Wirtschaftsordnung geformt. Diese Wirtschaftsordnung ist einmal die gesetzlich geschaffene Wirtschaftsverfassung; die Frage, was ist legal, was darf man und ferner die gewachsene kulturelle und sittlich-moralische Ordnung, also die Frage, welches Handeln ist moralisch, was tut man nicht, auch wenn es erlaubt ist, wie geht man miteinander um, welche ungeschriebenen Normen gibt es zum Beispiel im Handel. Das gehört alles zur Wirtschaftsordnung. Andererseits wird der Wirtschaftsprozess durch unterschiedliche Wirtschaftsfaktoren beeinflusst. Dazu zählen zum Beispiel die vorhandenen Ressourcen oder das Humankapital.Nicht alle Wirtschaftssysteme haben sich in gleicher Form entwickelt: Wie kann man die unterschiedliche Entwicklung der Wirtschaftssysteme erklären?Hinsichtlich der Entwicklung von Wirtschaftssystemen bestehen zwei unterschiedliche Auffassungen: eine geschichtliche und eine politische. Zum einen wird die unterschiedliche Entwicklung dadurch erklärt, dass sich Systeme durch historische Einflüsse anders geformt haben. Die Entwicklung wird also auf geschichtliche Gesetzmäßigkeiten zurückgeführt. Der deutsche Ökonom Walter Eucken hat dies als Denken in geschichtlichen Entwicklungen bezeichnet. Zum anderen wird die Entwicklung von Wirtschaftssystemen als Ergebnis politischer Entscheidungen betrachtet. Das bedeutet im Allgemeinen, dass politische Faktoren die Entwicklung jedes Wirtschaftssystems beeinflussen. Eucken bezeichnete dies als Denken in Ordnungen.Wie lässt sich das Wirtschaftssystem zum Beispiel von Kultur und Politik abgrenzen?Da gibt es schon eine klare Linie, mindestens theoretisch. Ein Wirtschaftssystem ist nach der Systemtheorie ein analytischer Oberbegriff für all diejenigen Elemente und Strukturen, die sich als Teil des Gesellschaftssystems von anderen Teilsystemen wie Politik und Kultur abgrenzen lassen. Diese Abgrenzung erfolgt dadurch, dass man versucht, angesichts knapper Güter möglichst effizient die meisten Bedürfnisse zu befriedigen. Es geht um die Frage: Wie erstellt man, verteilt und verbraucht man Güter, so dass die Prozesse effizient ablaufen. Bei Politik und Kultur geht es um andere Ziele, nicht um die Effizienz der Produktion, der Verteilung und des Konsums.Was gehört zu einem Wirtschaftssystem?Jedes Wirtschaftssystem hat drei wichtige Bestandteile. Es umfasst erstens die wirtschaftlichen Elemente und Akteure, vor allem private und öffentliche Haushalte sowie Unternehmen, und deren Verfügungsgewalt über Produktions- und Verbrauchmittel. Hinzu kommen zweitens die wirtschaftlichen Beziehungen. Unter dem Begriff„wirtschaftliche Beziehungen“ versteht man die Produktions-, Distributions- und Konsumprozesse in und zwischen den Wirtschaftseinheiten. Und schließlich ist drittens die wirtschaftliche Ordnung Bestandteil des Wirtschaftssystems. Diese wirtschaftliche Ordnung entsteht aus dem Zusammenwirken der Elemente und der Akteure und sie beruht auf den institutionellen Regelnbezüglich Eigentum, Vertrag, Markt und Tausch.Welche Aufgaben umfasst ein Wirtschaftssystem?Allgemein gesagt umfasst jedes Wirtschaftssystem die Erstellung, die Verteilung und den Verbrauch von Gütern unter dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Ziel ist die Befriedigung des privaten und öffentlichen Bedarfs. Ein Wirtschaftssystem hat viele Aufgaben zu erfüllen. Als wichtigste wäre die Zuordnung der ökonomischen Entscheidungsbefugnisse zu nennen. Im Wesentlichen geht es dabei um die Frage: Wer entscheidet – das Individuum oder die Behörde? Eine andere Aufgabe ist die Kontrolle der sachgemäßen Verwendung der Produktionsmittel, anders gesagt, wer kontrolliert und wer entscheidet – der Markt und der Wettbewerb oder der Staat und die Planung? Eine dritte Aufgabe wäre die Information der Wirtschaftssubjekte über ökonomisch relevante Fakten. Wie werden Preise gebildet – frei oder staatlich festgesetzt? Aber auch das Anreizen der Wirtschaftssubjekte zu effizientem und innovativem Verhalten und die Koordination der Planungen und Handlungen der Wirtschaftssubjekte im arbeitsteiligen Wirtschaftsprozess sind wichtige Aufgabenbereiche.Wirtschaftssysteme unterscheiden sich voneinander. Was sind die wesentlichen Formen?Alle Wirtschaftssysteme besitzen eine Struktur oder eine Ordnung. Die letzte hängt von den ökonomischen Ordnungsprinzipien, den Mechanismen und Regelungen ab. Die praktizierte Wirtschaftspolitik und die verfolgte Ordnungspolitik verändern das Wirtschaftssystem wesentlich. Infolgedessen sind als grundsätzliche Formen zwei zu nennen: die Marktwirtschaft und die Zentralverwaltungswirtschaft,auch Planwirtschaft genannt. Für die Marktwirtschaft sind charakteristisch: das Privateigentum an Produktionsmitteln, die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage und eine dezentrale Planung der Wirtschaftsprozesse. Die Zentralverwaltungswirtschaft oder die Planwirtschaft kennzeichnet sich zum Beispiel durch das Kollektiv- oder Staatseigentum an Produktionsmitteln, festgelegte Preise und Löhne und eine zentrale Planung der Wirtschaftsprozesse.Kann man jedes Wirtschaftssystem einem dieser Typen zuordnen?Nein, es gibt eine Vielzahl von Wirtschaftssystemen. In der Realität treten fast ausschließlich Mischformen auf. Diese zwei Formen sind idealtypischer Natur: der Kapitalismus und der Sozialismus. Zudem gibt es gesellschaftstheoretische und gesellschaftspolitische Versuche, einen Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus zu verwirklichen. Die Sehnsucht nach einer Versöhnung dieser beiden Formen kommt beispielhaft zum Ausdruck in der „humanen Wirtschaftsdemokratie“ des tschechisch-schweizerischen Wirtschaftswissenschaftlers Ota Sik, oder in der „regulierten Marktwirtschaft“ von Michail Gorbatschow. Auch die „soziale Marktwirtschaft“, die sich als Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesrepublik Österreich etabliert hat, ist eine Mischform.
66 - Streitpunkt Kernenergie - Diktat - Aufgabe 7Aufgabe 7: DiktatEinem schnellen Ausbau der Kernenergie stehen zunächst die heute sehr geringen industriellen und personellen Kapazitäten entgegen. Bereits jetzt befürchten viele Staaten Schwierigkeiten bei der Aufsicht über die Kernkraftwerke. Angesichts der begrenzten Uran-Ressourcen wäre bei einem massiven Ausbau der Kernenergie bereits innerhalb weniger Jahrzehnte der Brennstoff erschöpft. Es kommt hinzu, dass bisher alle großen Industrienationen noch weit davon entfernt sind, die Frage der Endlagerung in einer gesellschaftlich akzeptierten Form zu lösen. Bei einem massiven Ausbau der Kernenergie auch in Staaten, die bisher keine Kernenergie nutzen, würde sich das Problem der Endlagerung vervielfältigen. (90 Wörter)
65 - Streitpunkt Kernenergie – Aufgabe 2Aufgabe 2:2) Kernenergie 3) bislang4) 70 5) G10-Staaten6) gering 7) Stagnation 8) großen Teil 9) Mehrere hundert 10) ersetzt 11) würden 12) Ausbaus
Streitpunkt Kernenergie

Streitpunkt Kernenergie

2019-11-1510:5114

64 - Streitpunkt KernenergieYouTube-Kanal20. Streitpunkt KernenergieTranskription des Textes„Streitpunkt Kernenergie“Sehr geehrte Damen und Herren,seit die Politik, die Medien und die Gesellschaft den Klimawandel als ein ernstzunehmendes Problem wahrnehmen, werfen einzelne Experten wieder die Frage auf, 0b die Kernenergie nicht doch eine positive Zukunft hat. Bei der 'Suche nach einem Klimaretter beschränkt sich die Diskussion jedoch häufig nur auf das Argument, dass Kernkraftwerke vermeintlich CO₂-freien Strom erzeugen. Ob die Kernenergie in Deutschland oder weltweit überhaupt einen Beitrag dazu leisten könnte, den Klimawandel aufzuhalten, und welche Risiken damit verbunden wären, bleibt oftmals unberücksichtigt.Dabei werden mit den Investitionen von heute entscheidende Weichen für den Energiemix in den nächsten Jahrzehnten gestellt. Wenn die Politik hier den Kurs einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Entwicklung ansteuern will, müssen aus Sicht des Öko-Instituts alle wichtigen Faktoren in die Entscheidung einbezogen werden. Welches Potenzial zur CO₂-Einsparung hat die Kernenergie tatsächlich? Wie ist die heutige Sicherheit von Kernkraftwerken zu bewerten? Welche Auswirkungen haben die im Jahr 2010 beschlossenen Verlängerungen der Laufzeiten für Kernkraftwerke für die Gesellschaft?Um diese Fragen zu beantworten, ist zunächst von Interesse, welche Bedeutung die Kernenergie heute für die weltweite Energieversorgung hat. Hier zeigt sich, dass Kernenergie bislang nur eine Technik der großen Industrienationen ist. So werden etwa 70 Prozent aller Kernkraftwerke weltweit alleine in denG10-Staaten betrieben. Dementsprechend bleibt ihr Anteil an der weltweiten Primärenergieerzeugung auch sehr gering. Nach zwei Jahrzehnten der Stagnation beginnt zudem der bestehende Kraftwerkspark zu veralten, denn die heute laufenden Kernkraftwerke wurden zu einem großen Teil noch in den 1970er Jahren konzipiert. Mehrere hundert Kernkraftwerke müssten in den nächsten zwei Jahrzehnten ersetzt werden, um überhaupt das heutige Niveau der Kernenergie aufrechtzuerhalten. Selbst wenn alle bisher angekündigten Neubauvorhaben umgesetzt würden, bliebe bestenfalls der bisherige Bestand erhalten. Eine echte „Renaissance“ im Sinne eines erheblichen Ausbaus der heutigen Kernenergie zeichnet sich dagegen nicht ab.Wer die Kernenergie als mögliche Alternative bewerten möchte, muss zunächst die Frage nach der Sicherheit stellen. Fundamental ist dabei zunächst, dass bis heute das Risiko schwerer Unfälle bleibt, wie die jüngsten Unfälle in Japan im März 2011 zeigen. Und das obwohl die Kerntechnik bereits seit einem halben Jahrhundert genutzt wird. Durch einen schweren Reaktorunfall können weite Landstriche unbewohnbar werden, die gesundheitlichen, sozialenund ökonomischen Folgen wären katastrophal. Beispiele von Barsebäck über Brunsbüttel bis Forsmark belegen, dass wir diese Technik auch heute noch nicht sicher beherrschen. Auch für Anlagen neueren Typs wie sie derzeit zum Beispiel in Frankreich und Finnland gebaut werden, besteht weiterhin das Risiko einer Kernschmelze. Eine ganz neue Generation von Reaktoren, die vermeintlich alle bestehenden Schwierigkeiten löst, gibt es bisher nicht einmal auf dem Reißbrett. Für einen Ausbau der Kernenergie in den nächsten Jahrzehnten würden die heute als Generation IV bezeichneten Konzepte deshalb auch keine Rolle spielen.Und selbst bei weiteren technischen Verbesserungen lässt sich eine vollständige Sicherheit nicht erreichen. Denn: Die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik stellt einen potenziellen Risikofaktor dar. Auch besteht die Gefahr, dass Terroristen Anschläge auf Kernkraftwerke verüben.Aber ist die Kernenergie dann wenigstens wirtschaftlich interessant? Keineswegs, denn während bei vielen regenerativen Energien die Kosten neuer Anlagen beständig abnehmen, ist bis zur Inbetriebnahme eines Kernkraftwerks nach wie vor ein immenserKapitalbedarf erforderlich. Angesichts der hohen Anfangsinvestitionen, langen Amortisationszeiten und damit verbundenen hohen wirtschaftlichen Risiken sind neue Kernkraftwerke daher nicht so attraktiv, dass die Energiewirtschaft von selbst massiv in diese Technik investiert. Nur mit erheblichen staatlichen Subventionen lassen sich Unternehmen in liberalisierten Strommärkten zu Investitionen in die Kerntechnik bewegen. Schließlich sind auch die wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Unfalls so groß, dass sie vom Unfallverursacher nicht gedeckt werden können, dieses Risiko wird daher praktisch vollständig von der Gesellschaft getragen.Angesichts der globalen Herausforderung des Klimawandels heben Experten immer wieder hervor, dass die Kernenergie nahezu klimaneutral sei. Doch angesichts des niedrigen Anteils der Kernenergie an der weltweiten Primärenergieerzeugung bleibt ihr tatsächlicher Beitrag zum Klimaschutz gering. Nur wenn die Kernenergie von den heute laufenden 442 auf 1.000 bis 1.500 Anlagen ausgebaut würde, könnte sie überhaupt eine wichtige Rolle beim weltweiten Klimaschutz spielen.Doch sind solche Ausbauszenarien überhaupt realistisch? Nein, denn sie verschärfen vielmehr massiv weitere, auch heute bereits vorhandene Probleme. Einem schnellen Ausbau der Kernenergie stehen zunächst die heute sehr geringen industriellen und personellen Kapazitäten entgegen. Bereits jetzt befürchten Staaten wie China angesichts ihrer ambitionierten, wenn auch im Vergleich zum chinesischen Energieverbrauch relativ unbedeutenden Ausbaustrategien, Schwierigkeiten bei der Aufsicht über die Kernkraftwerke. Angesichts der begrenzten Uran-Ressourcen wäre bei einem massiven Ausbau der Kernenergie bereits innerhalb weniger Jahrzehnte der Brennstoff erschöpft. Es kommt hinzu,dass bisher alle großen Industrienationen noch weit davon entfernt sind, die Frage der Endlagerung in einer gesellschaftlich akzeptierten Form zu lösen. Bei einem massiven Ausbau der Kernenergie auch in Staaten, die bisher keine Kernenergie nutzen, würde sich das Problem Endlagerung vervielfältigen.Bereits heute führen der Bau einer Urananreicherungsanlage und die Tests von Kernwaffen zu erheblichen weltpolitischen Spannungen. Haben immer mehr Länder durch ambitionierte Kernenergieprogramme Zugriff auf nukleare Technologien und Spaltmaterialien, wird es aber immer schwerer, eine weitere Verbreitung von Kernwaffen zu verhindern. Das wieder auf die höchste politische Ebene gehobene Ziel einer kernwaffenfreien Welt wäre damit praktisch unerreichbar.Vor diesem Hintergrund ist auch die seit Frühjahr 2010 wieder verstärkt geführte Debatte, um die Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke zu bewerten. Die Bürgerinnen und Bürger haben vielerorts sehr sichtbar gegen die im Herbst vom deutschen Bundestag beschlossene Verlängerung der Laufzeiten demonstriert. Zuletzt haben Anfang des Jahres 2011 zahlreiche Bundesländer und Bundestagsabgeordnete Verfassungsklage gegen die Änderung der Atomgesetze eingereicht.Damit ist die politische und gesellschaftliche Debatte um die Kernenergie auf einem neuen Höhepunkt angekommen, Die Forschungen des Öko-Instituts aus der Vergangenheit und ganz aktuell zeigen: weder auf die Versorgungssicherheit nochauf den Strompreis in Deutschland hätten längere Laufzeiten wirklich Einfluss. Lediglich die Gewinne der Kernkraftwerksbetreiber würden deutlich steigen. Auch beim Klimaschutz lässt sich erkennen: Für den Ausstoß von Treibhausgasen ist der Emissionshandel und die in ihm festgelegten Obergrenzen für denKlimaschutz in Europa wesentlich. Ein Festhalten an der Kernenergie dagegen hilft nicht bei der Erreichung deutscher und europäischer Klimaziele. Im Gegenteil: Es erschwert den notwendigen Umbau des Energiesystems hin zu mehr erneuerbaren Energien und damit auch die Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele bis 2050.
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