Entscheidungskompetenz 2.0
Update: 2025-12-31
Description
Ruhe bewahren. Tempo steuern.
Inhalt dieser Folge
- Warum sich Entscheiden unter Druck in den letzten Jahren verändert hat: von **Informationsmangel **zu Informationsflut.
- Der Verlust klassischer „Taktgeber“ (z. B. frühere Kommunikationsrhythmen) und die Folgen: Dauer-Updates und multipler Input.
- Zeitdruck verstehen: Unterschied zwischen objektivem und subjektivem Zeitdruck – und warum letzterer besonders tückisch ist.
- „Over-newsed, but under-informed“: Wenn zu viele Informationen die Lage unübersichtlich machen und Entscheidungen blockieren.
- Technologie im Krisenmanagement: hilfreich zur Strukturierung, aber nicht als Wahrheitsgarant („Garbage in, garbage out“).
- Einordnung von künstlicher Intelligenz: sinnvoll als Unterstützung (Analyse, Zusammenfassung), aber keine „Lösung“, wenn es um Verantwortung und Werteabwägungen geht.
- Was Führung 2026 braucht: mentale Ruhe, strukturiertes Entscheiden, sinnstiftende Kommunikation und Informationsdisziplin.
- Entscheidungskompetenz 2.0: Tempo steuern, nicht „langsamer werden“ – sondern verhindern, dass man sich von Informationsströmen mitreißen lässt.
- Warum praxisorientiertes Training notwendig ist: Umsetzungskompetenz entsteht durch Übung, nicht durch Theorie.
Wichtige Punkte
- Informationsflut ≠ Informationsqualität: Viel Input kann gleichzeitig Mangel an relevanter Information bedeuten.
- Subjektiver Zeitdruck entsteht oft durch Erwartungsdruck und Kommunikationsdynamik – nicht durch die Lage selbst.
- Reizüberflutung macht Krisenmanagement unmöglich, wenn alles gleichzeitig beachtet werden soll.
- Technologie strukturiert, aber ersetzt nicht die Grundlogik von Datenqualität und vorbereiteten Strukturen.
- KI ist stark bei Analyse und Verdichtung – aber schwach bei Werteentscheidungen und Verantwortung.
- Mentale Ruhe ist eine Kernkompetenz moderner Führung: klar bleiben, auch wenn es laut wird.
- Strukturiert entscheiden kann schnell gehen – wenn die Tools gelernt und geübt sind.
- Sinnstiftende Kommunikation erhöht die Umsetzungsqualität: nicht nur „was“, sondern auch „warum“.
- Informationsdisziplin verhindert zwei Extreme: Starre („ich frage/sage nichts“) oder Overload („ich melde alles“).
- Orientierung statt Perfektion: Entscheidungen brauchen Richtung – nicht Vollständigkeit.
Zitate aus der Episode
- „Man kann ‚over-newsed‘, und gleichzeitig ‚under-informed‘ sein.“
- „Garbage in, garbage out.“
- „Künstliche Intelligenz: unterstützend ja – aber nicht als Lösung.“
- „Ganz vorne dabei ist auf jeden Fall die mentale Ruhe.“
- „Strukturiertes Entscheiden kann auch sehr rasch gehen, wenn ich es gelernt habe.“
- „Damit eine Entscheidung wirklich gut umgesetzt werden kann, muss auch meine Kommunikation sinnstiftend sein.“
- „Ein ganz wichtiger Punkt ist Informationsdisziplin.“
- „Orientierung statt Perfektion.“
Empfohlene Maßnahmen
- Zeitdruck-Check einführen: In jeder Lage kurz klären: Was ist objektiver Zeitdruck? Was ist nur subjektiv?
- Filter-Regeln definieren: Vorab festlegen, welche Kanäle und Quellen im Krisenmodus relevant sind – und welche bewusst reduziert werden.
- Informationsdisziplin trainieren: Standardfragen etablieren: Was muss ich wissen? Was muss ich weitergeben?
- Entscheidungsstruktur nutzen: Ein kurzes, eingeübtes Schema für schnelle, nachvollziehbare Entscheidungen (statt Perfektionsfalle).
- Sinnstiftend kommunizieren: Bei Anweisungen konsequent „Warum“ + „Ziel“ ergänzen, nicht nur Tätigkeiten delegieren.
- KI gezielt einsetzen: Für Analyse, Zusammenfassung, Mustererkennung – aber Werteabwägung und Verantwortung bewusst bei Menschen belassen.
- Praxis statt Theorie: Regelmäßige, realistische Übungen (Tabletops/Simulationen), um Entscheidung und Umsetzung unter Druck zu festigen.
Wenn Sie Wünsche oder Anregungen haben, freue ich mich wie immer über eine E-Mail an podcast@krisenmeisterei.at.
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