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Author: Leibniz Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)

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Im BredowCast kommen die Forscher*innen des Leibniz-Instituts für Medienforschung zu Wort. Einmal im Monat diskutieren sie mit Gastgeberin Johanna Sebauer aktuelle Themen aus der Medienwelt.
22 Episodes
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Über den DSA, das Verfahren gegen X und die Rolle der EU-Kommission spricht im BredowCast Jan-Ole Harfst, Junior Researcher am Leibniz-Institut für Medienforschung I Hans-Bredow-Institut.
Wie können öffentlich-rechtliche Medien in einer digitalen, fragmentierten Öffentlichkeit künftig gesellschaftlichen Dialog ermöglichen und organisieren? Welche Infrastrukturen braucht es dafür und welche medienpolitischen Handlungsschritte sind erforderlich? In einer zweitägigen Werkstatt im Herbst 2025 haben Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen Szenarien und Strategien für zukunftsfähige öffentlich-rechtliche Dialogformate entwickelt. Konzipiert und geleitet wurde die Werkstatt von Zukunftsforscherin Rosa Berndt. Über das methodische Konzept dieser Zukunftswerkstatt und die kürzlich veröffentlichte Studie sprechen im BredowCast Zukunftsforscherin Rosa Berndt und Magdalena Stratmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Rechtsregulierung am Leibniz-Institut für Medienforschung I Hans-Bredow-Institut.
Welche Ansprüche stellen Journalist*innen an ihr eigenes berufliches Handeln? Welche Erwartungen richtet die Bevölkerung an den Journalismus? Und welche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem konstruktiven Journalismus zu? Verena Albert diskutiert im BredowCast Ergebnisse aus der Forschung zur Journalismus- Publikumsbeziehung.
Was wissen junge Menschen über die Funktionsweise des TikTok-Algorithmus? Wie interagieren sie mit ihm und welche Emotionen sind dabei im Spiel? Das hat eine Studie der Initiative #UseTheNews, durchgeführt von Leonie Alatassi am HBI, untersucht. Im BredowCast erläutert sie die unterschiedlichen algorithmischen Kompetenzen der jungen Menschen.
Das Projekt „Connected Kids“ hat untersucht, wie sich das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in einem sich rasant verändernden Medienumfeld über die Zeit entwickelt. Die Ergebnisse des Langzeitprojekts liegen nun in Form eines Abschlussberichts vor.
Menschen und Maschinen entscheiden darüber, welche Inhalte in sozialen Medien sichtbar bleiben. Matthias C. Kettemann erforscht, wie diese Content Moderation fairer und transparenter gestaltet werden kann. Unter seiner Leitung wurde am HIIG ein Verhaltenskodex entwickelt, der den Digital Services Act durch praxisnahe, branchenspezifische Standards ergänzen soll.
Wie nimmt die Bevölkerung in Deutschland den Zusammenhalt wahr? Fühlen sich die Menschen eingebunden? Betrachten sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt als gefährdet? Was erwarten sie von den öffentlich-rechtlichen Medien – von ARD, ZDF und Deutschlandradio – und wie steht es in der Folge um die Leistungswahrnehmungen? Decken sich die Erwartungen der Bevölkerung mit den wahrgenommenen Leistungen? Antworten auf diese Fragen gibt die Studie „Was die Gesellschaft zusammenhält und was öffentlich-rechtliche Medien dazu beitragen“ von ARD, ZDF und Deutschlandradio. PD Dr. Jan-Hinrik Schmidt, Senior Researcher am Leibniz-Institut für Medienforschung I Hans-Bredow-Institut und Leiter des am Standort Hamburg angesiedelten Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, hat die Anstalten beraten und ordnet im BredowCast die Befunde ein.
In Australien tritt am 10. Dezember 2025 ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige in Kraft. Auch in Deutschland wird über ein solches Verbot diskutiert. Aber wäre so ein Totalverbot rechtlich möglich und wäre es überhaupt sinnvoll? Der Medienrechtler Dr. Stephan Dreyer und die Kommunikationswissenschaftlerin Kira Thiel erläutern, welche Hürden und Gefahren mit einem Totalverbot verbunden wären und zeigen Alternativen zu einem Verbot auf.
Wie nutzen Erwachsene in Deutschland Nachrichten? Dieser Frage sind Dr. Sascha Hölig und Julia Behre im Rahmen des Reuters Institute Digital News Reports nachgegangen, der jährlich Daten zur Nachrichtennutzung erhebt – aktuell in 48 Ländern auf sechs Kontinenten. Immer im Januar und Februar werden insgesamt rund 100.000 Menschen online befragt. Im Podcast sprechen die beiden Medienforschenden über zentrale Ergebnisse der aktuellen Erhebung und ordnen sie ein.
Im Podcast blicken Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts und Medienrechtler, und Dr. Hans-Ulrich Wagner, Forschungsprogrammleiter und Medienhistoriker, auf 75 Jahre Medienforschung am Hans-Bredow-Institut.
Ziele des Forschungsprojekts waren die Entwicklung einer technischen Methode zur Erkennung und Verarbeitung von Desinformation in großen Datensätzen sowie ein Verständnis ihrer plattformübergreifenden Dynamiken und Inhalte. Dafür wurden zwischen 2019 und 2023 1.500 Postings aus einem Datensatz von 3,3 Millionen Beiträgen von Telegram, Instagram, Facebook und X quantitativ und qualitativ analysiert. Hanna und Philipp erläutern das methodische Vorgehen und berichten, welche Accounts, Medienverweise und Narrative sie identifizieren konnten.
Gregor Wiedemann leitet das Media Research Methods Lab am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, an das auch das Social Media Observatory angegliedert ist. Vor der Bundestagswahl untersuchte er mit seinem Team, wie der Wahlkampf auf TikTok geführt wurde. Die Erfolge der AfD auf der Plattform waren seit den Wahlen im vergangenen Jahr bekannt. Daher stand für die Forscher*innen nun diese Frage im Fokus: Wie haben die anderen Parteien darauf reagiert – und ist die Dominanz der AfD inzwischen gebrochen? Im BredowCast erläutert Gregor Erfolgsstrategien demokratischer Parteien, analysiert Videos mit hohen View-Zahlen, spricht über die Rolle von Authentizität und erklärt, wie sich TikTok überhaupt wissenschaftlich untersuchen lässt.
In der Folge geht es um das Gutachten „Kennzeichnung von bearbeiteten (Influencer-)Fotos: Erforderlichkeit, Wirkung, Regelungsansätze“, das Dr. Claudia Lampert, Sünje Andresen und Dr. Stephan Dreyer im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) erstellt haben. Sollen retuschierte Bilder, insbesondere von Influencer*innen, gesetzlich gekennzeichnet werden? Hintergrund der Debatte ist die Sorge um den Einfluss verzerrter Schönheitsideale auf das Körperbild junger Menschen. Dr. Stephan Dreyer diskutiert im BredowCast wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung retuschierter Bilder und erläutert die Haltung von Jugendlichen zu diesem Thema. Er wirft einen Blick auf bestehende Kennzeichnungspflichten in Ländern wie Israel, Frankreich und Norwegen und geht der Frage nach, wie eine Kennzeichnung in Deutschland gesetzlich umgesetzt werden könnte - und ob sie überhaupt sinnvoll wäre. Was sind die Herausforderungen? Und welche Alternativen gibt es?
Wer sich beim Wahl-O-Mat nicht selbst entscheiden möchte, kann das die generative KI übernehmen lassen. Oder aber aus Wahlprogrammen der Parteien Bilder generieren, um sich die Unterschiede zu veranschaulichen. Aber wie sieht es in der Bevölkerung aus? Verwenden alle bereits generative KI-Programme? Jein, haben Eva Luise Knor und Dr. Michael Reiss im Forschungsprojekt “Generative Künstliche Intelligenz für die Informationsnavigation” herausgefunden. Von den 16 bis 19-Jährigen verwenden bereits 94,7 Prozent generative KI-Programme. In der breiten Bevölkerung sieht es anders aus: 43,8 Prozent der Befragten nutzen diese Programme bereits. Für die politische Informationsnavigation werden die Programme kaum genutzt. Hat generative KI also keinen Einfluss auf die kommende Bundestagswahl? Im BredowCast erläutern Eva und Michael ihre Forschungsergebnisse und erklären, warum es einen Unterschied macht, ob ich eine generative KI frage, wie lange ein Ei kochen muss oder welche Partei wofür steht, warum ChatGPT „weiß“, dass eine Ampel rot, gelb und grün ist und nicht blau, und warum eine Google-Suche manchmal der bessere Ratgeber ist.
Sicherheit von Kindern im Digitalen – was bedeutet das genau, warum muss die Sicherheit von Kindern im Digitalen gestärkt werden, wie kann das gelingen und wer ist dafür verantwortlich?
What does digital freedom mean, and how can we shape it? The DigiSem underscores vital components: conducting research, sharing results, and collectively expanding ideas. At DigiSem, doctoral and postdoctoral researchers from different countries, disciplines, and research focuses presented their projects and discussed whether digitalisation promotes democratisation and enhances personal well-being. They explored the digital realm's opportunities, its challenges, and the role of autonomy. In this podcast, we feature three researchers whose projects illustrate these dimensions of digital freedom.
Sechs Jahre war Johanna Sebauer am HBI Gastgeberin des BredowCast. Nun hat sie das Institut verlassen und konzentriert sich ganz auf ihre Arbeit als Schriftstellerin. In dieser Folge blickt sie mit der neuen Gastgeberin des BredowCast, Kristina Kobrow, zurück auf die Jahre am HBI und spricht über das Verhältnis von Wissenschaft und Literatur.
Mehr als 30 laufende Meter Akten hat er jahrelang durchforstet, sie akribisch studiert und zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen geführt. Die Ergebnisse sind in das im Juli erschienene Buch „Im Dienst der Nachricht“ geflossen. Von den hürdenreichen Anfängen in der Nachkriegszeit, über die Kämpfe um politische Unabhängigkeit in den Adenauer-Jahren bis zu den jüngsten Aufregern über vermeintlich von der dpa gefälschte Pressefotos deckt es alles ab, was man über die 75-jährige Geschichte von Deutschlands wichtigster Nachrichtenagentur wissen muss. Forschen in der Lücke Für den Medienhistoriker Hans-Ulrich Wagner war die Arbeit daran ein großes Herzensprojekt. „Über Nachrichtenagenturen wurde medienhistorisch bislang wenig geforscht“, sagt er. „Es gibt viele Publikationen zu Zeitungen oder Rundfunkanstalten, aber über die Agentur im Hintergrund, den Großhändler, den ‚METRO der Nachrichten‘, haben wenige gearbeitet.“ Genau das zu erforschen sei von großem Interesse für Hans-Ulrich Wagner gewesen. Die Deutsche Presse-Agentur gewährte ihm vorbehaltlosen Einblick in das bis ins Gründungsjahr 1949 zurückreichende Aktenarchiv. In einem eigenen Büroraum durfte er arbeiten und bei der dpa ein und ausgehen, als wäre er Mitarbeiter. Das Buch umfasst 350 Seiten und ist im Juli im Societäts-Verlag erschienen.
Am Anfang war die Frage: Was ist überhaupt dieser sogenannte „gesellschaftliche Zusammenhalt“? Und wie kann man ihn messen? Dass gesellschaftlicher Zusammenhalt heutzutage weniger mit geteilten Werten und Lebensstilen zu tun habe, war für Jan-Hinrik Schmidt schon zum Start des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt klar. Dazu sei unsere Gesellschaft zu heterogen geworden. Wichtiger für die Definition und Messbarkeit des Zusammenhalts sei die Art und Weise, wie eine Gesellschaft Konflikte austrage. Auch heute, nach vier Jahren Forschung zum Thema, sieht Jan-Hinrik Schmidt die Lage ähnlich. Allerdings würde er heute stärker hervorheben, dass es weniger um Zusammenhalt als Zustand gehe, den es zu erforschen und messen gelte, „sondern um den Prozess, in dem Zusammenhalt immer wieder gestärkt und geschwächt wird.“ Rolle der Medien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt Das FGZ steht kurz vor seiner zweiten fünfjährigen Förderphase durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. 2020 wurde es als dezentrales Institut auf elf Standorte in ganz Deutschland verteilt gegründet. Am Leibniz-Institut für Medienforschung ist der Standort Hamburg angesiedelt. Er erforscht die Rolle der Medien bei der Herausbildung sowie Gefährdung gesellschaftlichen Zusammenhalts. Vier Teilprojekte untersuchten den Einfluss der Mediennutzung auf gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Integrationsaufgabe öffentlich-rechtlicher Medien sowie die Rolle der Journalismus-Publikums-Beziehung für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein weiteres Projekt widmete sich dem Aufbau einer technischen Infrastruktur für systematische Forschung mit Social-Media-Daten. Eine Art Unterstützungsleistung für das gesamte FGZ. In all diesen Projekten war der Transfer zentral. Wie die Forschung an die Leute gebracht werden kann, wurde in den Projekten immer von Anfang an mitgedacht. Zweite Förderphase In den kommenden fünf Forschungsjahren soll es mehr Teilprojekte geben, voraussichtlich 7 bis 8, die zu drei Arbeitsschwerpunkten gebündelt werden. Thematisch wird über allen Teilprojekten diesmal die Frage nach der Verständigung stehen. Wie verständigt sich die deutsche Gesellschaft über sich selbst? Und welche Rolle spielen Medien dabei? Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist aktuell häufig Thema in öffentlichen Debatten. „Oft wird das Bild vermittelt, unsere Gesellschaft sei gespaltener, als sie tatsächlich ist“, sagt Jan-Hinrik Schmidt. Zwar gibt es kleine Teile der Gesellschaft, die das Vertrauen in öffentliche Institutionen und die Politik verloren haben, die eine andere Gesellschaft wollen und vielleicht sogar autoritäre Vorstellungen haben.“ Wichtig werde sein, diese Stimmung in der öffentlichen Debatte ernst zu nehmen, ihr aber wissenschaftliche Fakten entgegenzusetzen, und darauf hinzuweisen, dass es sich eben nur um einen kleinen Teil handelt. In solchen Kontexten kann das FGZ mit seiner wissenschaftlichen Expertise Klarheit schaffen.
Der Medienhistoriker Maximilian Brockhaus spricht in unserem Podcast über das mittlerweile historische Medienformat des Schulradios und Schulfernsehens in Österreich. Dass man die neue Medientechnik Radio auch für Bildungszwecke nutzen konnte, war den Rundfunkmachern bald klar. Bereits wenige Jahre nach Sendestart in Österreich im Jahr 1924 erprobte die österreichische Radio-Verkehrs-AG (RAVAG) testweise den sogenannten landwirtschaftlichen Schulfunk. Er richtete sich dezidiert an Schüler*innen landwirtschaftlicher Schulen und bot Sendungen über die „Verwertung der Kartoffel in der Landwirtschaft“ oder Reportagen über „Bauernwirtschaft in Dänemark“. Ein Testlauf für den eigentlichen Schulfunk, der 1932 in Schulen in ganz Österreich startete. Beleben und bereichern „Die Idee war, den Schüler*innen etwas zu bieten, das die üblichen Darstellungsmittel im Klassenzimmer nicht leisten konnte“, sagt Maximilian Brockhaus, der am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien zu diesem Thema promoviert und von Oktober 2023 bis Januar 2024 Gastforscher am HBI war. „Das Radio sollte den Unterricht beleben und bereichern. Besonders punkten konnte die neue Technik im Musikunterricht oder im Fremdsprachenunterricht, wenn die Schüler*innen übers Radio plötzlich Muttersprachlern zuhören konnten.“ In der Programmzeitschrift „Radio Wien“ wurde regelmäßig über das Schulfunk-Programm informiert, sodass die Lehrkräfte ihren Unterricht darum herum organisieren konnten. Lief eine Sendung, die die Schüler*innen hören sollten, versammelten sich alle um ein Hörgerät, entweder in der eigenen Klasse oder in einem eigens dafür eingerichteten Raum, und lauschten. Skepsis gegenüber neuer Technik Nicht alle waren sofort von der neuen Technik begeistert. Einem Leserbrief an die Programmzeitschrift konnte Maximilian Brockhaus entnehmen, dass sich eine Lehrkraft über den „disruptiven Charakter des Schulfunks“ empörte, dieser würde das „innige und geistliche Verhältnis“ zwischen Klasse und Lehrkraft stören. Eine kritische Haltung gegenüber neuer Medientechnik zieht sich durch die Mediengeschichte und lässt sich auch heute beobachten. „Aktuell erleben wir eine ähnliche Skepsis, wenn es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht geht”, sagt Maximilian Brockhaus.
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