Discoverpolitik&kommunikation - Der Podcastp&k Interview: Peter Altmaier
p&k Interview: Peter Altmaier

p&k Interview: Peter Altmaier

Update: 2025-02-28
Share

Description

Ex-Minister Peter Altmaier (CDU) im Gespräch über die bevorstehende Regierungsbildung, rote Linien und die Lehren aus vergangenen Koalitionen.

Gast: Peter Altmaier (CDU), ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes, kommissarisch Bundesfinanzminister und Bundesumweltminister.
Host: Konrad Göke, Chefredakteur des Magazins Politik und Kommunikation.


Zentrale Themen und Thesen (aus Altmaiers Sicht):



  • Der "seltsame" Wahlkampf (00:01:58 ):



    • Altmaier findet es "seltsam", dass im Wahlkampf "relativ wenig über Inhalte geredet" wurde. [00:02:26 ]

    • Dieser sei überlagert gewesen von außenpolitischen Krisen und dem Scheitern der Ampel.

    • Der Ton sei "rauer geworden", Kontroversen und Polemiken hätten Sachthemen verdrängt.

  • Sondierungen und rote Linien (00:03:34 ):



    • Sondierungen sind für Altmaier eine Phase des Vertrauensaufbaus in kleiner Runde. [00:04:23 ]

    • Öffentlich kommunizierte rote Linien erschweren aus seiner Sicht die Kompromissfindung. [00:05:38 ]

    • Altmaier betont die Notwendigkeit von Kompromissen, da Koalitionsregierungen in Deutschland die Regel seien. [00:06:03 ]

  • Koalitionsverhandlungen: Abkürzungen und Fallstricke (00:11:25 ):



    • Altmaier kritisiert ausufernde Koalitionsverträge, die "man kaum noch lesen konnte". [00:11:50 ]

    • Er plädiert für einen "abgespeckten Koalitionsvertrag" mit großen Linien. [00:13:50 ]

    • Der Koalitionsausschuss sollte laut Altmaier als zentrales Steuerungsgremium dienen. [00:14:58 ]

  • Der Anfangsakkord: Vertrauen und Hypotheken (00:15:46 ):



    • Positive Bilder können laut Altmaier anfangs Vertrauen schaffen, bei einem Scheitern aber zur Hypothek werden. Beispiel: Die Jamaika-Sondierungen ("da tausendmal auf dem Balkon stehen und nichts zustande bringen"). [00:16:13 ]

    • Altmaier sieht die fehlende Einigung über zentrale Erfolge in der Ampelkoalition als "kardinalen Fehler". [00:17:20 ]

    • Er betont die Notwendigkeit von Kompromissen, bei denen alle Partner etwas erreichen können: "Es gibt nicht die eine absolute Wahrheit." [00:19:51 ]

  • Durchstechen und Nachtsitzungen (00:22:59 ):



    • Durchstechen ist für Altmaier eine politische Realität. Er empfiehlt, damit durch Distanzierung und Zeitgewinn umzugehen. [00:23:19 ]

    • Nachtsitzungen sieht er als Ritual, bei dem jede Seite zeigen möchte, "dass sie bis zum Letzten gekämpft hat". [00:27:13 ]

  • Meister des Kompromisses: Altmaiers Strategien (00:28:33 ):



    • Ein Vertrauensverhältnis zu den Verhandlungspartnern aufzubauen, ist für Altmaier essentiell.

    • Er betont, dass zugesagte Kompromisse eingehalten werden müssen. [00:29:32 ]

    • Altmaier hält einen "Kuhhandel" für ein legitimes Mittel, um Erfolge für alle Partner zu ermöglichen, auch wenn dies "nicht als schick gilt". [00:31:27 ]

    • Die Priorisierung von Themen innerhalb der Partei hält er für entscheidend. [00:33:25 ]

  • Die Rolle des Kanzleramtsministers (00:34:15 ):



    • Der Kanzleramtsminister sollte laut Altmaier ein Politiker mit Gestaltungsanspruch sein und als Vermittler zwischen den Koalitionspartnern fungieren.

    • Er nennt Beispiele für erfolgreiche Konfliktlösung in der Großen Koalition. [00:36:03 ]

  • Sollbruchstellen und faule Kompromisse (00:38:12 ):



    • Altmaier warnt eindringlich vor "faulen Kompromissen", die später zu Konflikten führen.

    • Als Beispiel nennt er den Streit um Windrad-Abstandsregeln im Klimaschutzgesetz. [00:39:27 ] Sein Ratschlag: "keine faulen Kompromisse", sondern Lösungen, mit denen man leben kann.

  • Die CSU als Koalitionspartner (00:41:21 ):



    • Altmaier beschreibt die CSU als bürgernahe Partei mit spezifischen Interessen (Mütterrente, Migration, Landwirtschaft). [00:41:49 ]

    • Er stellt fest, dass die CSU in der Sozialpolitik oft näher an der SPD sei als die CDU. [00:43:18 ]

    • Altmaier plädiert dafür, "Win-Win-Situationen" zu schaffen (z.B. Photovoltaik für Landwirte). [00:44:26 ]

  • Umgang mit neuen Themen und Ideen während der Legislatur (00:46:41 )



    • Die "Frühkoordinierung" im Kanzleramt und die Ressortabstimmung sind für Altmaier zentrale Verfahren, um Gesetzesvorhaben in Koalitionen abzustimmen. [00:46:54 ]

  • Das politische Geschick der verantwortlichen Minister ist laut Altmaier entscheidend für die Durchsetzungsfähigkeit neuer Vorhaben. [00:48:52 ]


  • Streit, Sprachlosigkeit und Käsekuchen (00:52:21 ):



    • Konflikte und Antipathien sind für Altmaier Teil der politischen Realität ("gab es auch in meiner Zusammenarbeit"). [00:53:43 ]

    • Er betont die Bedeutung gemeinsamer Auftritte von Ministern in Krisenzeiten als Signal der Handlungsfähigkeit. [00:54:12 ]

    • Altmaier kritisiert fehlende Erfolgsmomente und die Kommunikation in der Ampel: "Am Ende haben alle einen Preis bezahlt." [00:55:22 ]

  • Prioritäten für die nächste Legislatur (aus Altmaiers Sicht) (00:58:48 ):



    • Wirtschaftswachstum als zentrale Voraussetzung für Handlungsfähigkeit ("It's the economy, stupid"). [00:59:17 ]

    • Zusammenhalt des Westens und Europas in außen- und sicherheitspolitischen Fragen ("die Europäer sind darauf nicht ausreichend vorbereitet"). [01:01:19 ]

    • Festhalten an Klimazielen trotz schwieriger Zeiten ("an den grundsätzlichen klimapolitischen Zielen festhalten"). [01:02:47 ]

    • Sozialverträgliche Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen ("dass nicht die Bürgerinnen und Bürger die Zeche zahlen"). [01:05:37 ]

Comments 
loading
00:00
00:00
1.0x

0.5x

0.8x

1.0x

1.25x

1.5x

2.0x

3.0x

Sleep Timer

Off

End of Episode

5 Minutes

10 Minutes

15 Minutes

30 Minutes

45 Minutes

60 Minutes

120 Minutes

p&k Interview: Peter Altmaier

p&k Interview: Peter Altmaier

politik&kommunikation