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Therapie auf den Punkt
Therapie auf den Punkt
Author: Henning Lütje
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© Henning Lütje
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IG: therapieaufdenpunkt
Mein Podcast zu Theorie und Praxis der Psychotherapie und verwandten Themen: Akzeptanz- und Commitment-Therapie, Philosophie der Psychiatrie, Philosophie des Geistes, Verhaltenstherapie, Persönlichkeitsstile
Impressum: https://tinyurl.com/mvau4ymu
Mein Podcast zu Theorie und Praxis der Psychotherapie und verwandten Themen: Akzeptanz- und Commitment-Therapie, Philosophie der Psychiatrie, Philosophie des Geistes, Verhaltenstherapie, Persönlichkeitsstile
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Was ist das Verhältnis von Diagnose und psychischer Störung in der Welt? Der Naive Realismus geht davon aus, dass jeder Diagnose eine feinsäuberlich getrennte und eindeutig bestimmbare Störungsentität in der Welt entspricht. Dies ist jedoch aus verschiedenen Gründen unplausibel.Alternative Vorschläge zum Naiven Realismus verfallen oft in einen Relativismus, demzufolge kein Bild der Welt wahrer oder besser ist als irgendein anderes. Diese Position hat jedoch unplausible Konsequenzen im Einzelfall und ist anfällig für das sogenannte Selbstanwendungsproblem.Schließlich skizziere ich meine eigene Position, den Moderaten Konstruktivismus, der das Beste aus beiden Welten vereint. Demzufolge enthält jedes Bild der Welt immer subjektive Anteile, die sich aus unseren Interessen, unseren Bedürfnissen und unserem Statusstreben ergeben.Andererseits werden Konstruktionen oft durch weltseitige Korrektursignale als unangemessen markiert, was es uns erlaubt, zwischen unterschiedlichen Konstruktionen zu selektieren. Zu guter Letzt stelle ich noch kurz Peters Lieblingsmassenhysterie dar: die Tanzwut.Viel Spaß beim Zuhören! 🚀🚀🚀_______________________________Quellen:Mein Text zu Naivem Realismus, Relativismus und Moderatem Konstruktivismus: substack.com/inbox/post/187068647Kritik an Störung = Diagnose: substack.com/inbox/post/187606868_______________________________Inhalt:0:00 Einleitung3:18 Recap Naiver Realismus9:05 Alternativen zum Naiven Realismus16:22 Relativismus27:02 Radikaler Konstruktivismus30:53 Moderater Konstruktivismus42:25 Prinzipielle und praktische Prüfbarkeit46:00 Fazit48:05 Tanzwut auf Wunsch von Peter Kuhn
Man kann die Suchtstation als einen Ort verstehen, an dem sich Behandler und Patienten immer wieder in bestimmten Rollen wiederfinden. Je nachdem, welche vergangenen Beziehungserfahrungen die betreffende Person in die Beziehung mitbringt, verändern sich die Rollen auf beiden Seiten. Dadurch wird viel des sozialen Geschehens auf Station verständlich.Ohne Anspruch auf Vollständigkeit besprechen wir diese typischen Rollen mit ihren jeweiligen Beziehungserwartungen und Vermeidungsstrategien und schauen uns an, wie hierdurch vergangene Beziehungsdynamiken reinszeniert werden. Abschließend diskutieren wir Implikationen für die therapeutische Praxis im Suchtbereich._____________________________________Quelle:Human Condition Revisited - The Psychodynamics of the Addiction Ward: open.substack.com/pub/thehumanconditionrevisited/p/the-psychodynamics-of-hospital-staff?utm_campaign=post-expanded-share&utm_medium=post%20viewer_____________________________________Inhalt:0:00 Einleitung6:29 Zentrale Thesen10:07 Übertragung und Gegenübertragung26:19 Der Retter28:43 Der Zyniker33:31 Der Sheriff39:20 Der Techniker42:25 Der Vertraute46:17 Der Rebell50:49 Der Trickster54:53 Das verlorene Kind57:26 Der Fordernde1:01:07 Der Spalter1:03:43 Das Phantom1:07:45 Was heißt das jetzt alles?
Kann man eine Symptomatik dadurch bekommen, dass man von ihr erfährt? Kann man z. B. tourette-ähnliche Symptome schon dadurch bekommen, dass man viele YouTube-Videos über Tourette ansieht?So unglaublich es klingt: Es gibt viele gut dokumentierte Beispiele, in denen sich eine Symptomatik dadurch verbreitet, dass über sie kommuniziert wird. Ich versuche, diese Fälle von sogenannter mimetischer Ansteckung theoretisch zu erklären. Verblüffenderweise lässt sich das unter Zuhilfenahme einiger gut bekannter Effekte aus der Psychologie sehr gut bewerkstelligen.Das heißt aber keineswegs, dass alle psychischen Störungen auf "bloßer Einbildung" fußen, die wir nur rausfiltern müssen, um das eigentliche Wesen psychischer Störungen zu erkennen. Stattdessen mache ich mich erneut für eine moderate Zwischenposition stark, die kulturelle übertragbare Informationseinheiten ("Memes") als eine unter vielen verschiedenen Ursachen psychiatrischer Symptome anerkennt.________________________________Quellen:Thomas Reilly - Mimetic illness: open.substack.com/pub/rationalpsychiatry/p/memetic-illness?r=3zjgbe&utm_medium=ios&shareImageVariant=overlayIan Hacking - Making Up People: lrb.co.uk/the-paper/v28/n16/ian-hacking/making-up-peopleThorsten Padberg - Die Macht der Diagnosen: Looping-Effekte und die Folgen für die Psychopathologie: psychotherapeutenjournal.de/ptk/web.nsf/gfx/med_dome-dew3tn_871e1/$file/PTJ_2025-1_Artikel%20Padberg.pdfPaul Segar - Looping-Effekte und ADHS: unherd.com/2026/01/why-do-so-many-students-have-adhd/Ian Hacking - Rewriting of the Soul: https://press.princeton.edu/books/paperback/9780691059082/rewriting-the-soulPage et al. 2010 Prädiktoren von Massenhysterien / Massenpsychosen: Frequency and predictors of mass psychogenic illness - PubMedJones et al. 2000 Fallbeispiel Massenhysterie High School: Mass Psychogenic Illness Attributed to Toxic Exposure at a High School | New England Journal of MedicineAuflistung von Massenhysterien auf Wikipedia: Mass psychogenic illness - WikipediaPrävalenz Linkshänder USA: https://jhanley.biostat.mcgill.ca/bios601/CandHchapter06/HistoryGeographyHumanHandedness.pdf Engelmann et al. 2024 Psychologische Risikofaktoren für Long Covid: Psychological factors associated with Long COVID: a systematic review and meta-analysis - eClinicalMedicinePodcast Geteiltes Leid: open.spotify.com/show/5TV63QER9ZWuheLpAxu7Bm?si=e974c3e173024b9f________________________________Inhalt:0:00 Das Havana-Syndrom4:16 Einleitung10:24 Mimetische Ansteckung15:43 Bsp Benzingeruch in High-School17:27 Bsp Pseudo-Tourette20:25 Bsp Tic-Störung Thera Sanchez21:40 Multiple Persönlichkeiten27:21 Anzeichen für mimetische Ansteckung30:15 Wieso nicht einfach Destigmatisierung?33:30 Nicht alle Störungsbilder!36:49 Welche Annahmen brauchen wir?42:20 Wie funktioniert mimetische Ansteckung?52:30 Sonderfall: inhaltliche Veränderung55:24 Was folgt daraus?
In seinem Buch "Crazy Like Us" stellt Ethan Watters 5 Fallbeispiele vor, die zeigen sollen, wie der Westen sein Störungsverständnis in andere Länder exportiert. Dadurch sollen sich die beobachtbaren Symptome in diesen Ländern verändern.Gleichzeitig läuft der Westen so Gefahr, den gut funktionierenden lokalen Umgang mit psychischen Leiden durch seine medizinische Herangehensweise zu ersetzen. Es stellt sich heraus, dass die vorgestellten Fallbeispiele Watters Thesen unterschiedlich stark stützen.Einige Störungen scheinen stärker durch ihren kulturellen Kontext beeinflusst zu werden als andere, was sowohl gegen den knallharten Realismus als auch den radikalen Konstruktivismus spricht._______________________________Ethan Watters - Crazy Like Us: https://psycnet.apa.org/record/2010-00036-000Scott Alexanders Rezension: Book Review: Crazy Like Us - by Scott AlexanderPsychiatric Times Rezension: Review – Crazy Like Us: The Globalization of the American Psyche | Psychiatric Timesh-madness Rezension: Review – Ethan Watters. Crazy Like Us: The Globalization of the American Psyche. New York: Free Press, 2010. – h-madness_______________________________Inhalt:0:00 Einleitung2:02 Zentrale Thesen6:25 Anorexie in Hong Kong11:30 Anorexie im Westen15:25 Depression in Japan22:30 Neurasthenie in Japan27:04 PTBS auf Sri Lanka36:54 Schizophrenie in Sansibar45:47 Fazit
Liegen psychische Leiden wirklich so feinsäuberlich sortiert in der Welt vor, wie unsere Klassifikationen suggerieren? Der Realismus sagt: Ja, jeder Diagnose entspricht auch ein spezifisches reales Phänomen in der Welt.Der Konstruktivismus dagegen behauptet: Das Phänomen, das wir durch die Diagnose bezeichnen wollen, liegt nicht einfach vor. Vielmehr verändert es sich durch die Art, wie wir es beschreiben. Unsere Auffassungen über Depression etc. beeinflussen, wie Menschen leiden und welche Symptome sie zeigen.Dies lässt sich anhand einiger empirischer Beispiele eindrücklich darlegen. Vor hundert Jahren gab es etwa gewisse Symptome, die heute nahezu komplett verschwunden sind, etwa den Arc de cercle. Zudem gibt es in anderen Regionen der Welt Syndrome, die im Westen unbekannt sind, und umgekehrt.Schließlich gebe ich einen kurzen Ausblick auf die Kontroversen, denen wir uns im Laufe der Serie widmen werden. Und ich stelle den Autor vor, auf dessen Essays und Paper wir uns als Textgrundlage konzentrieren: Awais Aftab.____________________________Portrait Awais Aftab The Lancet: https://open.substack.com/pub/awaisaftab/p/profiled-in-lancet-psychiatry?r=3zjgbe&utm_medium=ios____________________________Inhalt:0:00 Einleitung4:17 Realismus7:46 (radikaler) Konstruktivismus11:23 2 Beispiele18:05 Moderater Konstruktivismus20:18 Sägen am Stuhl des Realismus35:01 Was passiert außerdem?39:07 Awais Aftab <3
Wie äußert sich eine Depression im Hirn? Ich plädiere dafür, dass wir aus biologischer Perspektive interessante Aspekte einer Depression erkennen können, die anderen Perspektiven verborgen bleiben. Dies bedeutet aber keineswegs, dass die Bio-Perspektive in allen Kontexten Vorrang hätte.Nachdem wir uns vom biologischen Reduktionismus verabschiedet haben, wenden wir uns zwei neuen Studien zu Biotypen der Depression zu. Es stellt sich heraus, dass wir unsere Behandlung durch die Kenntnis von Biotypen optimieren können. Allerdings entsprechen der Depression mehreren Biotypen und jeder Biotyp hängt mit unterschiedlichen Diagnosen zusammen. Es ist also kompliziert.Wie also eine Schneise schlagen durch das undurchsichtige Dickicht widersprüchlicher Taxonomien? Und müssen wir menschliches Leiden überhaupt feinsäuberlich einteilen, um Menschen zu helfen?________________________________________Quellen:Studie zu kognitiven Biotypen bei Depression: doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2023.18411Studie zu Behandlung mit Guanfacin: doi.org/10.1038/s44220-025-00510-7Awais Aftab zu Biotypen von Depression und Angststörungen: open.substack.com/pub/awaisaftab/p/biotypes-in-depression-and-anxietyTozzi et al. 2024 zu Biotypen von Depression und Angststörungen: nature.com/articles/s41591-024-03057-9________________________________________Inhalt:0:00 Epistemischer Pluralismus8:53 Hoffen auf Reduktionismus20:57 RIP Serotonin-Mangelhypothese22:34 Hack et al. 202531:31 Tozzi et al. 202446:57 Biotypen transdiagnostisch49:31 Fazit53:01 Welche Taxonomie wählen?
Wie hängen unsere Gene mit psychischen Diagnosen zusammen? Wir besprechen zu diesem Zweck unter anderem Zwillingsstudien, Adoptionsstudien und GWAS (genome-wide association studies).In zwei neuen Studien stellt sich außerdem heraus: Einerseits gibt es starke Überschneidungen in den genetischen Profilen unterschiedlicher Diagnosen. Andererseits hilft uns die Kenntnis der genetischen Profile möglicherweise dabei, das wirksamste Medikament auszuwählen.Viel Spaß! 🚀🚀🚀___________________________________Quellen:Robert Plomin - Blueprint: mitpress.mit.edu/9780262039161/blueprint/Substack-Artikel Michael Halassa zu genetischen Korrelaten von 14 psychischen Störungen: michaelhalassa.substack.com/p/the-newest-psychiatric-genetics-blockbusterStudie genetische Korrelate von 14 psychischen Störungen: doi.org/10.1038/s41586-025-09820-3Substack-Artikel Michael Halassa zu Lithium-Intervention: open.substack.com/pub/michaelhalassa/p/precision-psychiatry-for-depression?r=3zjgbe&utm_medium=iosStudie Zsmh polygenetischer Score und Wirksamkeit von bipolarer Medikation: doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2025.2039___________________________________Inhalt:0:00 Einleitung3:27 Take-Home Messages12:09 Erblichkeit18:30 GWAS und SNPs30:14 Genetische Profile von 14 Diagnosen39:55 Relevanz für die Praxis49:14 Literaturempfehlungen
In seinem Buch "Die Depressions-Falle" formuliert Thorsten Padberg eine Kritik an der Wirksamkeit von Antidepessiva. Ihm zufolge sollten wir - von wenigen Ausnahmen abgesehen - auf ihre Verwendung verzichten. Dabei stützt er sich vor allem auf zwei zentrale Meta-Analysen: Kirsch et al. 2008 und Cipriani et al. 2018.In dieser Episode gehe ich die Evidenz noch einmal durch und komme zu einem anderen Schluss: Es gibt gute Argumente dafür, dass Antidepressiva klinisch relevant sind. Diese Argumente trägt Awais Aftab in seinem Artikel "The Case for Antidepressants in 2022" zusammen.Dazu gehört z. B., dass die beobachtete Effektstärke von Antidepressiva (0,3 SD) durchaus beachtlich ist und etwa vergleichbar mit der Wirksamkeit von manualisierter Psychotherapie und von Medikamenten in der somatischen Medizin. Außerdem gibt es triftige Gründe zur Annahme, dass unsere Studiendesigns und Messinstrumente die Wirksamkeit unterschätzen.Viel Spaß! 🚀🚀🚀_______________________________Quellen:Kirsch et al. 2008 Wirksamkeit 4 Antidepressiva: doi.org/10.1371/journal.pmed.0050045Cipriani et al. 2018 Wirksamkeit 41 Antidepressiva: doi.org/10.1016/S0140-6736(17)32802-7Artikel Awais Aftab Substack: psychiatrymargins.com?utm_source=navbar&utm_medium=webStone et al. 2022 Wirksamkeit nach Untergruppen: doi.org/10.1136/bmj-2021-067606Bagby et al. 2004 Interne Konsistenz Hamilton-Skala:doi.org/10.1176/appi.ajp.161.12.2163Hieronymus et al. 2015 Studie zu Wirksamkeit gemessen an Niedergeschlagenheits-Item: doi.org/10.1038/mp.2015.53Cuijsper et al. 2018 Studie zu Wirksamkeit von Psychotherapie bei Depression: doi.org/10.1017/S2045796018000057 Cuijsper et al. 2020 Studie zu Wirksamkeit unterschiedlicher Behandlungen von Depression: doi.org/10.1002/wps.20701Artikel von Scott Alexander zu Effektstärken: https://www.astralcodexten.com/p/all-medications-are-insignificant?utm_campaign=post&utm_medium=webHieronymus 2021 Simulationsstudie zu möglichen Effekt-Stärken: doi.org/10.1111/acps.13340Leucht et al. 2018 Studie zu Effektstärken von Medikamenten in somatischer Medizin: doi.org/10.1192/bjp.bp.111.096594Hieronymus et al. 2018 Studie zu Nebenwirkungen und Effektstärke: doi.org/10.1038/mp.2017.147Peters et al. 2022 Studie zu emotionaler Abstumpfung bei Antidepressiva: doi.org/10.1016/j.jad.2022.08.066_________________________Inhalt:0:00 Einleitung6:37 RIP Serotonin-Mangel-Hypothese10:54 Kirsch et al. 200817:22 Cipriani et al. 201820:40 Argument 1: Durchschnittswert24:04 Argument 2: Skala fragwürdig25:05 Argument 3: Effektgröße28:11 Argument 4: Standards unrealistisch hoch35:42 Argument 5: Placebo mehr als Zucker und Erwartung36:56 Argument 6: Wirkung nicht additiv38:54 Argument 7: Intention to Treat unterschätzt Wirkung42:38 Zusammenfassung und Fazit46:12 Verblindung trotz Nebenwirkungen48:24 Wirkung nicht durch Abstumpfung
"Alles Leben ist Problemlösen" (Karl Popper). Das Leben ist eine unendliche Reihe von Problemen. Wenn ich eines löse, kommt direkt das nächste. Dieser Prozess endet nie. Aber: Ich kann lernen, mich in diesem Prozess gewissermaßen häuslich einzurichten, also dieses Ringen selbst zu akzeptieren und bewusst aufzusuchen.Ich persönlich hätte weniger Offenbarungsängste, Selbstzweifel und Stress, wenn ich auf Insta scrollen würde, statt diesen Podcast zu produzieren. Aber ich hätte ein Leiden, das sowohl subtiler als auch tiefer wäre: Das Bewusstsein, mein begrenztes Leben für Dinge zu verwenden, die mir in einer Stunde schon egal sein werden.Aber finde ich den Gedanken einfach nur ansprechend, weil ich zwanghaft bin oder einer neoliberalen Leistungsideologie zum Opfer falle?Viel Spaß beim Hören! 🚀🚀🚀Quelle:Zsmf The Subtle Art: https://freedmannewman.medium.com/book-summary-the-subtle-art-of-not-giving-a-f-ck-by-mark-manson-b31164c9a61eInhalt:0:00 Einleitung5:35 Confession Time12:15 2 Sackgassen16:18 Irre ich mich?
Wieso regen wir uns über Dinge auf, die uns egal sein könnten? Es ist, als hätten wir einerseits eine begrenzte Menge von Wichtigkeit, die wir Problemen zuschreiben können: Uns kann nicht alles gleichermaßen wichtig sein.Andererseits gibt es eine Mindestmenge, die wir zuschreiben MÜSSEN. Darauf folgt: Wenn wir keine bewusste Entscheidung treffen, welche Probleme wir priorisieren, schreiben wir unbewusst diese Wichtigkeit allen möglichen Dingen zu und verlieren unseren Fokus.Wenig überraschend plädiere ich anschließend dafür, dass wir durch die Akzeptanz- und Commitment-Therapie wieder Ordnung in unsere Werte bringen können.__________________________Quellen:Zusammenfassung The Subtle Art: https://freedmannewman.medium.com/book-summary-the-subtle-art-of-not-giving-a-f-ck-by-mark-manson-b31164c9a61e__________________________Inhalt0:00 Grundproblem19:08 Wie kläre ich meine Werte?26:22 Einwand Nihilismus
In der letzten Episode der Serie widmen wir uns noch einmal der Frage, wieso wir die Status-Theorie jetzt eigentlich glauben sollten. Dazu nehmen wir nacheinander die evolutionäre, die kulturvergleichende und die individuelle Perspektive ein.Außerdem geht es noch einmal um Moral: Welche moralischen Kriterien legen wir an, wenn wir bewerten, dass manche Games besser sind als andere? Und woher kommen diese Kriterien?Zu guter Letzt diskutieren wir eine Zusendung meines guten Freundes und treuen Hörers Peter Kuhn zu Episode #8. Viel Spaß! 🚀🚀🚀Inhalt:0:00 Einleitung1:39 Rechtfertigung17:06 Moral24:55 Höherzuschrift zu Folge #8
René Girard versucht mit seiner Theorie des mimetischen Begehrens zu erklären, wieso zwischenmenschliche Konflikte entstehen. Einige von euch kennen Girard schon aus der Serie, die ich vor einigen Monaten mit Peter Kuhn gemacht habe.Im direkten Vergleich stellt sich aber heraus, dass die Status-Theorie vollständiger, erklärungsstärker und empirisch besser fundiert ist als die Theorie Girards. Sie kann alles erklären, was Girard spannend findet, aber wesentlich besser und eleganter als dieser.Viel Spaß! 🚀🚀🚀Inhalt:0:00 Einleitung1:55 Zsmf Girard9:06 Zsmf Status15:01 Status > Girard31:32 Fazit
Unser Miteinander ist geprägt von Paradoxien: Wir wollen, dass andere denken, dass uns egal ist, was sie von uns denken. Wir konkurrieren darum, wer am wenigsten kompetitiv ist. Wir optimieren unseren Status, indem wir gezielt signalisieren, dass uns Status gleichgültig ist.Das lässt sich durch zwei Fähigkeiten erklären: cue-based inference und rekursive Mentalisierung. Durch diese Fähigkeiten sind wir sehr gut darin, zu erkennen, wann andere Status-Games spielen, daher spielen wir stets im Verborgenen. Sobald Status-Games Allgemeinwissen werden, also ans Tageslicht gezerrt werden, kollabieren sie, weil es den Status reduziert, zu offensichtlich zu spielen. Dies ist eine treibende Kraft hinter kulturellem Wandel und erklärt die eingangs erwähnten sozialen Paradoxien.Viel Spaß! 🚀🚀🚀Paper von Pinsof: https://www.researchgate.net/publication/368934388_The_Evolution_of_Social_ParadoxesSubstack von David Pinsof: https://www.everythingisbullshit.blog/?utm_campaign=profile_chipsInhalt:0:00 Soziale Paradoxien2:47 2 kognitive Fähigkeiten10:08 Von Cues zu Signalen13:41 Rekursive Mentalisierung in Status-Games20:11 Wann kollabieren Games26:01 Status durch Abgrenzung als Problem28:30 Rekursivität = big brain time
Wissen ist relevant für Status: Es kränkt uns, wenn andere uns widerlegen und uns zeigen, dass sie mehr wissen als wir. Deshalb ist Expertise immer eine heikle Angelegenheit. Dadurch erklärt Dan Williams, wieso Populisten in den USA und Europa Sturm gegen wissensproduzierende Institutionen laufen, die sie zu unterlegenen Rezipienten epistemischer Almosen degradieren.Status ist aber nicht die einzige Erklärung, z. B. führt Gordon Pennycook die Neigung zu populistischen Falschinfomationen auf sog. unthinkingness zurück - auf zu ausgeprägte heuristische System-1-Verarbeitung.Wir wägen beide Ansätze gegeneinander ab und gehen unterschiedliche Argumente durch, die für und gegen die Status-Perspektive sprechen.Quellen:Dan Williams-Artikel zu Krise der Expertise: https://www.conspicuouscognition.com/p/status-class-and-the-crisis-of-expertiseMindscape-Podcast Episode Pennycook: https://open.spotify.com/episode/10k9mE8kKWn2crZmudh7EA?si=boqSBHbCQISJ8CgyqkcFYwStudie Narzissmus und Anfälligkeit für Verschwörungstheorien: doi.org/10.1016/j.copsyc.2022.101386Inhalt:0:00 Wissen als Status-Dimension11:35 Expertise als Status-Merkmal15:51 Alternative Erklärungen22:09 Was spricht für die Status-Erklärung?29:51 Zwei geschichtliche Entwicklungen34:16 Zusammenfassung
Narzissmus lässt sich als eine Menge von Strategien verstehen, mit denen wir unseren Status optimieren können. Das Bedürfnis nach Anerkennung, das Leistungsmotiv, die Anspruchshaltung und einiges mehr sind schlicht der Ausdruck eines narzisstischen Status-Motivs. Wir besprechen ein aktuelles Paper zu Status-Optimierung im Rahmen von Narzissmus und kontrastieren die Status-Perspektive mit der Konzeption von Rainer Sachse.Viel Spaß beim Hören! 🚀🚀🚀Grapsas et al. 2020: https://doi.org/10.1177/1745691619873350Inhalt:0:00 Was ist Narzissmus?8:05 Narzissmus und Status26:27 Konsequenzen narzisstischer Strategien35:50 Vergleich Sachse42:57 Deckel drauf
Ich springe auf den fahrenden Zug und widme mich dem Thema der Stunde: der Haftbefehl-Doku. Da ich wenige originelle Bemerkungen beizusteuern habe, ist die Episode eher kurz gehalten. Wir fragen uns: Verschwindet der Kokain-Konsum, wenn Hafti sein Trauma aufarbeitet? Sind Psychiatrien wirklich ein so düsterer Ort wie in der Doku suggeriert? Und was ist dran an den systemischen Kritiken aus "Die Filmanalyse"?Viel Spaß! 🚀🚀🚀Rezension "Die Filmanalyse": https://www.youtube.com/watch?v=EuZthXtHua0Interview mit Juan Moreno: https://www.youtube.com/watch?v=-HOrrta6sMA&t=1sInhalt:0:00 Sucht und Psychiatrie7:44 Kritik aus "Die Filmanalyse"19:45 Haftbefehl im Unterricht?
Geringer Status macht krank, depressiv und ängstlich, wofür spannenderweise unser Immunsystem verantwortlich ist. Wenn geringer Status die Ursache für Depression ist, dann ist aber eine lange stationäre Behandlung oft sogar schädlich, weil wir aus den gewohnten Games herausgerissen werden. Wir werfen außerdem einen Blick auf Status-Games, die man nur in der Klinik spielen kann und die dazu führen können, dass unsere Krankenrolle stabilisiert wird. Auch wir Behandler optimieren in der Therapie aber unseren Status, miteinander und vor den Patienten. Wie stellen wir es aber an, dass es zum Wohle unserer Patienten geschieht?Viel Spaß beim Hören! 🚀🚀🚀Studie Statuseffekte auf Gesundheit Öffentlicher Sektor Großbritannien: doi.org/10.1093/aje/kwr461Studie Status und Arteriosklerose bei Affen: doi.org/10.1002/ajp.20707Studie Status und Entzündungsreaktion: doi.org/10.1093/scan/nsw025Inhalt:0:00 Geringer Status macht depressiv und ängstlich13:30 Sozialer Rückzug als Vermeidung von Status-Games25:24 Status-Games im psychiatrischen Versorgungssystem30:56 Auch Behandler optimieren Status42:22 Zusammenfassung44:30 Coda: Fragmente
Die zentrale Idee ist, dass wir uns in unserer Meinungsbildung nicht allein an Gründen oder Evidenz orientieren, sondern auch an sozialen Anreizen. Wir antizipieren, wie sich unsere Überzeugung auf unseren Status auswirken wird. Wenn Überzeugungen besonders relevant für unseren Status sind, aber irrelevant für unseren Alltagsvollzug, dann weichen wir systematisch von idealer Rationalität ab und bilden falsche Meinungen.Diese These lässt sich einerseits theoretisch rechtfertigen, andererseits gibt es einige gut erforschte empirische Phänomene, die sich plausiblerweise als Sozial Adaptive Überzeugung auffassen lassen.Viel Spaß beim Hören! 🚀🚀🚀Dan Williams - Socially Adaptive Beliefs: doi.org/10.1111/mila.12294Inhalt:0:00 Einleitung4:14 Epistemische und praktische Rationalität11:34 Irrationalität durch Beschränkungen15:41 Motivierte Kognition22:37 Theoretische Rechtfertigung31:16 Konfabulation39:13 Positive Illusionen43:52 Identitätsschützende Kognitionen49:31 Zusammenfassung und offene Fragen
Was sind das eigentlich genau für Games, in denen wir um Status konkurrieren? Wir sprechen über die Tücken der Dominanz, moralische Handlungen als Signal (an Andere, an uns, an Gott), Loyalität, Trump, unausgesprochene Konventionen in englischen Pubs, Opfer-Games im Christentum und in der intersektionalen Linken, Kompetenz-Games und kurz über einige Schwierigkeiten der freien Marktwirtschaft.Viel Spaß! 🚀🚀🚀0:00 Einleitung3:00 Dominanz-Games10:10 Moralische Games14:13 Gewissen19:19 Loyalität22:57 Konventionen29:22 Opferstatus38:25 Kompetenz-Games47:40 Deckel drauf
Status lässt sich nicht direkt wahrnehmen, deshalb nutzen wir Status-Symbole als Proxy. Neben leicht erkennbaren materiellen Status-Symbolen lassen sich auch diverse andere Symbole identifizieren, z. B. Verhaltensweisen und Überzeugungen.Außerdem nehmen wir gruppenbasierte Status-Games mitsamt ihren Ritualen und Denkverzerrungen in den Blick. Diese funktionieren ähnlich wie individuelle Games, nur mit schwächeren Bescheidenheits-Normen.Schließlich fragen wir uns, was das alles mit uns zu tun hat. Wie gehen wir um mit der Tatsache, dass wir uns alle, die wir kennen, mehr oder weniger verdeckte Status-Games spielen?Viel Spaß! 🚀🚀🚀Inhalt:0:00 Einleitung1:04 Status-Symbole23:01 Gruppenbasierte Status-Games34:32 Persönlicher Umgang mit Status-Games45:55 Nichts als Status?57:50 Ausblick






Sehr treffend formuliert. Das zeigt gut, wie stark soziale Anreize unsere Überzeugungen verzerren können – besonders dann, wenn Meinungen mehr als Statussignal dienen als als praktisches Handlungswerkzeug. Man sieht dieses Muster nicht nur in politischen oder gesellschaftlichen Debatten, sondern auch in wirtschaftlichen Kontexten: Entscheidungen werden oft danach bewertet, wie sie nach außen wirken, nicht wie effektiv sie sind. Ein pragmatischer Gegenentwurf ist es, sich stärker an realen Ergebnissen zu orientieren – ähnlich wie bei Industrial Pest Control in Paramount, wo am Endehttps://controlpestparamount.com/industrial-pest-control/\ nicht das Image, sondern die tatsächliche Wirksamkeit im Alltag zählt.
Sehr treffend formuliert. Das zeigt gut, wie stark soziale Anreize unsere Überzeugungen verzerren können – besonders dann, wenn Meinungen mehr als Statussignal dienen als als praktisches Handlungswerkzeug. Man sieht dieses Muster nicht nur in politischen oder gesellschaftlichen Debatten, sondern auch in wirtschaftlichen Kontexten: Entscheidungen werden oft danach bewertet, wie sie nach außen wirken, nicht wie effektiv sie sind. Ein pragmatischer Gegenentwurf ist es, sich stärker an realen Ergebnissen zu orientieren – ähnlich wie bei Industrial Pest Control in Paramount, wo am Ende nicht das Image, sondern die tatsächliche Wirksamkeit im Alltag zählt.