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Author: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

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«Kontext» ist der Podcast zu relevanten Themen aus Kultur und Gesellschaft. Dienstag und Freitag um 9 Uhr und 18.30 Uhr auf SRF 2 Kultur setzt «Kontext» eine halbe Stunde lang einen Akzent gegen die kurzatmige, schnell konsumierte Berichterstattung – hintergründig, mutig und überraschend.

Leitung: Rajan Autze

Redaktion: Igor Basic, Katrin Becker, Sabine Bitter, Katharina Brierley, Vanda Dürring, Gisela Feuz, Nicole Freudiger, Irene Grüter, Brigitte Häring, Alice Henkes, Sarah Herwig, Anna Jungen, Ellinor Landmann, Bernard Senn, Michael Sennhauser, Dagmar Walser, Raphael Zehnder.

Programmassistenz: Nicole Schürmann

Kontakt: kontext@srf.ch
1212 Episodes
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Womit der Mensch werkt und wirkt. Die Kulturgeschichte des Werkzeugs und die erstaunliche Firmengeschichte von «PB Swiss Tools». Das Familien-KMU erfindet Werkzeug immer wieder neu. Und der Schraubenzieher mit dem leuchtend roten Griff aus dem Emmental ist eine Ikone des Schweizer Industriedesigns. • Wie sich «Design aus der Steinzeit» bis heute bewährt. • Wie Tiere Werkzeug nutzen. • Wie aus einer Emmentaler Dorf-Schmitte ein international erfolgreiches KMU wurde. • Wie Werkzeug immer wieder «neu» erfunden wird. • Wie man einen Schraubenzieher macht. • Warum manches Werkzeug übel stinkt – und was dagegen wirkt. Im Podcast zu hören sind: • Eva Jaisli, CEO / Inhaberin «PB Swiss Tools» • Max Baumann, VR / Inhaber «PB Swiss Tools» • Peter Bretscher, Kulturhistoriker • Jürg Sedlmeier, Archäologe Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Der jüdische Bankier Hugo Simon floh 1933 vor den Nationalsozialisten nach Paris. Seine Kunst brachte er wie viele andere Sammler in Schweizer Museen unter. Neue Forschung zeigt, wie seine Notlage als Verfolgter durch Schweizer Akteure skrupellos ausgenutzt wurde. Er schaffte es zwar aufs Schiff nach Brasilien, doch viel mehr als sein Leben konnte Hugo Simon 1941 nicht retten. Die Bilder aus seiner Sammlung hingegen hängen bis heute in Schweizer Kunstmuseen, in Zürich, Basel, Winterthur oder Chur. Wie sie dahin kamen, davon handelt dieser Kontext. Ein dunkles Kapitel Schweizer Kunstgeschichte mit Hugo Simons Urenkel, Rafael Cardoso, und der Provenienzforscherin Nina Senger. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
In Filmen sind Auktionen mondäne Veranstaltungen, an denen sich wohlhabende Sammlerinnen und Sammler tummeln und auch mal jemand ganz aus Versehen ein teures Kunstwerk kauft. Die Realität sieht etwas weniger glamourös aus, aber spannend. * Wie funktionieren Auktionen? * Trennungen, Todesfälle, Umzüge: Deshalb kommen Objekte zur Auktion. * Wer kauft, wer verkauft an Auktionen? * Mit Flohmarktfund Millionen machen – gibts das wirklich? * Gehts im Auktionshaus nur um Geld? Im Podcast zu hören sind: * Marius Heer, Auktionator, Inhaber des Auktionshauses Dobiaschofsky, Bern * Thomas Jarek, Kunsthistoriker, im Auktionshaus Dobiaschofsky verantwortlich für Gemälde * Magda Spiegel, Verantwortliche der Abteilung Antiquitäten, Skulpturen und Grafik bei Dobiaschofsky * Martina Schiller, Assistentin der Geschäftsleitung im Auktionshaus Dobiaschofsky * Claude Reinhardt, Sammler Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Manche Fussballspiele sind mehr als Sportereignisse. So auch das Spiel zwischen der DDR und der BRD am 22. Juni 1974 an der Fussball-WM in Westdeutschland. Der Journalist und Autor Ronald Reng hat die Geschichte des Spiels aufgearbeitet und erzählt so ein ganzes Kapitel deutscher Zeitgeschichte. Nur ein einziges Mal treffen die Mannschaften der BRD und der DDR aufeinander. Und das ausgerechnet an der Fussball-WM 1974 in Westdeutschland. Dass das Spiel am 22. Juni 1974 im Hamburger Volksparkstadion dank eines Tores Jürgen Sparwassers überraschenderweise zu Gunsten der DDR ausging, ist hinlänglich bekannt. Dass sich damit aber eine ganze Zeit- und Kulturgeschichte der Siebzigerjahre erzählen lässt, die die RAF, die Entspannungspolitik und den Rücktritt Willy Brandts, die Aufbruchstimmung und die trotzdem schlechte Menschrechtssituation in der DDR genauso zum Thema hat wie die Entstehung der TV-Kommissarin Bella Block durch das ehemalige DKP-Mitglied Doris Gercke, das führt uns der deutsche Journalist und Autor Ronald Reng (Robert Enke – Ein allzu kurzes Leben) in seiner aktuellen deutsch-deutschen Fussballgeschichte «1974 – Eine deutsche Begegnung» eindrücklich vor Augen. Ein Gespräch mit dem Autor über viel mehr als Fussball.
Anna Louisa Karsch war eine Ausnahmeerscheinung im 18. Jahrhundert: Als Frau aus ärmlichen Verhältnissen sorgte sie als Stehgreifdichterin für Furore und konnte von ihrer Dichtkunst sogar leben. Neben ihrem Talent fürs Dichten hatte sie eine Gabe fürs Netzwerken und baute sich einen Förderkreis auf. * 1722 wurde Anna Louisa Karsch als Tochter eines Bierbrauers in Schlesien geboren. Sie besuchte nie die Schule und wurde dennoch zur gefeierten und gefragten Poetin im 18. Jahrhundert. * Dank zahlreicher Unterstützer reüssierte sie ab 1761 in den literarischen Kreisen Berlins, machte Bekanntschaft mit Goethe, Klopstock, Lessing, Mendelssohn und vor allem Gleim, Sulzer und Bodmer. * Egal ob Gedicht oder Brief: Sie sprach immer in Versen; hielt sich weder an Regeln noch Form, brachte dafür das zum Ausdruck, was der Augenblick, die Inspiration ihr bescherte und vertraute dabei ganz auf ihre Empfindungen. * 1764 erschienen ihre «Auserlesenen Gedichte»: Die Ausgabe brachte Anna Louisa Karsch 2000 Taler ein, Freunde legten das Geld für sie an und sicherten ihr damit bis ans Lebensende ein Einkommen. Im Podcast zu hören sind: * Ute Pott, Direktorin im Gleimhaus in Halberstadt, Literaturwissenschaftlerin und Herausgeberin des Buches «Plötzlich Poetin!? Anna Louisa Karsch – Leben und Werk». Wallstein-Verlag * Jana Kittelmann, Literaturwissenschaftlerin Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Buchhinweise: * Plötzlich Poetin!? Anna Louisa Karsch – Leben und Werk. Herausgegeben von Ute Pott. Wallstein Verlag. https://www.wallstein-verlag.de/9783835353039-ploetzlich-poetin.html * Anna Louisa Karsch: Briefe und Gedichte. Herausgegeben von Claudia Brandt und Ute Pott. Wallstein Verlag. https://www.wallstein-verlag.de/9783835352773-briefe-und-gedichte.html Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Die Schweiz gilt als «Vereinsweltmeisterin». Der Soziologe Markus Lamprecht beleuchtet die Motivation für ein Engagement im Verein und die Stabilität dieser Organisationsform. Elisabeth Schweighauser hat in Bottmingen soziale Projekte konzipiert und umgesetzt, mit Gleichgesinnten, in einem Verein. * Vereine halten die Gesellschaft zusammen. * Mit Geduld und Beharrlichkeit kommt man (vielleicht) voran. * In Vereinen finden Menschen Spass und Austausch. * Die Schweiz zählt zwischen 80'000 und 100'000 Vereine. * 75% der Bevölkerung über 15 gehört einem Verein oder einer gemeinnützigen Organisation an. * Ältere Menschen, solche vom Land und mit Schweizer Staatsangehörigkeit engagieren sich häufiger. * Das Engagement in Vereinen ist seit Jahrzehnten stabil. Im Podcast zu hören sind: * Elisabeth Schweighauser-Winkler, brachte vor 20 Jahren mit ihren Vereinsaktivitäten das Familienzentrum in Bottmingen und die erste Tagesschule auf Primarstufe im Kanton Basel-Landschaft voran * Markus Lamprecht, Soziologe, Mitautor des «Freiwilligen-Monitors Schweiz» Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Im Sommer kommt das Einsiedler Welttheater hundert Jahre nach der ersten Spielzeit zum 17. Mal als Freilichttheater vor der barocken Klosterkirche zur Aufführung. Die zeitgenössische Nachdichtung des barocken Moralspiels hat Lukas Bärfuss verfasst, Büchnerpreisträger und eminent politischer Autor. Im Gespräch gibt der Autor Lukas Bärfuss Auskunft über seine Beziehung zu Einsiedeln und dem «Grossen Welttheater» von Pedro Calderón de la Barca. Worin liegt seine Perspektive auf das barocke Welt-Erklärungs-Stück? Wie überschreibt er das Drama und seine Figuren? Wie eng ist das Korsett? Was bleibt vom barocken Spiel übrig? Was verbindet ihn persönlich und als Schriftsteller mit Einsiedeln und seiner Theatertradition? Was kann Theater mit Laiendarsteller:innen in seinen Augen leisten, was macht es besonders? Mit Lukas Bärfuss spricht Andreas Klaeui. Welttheater Einsiedeln: Premiere am 11. Juni (Ausweichdatum 12. Juni), Vorstellungen bis 7. September
Ein Drittel aller Lebensmittel in der Schweiz landet im Müll. Deshalb fordern Foodsave-Bankette zu mehr Wertschätzung auf: Einmal im Jahr gibt es an verschiedenen Orten ein Festessen aus Überschüssen. Dahinter steht der Verein Foodwaste.ch, der sich gegen die Verschwendung engagiert. * Ein Besuch beim Foodsave-Bankett in Münsingen bei Bern: Freiwillige aus verschiedenen Generationen helfen mit, ein öffentliches Festessen für rund 500 Personen auszurichten. * Können solche lokalen Initiativen gegen Food Waste zu einem Bewusstseinswandel beizutragen? * Einen grossen Anteil am Food Waste in der Schweiz haben die Privathaushalte. Wie kann man Einzelpersonen zu einer Veränderung des Verhaltens bewegen? * Der Bundesrat hat 2022 einen Aktionsplan verabschiedet mit dem Ziel, die Lebensmittelverschwendung in der Schweiz bis ins Jahr 2030 zu halbieren. Was muss geschehen, damit das realistisch ist? Im Podcast sind zu hören: * Johanna Knutti Rutishauser, Organisatorin des Foodsave Banketts in Münsingen * Katrin Zaugg, Bio-Bäuerin in Beitenwil * Rahel Galliker, Vizepräsidentin des BAFU * Claudio Beretta, Umweltnaturwissenschaftler an der ZHAW und Präsident des Vereins Foodwaste.ch * Freiwillige Helferinnen und Helfer des Food Save Banketts in Münsingen Erstsendung: 29.9.2023 Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Urs Habegger verweigert nach einem Schicksals-Schlag die Sozialhilfe und verdient Geld als Heft-Verkäufer in einer Unterführung. Dort sammelt er Geschichten, die ihn nach vielen Lebens-Wendungen zum Buch-Autor machen. Eine Erfolgs-Geschichte, die auch die Mängel des Schweizer Sozialstaates aufzeigt. Der gelernte Schriftsetzer Urs Habegger steht bestens im Leben als ihn eine misslungene Operation aus der Bahn wirft. Er verliert seinen Job. Doch auf Hilfe des Staates will er nicht zurückgreifen. Er fürchtet, seine Freiheit und Mündigkeit zu verlieren. Fortan verdient Urs Habegger sein Geld in der Bahnhofsunterführung Rapperswil als Verkäufer eines Strassenmagazins. Was eine Notlösung war, erweist sich auch als Inspirationsquelle. Die Unterführung wird zu Urs Habeggers Bühne. Die Geschichten, die sich vor ihm abspielen, schreibt er auf und kann sie nun als Buch herausgeben. Dafür bekommt er, zurecht, viel Respekt. Doch Sozialwissenschaftler bemängeln, dass der Staat es in Not geratenen Menschen schwer macht, Sozialhilfe zu beziehen. Sie fordern ein Umdenken bei Behörden und Bevölkerung. * Mythos «Ein Schicksals-Schlag nimmt eine unerwartete Wendung, die zum Happy End führt». * Armut kann auch in der reichen Schweiz fast jeden treffen. * Das Stigma der Sozialhilfe hält Menschen davon ab, diese zu beziehen. Im Podcast zu hören sind: * Urs Habegger, Surprise-Verkäufer in Rapperswil und Buchautor * Carlo Knöpfel, Professor für Sozialpolitik und Sozialarbeit an der Hochschule für Soziale Arbeit in Basel, Projektmitarbeiter des Nationalen Armutsmonitorings des Bundes * Diana Frei, Co- Redaktionsleiterin des Strassenmagazins Surprise Buchhinweis: Habegger, Urs: Am Rande mittendrin. Erlebnisse eines Surprise-Verkäufers. Zürich 2024 (elfundzehn Verlag). Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Franz Kafka lästerte gerne über seine Familie. Er wohne «im Hauptquartier des Lärms», schrieb er 1911 in sein Tagebuch. Doch bis zu seinem Tod 1924 blieb er das Zentrum dieser Familie. Nicht nur bei den Eltern, auch bei seinen drei Schwestern stand er immer an erster Stelle. Der Kafka-Forscher Hans-Gerd Koch präsentiert in «Kafkas Familie. Ein Fotoalbum» neben bekannten über hundert bislang unbekannte Fotografien, die Franz Kafkas Familie ins Zentrum rücken. Man erfährt von ihrem bemerkenswerten Aufstieg aus ärmlichen südböhmischen Verhältnissen ins Bürgertum von Prag, bis sie im Holocaust fast ganz vernichtet wurde. Begleitet von kurzen Texten Kafkas und seines Umfelds zeigen die Fotos einen Lebensalltag, den Kafka prägte und der ihn prägte. Mit Hans-Gerd Koch spricht Franziska Hirsbrunner. Buchhinweis: Hans-Gerd Koch (Hrsg.). Kafkas Familie. Ein Fotoalbum. 208 Seiten. Wagenbach.
Das Filmfestival von Cannes ist die Olympiade des Kinos. Kein anderes Festival mischt dermassen gekonnt Glamour und PR, Kunst und Kommerz. Wie wirkungsvoll feiert «le festival» dieses Jahr das Kino und seine Kunst? Michael Sennhauser diskutiert mit Katja Nicodemus und Anke Leweke. Die Aufmerksamkeit von Cannes hilft dem Autorenfilm, aber auch den Kinos im Kampf gegen die Publikumsabwanderung. Der Mix aus neuen Namen und bewährten Grössen des Autorenfilms wie Francis Ford Coppola mit kommerziell schlagkräftigen Titeln wie etwa «Furiosa: A Mad Max Saga» sorgt für Medienpräsenz. Die Anwesenheit der Schönen und Berühmten auf dem roten Teppich sorgt für einen zwölftägigen Bilderstrom in den Medien der Welt. Wird Cannes seinem Ruf weiterhin gerecht? Gibt es Zeitzeichen im Wettbewerb? Michael Sennhauser diskutiert mit den Kritikerkolleginnen Anke Leweke und Katja Nicodemus.
Die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose nimmt zu. 18'000 Menschen sind hierzulande betroffen, 73 Prozent davon sind Frauen. Bei der letzten Erhebung waren es noch 15'000 MS-Betroffene. Der markante Anstieg in nur wenigen Jahren ist rätselhaft. Die gute Nachricht: MS kann man heute gut behandeln. * MS ist ein Einschnitt ins Leben. Doch die Diagnose bedeutet nicht mehr schicksalshaft ein Leben mit Einschränkungen wie früher. * Die Prävalenz von MS steigt, vor allem in Ländern mit städtischem Lebensstil. * Fachleute verdächtigen Umweltfaktoren – kausale Zusammenhänge sind jedoch kaum bewiesen. * Eine genetische Veranlagung löst nicht automatisch die Krankheit aus. * Früher gab es für Betroffene kaum Therapien – heute werden jedes Jahr ein bis zwei neue Medikamente zugelassen. * An den MS-Zentren der Universitäten wird intensiv geforscht, um MS noch besser zu verstehen und die Behandlung weiter zu optimieren. Im Podcast zu hören sind: * Nina Henz, 24 Jahre alt, kaufmännische Angestellte, MS-Betroffene. * Viktor von Wyl, Epidemiologe, wissenschaftlicher Leiter schweizerisches MS-Register * Onur Boyman, Immunologe, Universität Zürich * Andrew Chan, Neurologe, Inselspital * diverse Personen auf dem Insel-Campus Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Die Journalistin Ciani-Sophia Hoeder seziert das Aufstiegsversprechen «Vom Tellerwäscher zum Millionär» als Mythos. Anhand von Working Poors zeigt sie auf, inwiefern das Postulat der Chancengleichheit im Bildungssystem nur selten erfüllt wird. Ciani-Sophia Hoeder wuchs als Tochter einer alleinerziehenden Busfahrerin in Berlin in Armut auf. In ihrem Buch «Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher» schildert die 33-Jährige, wie sich die soziale Herkunft auf das alltägliche Leben als Kind und Jugendliche und auf die Bildungsmöglichkeiten auswirkt. Dabei blickt sie weiter über ihren eigenen Werdegang hinaus und zeigt auf, an welchen Stellen die Chancengleichheit im Bildungssystem auf der Strecke bleibt und welche Hürden es dabei zu überwinden gilt. * Mythos «Vom Tellerwäscher zum Millionär» * Chancenungleichheit im Bildungssystem * Working-Poor * Aufstiegsangst * PISA-Studie Im Podcast zu hören sind: * Ciani-Sophia Hoeder, Journalistin und Sachbuchautorin, Berlin * Margrit Stamm, emeritierte Professorin für Pädagogische Psychologie und Erziehungswissenschaften an der Universität Freiburg im Ü. und führt mit Swiss Education ein eigenes Forschungsinstitut Buchhinweis: Hoeder, Ciani-Sophia: Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher. Die Lüge von der Chancengleichheit. München 2024 (hanserblau in Carl Hanser Verlag). Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Pfingsten steht vor der Tür. Pfingsten, das «Geburtsfest der Kirche». Doch wie geht es diesem «Kind», das längst erwachsen geworden ist, wie geht es der Kirche heute? Und welche Rolle spielt Theologie dabei? Gespräch mit dem Basler Theologie-Professor Reinhold Bernhardt. Menschen kehren den grossen Kirchen massenhaft den Rücken. Und immer weniger junge Menschen entscheiden sich für ein Studium der Theologie. Manche stimmen schon den Abgesang auf das christliche Zeitalter an. Wie sieht das der emeritierte Professor für Dogmatik, Reinhold Bernhardt? Ist die Zeit der grossen Kirchen bald vorbei? Hat die Theologie ihre Chancen verpasst? Und was hat all das mit Pfingsten zu tun, einem Fest, bei dem die Kraft des Lebendigseins im Zentrum steht?
Vor hundert Jahren feierte die Schweiz zu Jazz. Eingeheizt haben einheimische Tanzorchester wie einige Jahre später Teddy Stauffers Original Teddies. Damals waren sie Anführer einer Jugendbewegung, die in ihrer Breitenwirkung als erstes Pop-Phänomen der Schweiz gesehen werden kann. Diese Musiker waren Schwerstarbeiter. Stundenlang spielten sie zum Tanz auf in einer Zeit, als das nur zu Livemusik möglich war. Die populären Schweizer Tanzorchester brachten der kriegsmüden Jugend eine fröhliche, freche Musik, die Grenzen sprengte. Und schufen so einen fruchtbaren Boden für die Zukunft: Sie haben der heutigen Schweizer Musikszene den Weg geebnet. Die Entwicklung des populären Jazz in der Schweiz ist auch aus gesellschaftlicher Sicht interessant. Denn diese Musik war als Pulsgeberin immer dabei: ob in den 1920ern, als zu ihrem Beat gängige Verhaltensetiketten weggetanzt wurden, im Zweiten Weltkrieg, als sich in den Kurorten die Diplomaten amüsierten, oder in den Nachkriegsjahren, als hunderttausende GIs zur Erholung in die unversehrte Schweiz reisten. Er mag heute seicht wirken und hatte nie einen Kunstanspruch – der populäre Schweizer Swing war aber der Soundtrack einer folgenreichen Zeit. Im Podcast zu hören sind: * Sam Mumenthaler: Musikchronist, Buchautor und Musiker * Zitate aus seinem Sachbuch «Hot – Jazz als frühe Popkultur» (Zytglogge Verlag: Februar 2024, gebunden, 328 Seiten) Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Mit seinen Soloauftritten füllt der US-Pianist Fred Hersch die renommiertesten Konzertsäle der Welt und begeistert Jazz- und Klassikfans gleichermassen. Sein Leben auf Tournee ist aber nicht ohne grosse Strapazen – insbesondere deshalb, weil er sich in den frühen 80ern mit HIV angesteckt hat. Langzeitüberlebende aus der frühen AIDS-Krise sind heutzutage rar. Fred Hersch aber hat überlebt und kann von den Leiden und Ängsten berichten, welche HIV-Infizierte in den 80ern und 90ern durchlebten. Davon auch, wie damals gesellschaftlich mit dem Thema HIV/AIDS umgegangen wurde und Nahtoderfahrungen seine Kreativität beeinflussten. Dank der modernen Medizin kann Fred Hersch heute ein erfolgreiches Künstlerleben führen. Mit seinem Coming-out Mitte der 90er wurde er aber zudem zum Sprachrohr vieler Betroffener und schliesslich zu einem angesehenen AIDS-Aktivisten. Im Podcast zu hören sind: * Fred Hersch, Pianist und AIDS-Aktivist * Beate Schappach, Theater- und Literaturwissenschaftlerin und Autorin des Buches «Aids in Literatur, Theater und Film» Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Dort hinschauen, wo sonst niemand hinblickt. Dies tut die mehrfach preisgekrönte und in Paris lebende deutsche Autorin Anne Weber in ihrem aktuellen Buch «Bannmeilen»: Sie erkundet die Banlieues. Anne Weber ist zu Gast bei Felix Münger im «Kultur-Talk» live von den Solothurner Literaturtagen. Bei ihren Streifzügen erforscht Anne Weber behutsam die Lebensgeschichten, die sich hinter den Vorurteilen von Betonwüsten, Armut, Langeweile und Kriminalität verbergen. Und entwickelt in ihren Schilderungen eine grosse Poesie. Im Gespräch mit Felix Münger sagt sie, was die Chancen der Literatur sind, unser Interesse für Bedeutsames zu schärfen, das gerne übersehen wird – und uns doch viel über uns selbst erzählt. Anne Weber erhält den diesjährigen Solothurner Literaturpreis. Buchhinweis: Anne Weber. Bannmeilen. 301 Seiten. Matthes & Seitz 2024.
Seit dem Kindesalter durchkämmt Werner Brogli die 15 Quadratkilometer des Möhliner Feldes. Und er findet. Werkzeuge, Siedlungsplätze, eine Steinbeil-Werkstatt, Pfeilspitzen aus der Steinzeit. Sein Wissen hat er sich selbst angeeignet. Welche Chancen und Risiken birgt archäologische Laienforschung? * Was im Boden liegt, gehört der Allgemeinheit. * Milizforschung, «citizen science», Laienforschung. * Unbekannte Vergangenheit. * Alle sieben, acht Minuten findet Werner Brogli ein Werkzeug aus der Steinzeit. * Ohne minutiöse Dokumentation sind Fundstücke wissenschaftlich wertlos. * Wer wild gräbt, zerstört archäologische Zusammenhänge. Im Podcast zu hören sind: * Werner Brogli, begeht seit 70 Jahren das Möhliner Feld und hat über 100'000 archäologische Objekte gefunden * Markus Peter, Archäologe, Universität Bern und Augusta Raurica * Thomas Doppler, Aargauer Kantonsarchäologe Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Die Biennale Venedig, eines der grossen Kunstevents, die auch über die Kunstwelt hinaus bekannt sind, blickt in diesem Jahr in den globalen Süden. «Stranieri Ovunque – Foreigners Everywhere», steht als Titel über der diesjährigen Biennale. Fremde überall. Es geht um Fremdheit, um Einwanderer, Auswandererinnen, Menschen zwischen Kulturen, Nationen, Lebensformen. In dem Titel schwingt deutlich der Anspruch der Biennale mit: Kunst hat was zu aktuellen Situation, zu den aktuellen Krisen zu sagen. Kann die Ausstellung im Arsenale und im Zentralpavillon dieses Versprechen einlösen? Oder findet der beste Teil der Biennale in diesem Jahr in den Länderpavillons statt? Talk mit Deborah Keller, Chefredakteurin des Kunstbulletins, und Kathleen Bühler, Chefkuratorin des Kunstmuseums Bern.
Sie ist eine Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit: Christine de Pizan (1364 bis etwa 1430) ist die erste französischsprachige Schriftstellerin, die von ihrer Arbeit leben kann. Sie gilt als eine der ersten Verlegerinnen. Und: Sie setzt sich vehement für die Frauenrechte ein. * Wie wird Christine de Pizan von einer vergleichsweise unbekannten Autorin zur am meisten beforschten europäischen Schriftstellerin des Mittelalters? * Wie meistert sie ihr Leben in einer Zeit des Krieges und der Krisen? * Wie schafft sie es, von der Schriftstellerei zu leben und ein Netzwerk von Gönnern zu knüpfen? * Wieso entscheidet sie, «Das Buch von der Stadt der Frauen» zu schreiben, das heute ihr berühmtestes Werk ist? * Wie angesehen ist Christine de Pizan heute in Frankreich? Im Podcast zu hören sind: * Margarete Zimmermann, emeritierte Romanistikprofessorin und Expertin für Christine de Pizan. Herausgeberin und Übersetzerin von Christine de Pizans «Das Buch von der Stadt der Frauen», erschienen im Aviva Verlag. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
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