Hör' mir auf mit Komplexität!
Description
Alexander Marquart
Holger Koschek
Unter dem Eindruck der Europawahlergebnisse fragen sich Alex und Holger, warum so viele Wählerinnen und Wähler an den Rändern des politischen Spektrums zu finden sind. Ihre These: Dort werden die komplexen Fragen unserer Zeit auf vermeintlich einfache Antworten reduziert. Als Experten für Komplexität suchen Alex und Holger nach Parallelen zur Dynamik in Unternehmen und anderen Organisationen. Wie Komplexitätsreduktion auf verschiedenen Wegen versucht wird, aber am Ende nicht gelingt, warum wir lernen müssen, mit Spannungen zu leben und gut mit ihnen umzugehen, und welche Voraussetzungen für eine lernende Gesellschaft erfüllt sein müssen – all das ist Thema dieser Episode.
Transkript
Holger Koschek
Dann stellt sich mir auch die Frage, habt ihr schon mal was von Komplexität gehört?
Alexander Marquart
Das glaube ich jetzt alles gar nicht so, was ihr da irgendwie erzählt, weil das kann, da kann man sich ja auch mal vertun. Dann frag ich mich mal, was spricht denn gegen Lehrer oder eigentlich genauer gesagt, was spricht denn gegen lernen, als wäre führen irgendwie etwas, was man mal so nebenher irgendwie so.
Holger Koschek
Und um führen zu können, muss ich verstehen, was meine Menschen, die ich führe, umtreibt. Und das? Ich gerade. Dass wir diesen Menschen annehmbar vermitteln. Dass Komplexität. Option ist, sondern eine Unausweichliche. Geht.
Alexander Marquart
Also sprich das was du erzählst, glaube ich nicht, weil das ist nämlich die darunter liegende Botschaft, die eben ran kann.
Holger Koschek
Ich habe ein Problem. Hier ist die Lösung.
Holger Koschek
Hallo Alex, Hey Holger, Mensch, wie geht’s dir denn? Mir geht’s gut, ich habe zu Beginn gleich eine Frage an dich, aber erstmal frage ich natürlich wie es dir geht. Also die erste Frage ist, wie geht es dir? Und dann habe ich noch eine andere Frage.
Alexander Marquart
Also mir mir geht es blendend, möchte ich sagen. Also zum einen hatte ich heute Mittag n tolles Geschäftsessen, oh ja, mit 2 Kolleginnen. Und ja, das hat mich sehr, sehr froh gestimmt. Und jetzt so oder so, weil heute Abend habe ich noch bandprobe, man muss ja dazu sagen, ich gehe ja gerne mal fremd, was Musik angeht und spiele auch noch in anderen Bands, nicht nur. Unserer Konstellation.
Holger Koschek
Wie kannst du nur? Ja, du kannst halt.
Alexander Marquart
Ja, und wie geht es dir?
Holger Koschek
Ja, ich bin jetzt wieder genesen, nachdem ich letzte Woche tatsächlich mit einer fiesen Erkältung flach lag. Das hab ich schon lange nicht mehr gehabt, weil meine Stimme hört man vielleicht auch, ist doch so leicht angeschlagen, aber. Dass nach 2 * 2 Tagen Schulung und einem einer Moderation eines Soda Co Moderation eines Teamtags kann ich jetzt nicht meckern. Also anscheinend, ich entscheide mich auf besseren Weg zu sein.
Alexander Marquart
Du hast halt schon ne Hornhaut auf deinen Stimmbändern würd ich sagen, ne. Von viel. Genau.
Holger Koschek
Vielen Trainings, halten und Moderationen. Ja ja, aber du sagst Geschäftsessen, dann kommt schließt sich da gleich mal eine zweite Frage an, nämlich es geht um. Weißt du, was ein Münsterländer Rose ist?
Sprecher 3
Mhm.
Alexander Marquart
Ein Münsterländer. Ja, du kommst ja nun aus der Weingegend. Ja, stimmt, aber ich wüsste jetzt nicht so viel Trauben, die im Münsteraner Land wachsen, deswegen weiß ich nicht, das hört sich ehrlich gesagt mein erster Impuls nach was ziemlich fiesem an.
Holger Koschek
Ja, ich hab es vor diesem Dienstag auch nicht gewusst. Münsterländer Rose ist ein Mischgetränk, bestehend aus Regina Brause, die ich auch nicht kenne, die ja genau, ich bin jetzt tatsächlich ein paar Mal in Münster gewesen und habe dann.
Sprecher 3
Regina Brause, Mhm, Mhm.
Holger Koschek
Im örtlichen Lebensmitteleinzelhandel auch mal abends eingekauft und dann sah ich auch diese Reginabrause, die ist so ja ja, rötlicher Sprudel halt irgendwie so wie wie ne rötliche Fanta. Und. Wird irgendwie aus Rote Beete gemacht oder? Keine Ahnung. Also wahrscheinlich ist was ganz gesundes da drin, also jedenfalls Regina Brause, offensichtlich eine Münsteraner Spezialität, gemischt mit Korn, das ist der Münsterländer Rose.
Sprecher 3
Oh wow vor.
Holger Koschek
Ja.
Alexander Marquart
Allem, ich weiß ja nicht wie der Original Farbzustand dieser Brause ist, aber wenn die sehr sehr dunkel ist, bis man die dann ins rosé bekommt, muss er ordentlich Korn rein.
Holger Koschek
Vermutlich. Das ist die Herausforderung. Ja, also so bildet Reisen dann doch immer wieder auch in Richtungen, die ich mir vorher gar nicht vorstellen konnte. OK, ja, Richtungen, die man sich nur nicht vorstellen kann, gab es ja auch bei einer anderen Reise, nämlich wenn man einmal jetzt gerade nach Brüssel gereist ist und sich.
Sprecher
Oh.
Alexander Marquart
Ja, die Ergebnisse der dortigen Wahlen irgendwie anschaut, oder?
Holger Koschek
Ja, die waren überraschend. Ja, also in vielerlei Hinsicht ne, also das auch gerade so viele junge Menschen zu politischen Rändern abgewandert sind, das war interessanterweise auch tatsächlich n Thema bei unseren Kindern, da haben wir dann auch familienchat noch sehr lange darüber diskutiert und sie hatten aber auch keine Antwort darauf, ja, warum links wie rechts tatsächlich? Die Extreme mehr gewählt wurden, als es bei vergangenen Wahlen der Fall war, also dass jetzt die. Heute in der deutschen Regierung befindlichen Parteien abgestraft wurden. Das ist ja schon fast irgendwie Kulturgut, dass das eben auch gemacht wird auf europäischer Ebene, obwohl selber miteinander erstmal direkt nichts zu tun hat.
Sprecher 3
Mhm, ja gut.
Holger Koschek
Ja, warum ist das so? Also da gibt es natürlich viele berufene und auch berufenere Menschen als uns diese Frage zu diskutieren, aber ich glaube ja, dass wir aus einer ganz anderen Ecke heraus dann doch wieder berufen sind, weil eine These, die ich habe, ist, dass diese. Parteien vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Fragestellungen bieten, wohingegen andere Parteien diese Komplexität einfach anerkennen. Und das ist natürlich unbequem.
Sprecher
Ja.
Holger Koschek
Und das erleben wir ja. Nur. Wahlen, sondern also zumindest ich und ich gehe mal davon aus, dass du das genauso erlebst. Erlebe das auch in Organisationen, das heißt, dass es vermutlich ein gesellschaftliches Phänomen. Was eben in verschiedenen Lebensbereichen Auswirkungen hatten. Ne, am letzten Sonntag auf das Wahlergebnis, aber auch auf Entscheidungen in Organisationen, die wir begleiten und beraten, Coachen oder trainieren.
Sprecher 3
Ja.
Holger Koschek
Wenn wir mal gucken, wie viele Organisationen auch heute noch sehr große und komplexe Projekte versuchen, nach. Einem linearen Modell Aufzuplanen dann stellt sich mir auch die Frage, habt ihr schon mal was von Komplexität gehört?
Alexander Marquart
Ja. Ja, also so ne Analogie dazu hab ich tatsächlich nicht aus dieser Woche, sondern aus der letzten Woche. Da ging es um das Thema Risikomanagement in dem Projektkontext. Dass ich gerade nicht gerade begleite. Hätte, und da hab ich dann zum zu einem Workshop oder zu einer Workshopreihe auch eingeladen und diese unterschiedlichen Sichten, weil das war über das Thema, wie gehen wir mit Risiken bei unserem Projekt um, durchaus ne sehr sehr unterschiedliche Sichtweise. Mit unterschiedlichen Bedürfnissen und im Rahmen dieser Diskussion kam dann von einer Person. Sohn, die aus der nicht gar gar nicht aus dem Projekt kamen, sondern aus der Linie kam dann dieser Punkt. Ja, wir haben doch hier aus unserem soundso Prozess, den wir im Haus ja schon seit vielen Jahren haben, ja auch schon das Thema Risikomanagement und die Person würde es überhaupt nicht verstehen, warum wir das denn eben nicht nutzen wollen und ich meine, während ich dann so war, zwar eine Videokonferenz, aber ich habe doch das eine oder andere Gesicht gesehen, sah ich dann das Stirnrunzeln auf der einen oder anderen Stirn. Oder dem einen oder anderen Gesicht. Und. Kam dann halt dieser Punkt. Na ja, weil es halt nicht funktioniert hat. Wir machen uns jetzt hier Gedanken für unsere sehr unterschiedliche, heterogene Gemengelage. Und nein, wir werden nicht diese eine Person in einem Projekt Kontext mit, sagen wir mal 200 Beteiligten haben, die sich um all diese Risiken irgendwie kümmert. So nach dem Motto, Wir haben hier so ne Art Risikomüllhalde irgendwie und die die Frau Meier oder dem Herrn Müller irgendwie hin und die haben das alles auf dem Auge und dann kann man ja sagen, ja super Risiko eingetreten war doch längst gemeldet, aber Frau Meier hat sich nicht gekümmert. Und also dieser, dieser Wunsch, man gibt es einfach nur ganz einfach an jemand ab, der sich dann drum kümmert. Das hatte schon immer funktioniert, so der Aberglaube. Und dann ist gut und eben nicht diese Komplexität. Wir haben jeden Tag andere Risikobedarfe, wir haben andere Kategorien, vielleicht sogar von Risiken. Also dieses ich kann es gar nicht fassen, wird sofort mit dieser Standardantwort und da würde ich sagen seh ich schon ne Analogie einfach im Verhaltensmuster zu sagen, ey Mensch, Wir haben große





